<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss"
	xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#"
	>

<channel>
	<title>gewonnen &#8211; life tells stories</title>
	<atom:link href="https://lifetellsstories.de/tag/gewonnen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://lifetellsstories.de</link>
	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
	<lastBuildDate>Mon, 02 Mar 2020 14:51:13 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>
<site xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">123020734</site>	<item>
		<title>Wie gewonnen, so zerronnen</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/wie-gewonnen-so-zerronnen/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/wie-gewonnen-so-zerronnen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2020 13:51:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos]]></category>
		<category><![CDATA[Freundin]]></category>
		<category><![CDATA[gewonnen]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Nadel]]></category>
		<category><![CDATA[zerronnen]]></category>
		<category><![CDATA[zucken]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=6391</guid>

					<description><![CDATA[Tanja kommt von der Arbeit nach Hause. Es ist Freitagabend und wie gewohnt will sie sich nachher noch mit ihrer besten Freundin Gitti treffen. Sie kennen sich seit der Schulzeit, haben gemeinsam studiert und leben noch heute in der selben Stadt. Sie unternehmen viel gemeinsam, telefonieren häufig und freitags treffen sie sich immer zu einem gemütlichen Fernsehabend. Abwechselnd findet dieser mal bei der Einen und dann wieder bei der Anderen statt. „Ich sollte noch schnell ein bisschen aufräumen“, überlegt Tanja laut. „Wenn überall etwas herumliegt, dann sieht es so ungemütlich aus. Ich muss mich aber beeilen!“  Schon eine knappe halbe Stunde später klingelt es an der Haustür. „Gittti!!!“, ruft Tanja aus, rauft sich erschreckt die Haare und rennt schnell zur Wohnungstür, die sie völlig aufgelöst und mit einem Ruck öffnet. Ohne ein Wort dreht sie sich wieder um und läuft händeringend zurück ins Wohnzimmer. „Ich wünsche Dir einen schönen guten Abend“, ruft Gitta ihrer Freundin verwundert hinterher und hängt ihren Mantel an der Garderobe im Flur an den Haken. Danach geht auch sie ins Wohnzimmer, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tanja kommt von der Arbeit nach Hause. Es ist Freitagabend und wie gewohnt will sie sich nachher noch mit ihrer besten Freundin Gitti treffen. Sie kennen sich seit der Schulzeit, haben gemeinsam studiert und leben noch heute in der selben Stadt. Sie unternehmen viel gemeinsam, telefonieren häufig und freitags treffen sie sich immer zu einem gemütlichen Fernsehabend.</strong></p>
<p><span class="dropcap">A</span>bwechselnd findet dieser mal bei der Einen und dann wieder bei der Anderen statt.<br />
„Ich sollte noch schnell ein bisschen aufräumen“, überlegt Tanja laut. „Wenn überall etwas herumliegt, dann sieht es so ungemütlich aus. Ich muss mich aber beeilen!“<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Schon eine knappe halbe Stunde später klingelt es an der Haustür.<br />
„Gittti!!!“, ruft Tanja aus, rauft sich erschreckt die Haare und rennt schnell zur Wohnungstür, die sie völlig aufgelöst und mit einem Ruck öffnet. Ohne ein Wort dreht sie sich wieder um und läuft händeringend zurück ins Wohnzimmer.<br />
„Ich wünsche Dir einen schönen guten Abend“, ruft Gitta ihrer Freundin verwundert hinterher und hängt ihren Mantel an der Garderobe im Flur an den Haken. Danach geht auch sie ins Wohnzimmer, wo es ihr erst einmal die Sprache verschlägt.<br />
„Was ist denn hier los?“, fragt sie kopfschüttelnd, erhält allerdings nun schon zum zweiten Mal keine Antwort.<br />
