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	<title>Missgeschick &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Tipps für kleine und große Heinzelmännchen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2015 22:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was]]></category>
		<category><![CDATA[Bilderbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Heinzelmännchen]]></category>
		<category><![CDATA[Helfer]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Missgeschick]]></category>
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					<description><![CDATA[Während eines Telefonats mit meiner Mutter erzählt sie mir von einer Fernsehsendung. Nein, nicht direkt über die Sendung geht unser Gespräch, sondern eher über einen hilfreichen Ratschlag, der dort erteilt wurde. Ja, und wie es eben im Leben so ist, liefert mir dieser die Idee für meinen heutigen Beitrag: Mein Mann hat eine sehr unschöne Angewohnheit, die er mit Sicherheit mit vielen anderen Männern teilt: Ich kaufe ihm ein neues Hemd, ein neues T-Shirt etc.. Er trägt es zum ersten Mal und schwups, so mir nichts, dir nichts hat sich ein Fleck darauf verewigt. „Nichts passiert, nichts passiert!“, meint er dann und wischt erfolglos mit der Serviette über den Fleck, um ihn mit dieser Maßnahme sogleich tief und fest ins Gewebe einzureiben. Ein Blick in mein Gesicht zeigt ihm jedoch, dass ich über dieses Malheur nicht gerade erfreut bin. Da er sich mit mir aber gut stellen will, erklärt er mir voller Überzeugung: „Mit den heutigen Waschmitteln ist das gar kein Problem!“ Woher er diese Weisheit hat, kann ich nur raten, denn er kümmert sich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Während eines Telefonats mit meiner Mutter erzählt sie mir von einer Fernsehsendung. Nein, nicht direkt über die Sendung geht unser Gespräch, sondern eher über einen hilfreichen Ratschlag, der dort erteilt wurde. Ja, und wie es eben im Leben so ist, liefert mir dieser die Idee für meinen heutigen Beitrag:</strong></p>
<p><span class="dropcap">M</span>ein Mann hat eine sehr unschöne Angewohnheit, die er mit Sicherheit mit vielen anderen Männern teilt:<br />
Ich kaufe ihm ein neues Hemd, ein neues T-Shirt etc.. Er trägt es zum ersten Mal und schwups, so mir nichts, dir nichts hat sich ein Fleck darauf verewigt.<br />
„Nichts passiert, nichts passiert!“, meint er dann und wischt erfolglos mit der Serviette über den Fleck, um ihn mit dieser Maßnahme sogleich tief und fest ins Gewebe einzureiben. Ein Blick in mein Gesicht zeigt ihm jedoch, dass ich über dieses Malheur nicht gerade erfreut bin. Da er sich mit mir aber gut stellen will, erklärt er mir voller Überzeugung:<br />
„Mit den heutigen Waschmitteln ist das gar kein Problem!“<br />
Woher er diese Weisheit hat, kann ich nur raten, denn er kümmert sich nicht um die Wäsche. Ich nehme an, er ist ein Opfer der Werbung geworden, zumindest in puncto Waschmittelwerbung.<br />
Tja, und neulich, meine Mutter war gerade zu Besuch bei uns, war es wieder einmal soweit. Ein Fleck prangte auf seinem neuen T-Shirt.</p>
<p>Und hierauf spricht mich meine Mutter jetzt in unserem Telefonat an und reicht mir den Tipp aus der Fernsehsendung weiter:<br />
„Versuch es doch einmal mit Rasierschaum, den du vor dem Waschen auf den Fleck sprühst. Es soll funktionieren.“<br />
Ich habe es noch nicht ausprobiert, da ich das T-Shirt schon erfolgreich gewaschen hatte, aber ich werde es mir für die Zukunft merken. Überhaupt findet man überall mehr oder weniger Erfolg versprechende Ratschläge für den Haushalt. Ganze Bücher werden inzwischen damit gefüllt.<br />
