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	<title>Flugzeug &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Besuch im Weihnachtsland (13)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Dec 2018 07:30:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
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					<description><![CDATA[Sie hören es plötzlich alle, dieses seltsame Geräusch, das immer lauter wird und anscheinend auch näher kommt.&#160; Die ganze Engelschar, die Helferlein und selbst Rudi werden ganz aufgeregt.&#160; &#8222;Was ist das?&#8220; „Das habe ich noch nie gehört!“ „Sollten wir uns in Sicherheit bringen?“ „Wenn doch nur Weihnachtsmann Willi hier wäre, er wüsste, was zu tun ist. Aber Willi macht gerade ein kleines Nickerchen bevor er wieder zu seiner nächsten Tour aufbrechen muss“, denkt Rudi erschrocken. „Ihn dürfen wir nicht wecken.“ Rudi würde sich am liebsten verkriechen. Aber wo? Hinter dem Berg von eingepackten Geschenken?&#160; Noch ehe jemand von ihnen die Gelegenheit hat sich ein Versteck auszudenken, geschweige denn sich dorthin zu begeben, wird es dunkel und etwas scheint über ihnen zu schweben. „Das kann nur ein riesiges Ungeheuer sein und das seltsame Geräusch wird dann wohl sein Fauchen sein“, überlegt sich Rudi. Bevor Rudi seine Gedanken ordnen kann, kommt dieses eigenartige Ding näher und setzt zur Landung an. Es sieht aus, wie eine Mischung aus Schlitten und Flugzeug. „Hallo, hallo!“, schallt es auf einmal aus &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>Sie hören es plötzlich alle, dieses seltsame Geräusch, das immer lauter wird und anscheinend auch näher kommt.&nbsp; Die ganze Engelschar, die Helferlein und selbst Rudi werden ganz aufgeregt.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Was ist das?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das habe ich noch nie gehört!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sollten wir uns in Sicherheit bringen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn doch nur Weihnachtsmann Willi hier wäre, er wüsste, was zu tun ist. Aber Willi macht gerade ein kleines Nickerchen bevor er wieder zu seiner nächsten Tour aufbrechen muss“, denkt Rudi erschrocken. „Ihn dürfen wir nicht wecken.“ Rudi würde sich am liebsten verkriechen. Aber wo? Hinter dem Berg von eingepackten Geschenken?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ehe jemand von ihnen die Gelegenheit hat sich ein Versteck auszudenken, geschweige denn sich dorthin zu begeben, wird es dunkel und etwas scheint über ihnen zu schweben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das kann nur ein riesiges Ungeheuer sein und das seltsame Geräusch wird dann wohl sein Fauchen sein“, überlegt sich Rudi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor Rudi seine Gedanken ordnen kann, kommt dieses eigenartige Ding näher und setzt zur Landung an. Es sieht aus, wie eine Mischung aus Schlitten und Flugzeug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hallo, hallo!“, schallt es auf einmal aus diesem merkwürdigen Gefährt. „Sind wir hier richtig im Weihnachtsland?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja! Hier ist das Weihnachtsland“, rufen alle zurück.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt nimmt Rudi allen Mut zusammen und stellt die zwei entscheidenden Fragen:&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer seid ihr?“&nbsp; &nbsp; und &nbsp; &nbsp; „Was wollt ihr?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir suchen den Weihnachtsmann Willi“, antworten die Fremden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer sucht mich hier?