Alle Sofakissen liegen auf dem Boden, ebenso die schöne Kuscheldecke, die Gitti ihr erst zum Geburtstag geschenkt hat und gerade fliegen auch noch mehrere Zeitschriften hinterher. Der Teppich ist umgeklappt. Der Inhalt einer Schatulle, in der Tanja alte Fotos aufhebt, ist auf dem Fußboden verstreut. Sogar die Porzellandose aus dem letzten gemeinsamen Urlaub ist entleert. Die Knöpfe, die Tanja darin verwahrt, liegen verstreut auf dem Wohnzimmertisch. Sie selbst kniet vor der Couch und steckt ihren Kopf darunter.<br />
„Einbruch oder Suche?“, fragt Gitti nur.<br />
„Genau!“, antwortet die Freundin wortkarg und robbt zu den Sesseln, um auch dort nachzusehen.<br />
„Was jetzt?“, will Gitti wissen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Suche“, wird ihr entgegengeschmettert.<br />
„Wenn du mir verrätst, worum es sich handelt, dann kann ich dir auch helfen“, bietet Gitti an.<br />
„Die Nadel“, schmettert ihr die Freundin entgegen.<br />
„Ohje, dann sollten wir aufpassen, dass wir nicht hineintreten, sonst haben wir sie womöglich auch noch plötzlich im Fuß stecken. Bei diesem Chaos hier kann das nämlich leicht passieren.“<br />
„Die doch nicht“, verkündet Tanja. „Ich meine doch die Nadel im Heuhaufen.“<br />
„Aha, das klingt allerdings ziemlich kompliziert. Vielleicht sollten wir uns erst einmal setzen und du erzählst mir alles schön der Reihe nach“, schlägt Gitti vor und lässt sich in einen Sessel plumpsen.<br />
„Mein Autoschlüssel ist weg!“<br />
„Und den suchst du jetzt hier im Wohnzimmer?“<br />
„Naja, im Schlafzimmer wird er ja wohl kaum sein.“<br />
„Wann hattest du ihn denn zuletzt?“<br />
„Vorgestern, als ich vom Einkaufen kam.“<br />
„Und was hast du dann gemacht?“<br />
„Die Einkaufe in die Küche gebracht.“<br />
„Also, dann solltest du doch wohl eher in der Küche nachschauen!“, schlägt Gitti vor.<br />
„Du glaubst doch nicht etwa, dass ich ihn in den Kühlschrank gelegt habe?“, meint Tanja und nach einer kleinen Pause fügt sie hinzu: „Wenn ich ehrlich bin: Da habe ich bereits nachgesehen. Ich weiß wirklich nicht wo er hingekommen ist.“<br />
Gitti überlegt krampfhaft, wo sie anstelle der Freundin suchen würde. Das Naheliegendste wäre aller Wahrscheinlichkeit nach…<br />
„Die Handtasche, &#8211; hast du da schon nachgesehen?“, will sie wissen.<br />
„Die habe ich schon mindestens zweimal ausgeräumt. Da ist er nicht. Ich schwöre es! Aber du kannst gerne noch einmal nachsehen! Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei.“ Ein bisschen beleidigt, aber auch ein wenig hoffnungsvoll klingt Tanjas Stimme, als sie ihr die Handtasche reicht.<br />
Gitti räumt aus: Eine Haarbürste, ein Taschenspiegel, die Geldbörse, drei Lippenstifte, zwei Kugelschreiber, ein Einkaufszettel, eine Sicherheitsnadel, Pflaster, Papiertaschentücher, Handcreme, einige Münzen, Wimperntusche, Nasenspray und sogar eine Minitaschenlampe kommen zum Vorschein.<br />
„Du schleppst echt viel mit dir rum…“<br />
„…aber keinen Autoschlüssel“, ergänzt Tanja.<br />
„Stimmt!“, bestätigt Gitti. „Aber warte mal, was ist das denn?“<br />
„Der Schlüssel?“, neue Hoffnung keimt in Tanja auf.<br />
„Nein, das nicht, aber ein Loch im Futter“, grinst die Freundin und zieht einen weiteren Kugelschreiber, den vierten Lippenstift und sogar ein Nagellackfläschchen hervor. Danach versucht sie erneut ihr Glück und …<br />
„Mein Autoschlüssel! Du bist ein Schatz!“<br />
Tanja fällt der Freundin überglücklich um den Hals.<br />
„Was wolltest du eigentlich mit dem Schlüssel?“, fragt Gitti während sie gemeinsam im Wohnzimmer das Chaos zu beseitigen versuchen.<br />
„Ich hab doch eine Flasche Wein für heute Abend gekauft und die liegt noch im Auto. Ich hol sie mal schnell.“<br />
