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	<title>Sahne &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Astrid, Opa und das Eis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jun 2016 22:08:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Cafe]]></category>
		<category><![CDATA[Diener]]></category>
		<category><![CDATA[Eis]]></category>
		<category><![CDATA[Eisbecher]]></category>
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		<category><![CDATA[Schottenring]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir schrieben das Jahr 1963 und ich hatte gerade meinen 3. Geburtstag gefeiert. Meine Oma war bereits seit ungefähr einem Jahr schon im Himmel und schaute sicherlich auf uns herab. Mein Opa wohnte jetzt in seinem Haus alleine und ich, Klein-Astrid, durfte ab und zu mal bei ihm übernachten. Ich war gerne bei meinem Opa. Ich hatte nur diesen einen Opa, den Vater meines Vaters. Zu meinem Erlebnis gibt es keine Fotos. Manches weiß ich aus Erzählungen, an einige Dinge meine ich mich tatsächlich noch zu erinnern. Ich habe beispielsweise das kleine Café noch fest in meinem Kopf verankert, obwohl es schon seit Jahrzehnten nicht mehr existiert und nichts mehr daran erinnert. Auch die Kreuzung, die nahegelegene Molkerei und die Tankstelle gibt es nicht mehr. &#8211; Versetzen wir uns also zurück an den Anfang der Sechziger Jahre: Ich bin über das Wochenende bei meinem Opa, spiele in seinem Garten, streichele seinen Hund Bazi und gehe mit meinem Opa in die Stadt. „Komm Astrid“, fordert er mich auf, „wir gehen ein bisschen spazieren!“ Mein Opa setzt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir schrieben das Jahr 1963 und ich hatte gerade meinen 3. Geburtstag gefeiert. Meine Oma war bereits seit ungefähr einem Jahr schon im Himmel und schaute sicherlich auf uns herab. Mein Opa wohnte jetzt in seinem Haus alleine und ich, Klein-Astrid, durfte ab und zu mal bei ihm übernachten. Ich war gerne bei meinem Opa. Ich hatte nur diesen einen Opa, den Vater meines Vaters.</strong><br />
<span class="dropcap">Z</span>u meinem Erlebnis gibt es keine Fotos. Manches weiß ich aus Erzählungen, an einige Dinge meine ich mich tatsächlich noch zu erinnern. Ich habe beispielsweise das kleine Café noch fest in meinem Kopf verankert, obwohl es schon seit Jahrzehnten nicht mehr existiert und nichts mehr daran erinnert. Auch die Kreuzung, die nahegelegene Molkerei und die Tankstelle gibt es nicht mehr. &#8211; Versetzen wir uns also zurück an den Anfang der Sechziger Jahre:<br />
Ich bin über das Wochenende bei meinem Opa, spiele in seinem Garten, streichele seinen Hund Bazi und gehe mit meinem Opa in die Stadt.<br />
„Komm Astrid“, fordert er mich auf, „wir gehen ein bisschen spazieren!“<br />
Mein Opa setzt seinen Hut auf und nimmt mich an der Hand. Auf unserem Weg in die Stadt begegnen wir verschiedenen Menschen, die uns kennen. Bei manchen lüftet er nur zum Gruß seinen Hut und deutet einen Diener an. Bei anderen bleiben wir stehen. Artig gebe ich zum Gruß die Hand und mache dabei einen Knicks. Das kann ich sehr gut und bin auch stolz darauf, dass ich dafür immer so schön gelobt werde.<br />
Unser Weg führt uns auch heute in ein kleines Café, das den Namen „Café Rennstrecke“ trägt. Es liegt genau an der Strecke, an der regelmäßig Motorradrennen und manchmal auch Autorennen stattfinden, nämlich am sogenannten &#8222;Schottenring&#8220;*.<br />
Wir treten ein und werden freundlich von einer Frau begrüßt. In dem gemütlichen Café stehen kleine runde Tischchen und an einem davon nehmen wir Platz.<br />
„Einen Kaffee für Sie, Herr P. ?“, fragt die Bedienung und erhält dafür ein Kopfnicken.<br />
