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	<title>Sommerferien &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Erinnerungen an die Schulzeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Apr 2016 09:48:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[An meine Schulzeit denke ich gerne zurück. Ich wurde am 1. Dezember 1966 eingeschult. Heute würde man denken, dass dies ein seltsamer Einschulungstermin ist. Dieses Datum ergab sich durch eine Umstellung, denn zuvor wurde immer zu Ostern eingeschult, außer in Bayern. Jetzt jedoch wollte man in ganz Deutschland, genauso wie in den europäischen Nachbarländern, den Schulanfang auf den Sommer verlegen. Deshalb führte man 1966 zwei Kurzschuljahre durch (erstmalig vom 01. 04. bis zum 30. 11. 1966). Ich machte also das zweite Kurzschuljahr noch mit, das am 1.12.1966 anfing und mit den Sommerferien am 31. Juli des Folgejahres endete. Ich kann mich noch genau an den Klassenraum der ersten Klasse erinnern. Er befand sich in einem sehr alten Gebäude, das auch heute noch steht. Man nennt es heute &#8222;Das Gelbe Haus&#8220; und in seinem Inneren befindet sich die Stadtbibliothek und die Touristeninformation. Man musste zunächst einige wenige Treppenstufen hochgehen und im Erdgeschoss befand sich dann auch gleich unser Klassenzimmer. Wenn man es betrat, so stand rechts ein Ölofen. Auf diesem wärmten wir immer leicht unsere Schulmilch, beziehungsweise &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>An meine Schulzeit denke ich gerne zurück. Ich wurde am 1. Dezember 1966 eingeschult. Heute würde man denken, dass dies ein seltsamer Einschulungstermin ist. Dieses Datum ergab sich durch eine Umstellung, denn zuvor wurde immer zu Ostern eingeschult, außer in Bayern. Jetzt jedoch wollte man in ganz Deutschland, genauso wie in den europäischen Nachbarländern, den Schulanfang auf den Sommer verlegen. Deshalb führte man 1966 zwei Kurzschuljahre durch (erstmalig vom 01. 04. bis zum 30. 11. 1966). Ich machte also das zweite Kurzschuljahr noch mit, das am 1.12.1966 anfing und mit den Sommerferien am 31. Juli des Folgejahres endete.</strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch kann mich noch genau an den Klassenraum der ersten Klasse erinnern. Er befand sich in einem sehr alten Gebäude, das auch heute noch steht. Man nennt es heute &#8222;Das Gelbe Haus&#8220; und in seinem Inneren befindet sich die Stadtbibliothek und die Touristeninformation.</p>
<p>Man musste zunächst einige wenige Treppenstufen hochgehen und im Erdgeschoss befand sich dann auch gleich unser Klassenzimmer. Wenn man es betrat, so stand rechts ein Ölofen. Auf diesem wärmten wir immer leicht unsere Schulmilch, beziehungsweise den Kakao an, den wir jeden Morgen aus der städtischen Molkerei geliefert bekamen.<br />
Ich ging gerne zur Schule und saß laut meines ersten Klassenlehrers mit hochroten Wangen und hochmotiviert im Unterricht. Ein Streber war ich nicht, aber ich kann sagen, dass ich die gesamte Schulzeit über eine gute Schülerin war. Bereits schon in der ersten Klasse stand mein Berufsziel fest. Ich wollte und bin Grundschullehrerin geworden. Bestimmt hing dies mit der Bewunderung für unseren ersten Lehrer zusammen, den wir wohl ausnahmslos alle verehrt haben.<br />
Wir schrieben in der ersten Klasse noch mit einem Griffel auf kleine Schiefertafeln. Erst in der zweiten Klasse lernten wir das Schreiben mit dem Füller in kleine DIN A5-Hefte.<br />
Unseren Klassenlehrer behielten wir die ersten beiden Grundschuljahre. Der Abschied von ihm fiel uns allen sehr schwer, obwohl wir mächtig stolz waren in die dritte Klasse zu kommen. Jetzt waren wir nicht mehr die Kleinen, sondern schon erfahrene Grundschüler.<br />