Nach circa zehn Minuten taucht Tanja leichenblass und mit der Rotweinflasche in der Hand wieder auf:<br />
„Ich glaube wir brauchen jetzt einen starken Mann!“<br />
„Wieso?“, Gitti ahnt Fürchterliches.<br />
„Um den Gullydeckel neben dem Bordstein hochzuheben!“, meint Tanja nur und zuckt mit den Schultern. „Wie gewonnen, so zerronnen!“</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/wie-gewonnen-so-zerronnen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>8</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">6391</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Schon gehört?</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/schon-gehoert/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/schon-gehoert/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2015 23:54:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[geerbt]]></category>
		<category><![CDATA[gehört]]></category>
		<category><![CDATA[Gerücht]]></category>
		<category><![CDATA[Gerüchteküche]]></category>
		<category><![CDATA[gewonnen]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderspiel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=1626</guid>

					<description><![CDATA[Sicherlich könnt ihr Euch noch an das Spiel „Stille Post“ erinnern. Wir haben es als Kinder geliebt. Der erste flüstert seinem Nebenmann etwas ins Ohr, der es dem Nächsten wiederum flüsternd erzählt und so weiter und so fort …  Am Ende kommt eine ganz andere Botschaft heraus, als anfänglich übermittelt wurde. Genauso funktioniert die Entstehung von Gerüchten. Doch im Gegensatz zum genannten Kinderspiel ist das Resultat der Gerüchteküche in den wenigsten Fällen lustig: Herr X und Herr Y treffen sich zufällig im überfüllten Wartezimmer ihres gemeinsamen Hausarztes: „Ach, guten Tag Herr Y! Auch hier?! Mich plagt mein Rücken. Der Doktor muss mir mal wieder eine Spritze verpassen. Hat mir bisher immer geholfen. Man lässt sich ja nicht unterkriegen.“ Herr Y reicht Herrn X die Hand und begrüßt ihn freundlich: „Ja manchmal kommt man an unserem Doktor nicht vorbei. Wenn die Warterei nicht immer wäre. Ich sitze hier schon seit einer Stunde, dabei will ich gar nicht viel von ihm.“ Was er jedoch von dem Arzt möchte, hat er bisher noch nicht verlauten lassen. Da sein &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><strong>Sicherlich könnt ihr Euch noch an das Spiel „Stille Post“ erinnern. Wir haben es als Kinder geliebt. Der erste flüstert seinem Nebenmann etwas ins Ohr, der es dem Nächsten wiederum flüsternd erzählt und so weiter und so fort …  Am Ende kommt eine ganz andere Botschaft heraus, als anfänglich übermittelt wurde. Genauso funktioniert die Entstehung von Gerüchten. Doch im Gegensatz zum genannten Kinderspiel ist das Resultat der Gerüchteküche in den wenigsten Fällen lustig:</strong></span></p>
<p><span class="dropcap">H</span>err X und Herr Y treffen sich zufällig im überfüllten Wartezimmer ihres gemeinsamen Hausarztes:<br />
„Ach, guten Tag Herr Y! Auch hier?! Mich plagt mein Rücken. Der Doktor muss mir mal wieder eine Spritze verpassen. Hat mir bisher immer geholfen. Man lässt sich ja nicht unterkriegen.“<br />
Herr Y reicht Herrn X die Hand und begrüßt ihn freundlich:<br />
„Ja manchmal kommt man an unserem Doktor nicht vorbei. Wenn die Warterei nicht immer wäre. Ich sitze hier schon seit einer Stunde, dabei will ich gar nicht viel von ihm.“<br />
Was er jedoch von dem Arzt möchte, hat er bisher noch nicht verlauten lassen. Da sein Gesprächspartner ihm aber schon sein eigenes Leiden geklagt hat, entflammt bei diesem jetzt natürlich die Neugierde.<br />
„Ist es bei Ihnen auch der Rücken oder sind es die Knie? In unserem Alter ziept es ja an jedem Eckchen.“<br />
„Ach nein! Mir geht es hervorragend!“<br />