„Und was möchte das junge Fräulein?“, werde ich gefragt.<br />
„Darf ich ein Eis haben?“, richte ich brav meine Frage an Opa.<br />
Mein Großvater nickt mir zu und flüstert dann aber mit der Bedienung.<br />
„Ja klar,das machen wir so!“, bestätigt sie die Bestellung.<br />
Wenige Minuten später sitzt mein Opa vor seiner Tasse Kaffee und ich vor meinem Eisbecher mit einer kleinen Waffel darin.<br />
„Schmeckt es dir?“, werde ich sowohl von der Bedienung als auch von meinem Opa gefragt.<br />
„Lecker!“, erkläre ich den Beiden, die sich darüber zu freuen scheinen, denn sie lächeln sowohl mich, als auch sich gegenseitig an.<br />
Der Besuch in dem kleinen „Café Rennstrecke“ wird zumindest in den Sommermonaten zu einem kleinen Ritual für uns und ich bekomme dann immer meinen Eisbecher.<br />
Eines Tages jedoch, ich glaube es könnte der folgende Sommer gewesen sein, wollen wir vorbei gehen, aber ich hätte gerne ein Eis.<br />
„Du bist doch jetzt schon ein großes Mädchen“, erklärt mir mein Opa. „Geh doch hinein und hole dir dein Eis. Hier hast du das Geld.“<br />
Mein Opa drückt mir einige Pfennige in die Hand und ich öffne die Tür. Bereits beim Eintreten verlässt mich ein bisschen der Mut, denn ich stehe plötzlich vor der Eistheke, in der es verschiedene Sorten Eis gibt.<br />
„Welches Eis möchtest du denn gerne?“, werde ich freundlich gefragt.<br />
Leider kann sich die Bedienung nicht erinnern, welches Eis ich immer im Vorjahr verspeist habe. Ich allerdings auch nicht. Also versuche ich es zu beschreiben.<br />
„Ich habe immer so weißes Eis gegessen.“<br />
„Das war dann wahrscheinlich dieses Vanilleeis“, werde ich aufgeklärt. &#8222;Möchtest du es im Becher oder in der Waffel?“<br />
„Ja, eine Waffel war auch dabei!“, erkläre ich und schon stehe ich mit einem Waffeleis da.<br />
„Das sah aber immer anders aus!“, starte ich noch einen letzten, allerdings erfolglosen Versuch.<br />
„Ich habe aber sonst kein weißes Eis, &#8211; nur noch das rötliche Erdbeereis und das braune Schokoladeneis!“<br />
„Na gut!“, gebe ich mich geschlagen und marschiere zu meinem Opa nach draußen, der mir ebenfalls bestätigt, dass dieses Etwas in meiner Waffel Eis ist. Ich schlecke vor mich hin und stelle fest, dass es kalt ist und ganz anders schmeckt als das Eis, das ich im Vorjahr immer im Café drinnen gegessen habe.<br />
Am Abend werde ich wieder von meinen Eltern abgeholt.<br />
„Was ist denn mit dir los, Astrid?“, erkundigt sich meine Mutter. „Warum fasst du dir immer an den Bauch?“<br />
„Ich habe Bauchweh, Mama!“, sage ich und verziehe mein Gesicht, um mich gleich darauf zu übergeben.<br />
„Was habt ihr denn heute gegessen?“, will meine Mutter von meinem Opa wissen.<br />
„Ein paar Nudeln mit Soße!“, erwidert Opa.<br />
„Das isst sie doch immer gerne, was hat sie denn sonst noch gegessen?“<br />
„Ein Eis, das sah auch ganz komisch aus!“, erkläre ich meiner Mutter.<br />
„Sie hat ein ganz normales Eis gegessen“, erzählt jetzt mein Opa. „Allerdings war es dieses Mal tatsächlich Eis und keine Sahne, wie letztes Jahr immer.“<br />
„Ah, dann hat sie das wohl nicht so ganz vertragen“, schlussfolgert meine Mutter und ich beschließe nie wieder Eis zu essen.<br />
Das halte ich auch eisern durch, denn meine Übelkeit von damals konnte nur mit dem Eis zusammenhängen, denke ich mir so.<br />
Jahre später, ich war bereits ein Schulkind, fragt mich meine Freundin:<br />
„Wollen wir Eisessen gehen?“<br />
„Ich mag eigentlich kein Eis, davon wird mir schlecht!“, erzähle ich.<br />
„Das ist doch Quatsch! Eis ist super lecker! Los komm, wir holen uns jeder eine Kugel!“<br />
