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	<title>Verwandten &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Besuch bei Tante Else und Onkel Emil</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Apr 2018 21:23:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Besuch]]></category>
		<category><![CDATA[Erklärung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die fünfjährigen Zwillinge Jens und Jenny freuen sich. Sie haben Ferien und wollen heute mit den Eltern einen Tagesausflug unternehmen und zwar zu dem hundert Kilometer entfernten großen See. Dort ist eine ausgiebige Wanderung  geplant.  „Habt ihr schon die Rucksäcke gepackt?“, will die Mutter wissen. &#8222;Und vergesst auch nicht die Regenjacken, falls wir von einem Schauer überrascht werden sollten.&#8220; „Na klar“, erwidert Jens fröhlich. „Papa verstaut alles gerade im Kofferraum.“ Wie auf Kommando ertönt auch schon dessen Stimme vom Flur: „Alles fertig! Es kann losgehen!“ „Prima!“, begeistert sich auch die Mutter. „Die Sonne lacht vom Himmel, wir haben alles dabei, was wir brauchen und in ungefähr einer Stunde sind wir dort. Was wollen wir noch mehr?! Es wird sicherlich ein schöner Tag.“ Die Zwillinge schauen während der Fahrt vergnügt aus dem Fenster, Mutter stimmt ein Liedchen an und der Vater pfeift die Melodie dazu. „Ich habe eine Überraschung für Euch“, erklärt der Vater kurz bevor sie den Stausee erreichen und macht damit die Zwillinge neugierig. „Gestern Abend habe ich mit meinem Onkel und meiner Tante &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die fünfjährigen Zwillinge Jens und Jenny freuen sich. Sie haben Ferien und wollen heute mit den Eltern einen Tagesausflug unternehmen und zwar zu dem hundert Kilometer entfernten großen See. Dort ist eine ausgiebige Wanderung  geplant. </strong><br />
<span class="dropcap">„H</span>abt ihr schon die Rucksäcke gepackt?“, will die Mutter wissen. &#8222;Und vergesst auch nicht die Regenjacken, falls wir von einem Schauer überrascht werden sollten.&#8220;<br />
„Na klar“, erwidert Jens fröhlich. „Papa verstaut alles gerade im Kofferraum.“<br />
Wie auf Kommando ertönt auch schon dessen Stimme vom Flur:<br />
„Alles fertig! Es kann losgehen!“<br />
„Prima!“, begeistert sich auch die Mutter. „Die Sonne lacht vom Himmel, wir haben alles dabei, was wir brauchen und in ungefähr einer Stunde sind wir dort. Was wollen wir noch mehr?! Es wird sicherlich ein schöner Tag.“<br />
Die Zwillinge schauen während der Fahrt vergnügt aus dem Fenster, Mutter stimmt ein Liedchen an und der Vater pfeift die Melodie dazu.<br />
„Ich habe eine Überraschung für Euch“, erklärt der Vater kurz bevor sie den Stausee erreichen und macht damit die Zwillinge neugierig.<br />
„Gestern Abend habe ich mit meinem Onkel und meiner Tante telefoniert. Ihr wisst schon Eure Großtante Else und Großonkel Emil.“<br />
Die Zwillinge nicken und lauschen, was der Vater noch zu berichten hat.<br />
„Sie wohnen nur 25 Kilometer vom Stausee entfernt und haben uns eingeladen bei ihnen zu übernachten.“<br />
„Oh, toll“, ruft Jens begeistert aus. „Die Beiden sind immer so lustig. Onkel Emil hat mir das letzte Mal versprochen, dass er mit mir zum Angeln geht.“<br />
„Und Tante Else wollte mit mir eine Torte backen, wenn wir sie besuchen kommen“, berichtet nun auch Jenny.<br />
„Langsam, langsam“, beschwichtigt der Vater. „Die Beiden sind nicht mehr die Jüngsten und so etwas will gut vorbereitet sein. Wir wollten eigentlich morgen nach dem Frühstück wieder nach Hause fahren. Also geht es gelassen an. Irgendwann werden sie ihr Versprechen schon einlösen. Unser Besuch kommt vielleicht doch ein bisschen überraschend.“<br />
Der Tag ist wunderschön, die frische Luft tut allen gut und so kommen sie mit guter Laune am Spätnachmittag müde und hungrig bei den Verwandten an.<br />
„Hallo Ihr Vier! Herzlich willkommen in unserer bescheidenen Hütte!“, wird die Familie von Tante Else an der Haustür begrüßt. „Kommt gleich in die Küche, ich habe schon alles für das Abendbrot vorbereitet.“<br />
„Wo ist denn Onkel Emil?“, will Jenny wissen.<br />
„Ach,…“, sagt Tante Else und will eine Erklärung nachschieben, doch die Zwillinge hören gar nicht hin, sondern rennen schon in das Wohnzimmer, wo sie den Großonkel vermuten. Er sitzt auch tatsächlich in seinem gemütlichen Sessel.<br />