Das kann ja jetzt auch wieder nicht sein. Warum sitzt er denn dann beim Arzt? So geheimnisvoll?! Da steckt doch etwas anderes dahinter. Herr X schaut sein Gegenüber mit gerunzelter Stirn skeptisch an, woraufhin dieser sich genötigt fühlt weitere Erläuterungen folgen zu lassen:<br />
„Ich will nur nachsehen lassen, ob ich und meine Frau alle nötigen Impfungen für unsere Amerikareise haben“, erklärt er und schwenkt dabei als Beweis die beiden Impfpässe.<br />
„So, so! Nach Amerika! Ganz schön weite und auch teure Reise! Wohl im Lotto gewonnen oder geerbt?“<br />
„Ja, ja ist eine ganz schön weite Reise, aber einmal im Leben sollte man es wagen. Und gewonnen oder geerbt haben wir…“<br />
„Herr Y, bitte Sprechzimmer 2!“, tönt es aus dem Lautsprecher.<br />
Herr Y vergisst, was er sagen wollte, steht auf und eilt ohne ein weiteres Wort in Richtung Sprechzimmer. Das ist jetzt allerdings total schlimm für den zurückgelassenen Gesprächspartner, denn seine Neugierde ist in keiner Weise gestillt. Es wurmt in ihm und seine Rückenschmerzen sind wie weggeblasen. Aber er hat Pech, denn er sieht Herrn Y nicht noch einmal und muss nach seiner eigenen Behandlung mit seiner ungestillten Neugierde nach Hause fahren. Vielleicht hat seine Frau ja schon was läuten gehört.<br />
„Ich habe gerade Herrn Y beim Arzt getroffen. Die fliegen nach Amerika. Sie haben im Lotto gewonnen und geerbt und können sich deshalb die Reise leisten.“<br />
„Ja, manche Menschen haben einfach nur Glück!“, erwidert seine Frau.<br />
„Hat nicht Frau Y eine ältere Schwester, die schon vor Jahrzehnten nach Amerika ausgewandert ist? Ich kann mich dunkel an so etwas erinnern“, mischt sich die Oma ein, die in der Küche sitzt und das Gespräch der Eheleute verfolgt hat.<br />
„Genau, du hast recht. War sie nicht als Zimmermädchen in einem großen und bekannten Hotel tätig?“, überlegt Frau X.<br />
„Haha!“, lacht nun die Tochter, die gerade vom Garten in die Küche gekommen ist. „Vom Zimmermädchen zur Hotelbesitzerin. So was soll es in Amerika alles geben.“<br />
Die Familie wird jetzt jedoch in ihren Vermutungen unterbrochen, da es an der Haustür klingelt und die Nachbarin Elfriede davor steht.<br />
„Ich wollte nur fragen, ob ihr vielleicht noch Schlagsahne zu Hause habt. Wir bekommen nämlich zum Kaffee Besuch und ich habe eine Obsttorte gebacken. Nur habe ich jetzt keine Sahne mehr.“<br />
„Kein Problem. Ich habe noch zwei Becher Schlagsahne im Haus.“<br />
Frau X eilt schon in die Vorratskammer, um das Gewünschte zu holen. Danach muss sie aber unbedingt ihre Neuigkeiten loswerden:<br />
„Habt ihr schon gehört: Die ältere Schwester von Frau Y, &#8211; du weißt schon, die damals nach Amerika ausgewandert ist, sich vom Zimmermädchen zur Hotelbesitzern hochgearbeitet hat, &#8211; ist jetzt gestorben. Die Familie Y hat sie beerbt und jetzt fliegen sie nach Amerika.“<br />
„Ach, sag bloß!“, entgegnet die Nachbarin hoch interessiert mit großen Augen. „Das muss ich gleich meinem Mann erzählen, der kennt doch den Herrn Y gut…, dass der noch nichts gesagt hat.“<br />
„Stell dir mal vor, die Frau Y hat von ihrer Schwester, die übrigens eine Multimillionärin ist und etliche Hotels besitzt, alles geerbt und jetzt wandern sie nach Amerika aus.“<br />
Der Ehemann Siegfried hört allerdings nicht richtig zu, weil er gerade in der Zeitung den Sportteil studiert und kommentiert alles nur mit einem:<br />
„Soso, aha!“<br />
Zu weiteren Ausführungen ist im Moment keine Zeit, weil der Besuch gleich vor der Tür steht und die Sahne noch geschlagen werden muss. Für die nächsten Tage ergibt sich zunächst keine Gelegenheit zur Wiederaufnahme des Gesprächs, aber dann beim Kegelabend mit seinen Kumpanen fällt Siegfried die ganze Geschichte wieder ein. Allerdings kann er sich nicht exakt erinnern, da er seiner Frau ja nicht genau zugehört hatte. Deshalb verdreht er nun ebenfalls  einige Details:<br />