Ich will ja nicht als Feigling dastehen, also beschließe ich mir auch eine Kugel Eis zu gönnen. &#8222;Aber welche Sorte soll ich wählen? Ich weiß doch überhaupt nicht wie die verschiedenen Sorten schmecken&#8220;, überlege ich hin und her.<br />
„Schokolade mag ich, also muss doch Schokoladeneis auch lecker schmecken“, sage ich in meinen Gedanken zu mir selbst.<br />
Und wie es schmeckt, stelle ich gleich darauf fest. Einfach toll! Und ich muss mich auch nicht mehr  übergeben, also kann ich es wieder und wieder essen. Von nun an esse ich immer Schokoladeneis und liebe es!<br />
Es ist mein absolutes Lieblingseis und das bleibt es auch die ganzen vielen Jahre meines Lebens. Gut, mit den Jahren ist die eine oder andere Sorte noch dazu gekommen. Allerdings zu meinen Favoriten gehört immer noch Schokoladeneis, kombiniert mit Zitroneneis. Mmmh! Lecker! Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Ich muss mir schnell einen Eisbecher mit diesen beiden Sorten gönnen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>An dieser Stelle möchte ich mich heute recht herzlich für Eure treuen Besuche auf meinem Blog und Eure lieben und interessanten Kommentare bedanken. Ich bin immer bemüht Euch allen zu antworten und lese bei Euch allen sehr gerne. Ich freue mich auch weiterhin auf unsere gegenseitigen Besuche!!!</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Alles Liebe und Gute</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Eure Astrid</strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch noch das lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-familien-b-c-2/">Das Familien-A B C</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/kindheitserinnerungen/">Kindheitserinnerungen</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a></p>
<p>*Heute existiert der Schottenring in dieser Form nicht mehr.</p>
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		<title>Clown August und der Ententanz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2015 00:25:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Clown August]]></category>
		<category><![CDATA[danke]]></category>
		<category><![CDATA[Ententanz]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Großtante]]></category>
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		<category><![CDATA[Kuchen]]></category>
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		<category><![CDATA[Pritschenwagen]]></category>
		<category><![CDATA[Sahne]]></category>
		<category><![CDATA[Tanz]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir waren für ein paar Tage in der alten Heimat und haben die Mütter besucht. Im Moment befinden wir uns auf derAutobahn und fahren in unsere neue und jetzige Heimat. Wir fahren also gewissermaßen von Zuhause nach Hause.  Keine Ahnung, ob jemand diese unsere Logik versteht, aber diese Ausdrucksweise trifft es noch am Besten. Bestimmt ist auch nachvollziehbar, dass wir von so einer Reise in die Vergangenheit auch gewisse Erinnerungen mit in unsere Gegenwart bringen. Gerade fahren wir an einem Pritschenwagen vorbei, da fallen Peter und mir Geschichten ein, die uns an eine ganz bestimmte Person erinnern. „Du hast doch neulich die Geschichte vom Umzug meiner Schwester geschrieben und dabei kam so ein ähnlicher Pritschenwagen vor“, sagt Peter zu mir. „Hast du denn schon mal was von Tante Leni geschrieben?“ „Nein, noch nicht! Aber sag mal, wie war das eigentlich? Wenn ich mich richtig erinnere, dann war sie doch gar nicht deine Tante.“ „Sie war die Schwägerin von meiner Oma, väterlicherseits“, klärt mich Peter auf. „Das war jetzt aber umständlich formuliert. Sie war also die &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir waren für ein paar Tage in der alten Heimat und haben die Mütter besucht. Im Moment befinden wir uns auf derAutobahn und fahren in unsere neue und jetzige Heimat. Wir fahren also gewissermaßen von Zuhause nach Hause.  Keine Ahnung, ob jemand diese unsere Logik versteht, aber diese Ausdrucksweise trifft es noch am Besten. Bestimmt ist auch nachvollziehbar, dass wir von so einer Reise in die Vergangenheit auch gewisse Erinnerungen mit in unsere Gegenwart bringen.</strong></p>