Schon vor den Sommerferien wussten wir, wer unsere Klasse durch die nächsten beiden Grundschuljahre führen sollte. Dieses Mal handelte es sich um eine Lehrerin.<br />
„Die ist ziemlich streng!“, so erzählten uns die älteren Schüler auf dem Schulhof.<br />
„Ohje!“, dachten wir und zu unserer Neugierde mischte sich auch noch ein etwas mulmiges Gefühl.<br />
Aber erst einmal waren die Sommerferien angesagt. Ich kann mich nur an sonnige Sommerferien erinnern. Scheinbar hatten wir niemals schlechtes Wetter. Regen hat es in meinen Sommerferien nie gegeben. Zumindest gibt es den in meinen Erinnerungen nicht und die blenden einfach verregnete Sommerferientage aus. Selbst wenn es mal geregnet hat, dann haben wir uns Kinder mit Sicherheit nicht so darüber geärgert, wie wir dies als Erwachsene heutzutage manchmal tun. Wir haben den Tag genommen wie er kam und haben einfach unbedarft und fröhlich gelebt und das war auch gut so.<br />
Nach den Sommerferien waren wir dann naturgemäß auch ziemlich aufgeregt. Als erstes wurde geklärt, ob meine Freundin und ich auch wieder nebeneinander sitzen würden. So drückten wir dann auch tatsächlich im neuen Klassenraum wieder die gemeinsame Schulbank.</p>
<p>Unsere Klassenlehrerin war aus unserer damaligen Sicht schon etwas älter. Wenn ich heute grob nachrechne, müsste sie so Ende Dreißig bis Anfang Vierzig gewesen sein. Naja, so alt dann wohl doch nicht. Sie hatte dunkelblondes etwas gewelltes, kinnlanges Haar und trug eine Brille. Sie war streng, aber auch sie liebten wir. Trotz ihres „fortgeschrittenen Alters“ war sie ledig und wurde daher auch als Fräulein angesprochen.</p>
<p>Fräulein U. kannte ihre Pappenheimer genau. Erklärte ihr O. beispielsweise, dass er sein Hausaufgabenheft zu Hause vergessen habe, so marschierte sie sogleich forschen Schrittes zu seiner Schulbank. Sie schnappte sich seinen Ranzen und leerte ihn unter unseren wachsamen Augen auf seinem Tisch aus. Zielsicher griff sie dann nach dem betreffenden Heft, das selbstredend nicht die geforderte Hausaufgabe enthielt. Manchmal entlarvte sie unter den Jungs auch einen Lügner, der vorgab seine Hausaufgaben selbst erledigt zu haben, erkannte aber die Handschrift des Vaters des betreffenden Schülers. Dann konnte das Heft schon mal um die Ohren des betreffenden Burschen flattern und der Vater erhielt eine schriftliche Einladung.<br />
Naja, vielleicht war sie dann doch nicht ausnahmslos bei allen Schülern so beliebt.<br />
Ich kann mich an einen Tag während dieser zwei Schuljahre noch genau erinnern. Nein, nicht an den gesamten Tag, aber an eine bestimmte Unterrichtsstunde. Am Ende der jeweiligen Unterrichtsstunde mussten wir immer so lange sitzen bleiben, bis uns die Lehrerin die Hausaufgaben zum Eintragen in das Hausaufgabenheft diktiert hatte. Erst nach diesem Eintrag durften wir in die Pause entschwinden. An diesem Tag jedoch meinte sie lächelnd:<br />
„Heute bekommt ihr mal keine Hausaufgaben!“<br />
„Toll!“, rief ich aus, klatschte freudig in die Hände und meiner Freundin und Banknachbarin sagte ich strahlend: „Dann kommst du heute Nachmittag aber zum Spielen zu mir nach Hause. Ach, ist das ein schöner Tag!!!“<br />
„Astrid“, meinte unser Fräulein U., das alles laut und deutlich vernommen hatte.<br />
„Denk immer daran, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!“<br />
Wahrscheinlich dachte ich nur: „Schöner Spruch! Hauptsache wir können heute den ganzen Nachmittag spielen!“<br />