„Wisst ihr eigentlich schon das Neuste?“, fragt er in die Runde, um aber gleich weiter zu erzählen: „Herr Y verlässt seine Frau, wandert nach Amerika aus und heiratet dort eine Multimillionärin.“<br />
Jetzt hat die Kegelrunde das Gesprächsthema Nummer 1 gefunden und alle möglichen und unmöglichen Vermutungen werden angestellt. Man vermutet, dass Herr Y schon lange die Multimillionärin als Geliebte hätte. Und zwar hätte er sie möglicherweise vor fast zwei Jahrzehnten bei einer Kur kennengelernt. Aus dem damaligen Verhältnis könnte sogar ein gemeinsames Kind entstanden sein.</p>
<p>Einer hat immer noch eine bessere Idee als der andere und so kommt, was kommen muss. Man tuschelt in der Stadt, wann immer man das Ehepaar Y oder einen von ihnen irgendwo sieht. Das merken die Betroffenen auch und fragen sich, warum sie von den Leuten so merkwürdig gemustert werden. Schließlich vertraut sich Frau Y ihrer Freundin an und erhält auch eine ehrliche Erklärung:<br />
„Man erzählt sich, dass dein Mann sich von dir scheiden lässt, weil er in Amerika eine Multimillionärin heiratet, von der er schon eine fast zwanzigjährige Tochter hat. Wieso hast du mir nichts davon erzählt? Ich dachte, ihr fliegt gemeinsam nach Amerika, um dort einen schönen Urlaub zu verleben?!“<br />
Frau Y ist entsetzt, mit den Nerven am Ende und glaubt, für sie bricht eine Welt zusammen. Sollte ihr Mann tatsächlich eine Geliebte in Amerika haben? Und was war das für eine Kur? Ihr Mann hatte noch nie eine Kur, auch nicht vor Jahrzehnten. Sie nimmt am Abend all ihren Mut zusammen und stellt ihren Mann zur Rede. Dieser beteuert seine Unschuld und seine Frau glaubt ihm auch, weil so eine haarsträubende und verworrene Geschichte kann gar nicht wahr sein und passt mit ihrem Leben nicht zusammen.</p>
<p>Das Ehepaar hält zusammen, lässt sich von der brodelnden Gerüchteküche nicht beirren und freut sich auf Amerika.</p>
<p>Nachdem sie wohlbehalten in trauter Zweisamkeit wieder zu Hause eingetroffen sind, weit und breit keine Geliebte und auch keine uneheliche Tochter in Sicht ist, verschwindet das Gerücht so schnell wie es gekommen ist. Zum Glück!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht gefällt Euch auch das:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/allerlei-tiere-sorgen-fuer-gespraechsstoff/">Allerlei Tiere sorgen für Gesprächsstoff</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/tierisch-und-menschlich/">Tierisch und menschlich</a></p>
<p>Eine liebe Mitbloggerin (Tanja Fründ) hat ein tolles Gedicht zu diesem Thema geschrieben. Schaut doch mal bei ihr vorbei:</p>
<p><a href="https://fruendlichescherereien.wordpress.com">Gerüchteküche</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/schon-gehoert/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>19</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">1626</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Herzlichen Glückwunsch!</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/herzlichen-glueckwunsch/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/herzlichen-glueckwunsch/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Feb 2015 22:19:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[ein zweites Mal]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtstag]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinn]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinnspiel]]></category>
		<category><![CDATA[gewonnen]]></category>
		<category><![CDATA[herzlichen Glückwunsch]]></category>