“, tönt es auf einmal aus der hintersten Ecke des Weihnachtslandes, wo Willi sich für sein kurzes Schläfchen zurückgezogen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein alter Mann übernimmt jetzt die Gesprächsführung: „Ich bin es, Albert. Und das sind meine Freunde: Bruno, der Teddybär, dessen Wunsch es ist dich, Willi zu treffen und dich einmal auf deiner Tour begleiten zu dürfen. Das sind Kurt, der Schneemann, Hugo, der Waldmensch und die Eule Aurelia.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, mein Freund Albert“, ruft Willi voller Freude aus und kommt zu dem kleinen Grüppchen. „Wie schön dich wiederzusehen. Und das sind also deine Freunde. Ich habe schon gehört, dass ihr den langen Weg zu mir auf euch genommen habt. Seid alle herzlich willkommen im Weihnachtsland.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt bricht unter den Anwesenden Jubel und Heiterkeit aus. Alle beginnen zu singen und zu jubilieren und fast hätten sie vergessen, dass es eigentlich noch so viel Arbeit bis zum Fest zu erledigen gibt. Doch Willi wäre nicht der Weihnachtsmann, wenn er nicht an die vielen Kinder denken würde, die sehnsüchtig auf ihn und die Geschenke warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„So leid es mir tut, aber wir müssen wieder an die Arbeit“, erklärt er und angeführt von Rudi begeben sich alle Engelchen und Helferlein wieder in die Engelswerkstatt. „Wir haben schon viel zuviel Zeit verloren und brauchen im Grunde genommen ein kleines Wunder, um alles noch rechtzeitig zu schaffen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe da mal eine Idee!“, meldet sich sein Freund Albert ganz bescheiden zu Wort. „Willi nimm doch einfach mein düsenangetriebenes Gefährt. So bist du viel schneller bei den Kindern und Teddybär Bruno hilft dir beim Verteilen der Geschenke. Dann kann er auch einmal ein richtiger kleiner Weihnachtsmann sein. Und wir anderen helfen in der Engelswerkstatt. Mit vereinten Kräften schaffen wir das schon.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du bist tatsächlich so klug und weise, wie alle behaupten, lieber Albert!“, lacht Willi und klopft seinem Freund auf die Schulter. Er winkt Bruno herbei, gibt ihm ein kleines Weihnachtsmannkostüm und schon düsen sie mit Höchstgeschwindigkeit los. Im Gepäck haben sie die Geschenke für die Kinder und selbst die Rentiere und Hirsche dürfen mitfahren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Für dich, Bruno, habe ich noch eine Überraschung“, sagt Willi. „Ich will nämlich ganz zum Schluss noch zu einem niedlichen Jungen, dessen sehnlichster Wunsch es ist einen kleinen Weihnachtsmannteddybär zu bekommen und auf unserer Fahrt dorthin kannst du mir deine Geschichte erzählen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lieber Weihnachtsmann Willi …“, beginnt Bruno, der Teddybär.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="text-align:center"><strong><em>Ich bedanke mich bei allen meinen Lesern für die Treue und wünsche Euch ein wunderschönes Weihnachtsfest. Kommt gut in das Neue Jahr und bleibt alle gesund und munter. Ich freue mich auch in 2019 auf unsere gegenseitigen Besuche. </em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="text-align:center"><strong><em>Herzliche Grüße </em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="text-align:center"><strong><em>Astrid Berg</em></strong><br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><br></p>



<p class="wp-block-paragraph">*<em>Das Beitragsfoto habe ich von einer alten Weihnachtskarte der damaligen Firma BMW Rolls-Royce </em><strong><em>Aero</em></strong><em>Engines abfotografiert. Der Designer dieser Karte ist mir allerdings nicht bekannt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Ein neuer Freund (5)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Dec 2018 03:32:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[fern]]></category>