Vielleicht dachte ich mir auch nichts dabei und wir gingen einfach nur in die Pause, um Gummitwist zu spielen. Dieses Hüpfspiel war nämlich unter uns Mädchen total in, wie man es heute ausdrücken würde.<br />
Die Schulglocke rief uns am Ende der Pause wieder von draußen nach drinnen in den Klassenraum. Wir saßen schon artig auf unseren Plätzen als Fräulein U. mit einem Stapel Hefte durch die Reihen ging. Sie teilte jedem das entsprechende Heft aus. Und jetzt verstand ich auch plötzlich was sie mit ihrem Ausspruch gemeint hatte. Vor uns lagen nämlich unsere Dikatathefte, die wir aufschlagen sollten. Danach folgte ein unangekündigtes und unvorbereitetes Diktat. Das war es also, was sie mir und meinen Klassenkameraden verschlüsselt durch die Redewendung mitgeteilt hatte. Wir alle sollten nämlich lernen, dass noch nicht aller Tage Abend war und noch viel passieren konnte.<br />
Ich kann mich nicht mehr an den Text des Diktates erinnern, auch nicht, welche Note ich erhielt. Den Ausspruch „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“ habe ich jedoch über all die Jahrzehnte hinweg nie vergessen. Immer wenn etwas besonders schön ist, fällt er mir wieder ein und Fräulein U. steht in Gedanken vor mir.</p>
<p>Schön war es trotzdem, auch dass es an diesem Tag keine Hausaufgaben gab!!!</p>
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<p>Vielleicht möchtet Ihr auch noch das lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/kindheitserinnerungen/">Kindheitserinnerungen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-bin-ich-und-noch-viel-mehr/">Das bin ich&#8230;und noch viel mehr</a></p>
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		<title>Karl Fridolin von Tap</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2015 22:20:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich habe neulich ein Spiel entdeckt, das meine Neugierde geweckt hat. Es ist ein Würfelspiel, das sich „Story Cubes“ nennt und für Kinder ab 6 Jahren, aber auch für Erwachsene gedacht ist. Auf den neun Würfeln befinden sich Bildchen, die dazu anregen sollen eine Geschichte zu erzählen. Was als Spiel funktioniert, sollte doch auch als Gedankenanstoß für eine neue Bloggeschichte brauchbar sein, dachte ich mir. Also ließ ich die Würfel fallen und heraus kam die Geschichte von „Karl Fridolin von Tap“: Klaus und Uli gehen in die fünfte Klasse und sind die besten Freunde. Aber noch ein Junge gehört neuerdings zu ihnen. Fridolin ist neu in der Klasse. Er kam erst vor einem knappen halben Jahr mit seinen Eltern in das kleine Städtchen. Sein richtiger Name ist Karl Fridolin von Tap. Sein Vater, den alle nur den Herrn Grafen nennen, hat beschlossen sich mit seiner Familie in dem kleinen Städtchen niederzulassen und dort das Waldhotel zu übernehmen und daraus ein Fünfsternehotel zu machen. Außerdem gehören ihm die Wäldereien rund um das Städtchen. Fridolin ist ein &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich habe neulich ein Spiel entdeckt, das meine Neugierde geweckt hat. Es ist ein Würfelspiel, das sich „Story Cubes“ nennt und für Kinder ab 6 Jahren, aber auch für Erwachsene gedacht ist. Auf den neun Würfeln befinden sich Bildchen, die dazu anregen sollen eine Geschichte zu erzählen. Was als Spiel funktioniert, sollte doch auch als Gedankenanstoß für eine neue Bloggeschichte brauchbar sein, dachte ich mir. Also ließ ich die Würfel fallen und heraus kam die Geschichte von „Karl Fridolin von Tap“:</strong></p>