		<category><![CDATA[Hotel]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
		<category><![CDATA[Wein]]></category>
		<category><![CDATA[Weinprobe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://lifetellsstories.de/?p=341</guid>

					<description><![CDATA[Glückwünsche kann man immer gebrauchen, über sie freut man sich und hofft immer, dass das Glück einem auch hold ist. Es gibt viele Anlässe zu denen Glückwünsche ausgesprochen werden. Erst heute habe ich einer frisch gebackenen Oma meine besten Wünsche für Kind, Eltern und natürlich auch für die Großeltern übermittelt. Neben Geburt, Geburtstag, bestandene Prüfungen, Schul- und Studienabschluss erfolgen solche beispielsweise für Hochzeit, Silberhochzeit… und für viele andere freudige Ereignisse. Da man diese Fülle nicht in einer Geschichte unterbringen kann, habe ich mir folgende Begebenheit aus unserem Leben ausgesucht: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!“, sagte die Stimme am anderen Ende des Telefons vor ungefähr zwanzig Jahren zu mir. „Ich habe gewonnen?“, fragte ich mich insgeheim. „Ich spiele weder Lotto, noch habe ich ein Kreuzworträtsel gelöst. Aber vielleicht hat ja meine Mutter…“, überlegte ich mir weiter und lauschte gespannt der Stimme am anderen Ende. „Vielleicht können Sie sich erinnern…?“ „Nein, kann ich ehrlich gesagt im Moment nicht!“ „Ich rufe vom Weinhaus XYZ an….“, erzählte mir die freundliche Dame. „Aha!“ „Sie haben doch vor ein paar Wochen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Glückwünsche kann man immer gebrauchen, über sie freut man sich und hofft immer, dass das Glück einem auch hold ist. Es gibt viele Anlässe zu denen Glückwünsche ausgesprochen werden. Erst heute habe ich einer frisch gebackenen Oma meine besten Wünsche für Kind, Eltern und natürlich auch für die Großeltern übermittelt. Neben Geburt, Geburtstag, bestandene Prüfungen, Schul- und Studienabschluss erfolgen solche beispielsweise für Hochzeit, Silberhochzeit… und für viele andere freudige Ereignisse. Da man diese Fülle nicht in einer Geschichte unterbringen kann, habe ich mir folgende Begebenheit aus unserem Leben ausgesucht:</strong></p>
<p><span class="dropcap">„H</span>erzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!“, sagte die Stimme am anderen Ende des Telefons vor ungefähr zwanzig Jahren zu mir.<br />
„Ich habe gewonnen?“, fragte ich mich insgeheim. „Ich spiele weder Lotto, noch habe ich ein Kreuzworträtsel gelöst. Aber vielleicht hat ja meine Mutter…“, überlegte ich mir weiter und lauschte gespannt der Stimme am anderen Ende.<br />
„Vielleicht können Sie sich erinnern…?“<br />
„Nein, kann ich ehrlich gesagt im Moment nicht!“<br />
„Ich rufe vom Weinhaus XYZ an….“, erzählte mir die freundliche Dame.<br />
„Aha!“<br />
„Sie haben doch vor ein paar Wochen eine Karte ausgefüllt und Ihr Lösungswort war richtig!“<br />
Genau, die Erinnerung setzte bei mir ein. Das Lösungswort, welches im Übrigen lächerlich einfach gewesen war, hatte ich auf eine Postkarte in die vorgesehenen Kästchen eingefügt. Diese besagte Karte hatte ich zufällig zwischen den Zeitungen gefunden und da ich eine Marke zur Hand hatte, hatte ich diese Karte auch kurzentschlossen tatsächlich eingeworfen und sogleich auch wieder vergessen. Man kann nicht gerade sagen, dass ich schon viel in meinem Leben gewonnen hätte, hie und da mal eine Kleinigkeit, als Kind zum Beispiel einen Porsche bei Mars oder Milky Way oder so, &#8211; das weiß ich heute nicht mehr. Auch war es damals nur ein Spielzeugporsche gewesen, aber immerhin. So hatte ich mir auch keinerlei Chancen ausgerechnet, den beim Gewinnspiel versprochenen Urlaub zu gewinnen. Außerdem bin ich bei solchen Dingen eher skeptisch und sehr, sehr misstrauisch, was sich wohl dahinter verbirgt.<br />