		<category><![CDATA[Flugzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Freund]]></category>
		<category><![CDATA[Schneemann]]></category>
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		<category><![CDATA[Zuversicht]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht nur im Weihnachtsland herrscht große Aufregung, sondern auch da, wo sich Bruno, der Teddybär zur Zeit aufhält. „Hey, schaut mal alle her! Da kommt ein Neuer!“ „Wer bist Du?“ „Wo kommst Du her?“ „Wieso bist Du hier?“ Etwas verschüchtert sieht sich Bruno verschiedenen Gestalten gegenüber. Bevor er auf die vielen Fragen antworten kann, die auf ihn einströmen, muss er erst einmal wissen, wo er hingeraten ist. „Du bist in einem Fundbüro“, verkündet ihm ein Schneemann mit Mütze und Schal. „Erzähl schon, durch welchen Umstand bist Du hierher gekommen?!“ So erzählt Bruno zunächst einmal, dass er dem Weihnachtsmann Willi geschrieben hat, von seiner Flucht und dass er sich auf dem Weg ins Weihnachtsland befindet. „Versteckt in dem Rucksack gelangte ich in ein Flugzeug“, berichtet er. „Ich dachte immerzu nur an Weihnachtsmann Willi. ‚Ach‘, dachte ich so vor mich hin. ‚Wenn ich doch nur schon bei Dir wäre, lieber Weihnachtsmann Willi. Ob Du wohl schon meinen Brief erhalten hast?’ Ich wurde bei meinen Überlegungen, durch die Vorfreude auf ihn und das Weihnachtsland ganz zappelig und unruhig. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nicht nur im Weihnachtsland herrscht große Aufregung, sondern auch da, wo sich Bruno, der Teddybär zur Zeit aufhält.</strong><br />
<strong>„Hey, schaut mal alle her! Da kommt ein Neuer!“</strong><br />
<strong>„Wer bist Du?“</strong><br />
<strong>„Wo kommst Du her?“</strong><br />
<strong>„Wieso bist Du hier?“</strong><br />
<span class="dropcap">E</span>twas verschüchtert sieht sich Bruno verschiedenen Gestalten gegenüber. Bevor er auf die vielen Fragen antworten kann, die auf ihn einströmen, muss er erst einmal wissen, wo er hingeraten ist.<br />
„Du bist in einem Fundbüro“, verkündet ihm ein Schneemann mit Mütze und Schal. „Erzähl schon, durch welchen Umstand bist Du hierher gekommen?!“<br />
So erzählt Bruno zunächst einmal, dass er dem Weihnachtsmann Willi geschrieben hat, von seiner Flucht und dass er sich auf dem Weg ins Weihnachtsland befindet.<br />
„Versteckt in dem Rucksack gelangte ich in ein Flugzeug“, berichtet er. „Ich dachte immerzu nur an Weihnachtsmann Willi. ‚Ach‘, dachte ich so vor mich hin. ‚Wenn ich doch nur schon bei Dir wäre, lieber Weihnachtsmann Willi. Ob Du wohl schon meinen Brief erhalten hast?’<br />
Ich wurde bei meinen Überlegungen, durch die Vorfreude auf ihn und das Weihnachtsland ganz zappelig und unruhig. Durch mein Zappeln und Strampeln löste sich der Verschluss des Rucksackes und ich konnte ungehindert herausschlüpfen. Nun war ich im Gepäckraum. Viele Stunden spazierte ich dort auf und ab, bevor ich merkte, dass das Flugzeug an Höhe verlor. Es setzte zur Landung an. Das Fahrgestell wurde mit einem Höllenlärm, der mich fast zu Tode erschreckte, ausgefahren und kurz danach gab es einen tüchtigen Ruck. Wir waren gelandet.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Als die Koffer ausgeladen wurden, stellte ich mich tot und verhielt mich wie ein ganz normaler Plüschteddy. So legte man mich ebenfalls auf das Gepäckband. Viele Runden drehte ich auf diesem schwarzen Förderband.<br />
‚Hilfe!‘, rief ich wie mir schien ziemlich laut. ‚Hilfe, mir ist total schwindelig!‘ Doch niemand hörte mich und so lag ich noch immer dort, nachdem alle anderen Gepäckstücke schon abgeholt worden waren. So kam, was kommen musste.  Arbeiter nahmen mich und trugen mich zum Fundbüro. Und hier bin ich nun, bei Euch!“, schließt Bruno seinen Bericht ab.<br />