<p><span class="dropcap">G</span>erade fahren wir an einem Pritschenwagen vorbei, da fallen Peter und mir Geschichten ein, die uns an eine ganz bestimmte Person erinnern.<br />
„Du hast doch neulich die Geschichte vom Umzug meiner Schwester geschrieben und dabei kam so ein ähnlicher Pritschenwagen vor“, sagt Peter zu mir. „Hast du denn schon mal was von Tante Leni geschrieben?“<br />
„Nein, noch nicht! Aber sag mal, wie war das eigentlich? Wenn ich mich richtig erinnere, dann war sie doch gar nicht deine Tante.“<br />
„Sie war die Schwägerin von meiner Oma, väterlicherseits“, klärt mich Peter auf.<br />
„Das war jetzt aber umständlich formuliert. Sie war also die Schwester von deinem Opa und damit die Tante von deinem Vater und deine Großtante. Richtig?“, versuche ich den Verwandtschaftsgrad zu ermitteln.<br />
„Ja stimmt schon. Ich komme mit diesen ganzen Verwandtschaftsbezeichnungen immer nicht ganz klar. Ist ja auch egal, denn jeder,  ob verwandt oder bekannt, nannte sie nur Tante Leni.“<br />
Als ich sie kennenlernte, eilte ihr der Ruf einer kleinen Berühmtheit voraus, zumindest innerhalb der Familie meines Mannes. Sie war eine zierliche kleine Person mit kurzem dauergewellten Haaren und immer guter Laune.<br />
„Mein Vater hat mir erzählt, dass ihr Mann eine Schreinerei hatte“, berichtet Peter. „Und jetzt komme ich auf den Pritschenwagen zu sprechen. Wenn sie zu einem Kunden unterwegs waren, der beispielsweise in Mainz wohnte, wollte sie immer mitfahren.“<br />
„Dagegen ist ja wohl nichts einzuwenden!“, verteidige ich Tante Leni.<br />
Peter grinst mich an und erzählt weiter: „Wenn im Sommer die Sonne vom Himmel lachte, dann stellte man einen Liegestuhl auf die Ladefläche.“<br />
„Wozu sollte das denn gut sein?“, frage ich überrascht.<br />
„Na, ganz einfach: Tante Leni setzte sich in den Liegestuhl und sonnte sich während der Fahrt!“<br />
„Das passt ganz genau zu der Tante Leni, die ich kennengelernt habe“, erwidere ich. „Unkonventionell, immer für ein Späßchen zu haben und in keiner Hinsicht langweilig.“<br />
„Tante Leni war auch für alles, was modern war zu begeistern. Sie war die erste im gesamten Familien- und Bekanntenkreis, die sich einen Farbfernseher kaufte. Alle wunderten sich wozu sie so ein neumodisches Dinge brauchte und später besorgte sich jeder so ein Gerät.“<br />
„Ach, der Farbfernseher“, falle ich Peter ins Wort. „Den haben wir doch nach Tante Lenis Tod sozusagen geerbt, der stand in unserer ersten gemeinsamen Wohnung und hat noch lange Jahre gute Dienste geleistet.“<br />
Tante Leni war bei jeder Familienfeier mit von der Partie, ob Geburtstag oder unsere Verlobung. Sie saß an der Kaffeetafel, erzählte und liebte es, wenn die anderen sich amüsierten. Sie aß gerne Kuchen, aber bitte mit Sahne, trotz Medikamente gegen einen erhöhten Blutzuckerspiegel. Damals war ein ganz spezieller Sahnespender neu auf den Markt gekommen, ein Sahnesyphon. Hierfür wurde die flüssige Sahne mit Distickstoffmonoxid (einer N2O &#8211; Patrone) sozusagen aufgeschäumt.<br />
„Tante Leni saß in ihrem besten Sonntagskleid am Kaffeetisch und forderte mich auf, ihr aus dem Sahnespender eine ordentliche Portion Sahne auf ihren Kuchen zu spritzen.“ Peter kann sich bei der Erinnerung an diese Feier kaum noch vor Lachen halten. Nachdem er tief Luft geholt hat, berichtet er weiter. „Ich habe dieses Wunderwerk in die Hand genommen, gezielt und den Hebel fest runtergedrückt.“</p>