„Ach!“, sagte ich nachdem meine Telefonpartnerin in ihren Ausführungen eine Pause einlegte, um die ausgesprochenen Glückwünsche wirken zu lassen. „Und jetzt kann ich einfach verreisen?“<br />
„Ja, natürlich und Sie können auch noch jemand mitnehmen! Sie brauchen mir nur noch zu sagen, welches Ziel Sie wählen: Ungarn oder Spanien!“<br />
Das war nun ganz einfach für mich, denn ich liebe Spanien und das sagte ich der netten Dame auch, denn freundlich war sie, das musste man ihr lassen.<br />
„Dann dürfen Sie sich über eine Woche an der Costa del Sol freuen!“, verkündete sie mir und ich konnte ihr Lächeln spüren.<br />
„Und welchen Haken hat nun die ganze Sache?“, erkundigte ich mich.<br />
„Keinen natürlich!“, versicherte sie mir. „Unser Mitarbeiter wird Sie in den nächsten Tagen besuchen und mit ihm machen Sie dann alles Weitere aus.“<br />
Nun gut, nachdem sie mir glaubhaft bestätigt hatte, dass ich die Reise auch ablehnen könnte und zu nichts gezwungen würde, machte ich einen Termin für die darauf folgende Woche aus.<br />
Wie ausgemacht, klingelte es auch an dem verabredeten Abend an unserer Haustür. Peter öffnete einem freundlichen Herrn mittleren Alters die Tür und ich wunderte mich nur über den großen Koffer, den er mit in unser Wohnzimmer brachte.<br />
„Was genau haben wir denn nun gewonnen?“, fragte ich diesen Fremden misstrauisch.<br />
„Sie dürfen sich über einen einwöchigen Hotelaufenthalt mit Halbpension in dem Hotel ABC an der Costa del Sol freuen.“<br />
„Das ist aber schön!“, teilte ich ihm mit. „Und wann geht unser Flieger?“<br />
„Wann Sie wollen! Das bestimmen Sie!“<br />
„Zeigen Sie mal her!“, mischte sich Peter ein und griff auch schon nach der Urkunde, die der besagte Herr in den Händen hielt.<br />
Wir starrten zunächst ungläubig auf das Dokument. Richtig, wir hatten den Aufenthalt gewonnen.<br />
„Und der Flug..?“, fragten wir wie aus einem Munde.<br />
„Den organisieren und bezahlen Sie!“, gab er unumwunden zu.<br />
„Also, da liegt der Hase im Pfeffer begraben!“, stellte Peter fest.<br />
„Na, das war es dann wohl mit dem Gewinn! Den nehmen wir dann nicht an. Dankeschön!“, erklärte ich.<br />
„Warte doch mal ab!“, hielt mich Peter zurück. „Wir könnten doch auch mit dem Auto fahren.“<br />
„Welche Anreise Sie wählen bleibt Ihnen überlassen!“, mischte sich der besagte Herr in unsere Überlegungen ein. „Das können Sie immer noch in aller Ruhe besprechen! Wir müssten jetzt nur noch…“<br />
Er öffnete seinen Koffer und holte verschiedene Weinflaschen hervor.<br />
„… unsere kleine Weinprobe machen!“<br />
„Wir sind eigentlich keine Weintrinker und wollten auch keinen Wein bestellen!“, erklärte ich sofort. „Wenn Sie uns dann die Gewinnurkunde geben würden, dann…“<br />
„Das kann ich nicht“, rückte er leicht irritiert mit der Sprache heraus. „Den Gewinn kann ich Ihnen nur nach einer Bestellung aushändigen!“<br />
„Also doch ein Haken! Dann lassen wir es!“, sagte ich zum wiederholten Male.<br />
„Ach gegen einen Schluck Wein habe ich nichts!“, erklärte Peter.<br />
Was soll ich lange um den heißen Brei herum erzählen? Wir haben eine Kiste Wein bestellt und unsere Urkunde und somit den Gewinnanspruch erhalten. Und unsere Reise haben wir auch angetreten. Wir hatten nämlich etliche Meilen, die wir für den Flug nutzen konnten und für unseren damals fast fünfjährigen Timo kauften wir ein Flugticket. Somit war unsere Anreise geregelt, aber wir machten noch mehr. Wir verlängerten den Aufenthalt noch um eine Woche, diese Verlängerung zahlten wir aus eigener Tasche.<br />
Es wurde dann auch ein schöner Urlaub im April, denn eine weitere Bedingung war die Begrenzung auf bestimmte Vor- oder Nachsaisonmonate. Leider hatten wir ein paar Regentage dazwischen, die wir aber mit Besuchen im hoteleigenen Hallenbad oder beispielsweise im Meeresaquarium verbrachten. Trotzdem war es schön.<br />