„So, so, Du willst also ins Weihnachtsland?! Da hast Du Dir aber was vorgenommen!“, meint der Schneemann, der anscheinend der Wortführer von allen hier versammelten und einst liegen gelassenen Gestalten ist.<br />
„Kennst Ihr den Weg zu Weihnachtsmann Willi?“, fragt Bruno hoffnungsvoll.<br />
Leider kann niemand ihm eine Wegbeschreibung geben. Doch der Schneemann ergreift schon wieder das Wort:<br />
„Ich habe von einem Freund gehört, dass er einen Bekannten hat, der jemand kennt, der wiederum jemand kennt, der ihm von einem alten Mann berichtet hat. Dieser Mann würde in einem dunklen und finsteren Wald leben und wäre sehr weise.“<br />
Als Teddybär Bruno die Stirn runzelt, fügt der Schneemann schnell hinzu:<br />
„Bestimmt weiß dieser alte und weise Mann einen Rat. Vielleicht kennt er den Weihnachtsmann Willi ja persönlich oder er kennt jemand, der ihn kennt.“<br />
Bruno schöpft neue Hoffnung und bittet den Schneemann ihn doch zu diesem Freund zu bringen, der einen Bekannten hat, der jemand kennt, der wiederum jemand kennt, der ihm von diesem alten und weisen Mann berichtet hat.<br />
Da der Schneemann schon ziemlich lange gelangweilt in dem Fundbüro herumgestanden hat und endlich in den Winter hinaus will, erklärt er sich bereit, mit Bruno auf dessen Wanderschaft zu gehen. Also klettern sie bei Nacht und Nebel durch ein nur angelehntes Fenster, bereit für neue Abenteuer.<br />
<span class="Apple-converted-space"> </span>Und so denkt Bruno nun voller Freude und Zuversicht:<br />
„Weihnachtsmann Willi, ich bin Dir nicht mehr fern!“…</p>
<p style="text-align: center;">Fortsetzung folgt&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/das-weihnachtskonzert/">Das Weihnachtskonzert</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/zotti-im-weihnachtsland/">Zotti im Weihnachtsland</a></p>
<p><a href="http://lifetellsstories.de/liebes-christkind/">Liebes Christkind</a></p>
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		<title>Putzteufel und Putzfee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2015 16:08:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dies & Das und sonst noch Was]]></category>
		<category><![CDATA[Denkmal]]></category>
		<category><![CDATA[Flugzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Gebäude]]></category>
		<category><![CDATA[Herr und Frau Saubermann]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Putzfee]]></category>
		<category><![CDATA[putzt]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist eine unumstrittene Tatsache, dass Schmutz Geschichten erzählt. Um diese Geschichten geht es allerdings heute und hier an dieser Stelle nicht. Ich denke mir einfach „Schmutz, &#8211; na warte!“ und widme mich heute dem Thema „Putzen“. Auch das Entfernen von Schmutz gehört zu unserem Leben und erzählt Geschichten. Vermutlich entfernten schon die Höhlenmenschen in ihren Behausungen die Verunreinigungen, die durch das Feuer entstanden. Doch so weit zurück will ich mich heute gar nicht wagen, sondern beziehe mich auf die Gegenwart und die nahe Vergangenheit. Dem Putzen scheint etwas Teuflisches und gleichzeitig ein Zauber innezuwohnen, zumindest, wenn man die beiden Bezeichnungen in der Überschrift betrachtet. Anscheinend muss man dem Schmutz, den man ja durch Putzen beseitigen möchte, mit dem Teufel, in Form von Putzmitteln, zu Leibe rücken. Oder meint man damit diejenigen, die wie vom Teufel besessen alles um sich herum säubern? Andererseits spricht man von der Putzfee, was den Eindruck vermittelt, man könne den Schmutz mithilfe eines Zaubers besiegen. Dies scheinen auch die Hersteller der Putzmittel und die Werbung glaubhaft machen zu wollen. Durch &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist eine unumstrittene Tatsache, dass Schmutz Geschichten erzählt. Um diese Geschichten geht es allerdings heute und hier an dieser Stelle nicht. Ich denke mir einfach „Schmutz, &#8211; na warte!“ und widme mich heute dem Thema „Putzen“. Auch das Entfernen von Schmutz gehört zu unserem Leben und erzählt Geschichten. Vermutlich entfernten schon die Höhlenmenschen in ihren Behausungen die Verunreinigungen, die durch das Feuer entstanden. Doch so weit zurück will ich mich heute gar nicht wagen, sondern beziehe mich auf die Gegenwart und die nahe Vergangenheit.</strong><br />