„Ja, genau!“, überlege ich. „Ich hatte doch als Kind ein Bilderbuch, das mir die Tante meiner Mutter, die in der ehemaligen DDR lebte, geschickt hatte.“<br />
Meine Suche ist erfolgreich und ich halte plötzlich das besagte Bilderbuch in den Händen.<br />
„Kleine Tips und kleine Winke“, heißt meine Ausgabe von 1965,</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Kinderbuch.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-1669 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Kinderbuch-1024x682.jpg" alt="1200px-Kinderbuch" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Kinderbuch-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Kinderbuch-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Kinderbuch-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Kinderbuch.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>die in der Deutschen Demokratischen Republik gedruckt wurde. Der Verlag Karl Nitzschen in Niederwiesa in Sachsen hat damals die Texte von Eva Sonntag und die Illustrationen von Inge Uhlich in diesem schönen Kinderbuch veröffentlicht.</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Anfang.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1670 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Anfang-1024x682.jpg" alt="1200px-Anfang" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Anfang-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Anfang-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Anfang-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Anfang.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>Die Texte sind in Reimform. Die Bilder sind ebenso wie die Texte sehr kindgerecht. Schon die Abbildung auf der Titelseite ist sehr ansprechend und lässt richtig vermuten, dass es um kleine Helfer geht. Dies sollte man in zweierlei Hinsicht verstehen. Einmal auf die Tipps bezogen und zum anderen auf die Kinder, die zu Helfern der Eltern, also zu „Heinzelzwergen“ werden. (So werden die helfenden Kinder von Eva Sonntag bezeichnet.)<br />
Auf der letzten Seite des Buches heißes dann auch:</p>
<p>„Wer von euch, ihr frohen Kinder,<br />
diese Tips und Winke las,<br />
wird den Eltern täglich helfen &#8211;<br />
Viel Erfolg und noch mehr Spaß!“*</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Ende.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1671 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Ende-1024x682.jpg" alt="1200px-Ende" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Ende-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Ende-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Ende-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2015/07/1200px-Ende.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>Die gebundene Ausgabe besteht aus 12 Blättern und weist viele hilfreiche Tipps für kleine und große Heinzelmännchen auf. Im Grunde genommen ist es zwar ein Kinderbuch, aber auch Erwachsene haben beim Durchblättern und Lesen ihre Freude.<br />
Hier werden rohe Kartoffelscheiben unter die Sesselbeine gelegt, um den schweren Sessel mit Leichtigkeit zu verschieben. Aber die Kartoffel leistet auch bei Glatteis gute Dienste, wenn man mit ihr die Schuhsohle einreibt.<br />
Das nach Zwiebeln riechende Messer soll man durch eine Möhre ziehen, um den Geruch loszuwerden. Den Sonnenbrand lindert man mit einem Tuch, das man in warme abgekochte Milch tränkt und auf die betreffenden Stellen legt.<br />
Ich wusste nicht, dass die Johannisbeerblätter vor Maden im Käse schützen und die Blumen in der Vase Zucker lieben.<br />
Hier wird weiterhin angeraten, das Teeglas auf ein nasses Tuch zu stellen und erst dann den Tee einzugießen. Ich habe von meiner Mutter als Kind gelernt, man solle einen Metalllöffel ins Glas stellen, weil dieser die Wärme ableitet. So kann man das Platzen des Glases verhindern.<br />