Am letzten Urlaubstag liefen wir bei strahlendem Sonnenschein die Strandpromenade entlang. Und da trafen wir auf eine nette junge Frau, die uns freundlich ansprach. Ich denke, es war eine Studentin, die einen Ferienjob im Süden hatte. Sie hielt uns einige Karten hin und forderte uns auf doch eine auszuwählen.<br />
„Nein danke!“, meinte ich, denn mir schwante da etwas, aber Peter hatte bereits Timo aufgefordert eine Karte zu ziehen.<br />
Timo hielt die auserwählte Karte in die Höhe und sollte jetzt ein bestimmtes Feld aufrubbeln.<br />
„Na, dann mach mal!“, sagte ich zu unserem Sohn und gleich darauf folgte der Ausruf:<br />
„Herzlichen Glückwunsch! Sie haben gewonnen!“<br />
„Oh nein!“, dachte ich mir und in Peters Richtung zischte ich: „Genau davon habe ich in der Zeitung gelesen! Alles Nepper, Schlepper, Bauernfänger!“<br />
Da hörte ich ihn allerdings schon sagen: „Was haben wir denn gewonnen?“<br />
„Ein T-Shirt und einen Urlaub an der Cost del Sol! Sie werden kostenlos mit dem Taxi in ein Hotel gefahren, um ihren Gewinn abzuholen. Ich rufe gleich ein Taxi für Sie!“<br />
Trotz meines Protestes und meines Hinweises auf den heutigen letzten Urlaubstag, ging auf einmal alles ganz schnell. Wir wurden mehr oder weniger in ein Taxi gesetzt und irgendwo weit außerhalb des Ortes in eine große Hotelanlage gefahren. Dort empfing uns ein Mann, der uns sogleich auf die Sonnenterrasse bat und uns Getränke servieren ließ. Und dann ging es los:<br />
„Ist es nicht wunderschön hier? Das riesige Gelände, so weit das Auge nur blicken kann, gehört alles zu dieser Anlage. Dort drüben sind Tennisplätze und da hinten erstreckt sich die Golfwiese… Und schauen Sie nur hier in diesem Prospekt sind die Appartements abgebildet…“<br />
Timo hatte seine Cola inzwischen geleert und erhielt sofort ein weiteres Getränk. Trotzdem fragte er mich, wann wir wieder gehen würden und erklärte, er hätte keine Lust hier zu bleiben. Ich auch nicht, ehrlich gesagt. Mir war der Mann nicht gerade sympathisch. Außerdem quatschte er die ganze Zeit auf uns ein und so langsam und sicher kamen wir auch hinter seine vermeintlich vielversprechenden Aussagen: Er warb für nichts anderes als ein sogenanntes „Timesharing project“. Man sollte sich mit anderen Interessenten an den Kosten eines Appartements beteiligen und dafür durfte man dann je nach gezahlter Geldmenge einige Tage im Jahr in der Anlage verbringen.<br />
Wir erklärten ihm immer wieder, dass wir daran kein Interesse hätten, was er aber irgendwie nicht verstehen wollte. Langsam wurden wir alle leicht ungeduldig und säuerlich. Peter und ich, weil wir wollten, dass er uns endlich verstand und Timo, weil er keine Lust mehr hatte, alles uninteressant für ihn war, er sein zweites Getränk ebenfalls schon getrunken hatte und endlich das versprochene T-Shirt wollte. Obendrein ärgerte ich mich über die vergeudeten zwei Stunden an unserem letzten Urlaubstag.<br />
Kurz und gut: Der Mann war inzwischen auch verärgert, da er in uns nicht die erhofften „Dummen“ gefunden hatte und damit keine Provision erhielt und uns obendrein noch ein Taxi für den Rückweg organisieren musste. Bei der eher frostigen Verabschiedung, im Gegensatz zur überaus freundlichen Begrüßung, gab er uns noch eine unschöne Verheißung mit auf den Weg, die ich bis heute nicht vergessen habe:<br />
„Man sieht sich im Leben immer ein zweites Mal!“</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/herzlichen-glueckwunsch/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>7</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">341</post-id>	</item>
	</channel>
</rss>