<span class="dropcap">D</span>em Putzen scheint etwas Teuflisches und gleichzeitig ein Zauber innezuwohnen, zumindest, wenn man die beiden Bezeichnungen in der Überschrift betrachtet. Anscheinend muss man dem Schmutz, den man ja durch Putzen beseitigen möchte, mit dem Teufel, in Form von Putzmitteln, zu Leibe rücken. Oder meint man damit diejenigen, die wie vom Teufel besessen alles um sich herum säubern?</p>
<p>Andererseits spricht man von der Putzfee, was den Eindruck vermittelt, man könne den Schmutz mithilfe eines Zaubers besiegen. Dies scheinen auch die Hersteller der Putzmittel und die Werbung glaubhaft machen zu wollen. Durch die vielen Zaubermittel, die es inzwischen auf dem Markt gibt, soll laut Versprechungen, der Schmutz fast von alleine verschwinden und alles wie von Zauberhand in neuem Glanz erstrahlen. Oftmals angeblich sogar ohne Scheuern und Schrubben oder anderweitige Hilfsmittel. Tatsächlich aber kann Putzen auch eine schwere und körperliche Arbeit sein.<br />
Wir putzen und schrubben, wischen und wienern täglich in irgendeiner Ecke unseres Umfeldes. Und so kommt es, dass „nach dem Putzen“ auch gleichzeitig immer mit „vor dem Putzen“ gleichgesetzt werden muss. Ob wir dabei den Putzlappen, den Schrubber, die Bürste, das Spültuch oder den Staubwedel benutzen, Sinn und Zweck ist die Reinigung. Schmutz ist einfach nur Materie am falschen Ort und diese muss beseitigt werden. Hierfür braucht man Zeit und Geduld und selbstverständlich die richtigen Putzmittel.<br />
Putzen ist oftmals eine undankbare Sache. Warum? Ganz einfach, denn wirklich dreckig ist unsere Wohnung beispielsweise nie. Also putzen wir und hinterher sieht man es noch nicht einmal. Man sieht nur, wenn es schmutzig ist, aber dazu lassen wir es ja nicht erst kommen und daher wird die Tätigkeit des Putzens meist auch unterschätzt und zu wenig gewürdigt.<br />
Der Wohnungsputz ist die eine Sache, aber wie sieht die Sauberkeitserhaltung in anderen Bereichen aus? Es gibt Arbeiten außerhalb unserer Wohnung und innerhalb anderer Tätigkeitsbereiche, in denen tatsächlich und wahrhaftig Schmutz beseitigt werden muss. Hier müssen dann oftmals echte Profis ans Werk.<br />
Man denke zum Beispiel an den Tatortreiniger und dabei meine ich nicht nur die Fernsehserie im NDR mit Bjarne Mädel, sondern diejenigen Menschen, die im wirklichen Leben mit solchen Aufgaben betraut sind. Die Reinigung von Leichenfundorten, die Säuberung von Messiehaushalten, Entrümplungen usw. erfordern Profis und und sind sicherlich keine angenehmen und leichten Aufgaben.<br />
Profis werden auch in anderen Bereichen der Säuberung benötigt. Am häufigsten zu beobachten sind die Fassaden- und Fensterreiniger. Sie sind oftmals in luftigen Höhen am Werk und sollten unbedingt schwindelfrei sein.<br />
Aber denken wir doch einmal an andere Bauwerke, nicht nur an Wohnhäuser oder gigantische Bürogebäude. Was ist eigentlich mit dem Eifelturm? Putzt ihn auch jemand oder wird diese Säuberung allein der Natur und damit dem Regen überlassen? Nein, auch die gigantischen und großen Wahrzeichen unserer Welt werden von Profiteams gereinigt und zwar regelmäßig. Bleiben wir vorerst einmal beim Eifelturm: „Um den 324 Meter hohen Turm (…) vor Verwitterung zu bewahren, wird er einmal im Jahr von oben bis unten geschrubbt, vier Tonnen Waschtücher und mehr als 25000 Mülltüten werden dabei verbraucht.“ *<br />