<p><span class="dropcap">K</span>laus und Uli gehen in die fünfte Klasse und sind die besten Freunde. Aber noch ein Junge gehört neuerdings zu ihnen. Fridolin ist neu in der Klasse. Er kam erst vor einem knappen halben Jahr mit seinen Eltern in das kleine Städtchen. Sein richtiger Name ist Karl Fridolin von Tap. Sein Vater, den alle nur den Herrn Grafen nennen, hat beschlossen sich mit seiner Familie in dem kleinen Städtchen niederzulassen und dort das Waldhotel zu übernehmen und daraus ein Fünfsternehotel zu machen. Außerdem gehören ihm die Wäldereien rund um das Städtchen.<br />
Fridolin ist ein etwas schüchterner und zurückhaltender Junge, der nicht so schnell Anschluss findet. Deshalb waren seine Eltern überglücklich, dass Klaus, Uli und Fridolin sich sofort gegenseitig sympathisch fanden und seitdem nicht nur in der Schule ständig zusammenstecken, sondern eigentlich in jeder freien Minute.<br />
Der Graf und seine Frau haben sich für die Sommerferien etwas Besonderes für das Trio ausgedacht. Sie möchten gemeinsam mit den Jungs ein paar Wochen in ihrer alten Heimat in Bayern verbringen. Dies ist allerdings nicht die einzige Überraschung. Sie werden alle in dem Schloss, das zum Familienbesitz der Grafen von Tap gehört, ihre Sommerferien verleben. Dieses Schloss ist zum größten Teil zu einem Schlosshotel umgewandelt worden, denn auch Grafen müssen heutzutage für ein geregeltes Einkommen sorgen. Ein Teil des Schlosses gehört allerdings immer noch zum privaten Bereich der Familie von Tap und dort sollen die drei Freunde mit Fridolins Eltern gemeinsam in den Ferien wohnen.</p>
<p>Man kann sich vorstellen, dass insbesondere Klaus und Uli ziemlich aufgeregt sind, denn in einem Schloss haben sie noch nie gewohnt. Für Fridolin selbst ist es ganz normal, denn er ist dort geboren und die ersten zehn Jahre aufgewachsen. Trotzdem ist auch er aufgeregt, denn die gesamten Sommerferien mit seinen Freunden verbringen zu dürfen, lässt sein Herz vor Freude hüpfen.<br />
So zählen die Drei erst die Wochen, dann die Tage und zu guter Letzt die Stunden bis zur Abreise. Die Eltern der beiden Jungs haben versprochen in zwei Wochen nachzukommen, denn die Familie von Tap ist so freundlich auch die Erwachsenen für zwei Wochen einzuladen.<br />
Endlich ist der Tag der Abreise da.<br />
„“Seien Sie ganz unbesorgt. Wir werden auf die Jungs aufpassen“, sagt Fridolins Mutter zu den beiden anderen Müttern, die schon ganz besorgt aussehen.<br />
„Es ist das erste Mal, dass Uli ohne uns verreist, müssen sie wissen.“<br />
„Ja, auch Klaus war noch nicht längere Zeit weg. Gut für eine Woche war er schon mal bei den Großeltern. Aber so ganz in der Fremde…“<br />
„Ach, ich denke, da brauchen Sie sich wirklich keine Gedanken zu machen. Sollte einer der beiden Jungs Heimweh bekommen, so werde ich sie umgehend anrufen&#8220;, tröstet Fridolins Mutter die besorgten Frauen.<br />
Ja, und dann geht es endlich los. Es ist eine lange Fahrt, denn immerhin sind es 550 Kilometer.<br />
Das Schloss liegt oben auf einem Berg, umgeben von einem großen Park mit vielen hohen alten Bäumen. In der Mitte des Parks liegt ein Teich und dann gibt es da noch ein Wildtiergehege.<br />
„Kommt mit! Ich zeige Euch alles!“, fordert Fridolin seine Freunde auf, die ihm auch bereitwillig folgen. Er führt sie zunächst durch das ganze Anwesen und zeigt ihnen jedes Tier, jedes Versteck und natürlich auch Tapsi, den Schlosshund. Er ist ein ganz lieber und zutraulicher Hund, eine Mischung zwischen Dobermann und Boxer. Auch tüchtig verspielt ist er, denn er ist gerade erst einmal ein Jahr alt.<br />
Der erste Tag ist so aufregend und interessant, dass die drei am Abend zwar müde ins Bett fallen, aber an Schlaf ist nicht zu denken. Sie sitzen in ihren Betten und unterhalten sich.<br />
