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	<title>Freiheit &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Das sind wir</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Jan 2017 08:28:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich möchte Euch heute ein bisschen von mir und meiner Familie erzählen. Allerdings sage ich Euch nicht gleich, wer ich bin, aber Ihr werdet es beim Lesen schon bald herausfinden. Ich und die anderen Mitglieder meiner Familie sind Euch gar nicht so unbekannt, wie Ihr vielleicht zunächst vermuten werdet. Ich möchte sogar behaupten, dass Ihr uns alle, ausnahmslos, kennt und uns nicht missen möchtet. Ich spreche in Rätseln? Ach lest einfach weiter und das Rätsel wird sich mit jedem Wort von mir mehr und mehr seiner Lösung nähern. Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen. Papa und Mama haben acht Kinder und auch unsere beiden Onkels leben mit uns zusammen. Wer in einer solch großen Familie lebt, der weiß, dass immer etwas los ist und man viel Spaß miteinander hat. Manchmal allerdings gibt es auch Streit, doch davon werde ich später noch berichten. Die Anzahl unserer Familienmitglieder ist nicht die einzige Besonderheit, die uns auszeichnet, sondern auch unser Aussehen. Wir sehen uns nämlich alle irgendwie ähnlich, doch das ist noch nichts Ungewöhnliches innerhalb einer Familie. Das &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich möchte Euch heute ein bisschen von mir und meiner Familie erzählen. Allerdings sage ich Euch nicht gleich, wer ich bin, aber Ihr werdet es beim Lesen schon bald herausfinden. Ich und die anderen Mitglieder meiner Familie sind Euch gar nicht so unbekannt, wie Ihr vielleicht zunächst vermuten werdet. Ich möchte sogar behaupten, dass Ihr uns alle, ausnahmslos, kennt und uns nicht missen möchtet. Ich spreche in Rätseln? Ach lest einfach weiter und das Rätsel wird sich mit jedem Wort von mir mehr und mehr seiner Lösung nähern.</strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch bin in einer Großfamilie aufgewachsen. Papa und Mama haben acht Kinder und auch unsere beiden Onkels leben mit uns zusammen. Wer in einer solch großen Familie lebt, der weiß, dass immer etwas los ist und man viel Spaß miteinander hat. Manchmal allerdings gibt es auch Streit, doch davon werde ich später noch berichten.<br />
Die Anzahl unserer Familienmitglieder ist nicht die einzige Besonderheit, die uns auszeichnet, sondern auch unser Aussehen. Wir sehen uns nämlich alle irgendwie ähnlich, doch das ist noch nichts Ungewöhnliches innerhalb einer Familie. Das Tolle daran ist, dass wir eigentlich lauter Zwillingen sind. Ja, genau Ihr habt richtig gelesen. Wir sind sozusagen vier Zwillingspärchen, &#8211; immer ein Junge und ein Mädchen. Ob Ihr es glaubt oder nicht, sogar die beiden Onkels sehen sich verdammt ähnlich. Es ist kein Geheimnis, dass auch sie Zwillinge sind. Wenn ihr aufmerksam gelesen habt, dann habt Ihr gemerkt, dass wir vier Mädchen und vier Jungs und die beiden Onkels untrennbar zusammen gehören. Papa und Mama nehmen uns überall mit hin. Ganz egal, wo sie auch immer hingehen, wir sind dabei. Ich finde das ziemlich nett von unseren Eltern. Wir hängen auch ziemlich an ihnen.<br />
Für unsere beiden Kleinsten ist es nicht immer so einfach mit uns anderen Schritt zu halten. Na, sie sind eben noch richtige Babies. Sie heißen Chris und Chrissy. Ich bin Franzi und gehöre mit meinem Bruder Franz zu den Mittleren. Petra und Peter sind größer und Stefan und Stefanie sind kleiner. Am größten sind die beiden Onkels Tim und Tom.<br />
Das Schönste an unserer Großfamilie ist die Tatsache, dass keiner von uns jemals alleine ist. Wir gehören einfach zusammen und keiner kann sich ein Leben ohne die anderen vorstellen.<br />