Mal ganz ehrlich: Ich bekomme schon Höhenangst, wenn ich den Eifelturm nur von unten nach oben betrachte. Allein die Vorstellung, in dieser Höhe auch noch zu putzen, lässt Übelkeit in mir aufsteigen. Deshalb kann ich nur sagen, dass man die Leistung dieser Menschen viel zu wenig zur Kenntnis nimmt. Diese Arbeiten kann man selbstverständlich nicht ungesichert ausführen. „Zwei Hektar Fangnetze werden zur Sicherheit um den Eifelturm gespannt, wenn die 25 Maler die Fläche von 35 Fußballfeldern anstreichen.“ **<br />
Aber auch der Big Ben in London wird gereinigt. Immerhin sollen seine Zifferblätter glänzen. Da man für jedes Zifferblatt einen Tag benötigt, wird vier Tage lang geputzt. In dieser Zeit zeigen die Zeiger immer 12 Uhr an.***<br />
Auch Denkmäler müssen gepflegt und gereinigt werden, um sie zu erhalten. Hierbei macht man sich u. a. die Trockeneisreinigung zu nutze, um nicht zerstörerisch zu wirken.<br />
Selbst das Äußere der Flugzeuge wird trotz moderner Technik auch noch von Hand gesäubert. Auch hier sind Profis am Werk. Bei meinem nächsten Flug werde ich an sie denken.<br />
Aber manchmal unterlaufen auch Profis Fehler. So hat die Putzwut, die zwar in guter Absicht ausgeführt wurde, manchmal schon zu unangenehmen Folgen geführt. Ich erinnere mich da an den wohl berühmtesten Fall, nämlich an Beuys’ legendäre Fettecke. Sie wurde laut wikipedia 1986 vom Hausmeister der Kunstakademie Düsseldorf entfernt. Ebenso wie diese Fettecke, wurde anderenorts ein weiteres Kunstwerk von Beuys’ versehentlich gesäubert, nämlich eine Badewannne, an der Heftpflaster und Mullbinden angebracht waren (vgl. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fettecke">Fettecke</a> /Stand 20.1.2015 ) .<br />
Und von noch einem weiteren Fall habe ich gelesen, bei welchem eine Reinemachefrau ihren Beruf allzu wörtlich genommen hat, allerdings ebenfalls zum Leidwesen eines Künstlers, des betreffenden Museums und dessen Besucher. Das Kunstwerk von Martin Kippenberger, ausgestellt in Dortmund, hatte den Titel:“Wenn’s anfängt durch die Decke zu tropfen“ und hierzu gehörte ein Gummitrog mit einem hellen Belag. Genau dieser wurde leider das Opfer einer Reinigungsaktion (vgl. <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/wie-einst-beuys-fettecke-putzfrau-schrubbt-kunstwerk-kaputt-1.1180540">Gummitrog</a> / Stand 20.1.2015).<br />
Ja, so kann es gehen, wenn Herr und Frau Saubermann zu gründlich vorgehen, aber das sind nur Ausnahmen, die dann allerdings auch Schlagzeilen machen. Von den vielen nützlichen Säuberungen hört und liest man eher wenig. Sie sind dann eher selbstverständlich und werden kaum bewusst wahrgenommen. Ich kann nur sagen: Undankbarkeit ist der Welten Lohn.<br />
Selbst Feuerwehreinsätze haben Putzaktionen schon gefordert. Ich denke dabei jetzt nicht daran, dass jemand vielleicht aus schwindelerregenden Höhen gerettet werden muss. Allerdings geht es ebenfalls um das Befreien aus einer misslichen Lage. So hat eine Putzfrau in einem Möbelgeschäft in Würzburg den Versuch unternommen einen Mülleimer zu reinigen. Als sie mit ihrem Arm ins Innere desselben vorgedrungen war und dort erfolgreich den Lappen geschwungen hatte, war ihr Arm angeschwollen und die Öffnung erlaubte keinen Rückzug des Armes. Lediglich die netten Männer der Feuerwehr waren in der Lage ihr zu helfen (vgl. <a href="http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.bayern-panne-beim-putzen-feuerwehr-befreit-frau-aus-papierkorb.883cd8e3-936b-4205-8004-8d7b879c1052.html">Mülleimer</a> / Stand 19.1.2015).<br />
