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	<title>Junge &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Der Junge mit der Flöte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Aug 2024 18:02:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Fee]]></category>
		<category><![CDATA[Junge]]></category>
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					<description><![CDATA[Wo und wann ich geboren bin, weiß ich nicht. Man hat mir allerdings erzählt, dass ich aus dem ehemaligen Sudetenland stamme. Manchmal tauchen in meinem Kopf und in meinen Träumen Bilder auf, die ich allerdings nicht wirklich zuordnen kann. Ich schiebe sie weg, denn ich will mich nicht damit belasten.  Meine ersten wirklichen Erinnerungen reichen nur ungefähr bis zu meinem zehnten Lebensjahr zurück (ich kann mein Alter ja eigentlich nur schätzen). Damals fand ich auf der Straße eine alte Flöte. Ich hob sie auf und probierte ihr Töne zu entlocken.  Sie funktionierte und meine Finger wanderten wie von selbst über die Löcher und entlockten dem Musikinstrument die schönsten Töne, die sich zu wunderbaren Liedern aneinanderreihten. Es war, als hätte ich nie etwas anderes getan als Flöte zu spielen.  Vorbeieilende Menschen, deren trauriger Blick nach unten gesenkt war, hoben die Köpfe, blieben stehen und ich sah, wie ein kurzes Lächeln ihr Gesicht erhellte. Mein Spiel schien ihnen für einen Moment ein bisschen Freude zurückzubringen und das bereitete auch mir ein Glücksgefühl. Manche kamen nach einer Weile &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wo und wann ich geboren bin, weiß ich nicht. Man hat mir allerdings erzählt, dass ich aus dem ehemaligen Sudetenland stamme. Manchmal tauchen in meinem Kopf und in meinen Träumen Bilder auf, die ich allerdings nicht wirklich zuordnen kann. Ich schiebe sie weg, denn ich will mich nicht damit belasten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Meine ersten wirklichen Erinnerungen reichen nur ungefähr bis zu meinem zehnten Lebensjahr zurück (ich kann mein Alter ja eigentlich nur schätzen). Damals fand ich auf der Straße eine alte Flöte. Ich hob sie auf und probierte ihr Töne zu entlocken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Sie funktionierte und meine Finger wanderten wie von selbst über die Löcher und entlockten dem Musikinstrument die schönsten Töne, die sich zu wunderbaren Liedern aneinanderreihten. Es war, als hätte ich nie etwas anderes getan als Flöte zu spielen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Vorbeieilende Menschen, deren trauriger Blick nach unten gesenkt war, hoben die Köpfe, blieben stehen und ich sah, wie ein kurzes Lächeln ihr Gesicht erhellte. Mein Spiel schien ihnen für einen Moment ein bisschen Freude zurückzubringen und das bereitete auch mir ein Glücksgefühl. Manche kamen nach einer Weile zurück und brachten mir einen Becher warmes Wasser oder ein kleines Stückchen Brot.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Doch ich konnte nie lange an einem Ort verweilen, denn in diesen Zeiten war man nirgends sicher. Doch dann entdeckte ich einen Platz, der für mich lange Zeit ein Stückchen Heimat und damit verbunden auch Sicherheit war. Ich fand ein abgelegenes altes Bauernhaus und eine verfallene Scheune, in der tatsächlich noch ein paar Hühner waren. Ich fragte mich, ob dort noch Menschen lebten. Allerdings zog ich es vor, mich etwas abseits auf einen alten umherstehenden hölzernen Handwagen zu setzen und mich meinem Flötenspiel zu widmen. Dieser Wagen diente mir nicht nur als Sitzgelegenheit, sondern auch als Bett.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Tage und die Nächte wurden langsam kühler. Der Sommer war vorbei. Noch reichte meine alte Jacke aus, um mich zu wärmen. Doch ich sorgte mich, wie ich den herannahenden Winter überstehen sollte.</p>