Ihr seid neugierig geworden und wollt noch mehr von uns wissen? Ich muss mal kurz nachdenken, was Euch noch so interessieren könnte. Ach ja, jetzt weiß ich es:<br />
Ich habe ja schon gesagt, dass wir immer viel Spaß miteinander haben. Wir laufen und rennen gerne. Aber auch baden und tanzen macht uns viel Freude. Überhaupt sind wir sehr lebhaft. Wir sind eine richtige Lausebande. Irgendwie zappeln wir den ganzen Tag herum, deshalb ist uns aber eigentlich auch niemand böse.<br />
Die beiden Onkels sind immer ein bisschen tollpatschig und außerdem noch etwas vorwitzig, was vielleicht auch mit ihrer Größe zusammenhängt. Sie schauen nämlich manchmal ganz neugierig aus einem Loch heraus. Außerdem stoßen sie sich ständig irgendwo an. Wir anderen zucken dann immer erschrocken zusammen. Den beiden Kleinen, Chris und Chrissy, passiert das auch hin und wieder und dann ist das Geplärre groß. Wir anderen halten uns ja mehr im Mittelfeld auf und sind durch die Großen, aber auch die Kleinen irgendwie geschützt. Dazu muss man noch wissen, dass wir immer in der selben Anordnung marschieren.<br />
Man muss sich das folgendermaßen vorstellen: Peter, Franz, Stefan und Chris laufen zusammen mit Onkel Tim. Petra, Franzi, Stefanie und Chrissy gehen zusammen mit Onkel Tom durch die Welt.<br />
Papa und Mama sind sehr stolz auf uns alle und sie sagen immer, dass Onkel Tom mit den vier Jungs ebenso wie Onkel Tim mit den vier Mädchen aussehen würden wie die Orgelpfeifen. Das kann schon sein, wenn man so unsere Größe betrachtet, das gebe ich ja zu.<br />
Wie Ihr Euch denken könnt, gibt es wie in jeder Familie auch bei uns manchmal Streit. Das passiert meist dann, wenn man uns zusammenpfercht. Wir sind dann so dicht beieinander, dass einer an den anderen gequetscht wird und das ist ziemlich störend. Ständig beschwert sich einer, weil ihm sein Nebenmann in diesem Gedränge wehgetan hat. Außerdem schwitzen alle ziemlich durch diese unangenehme Enge. Das sind die Momente, in denen es gar nicht schön ist, in einer Großfamilie zu leben, aber die sind eher selten.<br />
Um diesem Gedränge zu entgehen, lieben wir es an trockenen und warmen Tagen ohne Bekleidung zu gehen. Unsere Eltern sagen immer, dass barfuß laufen gesund sei und das können wir nur bestätigen. Dann spüren wir nämlich die große Freiheit und fühlen uns rundum wohl. Es gibt keine stinkenden Socken und auch keine engen Schuhe.<br />
So, jetzt habe ich Euch so viel über uns verraten und ihr wisst nun bestimmt alle, wer wir sind. Ihr kennt uns, da bin ich mir hundertprozentig sicher. Denn jeder von Euch marschiert mit uns täglich durch die Gegend. Manche von Euch lieben uns so sehr, dass sie uns sogar einen Ring schenken, was allerdings sehr ungewöhnlich ist. Viele Frauen hingegen schenken uns einen bunten Anstrich. Männer allerdings stehen mehr auf große blaue Onkels.</p>
<p style="text-align: left;">Ihr wisst es immer noch nicht?</p>
<p style="text-align: right;">Dann will ich es Euch verraten:</p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Wir sind Eure</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>10</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Fußzehen!!!</em></strong></p>
<p style="text-align: left;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-3991 size-large" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/01/1200px-_DSC6629-1024x682.jpg" width="840" height="559" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/01/1200px-_DSC6629-1024x682.jpg 1024w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/01/1200px-_DSC6629-300x200.jpg 300w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/01/1200px-_DSC6629-768x511.jpg 768w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/01/1200px-_DSC6629-840x560.jpg 840w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2017/01/1200px-_DSC6629.jpg 1200w" sizes="(max-width: 840px) 100vw, 840px" /></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/dumme-socke/">Dumme Socke</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/waschmaschinengespraeche/">Waschmaschinengespräche</a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://lifetellsstories.de/zwiegespraech/">Zwiegespräch</a></p>