Die nassen Schuhe soll man mit Knüllpapier ausstopfen, damit sie wieder trocknen. Ich weiß nicht genau was Knüllpapier ist, aber wir benutzen immer Zeitungspapier.<br />
Auch habe ich früher beim Stricken ans Ende der Stricknadel einen Korken angebracht, damit mir die Maschen nicht herunter rutschen. Genau dieser Tipp ist neben vielen anderen Ratschlägen in diesem Kinderbuch ebenfalls zu finden.</p>
<p>Mir hat dieser Ausflug in meine Kindheit Freude gemacht und ich habe gemerkt, dass ich den einen oder anderen kleinen Tipp immer noch beherzige.</p>
<p>Vielleicht kennt ihr ja auch hilfreiche Tipps und Tricks wie man kleine Missgeschicke des Lebens bewältigt oder gar vermeiden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Euch interessieren bestimmt auch noch folgende Beiträge:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/maerchenhafter-taubenschlag/">Märchenhafter Taubenschlag</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/zeitreise/">Zeitreise</a></p>
<p>* Zitat aus: Eva Sonntag u. Inge Uhlich, Kleine Tips und kleine Winke,Verlag Karl Nietzsche Niederwiesa/Sachsen, 1965, S.24</p>
<p>Die genannten Tipps stammen ebenfalls aus diesem Kinderbuch.</p>
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		<title>Mensch ärgere dich nicht!</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/mensch-aergere-dich-nicht/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/mensch-aergere-dich-nicht/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jan 2015 21:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[ärgern]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe]]></category>
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		<category><![CDATA[Streichaktion]]></category>
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		<category><![CDATA[Wundermaschine]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer auch immer dieses Spiel erfunden hat, hat den Nerv der Menschheit getroffen. Zu den Eigenschaften des Menschen gehört es nämlich sich unter anderem zu freuen und sich zu ärgern. Diese Gefühlsregungen spielen sich in jedem von uns ab und haben oftmals auch Auswirkungen auf unsere Umwelt. Freuen wir uns, so strahlen oder lachen wir und stecken nicht selten andere damit an. Ärgern wir uns, so bekommt das meist unser Gegenüber ebenfalls zu spüren. Wir schimpfen dann, setzen einen verärgerten oder gar grimmigen Gesichtsausdruck auf und verspüren eher negative Gefühle. Mein Gesichtsausdruck ist in diesem Augenblick eher der zweiten Gefühlsregung zuzuordnen. Ich habe meinen beiden Männern (Gatte und Sohn) bestimmt schon hundertmal gesagt: „Wischt doch bitte nach dem Rasieren eure Barthaare weg!“Und auch heute rufe ich es genau in dem Augenblick nach unten, als mein Mann nach einem Einkauf im Baumarkt zur Haustür hereinkommt. Seine Antwort zeigt weder etwas von Reue noch einen Funken Verständnis für meine Verärgerung. Im Gegenteil, er ruft einfach nur nach oben: „Diese ewige Putzerei ist doch nicht normal!“ Da könnte &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer auch immer dieses Spiel erfunden hat, hat den Nerv der Menschheit getroffen. Zu den Eigenschaften des Menschen gehört es nämlich sich unter anderem zu freuen und sich zu ärgern. Diese Gefühlsregungen spielen sich in jedem von uns ab und haben oftmals auch Auswirkungen auf unsere Umwelt. Freuen wir uns, so strahlen oder lachen wir und stecken nicht selten andere damit an. Ärgern wir uns, so bekommt das meist unser Gegenüber ebenfalls zu spüren. Wir schimpfen dann, setzen einen verärgerten oder gar grimmigen Gesichtsausdruck auf und verspüren eher negative Gefühle.</strong></p>