„Sag mal Fridolin, gibt es hier auch ein Schlossgespenst?“, fragt Uli mehr im Spaß als ernsthaft.<br />
„Naja, mein Großvater, der letztes Jahr gestorben ist, hat erzählt, dass es in seiner Kindheit hier nachts immer gespukt hat. Ich hab aber noch nie was gemerkt. Ich glaube, das hat er sich nur ausgedacht, um mir ein bisschen Angst einzujagen.“<br />
„So ein Quatsch!“, meint Klaus. „Gespenster gibt es doch gar nicht.“<br />
„Jetzt wird aber schnell mal das Licht ausgemacht und geschlafen!“, befiehlt Fridolins Mutter, die gerade zur Tür hereinschaut und damit das Gespräch beendet.<br />
Notgedrungen schließen die drei Freunde schnell die Augen und ohne es eigentlich zu wollen, sind sie auch schon eingeschlafen. Das wundert niemand, denn mittlerweile ist es weit nach Mitternacht.<br />
In ihre Träume flechten sie natürlich die neue Umgebung mit ein. So kommt es, dass Klaus von einem Schlossgespenst träumt, obwohl er überhaupt nicht an so etwas glaubt. Gerade in dem Moment, in dem der Geist in seinem Traum durch das Schlüsselloch in das Schlafzimmer hinein huscht und einen Zauberstab über seinen Kopf hält, wird Klaus durch ein seltsames Geräusch wach. Es hat sich angehört, als sei ein Schlüssel aus dem Schlüsselloch auf den Fliesenboden gefallen.</p>
<p>Vollkommen irritiert reißt er die Augen auf, kann aber im Dunkeln nicht einmal die Hand vor seinen Augen erkennen. Plötzlich hellwach, tastet er nach der Taschenlampe. Mit zitternder Hand schaltet er sie ein und leuchtet im Raum umher. Seine beiden Freunde schlafen tief und fest. Vielleicht hat er alles ja nur geträumt, &#8211; auch dieses seltsame Geräusch. Doch was ist das? Ein Quietschen, ganz leise, kaum hörbar, dringt an sein Ohr. Erschrocken lässt er den Lichtkegel der Taschenlampe in Richtung Tür gleiten. Hat sie sich gerade bewegt? Überhaupt, hat sie Fridolins Mutter nicht angelehnt? Jetzt aber steht sie einen großen Spaltbreit offen. Ein Luftzug dringt zu ihm hinüber. Die Taschenlampe beginnt zu flackern. Mit dem letzten Rest ihrer Batterie leuchtet Klaus noch einmal die Zimmertür ab und leuchtet direkt in zwei große braune Augen. Dann erlischt die Lampe vollkommen.<br />
Mit pochendem Herzen sitzt Klaus aufrecht im Bett und hält die Luft an.<br />
Jetzt hört er es ganz deutlich: Die Tür zum Schlafzimmer wird ganz aufgestoßen und etwas huscht hinein. Dann ist für einen Moment absolute Stille. Nur das regelmäßige Atmen seiner Freunde dringt an das Ohr von Klaus. Danach folgen Schritte. Klaus kann sie ganz deutlich vernehmen. Er versucht sich selbst zu beruhigen und sagt leise zu sich selbst: „Du spinnst wohl! Gespenster laufen nicht, sie schweben durch den Raum!“<br />
Im selben Augenblick stößt ihn eines der Gespenster an. Einmal, zweimal, immer wieder. Klaus kann es nicht vermeiden, aber ein lauter Schrei entreißt sich seiner Kehle.<br />
Fast gleichzeitig sind Uli und Fridolin hellwach und draußen am Himmel zuckt ein riesiger Blitz. Für Sekunden ist es im Zimmer taghell. Wieder blickt Klaus direkt in die großen braunen Augen. Doch die wenigen Sekunden haben ausgereicht, um in dessen Licht die Augen nicht mehr angsteinflößend wirken zu lassen, sondern einen erleichternden Eindruck zu hinterlassen.</p>
<p>Kein Gespenst, kein Spuk! Nein, einfach nur Tapsi, der ins Zimmer getapst ist und inzwischen voller Freude Klaus Hand abschleckt, während die Beleuchtung im Flur und im Zimmer angeschaltet wird.<br />
Nachdem aus Klaus alles heraussprudelt, stimmen die drei Jungs ein fröhliches Gelächter an, in das sich der herbei geeilte Graf und die Gräfin einreihen.</p>
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