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		<title>Über den Wolken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2014 18:29:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Abu Dhabi]]></category>
		<category><![CDATA[Bangkok]]></category>
		<category><![CDATA[Flugzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Purser]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Stewardess]]></category>
		<category><![CDATA[Thailand]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer erinnert sich nicht an das bekannte Lied von Reinhard Mey, beziehungsweise dessen einprägsamen Refrain?  „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen sagt man blieben darunter verborgen. Und dann würde was uns groß und wichtig erscheint plötzlich nichtig und klein…“ * Immer, wenn ich im Flieger sitze und die Wolken betrachte, dort oben einen Sonnenauf- oder -untergang miterlebe, muss ich zugeben: Stimmt, diese unendliche Weite und die Wolken sind faszinierend. Allerdings gibt es auch Menschen bei denen die Ängste durch das Fliegen erst anfangen oder solche bei denen auch über den Wolken das Problemgenerieren nicht aufhört. So zum Beispiel vor zwei Jahren auf unserem Flug nach Abu Dhabi: Wir haben den Check-in und die Sicherheitskontrollen bereits hinter uns gelassen und befinden uns am Gate. Für uns ist es der Beginn einer langen Reise, denn wir wollen eigentlich nach Bangkok, wo Peter alljährlich für zwei Wochen an der King Mongkut’s University of Technology North Bangkok unterrichtet. All die Jahre zuvor konnten wir von Berlin im Direktflug in die thailändische Hauptstadt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer erinnert sich nicht an das bekannte Lied von Reinhard Mey, beziehungsweise dessen einprägsamen Refrain? </strong></p>
<p><strong>„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen sagt man blieben darunter verborgen. Und dann würde was uns groß und wichtig erscheint plötzlich nichtig und klein…“ *</strong><br />
<span class="dropcap">I</span>mmer, wenn ich im Flieger sitze und die Wolken betrachte, dort oben einen Sonnenauf- oder -untergang miterlebe, muss ich zugeben: Stimmt, diese unendliche Weite und die Wolken sind faszinierend. Allerdings gibt es auch Menschen bei denen die Ängste durch das Fliegen erst anfangen oder solche bei denen auch über den Wolken das Problemgenerieren nicht aufhört. So zum Beispiel vor zwei Jahren auf unserem Flug nach Abu Dhabi:<br />
Wir haben den Check-in und die Sicherheitskontrollen bereits hinter uns gelassen und befinden uns am Gate. Für uns ist es der Beginn einer langen Reise, denn wir wollen eigentlich nach Bangkok, wo Peter alljährlich für zwei Wochen an der King Mongkut’s University of Technology North Bangkok unterrichtet.<br />
All die Jahre zuvor konnten wir von Berlin im Direktflug in die thailändische Hauptstadt fliegen, doch jetzt ist der Flug mit Zwischenstop. Hierfür gibt es verschiedene Varianten, wir haben uns für den Flug über Abu Dhabi entschieden. Die drei Stunden Aufenthalt in der arabischen Stadt, bzw. auf deren Flughafen, werden uns zwar etwas Bewegung verschaffen, verlängern aber die ganze Angelegenheit nur. Somit beschließen wir schon jetzt, das nächste Mal für zwei Tage in Abu Dhabi zu verweilen.<br />
„Wenn ich die Stunden vom Zeitpunkt des Verlassens unseres Hauses in Cottbus bis zum Eintreffen in der Unterkunft in Bangkok zusammenzähle, so kommen wir locker auf 21 bis 22 Stunden“, rechne ich Peter vor.<br />