<p><span class="dropcap">M</span>ein Gesichtsausdruck ist in diesem Augenblick eher der zweiten Gefühlsregung zuzuordnen. Ich habe meinen beiden Männern (Gatte und Sohn) bestimmt schon hundertmal gesagt:<br />
„Wischt doch bitte nach dem Rasieren eure Barthaare weg!“Und auch heute rufe ich es genau in dem Augenblick nach unten, als mein Mann nach einem Einkauf im Baumarkt zur Haustür hereinkommt. Seine Antwort zeigt weder etwas von Reue noch einen Funken Verständnis für meine Verärgerung. Im Gegenteil, er ruft einfach nur nach oben:</p>
<p>„Diese ewige Putzerei ist doch nicht normal!“</p>
<p>Da könnte ich mich doch schon wieder ärgern. „Als wäre ich ein Putzteufel“, denke ich, wische noch den Spiegel schön blank und poliere die Badarmaturen. Danach marschiere ich nach unten, um die Einkäufe meines Mannes zu begutachten.<br />
„Hoffentlich hast du die richtige Farbe mischen lassen“, sage ich und begutachte den Farbeimer.<br />
„Na klar, genau nach der Farbkarte, die wir neulich ausgesucht haben. Obwohl ich persönlich die Küche einfach wieder nur weiß streichen würde.“<br />
„Das ist doch total langweilig“, verteidige ich die Farbentscheidung. „Außerdem ist dieser zarte Grünton doch nur ein leicht grünlich getöntes Weiß. Sieht bestimmt toll aus“, bekräftige ich unseren Beschluss.<br />
„Na ja, erst müssen wir einmal alles abkleben und dann fange ich mit der Decke an. Hol doch schon mal die Lammfellrolle zum Streichen aus der Garage!“<br />
„Welche Lammfellrolle meinst du eigentlich?“, frage ich zwei Minuten später. „Ich habe nur die einfache Rolle hier gefunden!“<br />
„Ach, weißt du was, ich fahre noch mal schnell in den Baumarkt und hole mir eine. Braucht man eh&#8216; immer wieder“, beschließt Peter und ist auch schon auf dem Weg zu seinem Auto.<br />
Als er wieder zurück ist, steht er mit einem großen Karton vor unserer Haustür und verkündet freudestrahlend:<br />
„Das hier ist was ganz Tolles. Ich habe das mal so gemacht wie du immer im Baumarkt und habe mich vor einen Bildschirm gestellt, auf dem sie immer  Videos mit Werbung laufen lassen. Und da haben sie dieses Ding hier angepriesen. Damit soll die Streicherei viel schneller und kinderleicht von statten gehen. Ich dachte mir, wir probieren es einfach mal aus.“<br />
Jetzt bin ich doch etwas verwundert, denn eigentlich ist mein Mann sehr praktisch veranlagt, handwerklich begabt, keineswegs leicht von Werbung zu überzeugen und führt solche handwerklichen Tätigkeiten auch eher auf die traditionelle Art und Weise aus.<br />
„Was ist das denn für ein seltsames Ding?“, frage ich meinen Peter, der inzwischen schon mit Auspacken und Zusammenbau der Wundermaschine beschäftigt ist. Hierbei handelt es sich um einen elektrischen Farbroller, der mit einer Schlauchpumpe betrieben wird und dank eines langen teleskopartigen Stils und eines langen Schlauchs das Streichen von Zimmerdecken und auch von großen Wänden zum Kinderspiel werden lassen soll. Naja, und da bekanntlich in jedem Mann ein Kind steckt, ist auch mein Gatte von dieser Wundermaschine sichtlich angetan.<br />
Inzwischen beginnt es draußen schon zu dämmern und ich bezweifele mittlerweile, dass wir heute noch mit der Streichaktion anfangen, geschweige denn fertig werden.<br />
„Wollen wir nicht einfach mal ganz normal mit der Rolle anfangen zu streichen?“, erkundige ich mich vorsichtig und leicht verärgert über die ständige Verzögerung der geplanten Arbeit.<br />
„Nein“, erklärt er mir. „Jetzt will ich das erst einmal ausprobieren!“<br />