„Hallo Onkel Emil!“, rufen die beiden Kinder aus und stürmen auf den älteren Mann zu. Doch als sie ihn überschwänglich umarmen, verzieht er so seltsam sein Gesicht.<br />
„Was ist mit Dir, Onkel Emil?“, will Jens wissen.<br />
„Freust du dich gar nicht, dass wir da sind?“, schiebt Jenny hinterher.<br />
„Oh, doch ich freue mich“, bestätigt der Onkel. „Aber ich ärgere mich auch.“<br />
„Wir haben dich verärgert?“, fragt Jenny und blickt den Onkel traurig an. „Aber wir haben doch gar nichts gemacht.“<br />
„Nein, nein, ihr nicht!“<br />
„Wer denn dann?“, fragen die Beiden wie aus einem Munde.<br />
„Na, dieses alte Miststück!“, erklärt der Onkel und schaut nicht gerade freundlich dabei aus. „Ich weiß ja, dass keiner sie leiden kann, aber sie hat es immer wieder auf mich abgesehen.“<br />
Die Zwillinge sind entsetzt. Noch niemals hat der Großonkel derartig geschimpft. Sonst ist er immer lustig und weiß schöne Geschichten zu erzählen. Heute allerdings ist von seiner Fröhlichkeit nichts zu spüren.<br />
„Dieses Jahr hat sie mich schon zweimal tüchtig geärgert.“<br />
„Was hat sie denn getan?“<br />
„Sie überfällt mich schlagartig hinterrücks und ich kann mich nicht einmal zur Wehr setzen. Sozusagen von einer Sekunde auf die andere macht sie mich fertig.“<br />
Mit offenen Mündern stehen die beiden Kinder da. Sie sind sprachlos.<br />
„Heute Morgen kurz nach dem Aufstehen war es wieder einmal soweit. Eine richtige Hexe, ist sie!“<br />
„Wie sprichst du denn von Tante Else?“, Jenny ist entsetzt. So hat der Onkel noch nie über seine Frau gesprochen.<br />
„Sie ist doch total lieb!“, verteidigt nun auch Jens die Großtante.<br />
„Ach, Tante Else doch nicht. Ich meine diese alte hässliche Hexe, die mich einfach nicht leiden kann und dafür sorgt, dass es mir schlecht geht.“<br />
„Tut sie dir weh?“, fragt Jens.<br />
„Ja, sie fügt mir einen stechenden Schmerz zu und dadurch kann ich mich nicht mehr bewegen“, sagt der ältere Herr gequält.<br />
„Wie macht sie das denn?“<br />
„Ganz heimtückisch und aus dem Hinterhalt. Sie schießt einfach einen Pfeil auf mich ab und schon ist es geschehen.“<br />
„Sie hat mit ihrem Pfeil auf dich geschossen und jetzt kannst du dich nicht mehr bewegen?“<br />
Jens und Jenny sind fassungslos und auch ein bisschen ratlos. Irgendetwas stimmt hier nicht, das merken sie ganz deutlich.<br />
„So etwas gibt es doch gar nicht. Und überhaupt gibt es keine Hexen. Außer vielleicht „Bibi Bloxberg“ und „Die kleine Hexe“. Aber die sind ja auch nur eine Erfindung“, sagt Jens ganz entschieden.<br />
„Und ob es diese Hexe gibt! Sie hat es dieses Jahr sogar schon zum zweiten Mal gemacht“, berichtet Onkel Emil, „und nun muss ich sehen, wie ich das Gift dieser Hexe wieder los werde.“<br />
„Was erzählst du nur für Schauergeschichten?!“, fragt Tante Else und schüttelt den Kopf. Sie ist mit einem Heizkissen ins Wohnzimmer gekommen, das sie ihrem Mann nun in den Rücken schiebt.<br />
„Die Wärme wird dir guttun. Und an Hexen glaubt man schon lange nicht mehr. Heute weiß man, dass das, was dich quält, einfach nur Muskelverspannungen sind. Sie sind durch falsche Bewegungen ausgelöst und nicht durch schießende Hexen. Im Mittelalter wusste man das jedoch nicht und schob es auf übernatürliche Kräfte, die man den Hexen angedacht hat“, klärt Tante Else das Missverständnis auf. „Das mit den Hexen ist nur Aberglaube, aber der Name dieser schlimmen Verspannung ist geblieben.“*<br />
„Ich sag es doch, ich habe einen Hexenschuss!“ Und fast schon ein wenig beleidigt fügt Onkel Emil hinzu: „Aber wenn ihr mir sowieso nicht glaubt, dann wollt ihr bestimmt auch nicht die Geschichte vom Pfeil des Amors hören, der mich mitten ins Herz traf, als ich Tante Else das erste Mal sah.“</p>
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<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/der-geist-des-weines/">Der Geist des Weines</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/jetzt-faengt-mein-neues-leben-an/">Jetzt fängt mein neues Leben an</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-familien-b-c-2/">Das Familien-A B C</a></p>
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<p>*siehe auch: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenschuss">Wieso heißt ein Hexenschuss &#8222;Hexenschuss&#8220;?</a></p>
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