„Danach freuen wir uns allerdings umso mehr darauf, uns ins Bett fallen zu lassen und alle Viere von uns strecken zu können“, ersehne ich mir unsere Ankunft.<br />
Wir warten also gerade darauf, dass das Gate geöffnet wird und wir mit dem Bus zum Flugzeug gebracht werden, da dieses eine Vorfeldposition hat. Schon beim Einstieg fällt mir das im Rentenalter befindliche Ehepaar auf, welches dann auch zufälligerweise eine Reihe hinter uns Platz nimmt.<br />
Die übliche Prozedur beginnt, Anschnallen, Ansagen von der Stewardess und dem Flugkapitän, Vorführung der Sicherheitsanweisungen etc. Ich blättere die Bordlektüre durch und wir überlegen, ob wir Peters Eau de Toilette und mein Parfüm im Bordshop kaufen. Schon bald kommt die Stewardess und teilt Getränke aus. Die ersten eineinhalb Stunden vergehen sprichwörtlich wie im Fluge, denn auch das Menü wird bereits serviert. Wie jeder weiß, müssen hierfür die Sitze gerade gestellt sein. -Logisch!<br />
Nach dem Essen und Abräumen geht es dem langweiligeren Teil der Reise zu, denn jetzt ist nur noch abwarten angesagt.<br />
„Ich schlaf jetzt ein bisschen“, kündigt Peter an und stellt seine Sitzlehne schräg.<br />
„Ich bin auch ziemlich müde, aber meistens kann ich im Flieger doch nicht richtig schlafen, aber probieren kann ich es ja mal!“, gebe ich als Antwort zurück und verstelle ebenfalls meine Sitzlehne. Sogleich verspüre ich ein Drücken von hinten. Ich denke mir, dass mein Hintermann wohl versucht den Touchscreen zu bedienen, der an der Lehne befestigt ist.<br />
„Wenn es ebenso ist wie bei meinem, dann funktioniert er nicht sofort und man muss fester drücken“, gestehe ich meinem Hintermann gedanklich zu.</p>
<p><span style="line-height: 1.73;">Peter brummelt irgendetwas Unverständliches, aber ich versuche es mir gerade in den engen Sitzreihen so gemütlich wie nur möglich zu machen und achte nicht weiter darauf.</span></p>
<p>„Langsam geht mir das ewige Gedrücke aus der Hinterreihe doch etwas auf den Nerv“, denke ich gerade, denn es hat sich massiv verstärkt und wird sehr unangenehm. Unvermittelt und unabhängig von meinen Gedankengängen dreht sich Peter plötzlich nach hinten um und fragt leicht verärgert:<br />
„Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“<br />
„Ja!“, tönt es von Peters Hintermann. „Stellen Sie sofort Ihren Sitz gerade!“ Wohlgemerkt: Dies ist keine Bitte, eher ein strenger Befehl.<br />
Im gleichen Moment habe ich das Gefühl von hinten durch den Sitz in den Rücken getreten zu bekommen und gleichzeitig beginnt meine Lehne durch ein Rütteln von hinten zu wackeln. Jetzt drehe auch ich mich um und erkenne, dass ich mich nicht getäuscht habe, aber auch, dass das Drücken zuvor ebenfalls nicht unbeabsichtigt war.<br />
„Entschuldigung, aber Sie können doch auch Ihren Sitz nach hinten lehnen, das machen jetzt alle so!“, erkläre ich dem Rentnerpaar, das uns beiden ärgerliche Blicke schickt. Ich drehe mich wieder um und versuche erneut etwas zu ruhen.<br />
Schon wieder erhalte ich einen Tritt in den Rücken. Peter anscheinend auch, denn jetzt reagiert er in einem leicht gereizten Ton:<br />
„Würden Sie das bitte unterlassen!“<br />
„Kann ich irgendwie helfen?“, fragt die nette Stewardess, die plötzlich neben unserem Sitz steht. Wir erklären ihr, dass wir ständig in den Rücken getreten werden und an unseren Sitzen gerüttelt wird, weil wir unsere Sitzlehne verstellt haben. In einem freundlichen Ton fordert sie die Fluggäste hinter uns auf, dies zu unterlassen. Kaum hat sie sich allerdings abgewandt, rebellieren die Beiden jedoch weiter, indem das Treten fester und das Rütteln stärker wird.<br />
„Schon wieder!“, sage ich leise zu Peter, der mir bestätigt, dass es bei ihm genauso ist.<br />