<p>Dort in der Nähe des alten Bauernhauses erlebte ich seltsame Dinge und fühlte mich gleichzeitig wie im Märchen. Wenn meine Finger vom Flötenspiel müde wurden und der Schlaf mich übermannte, sank ich auf mein Lager nieder. Seltsamerweise fror ich in keiner der Nächte. Sollte die gute Fee aus einem der alten Märchen mir eine wärmende Decke übergelegt haben? Jeden Morgen wenn ich erwachte, war ich gut zugedeckt und neben mir lagen Brot und ein gekochtes Ei. Ich fragte mich, ob ich schlief und träumte oder wach war.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Abends, wenn ich von meinem Streifzug zurückkam, war der hölzerne Wagen leer, &#8211; weder Decke noch Nahrung waren irgendwo zu sehen. Ich beschloss eines Nachts wach zu bleiben, was gar nicht so einfach war. Erst nach mehrmaligen Versuchen gelang es mir und ich sah sie:</p>
<p>Eine alte Frau kam aus der Tür des Bauernhauses zu mir herübergeschlichen. Sie deckte mich vorsichtig mit einer Decke zu, strich mir zärtlich über den Kopf und stellte einen Teller mit Brot und Ei neben mich. Ich öffnete Augen und Mund und wollte etwas sagen, doch sie legte ihren Zeigefinger über meinen Mund und signalisierte mir zu schweigen. Nochmals streichelte sie mir über den Kopf und verschwand in der Dunkelheit. Kurz danach hörte ich das leise Zuklappen der Haustür des Bauernhauses.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>So ging es nun Nacht für Nacht. Inzwischen war der Winter vorbei und der Frühling kam ins Land.</p>
<p>Doch eines Nachts kam sie nicht mehr und in den folgenden Nächten auch nicht. Nie mehr …</p>
<p>Inzwischen, so sagt man, bin ich schon fast hundert Jahre alt. Auf dem hölzernen Wagen sitze ich noch immer, aber ich befinde mich nicht mehr in der Nähe des alten Bauernhauses. Ich bin nun in einem Schaufenster eines<span class="Apple-converted-space">  </span>Antiquitätengeschäfts in einer ostdeutschen Stadt. Ein Ehepaar besucht seit einigen Jahren des öfteren diese Stadt und kommt dann regelmäßig an dem Geschäft vorbei. Immer wieder stehen sie vor dem Schaufenster und werfen mir liebevolle Blicke zu. Ich mag sie und freue mich jedes Mal sie zu sehen. Ob sie mich eines Tages mitnehmen? Wer weiß?</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Schwierige Entscheidung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2022 21:07:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[antworten]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Frage]]></category>
		<category><![CDATA[Junge]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir sitzen vor einem Cafe. An den beiden Nachbartischen nehmen ein Mann, ein kleines Mädchen und eine Frau mit einem kleinen Jungen Platz. Als unsere Kaffeespezialitäten jeweils mit Keks serviert werden, schiebt mein Mann seinen zu mir.  Spontan frage ich die Mutter des Jungen, ob ich ihm einen Keks geben darf. Sie bejaht und bedankt sich. Den Mann bitte ich ebenfalls um Erlaubnis und nach einem freundlichen Nicken, überreiche ich der Kleinen den zweiten Keks. „Wie sagt man?“, fordert der Vater seine Tochter auf. Stille. Angestrengt überlegt sie, wägt Antwortmöglichkeiten ab.  Stille. Dann ist die Entscheidung gefallen: „Bitte!“ antwortet sie. &#160; Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Mister Tremblehand Astrid, Opa und das Eis Kindheitserinnerungen &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir sitzen vor einem Cafe. An den beiden Nachbartischen nehmen ein Mann, ein kleines Mädchen und eine Frau mit einem kleinen Jungen Platz. Als unsere Kaffeespezialitäten jeweils mit Keks serviert werden, schiebt mein Mann seinen zu mir.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Spontan frage ich die Mutter des Jungen, ob ich ihm einen Keks geben darf. Sie bejaht und bedankt sich.</p>
<p>Den Mann bitte ich ebenfalls um Erlaubnis und nach einem freundlichen Nicken, überreiche ich der Kleinen den zweiten Keks.</p>
<p>„Wie sagt man?“, fordert der Vater seine Tochter auf.</p>
<p>Stille.</p>
<p>Angestrengt überlegt sie, wägt Antwortmöglichkeiten ab.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Stille.</p>
<p>Dann ist die Entscheidung gefallen:</p>