<p><span style="line-height: 1.73;">„Na und?“</span></p>
<p><span style="line-height: 1.73;">„Leider habe ich nicht auf den Kuchen gezielt, sondern auf Tante Lenis Sonntagskleid. Ich kann mich noch ganz genau an ihr „Huch!“ erinnern. Ob sie sauer war und geschimpft oder gelacht hat, weiß ich heute nicht mehr. Aber bei allen kommenden Kuchenschlachten erinnerte man sich lachend an diese Sahneorgie und forderte mich immer auf doch vorsichtig mit diesem Wunderwerk umzugehen.“</span></p>
<p>Am meisten Freude hatten sie und alle Anwesenden jedoch, wenn ein ganz spezielles Lied und dazu eine Aufforderung an Tante Leni erklang und daran kann ich mich ebenfalls noch haargenau erinnern. Nachdem die Kuchenteller und Kaffeetassen geleert waren, setzte sich mein Schwiegervater an seine selbstgebaute Orgel und begann Schlager zu spielen. Die Stimmung stieg und plötzlich rief jemand:<br />
„Tante Leni, jetzt kommt der Ententanz!“<br />
Ohne zu zögern marschierte sie in die Mitte des Wohnzimmers und legte zu Frank Zanders Schlager „Ja, wenn wir alle Englein wären…“ einen filmreifen Ententanz hin, den keiner besser konnte als Tante Leni. Mit ihren Ellbogen schlug sie wie mit Flügeln im Rhythmus des Liedes, führte mit zusammengedrückten Knien einen Twist ähnlichen Tanz auf und klatschte dann viermal in die Hände. Sie war die Stimmungskanone Nummer Eins und obwohl wir alle versuchten es ihr gleichzutun, konnte niemand mit der fast Achtzigjährigen mithalten. Und weil ihre Tanzvorführung mit großem Applaus und Zugaberufen belohnt wurde, blieb es niemals nur bei einem Tänzchen.<br />
Und selbstverständlich tanzten wir und sangen alle den Refrain mit:<br />
„Ja, wenn wir alle Englein wären,<br />
dann wär die Welt nur halb so schön…“ *</p>
<p>„Wir haben übrigens noch drei Andenken an Tante Leni!“, sage ich.<br />
„Ja genau“, bestätigt Peter. „Das Bild von Clown August, das im Hauswirtschaftsraum über unserer Waschmaschine hängt. Der lacht genauso lustig und scheint genauso viel Freude am Leben zu haben wie Tante Leni es hatte.“<br />
„Und im Schrank steht noch eine große und eine kleine gläserne Blumenvase, die sind beide ebenfalls von ihr“, ergänze ich meinen Mann.<br />
Wir hatten immer eine Menge Spaß, wenn Tante Leni dabei war und freuten uns schon im Vorfeld auf ihren Tanz. Doch leider konnte sie irgendwann nicht mehr mitfeiern. Sie wurde von einem Mofa angefahren und verstarb im Krankenhaus, allerdings so viel wir uns erinnern können, nicht an den Unfallfolgen. Aber man sieht, irgendwie ist sie doch noch bei uns. Jedesmal, wenn irgendwo Frank Zanders „Ententanz“ gesungen und getanzt wird, erinnern wir uns an Tante Leni und auch jetzt auf der Fahrt lasse ich bei You Tube das Lied erklingen.<br />
Auch heute hat uns die Erinnerung viel Freude bereitet und uns unsere Fahrt über 600 Kilometer zumindest gefühlsmäßig verkürzt. Danke Tante Leni.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eine liebe Mitbloggerin (Tanja Fründ) hat zum Thema &#8222;Dummer August&#8220; ebenfalls einen Beitrag geschrieben.</p>
<p><a href="https://fruendlichescherereien.wordpress.com/2015/05/09/der-dumme-august-und-seine-verwandten" target="_blank">Der Dumme August und seine Verwandten</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*  aus: http://www.golyr.de/frank-zander/songtext-ententanz-339823.html (Stand: 12.3.2015)</p>
<p><a href="http://www.golyr.de/frank-zander/songtext-ententanz-339823.html">Ententanz</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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