Als würde die Stewardess etwas ahnen oder hätte es aus den Augenwinkeln heraus mitbekommen, dreht sie sich abrupt wieder um und erklärt nochmals in einem relativ netten und zuvorkommenden, aber dennoch bestimmenden Ton, dass wir nichts Unrechtes getan haben.<br />
„Bitte unterlassen sie dies, sonst muss ich den Purser holen!“<br />
Das Rentnerpaar gibt keinen Laut von sich, sondern schaut die Flugbegleiterin nur mit großen erstaunten Augen an. Nach fünf Minuten allerdings ist hat die Ermahnung anscheinend ihre Wirkung verloren, denn wir verspüren erneut Tritte.<br />
Jetzt wissen wir uns nicht mehr anders zu helfen und Peter betätigt den Klingelknopf. Sofort eilt auch schon die Stewardess in Begleitung des Purers herbei.<br />
„Welches Problem haben Sie denn?“, fragt er sogleich unsere „Hintermänner“.<br />
„Wir haben hier überhaupt keinen Platz, weil die Leute vor uns unverschämterweise ihre Sitze nach hinten gelehnt haben“, erklärt der ältere Herr.<br />
„Ja“, sagt der Purser. „Das ist das Recht eines jeden Fluggastes. Stellen Sie doch ebenfalls Ihre Lehne schräg, dann haben Sie auch wieder mehr Platz.“<br />
„Nein, das wollen wir aber nicht! Wir möchten, einen anderen Platz!“, fordert der ältere Mann.<br />
„Tut mir leid, aber wir sind voll besetzt. Allerdings würde es Ihnen überall genauso ergehen, egal wo Sie sitzen. Alle Fluggäste haben jetzt die Lehnen gekippt.“<br />
In der Annahme, die Sache geklärt zu haben, wenden sich die beiden Flugbegleiter zum Gehen um. Im selben Moment erhalte ich schon wieder einen Tritt von hinten. Automatisch entfährt mir ein Aufschrei: „Au!“<br />
Blitzartig dreht sich der Purser um und ermahnt das Paar hinter uns in einem sehr autoritären Tonfall:<br />
„Ich sage es Ihnen jetzt zum letzten Mal: Unterlassen Sie dies bitte! Ansonsten sehe ich mich genötigt ihre Personalien aufzunehmen und diese am Flughafen der Polizei zu übergeben.“<br />
„Das hat gesessen“, flüstere ich Peter zu.<br />
Ich muss zugeben, dass diese Drohung des Flugpersonals Wirkung zeigte, allerdings anscheinend aber keine Einsicht, denn Peter erzählte mir später:<br />
„Als das Licht im Flugzeug ausging, erhielt ich von hinten noch die Ansage: ‚Sie werden heute Nacht keine ruhige Minute haben!‘ “<br />
Anscheinend wurde das ältere Ehepaar dann jedoch vom Schlaf übermannt, denn wir erhielten keine weiteren Tritte und auch keine Drohungen mehr. Ich befürchtete schon sie könnten eventuell auch nach Bangkok weiterfliegen, aber ich habe sie nie wieder gesehen. Was ich ehrlich gesagt auch nicht bedauere, denn wenn für diese Menschen dort oben schon solche Streitfaktoren existieren, frage ich mich:<br />
„Wie mag es dann unten auf der Erde sein?“<br />
Eine Sache jedoch bereitet mir noch einige Kopfschmerzen. Zu mir hat nämlich einmal jemand gesagt: „Im Leben trifft man sich immer ein zweites Mal!“ …</p>
<p>„Über den Wolken<br />
Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein<br />
Alle Ängste, alle Sorgen<br />
Sagt man<br />
Blieben darunter verborgen<br />
Und dann<br />
Würde was uns groß und wichtig erscheint<br />
Plötzlich nichtig und klein“ *</p>
<p>*Mey, Reinhard: Über den Wolken (1974) http://www.songtexte.com/songtext/reinhard-mey/uber-den-wolken-43da0737.html (Stand: 20.11.2014)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2014/11/1200px-DSC09916.jpg"><img decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-203 aligncenter" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2014/11/1200px-DSC09916-150x150.jpg" alt="1200px-DSC09916" width="150" height="150" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2014/11/1200px-DSC09916-150x150.jpg 150w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2014/11/1200px-DSC09916-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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