<p>„Bitte!“ antwortet sie.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/mister-tremblehand/">Mister Tremblehand</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/astrid-opa-und-das-eis/">Astrid, Opa und das Eis</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/kindheitserinnerungen/">Kindheitserinnerungen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Gut gemeint</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Aug 2016 08:46:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Appetit]]></category>
		<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[gut gemeint]]></category>
		<category><![CDATA[Junge]]></category>
		<category><![CDATA[Kopfkino]]></category>
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		<category><![CDATA[Pubertät]]></category>
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		<category><![CDATA[Schokolade]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir bringen gerade meine Mutter nach Burg zur Reha. Dazu gehört natürlich auch ein gemeinsamer Gang durch die gesamte Anlage. Wo ist ihr Zimmer, wo das Schwesternzimmer, die Therapieräume, die Cafeteria und die Kantine? Selbstverständlich werfen wir auch einen Blick in die Aufenthaltsräume. Im Fernsehzimmer hängt ein großer Bildschirm an der Wand. Niemand sitzt in diesem Raum, wahrscheinlich haben sich alle schon fix und fertig von den Strapazen der Therapien in ihre Zimmer zurückgezogen. „Komm lass uns einen Moment hier hinsetzen“, schlägt meine Mutter vor. Mein Mann macht es sich sogleich in einem der Sessel gemütlich. Ich erblicke einen Getränkeautomaten im Raum und bitte meinen Göttergatten um einen kleinen Gefallen: „Kannst du mir eine Limo kaufen? Ich habe nämlich kein Kleingeld einstecken.“ Das macht er natürlich gerne und sich selbst zieht er auch noch ein kleines Leckerlie. Strahlend steht er vor mir und meiner Mutter. „Appetit auf ein kleines Stückchen Vollmilchschokolade?“, fragt er und verteilt auch schon die Köstlichkeit. „Mmh! Lecker!“, sage ich und schiebe mir die Schokolade in den Mund. Sie zergeht auf meiner &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir bringen gerade meine Mutter nach Burg zur Reha. Dazu gehört natürlich auch ein gemeinsamer Gang durch die gesamte Anlage. Wo ist ihr Zimmer, wo das Schwesternzimmer, die Therapieräume, die Cafeteria und die Kantine? Selbstverständlich werfen wir auch einen Blick in die Aufenthaltsräume.</strong><br />
<span class="dropcap">I</span>m Fernsehzimmer hängt ein großer Bildschirm an der Wand. Niemand sitzt in diesem Raum, wahrscheinlich haben sich alle schon fix und fertig von den Strapazen der Therapien in ihre Zimmer zurückgezogen.<br />
„Komm lass uns einen Moment hier hinsetzen“, schlägt meine Mutter vor. Mein Mann macht es sich sogleich in einem der Sessel gemütlich. Ich erblicke einen Getränkeautomaten im Raum und bitte meinen Göttergatten um einen kleinen Gefallen:<br />
„Kannst du mir eine Limo kaufen? Ich habe nämlich kein Kleingeld einstecken.“<br />
Das macht er natürlich gerne und sich selbst zieht er auch noch ein kleines Leckerlie. Strahlend steht er vor mir und meiner Mutter.<br />
„Appetit auf ein kleines Stückchen Vollmilchschokolade?“, fragt er und verteilt auch schon die Köstlichkeit.<br />
„Mmh! Lecker!“, sage ich und schiebe mir die Schokolade in den Mund. Sie zergeht auf meiner Zunge und hinterlässt das Verlangen nach einem weiteren Stückchen Schokolade. Obwohl jeder von uns noch einen Nachschub einfordert, bleibt noch ein kleiner Rest der Tafel Schokolade übrig, den mein Mann wieder ordentlich einpackt und mir überreicht.<br />
„Steck das doch mal in deine Handtasche! Bei mir schmilzt sie sonst nur in meiner Hosentasche.“<br />
Beim Anblick der eingewickelten köstlichen Schokolade und seinen Worten startet bei mir das Kopfkino. Bilder laufen vor meinem geistigen Auge ab, die zu einem Geschehen gehören, das sich vor schätzungsweise dreiundvierzig Jahren abgespielt hat.<br />
„Lange ist es her!“, denke ich „Und trotzdem sind diese Bilder immer noch in meinem Kopf präsent.“<br />
Zu diesem Zeitpunkt befinde ich mich im zarten Alter von dreizehn Jahren und damit in der Pubertät. Mädchen werfen in diesem Alter schon kichernd neugierige Blicke auf Jungs und diese haben wohl auch schon entdeckt, dass es zweierlei Geschlechter gibt. Vorsichtige Kontakte werden geknüpft und scheue Blicke ausgetauscht. Fragt man sich, wo die meisten dieser Kontaktaufnahmen wohl stattfinden, so stellt man fest, dass dies vielfach in der Schule passiert.<br />