Sogleich macht Peter sich an die Arbeit und nimmt die Küchendecke in Angriff. Ich verfolge die ganze Sache sehr interessiert und würde es eigentlich auch gerne mal ausprobieren, aber Peter ist ganz in seinem Element. Obwohl hierbei angeblich nichts tropft, sind schon einige Farbkleckser auf seinen Haaren zu sehen. Das ist allerdings bei meinem Peter nichts Außergewöhnliches, wenn er streicht. Meist ist er trotz seiner Professionalität hinterher voller Farbe im Gesicht, an den Händen und der Kleidung. Er streicht eben immer gleich alles mit.<br />
„Tja, so ganz überzeugt bin ich noch nicht!“, meint er nach der Fertigstellung der Decke. „Jetzt probiere ich es mal an der Wand aus.“<br />
Zuerst heißt es alles wieder zu säubern, denn jetzt ist der leichte Grünton angesagt. Danach wird das eine Ende des Schlauchs in den Farbeimer gehängt und das andere Ende über die Schlauchpumpe an den Farbroller angeschlossen. Und los kann es gehen:<br />
So schnell geht es nun auch wieder nicht.<br />
„Vielleicht ginge es auf traditionelle Weise schneller“, überlege ich gerade, da meint Peter: „Irgendetwas stimmt hier nicht, da kommt ja fast gar nichts raus. Wahrscheinlich pumpt das Ding nicht richtig. Das muss ich erst einmal überprüfen.“<br />
Ehe ich mich versehe, startet er seine Überprüfung und von da an geht plötzlich alles ganz schnell:<br />
Peter nimmt den Schlauch in die Hand und knickt ihn unterhalb des Farbrollersstils ab, um zu überprüfen, ob die Pumpe auch mit Druck die Farbe nach oben an die Rolle befördert. Der Druck ist da. Die Farbe auch. Durch den Druck und den Knick baut sich jetzt allerdings ein Überdruck auf, es kommt in diesem Moment also sozusagen zu einem Farbstau und es passiert, was passieren muss. Es gibt einen Knall und der Schlauch ist geplatzt. Damit einhergehend spritzt die gesamte Farbe aus dem Schlauch in der Gegend herum. Peter versucht das Schlimmste zu verhindern, indem er sich zum Ausschalten der Pumpe in Richtung Gerät bückt. Dabei zieht er allerdings versehentlich ruckartig an dem Schlauch. Dies hat zur Folge, dass auch der Farbeimer, der auf meinem Küchentisch abgestellt ist, diesen Ruck zu spüren bekommt. Er beginnt zu wackeln und bevor noch eine rettende Hand hinzuschnellen kann, ist er umgekippt. Somit ergießt sich auch noch diese Farbe auf meinen Fußboden und bespritzt Tisch, Wände und auch meinen Peter.<br />
„Oh Gott!“, rufe ich aus.<br />
„Nichts passiert, nichts passiert!“, ruft hingegen mein Peter.<br />
„Das kann ich deutlich sehen!“, ärgere ich mich jetzt aber.<br />
„Der Schlauch muss schon irgendwo eine Macke gehabt haben“, erklärt er mir. Ich fahr jetzt in den Baumarkt und lasse mir einen anderen Schlauch geben.“<br />
Da es zwischenzeitlich 10 Minuten vor Ladenschluss ist, rast er so wie er aussieht los. Ich hingegen bleibe zurück, versuche die Farbe zumindest von meinen Fliesen und meinem Küchentisch zu entfernen und bin nicht gerade bester Stimmung.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>„Mensch ärgere dich nicht!“,</strong></p>
<p>sage ich immer wieder zu mir selbst und als Peter eine halbe Stunde später wieder aufkreuzt, stehe ich auf der Leiter mit der üblichen Lammfellrolle in der Hand und habe schon mal angefangen eine Wand anzulegen. Peter lässt es sich jedoch nicht nehmen, mit dem automatischen Farbroller weiterzuarbeiten. Bevor er allerdings alles wieder zusammengebaut und vorbereitet hat, bin ich mit der Küchenstreicherei schon fast fertig. Er macht dann noch den Rest und hier und da ein bisschen Feinarbeit. Es sieht richtig toll aus. Mittlerweile lachen wir auch über dieses Missgeschick und gönnen uns zum Abschluss noch ein Gläschen Rotwein.</p>
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