Ja, auch die Bilder in meinem Kopf stammen aus der Schule:<br />
Sittsam und ordentlich sitze ich mit meinen Mitschülern im Klassenraum. Wir haben gerade Unterricht. Ich weiß zwar nicht mehr, um welches Unterrichtsfach es sich handelt, aber mit Sicherheit ist es keine Französischstunde, denn unser Französischlehrer hat kein Tuscheln geduldet. Und wir haben es in seinen Unterrichtsstunden auch nicht gewagt.<br />
„Hochinteressant kann der Unterricht wohl nicht gewesen sein“, überlege ich so, „denn sonst könnte ich mich auch daran erinnern. Stattdessen muss ich an einen Jungen denken.“<br />
Das stimmt jedoch auch nicht ganz genau. Nicht der männliche Mitschüler hat mich so stark beeindruckt, sondern etwas anderes, was ich all die vielen Jahre hinweg nicht vergessen habe.<br />
Unsere Schulbänke sind in der Hufeisenform angeordnet. Allerdings stehen innerhalb dieser Form an den beiden Längsseiten noch ein paar Einzeltische. Dies führt dazu, dass manche Schüler drei Nachbarn haben. Ich habe zum Beispiel links und rechts jeweils eine Freundin sitzen und an dem angrenzenden Tisch sitzt ein Klassenkamerad.<br />
„Er war ja sehr nett und immer zuvorkommend und höflich“, erinnere ich mich in Gedanken. „Und ich gefiel ihm wohl besonders. Naja, nun muss dieses Gefallen ja nicht immer auf beiden Seiten der Fall sein. Manchmal ist es einfach nur die Nase, die bei dem anderen nicht auf dem rechten Fleck zu sitzen scheint, zu dick oder zu lang ist. In diesem Fall war mir die Nase des männlichen Klassenkameraden einfach nur zu dick“, muss ich mir wiederum gedanklich eingestehen. Doch mein Kopfkino läuft unaufhaltsam weiter:<br />
Ich erkenne, wie der Junge sich zu mir herüber beugt und mit mir tuschelt. Ich sehe aber auch noch etwas anderes. Der besagte Klassenkamerad greift in seine Hosentasche und reicht mir etwas rüber. Es ist etwas, das ich im Grunde genommen sehr mag und unter anderen Umständen sicherlich nicht verschmäht hätte.<br />
Er hält in seiner Hand ein Stückchen Schokolade, das vermutlich schon den halben Tag in seiner Hosentasche verweilt hat. Dementsprechend sieht es auch leicht gequetscht und etwas weich aus.<br />
„Möchtest du ein bisschen Schokolade?“, flüstert er mir zu.<br />
Nun höre ich auch mich etwas sagen:<br />
„Nein danke! Ich habe jetzt keinen Hunger!“<br />
So ein Quatsch! Für Schokolade braucht man keinen Hunger zu haben, Appetit reicht vollkommen aus. Aber der Appetit vergeht, wenn man weiß, dass das Stückchen Schokolade schon stundenlang in der Hosentasche eines Klassenkameraden zart schmelzend seine Form verloren hat.<br />
Mein Kopfkino flackert jetzt nur noch schwach, aber ich sehe noch, wie der Junge leicht frustriert den Schokoladenriegel wieder in seiner Hosentasche verschwinden lässt. Dann ist die Kinovorstellung beendet und ich grinse in mich hinein. Aber anscheinend haben sich auch meine Mundwinkel leicht nach oben gezogen, denn mein Mann fragt plötzlich:<br />
„Was grinst du eigentlich die ganze Zeit so?“<br />
„Ach, das Stück Schokolade hat mich gerade an N. erinnert“, gestehe ich etwas verschämt, „den kennst du doch auch?“<br />
„Ach ja? Den haben wir schon ewig nicht mehr gesehen. Was er wohl macht? Aber was hat er mit meiner Schokolade zu tun?“<br />
„Das willst du wissen? Na dann“, antworte ich frech, „lies einfach meine Geschichte!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hier gibt es noch mehr Schokolade:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/glueckshormone/">Glückshormone</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/danke-fuer-die-schokolade/">Danke für die Schokolade</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/besuch-einer-sizilianischen-schokoladenmanufaktur/">Besuch in einer sizilianischen Schokoladenmanufaktur</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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