Wie in allen Bereichen des Lebens braucht derjenige, der den Schaden hat nicht für den Spott zu sorgen, der kommt von ganz alleine. Aber ich nehme an, dass auch sie nach erfolgreicher Rettung und ein bisschen zeitlichem Abstand über diese Situation lachen konnte und kann.</p>
<p>Man sieht wieder einmal:<br />
Putzen ist gefährlich.<br />
Deshalb passt gut auf Euch auf und putzt nicht so viel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*und** Zitat aus: &#8222;Wie oft wird der Eifelturm geputzt&#8220;, in: P.M. Fragen &amp; Antworten, 10/ 2015, S. 57</p>
<p>*** vgl. und weitere Informationen: <a href="http://www.spiegel.de/karriere/ausland/big-ben-in-london-wird-geputzt-jobs-fuer-schwindelfreie-abseiler-a-986805.html">Big Ben</a></p>
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		<title>Wenn der Vater mit dem Sohn &#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2015 08:53:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Absturz]]></category>
		<category><![CDATA[Antrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Familiengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[ferngesteuert]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf Anhieb fallen wahrscheinlich nicht nur mir die lustigen Vater &#8211; und &#8211; Sohn &#8211; Bildgeschichten des Zeichners E.O.Plauen (Erich Ohser) ein. Der kleine dicke Vater und der strubbelige Sohn haben inzwischen die Herzen von Kindern und Erwachsenen erobert. Aber in jeder Familie, in der es einen Sohn gibt, existieren auch Vater &#8211; und &#8211; Sohn &#8211; Geschichten, also auch bei uns: Wie jeder weiß, kommen bei Vätern oft Kindheitsträume wieder zum Vorschein, die dann mit dem Sohn in die Tat umgesetzt werden. Unzählige Väter, manchmal sogar schon werdende Väter, holen wieder ihre Eisenbahn vom Dachboden. Mein Peter natürlich auch. Aber da gab es noch etwas anderes. Als Kind hatte er ein Flugzeug gebaut, das allerdings irgendwann zerschellte. Hieran war meine Schwägerin nicht ganz unbeteiligt gewesen. Man kann es kaum glauben, denn heute hat Peter als Professor einen Lehrstuhl für Flugantriebe inne und seine Schwester ist Stewardess geworden. Daher ist es eigentlich nur logisch, dass Peter mit unserem Sohn Timo auch irgendwann einmal das Thema Fliegen und Flugzeug in Angriff nahm. „Was hältst du davon, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auf Anhieb fallen wahrscheinlich nicht nur mir die lustigen Vater &#8211; und &#8211; Sohn &#8211; Bildgeschichten des Zeichners E.O.Plauen (Erich Ohser) ein. Der kleine dicke Vater und der strubbelige Sohn haben inzwischen die Herzen von Kindern und Erwachsenen erobert. Aber in jeder Familie, in der es einen Sohn gibt, existieren auch Vater &#8211; und &#8211; Sohn &#8211; Geschichten, also auch bei uns:</strong></p>
<p><span class="dropcap">W</span>ie jeder weiß, kommen bei Vätern oft Kindheitsträume wieder zum Vorschein, die dann mit dem Sohn in die Tat umgesetzt werden. Unzählige Väter, manchmal sogar schon werdende Väter, holen wieder ihre Eisenbahn vom Dachboden. Mein Peter natürlich auch. Aber da gab es noch etwas anderes. Als Kind hatte er ein Flugzeug gebaut, das allerdings irgendwann zerschellte. Hieran war meine Schwägerin nicht ganz unbeteiligt gewesen. Man kann es kaum glauben, denn heute hat Peter als Professor einen Lehrstuhl für Flugantriebe inne und seine Schwester ist Stewardess geworden. Daher ist es eigentlich nur logisch, dass Peter mit unserem Sohn Timo auch irgendwann einmal das Thema Fliegen und Flugzeug in Angriff nahm.<br />
„Was hältst du davon, wenn wir uns ein Modellflugzeug kaufen?“, schlug er unserem damals etwa elfjährigen Sohn vor.<br />
„Oh ja, das ist toll!“, sprang Timo sofort darauf an. „Aber ein richtig Tolles und mit Fernsteuerung!“<br />
Also ging es an einem Samstag zum entsprechenden Geschäft. Sowohl Timo als auch mein Mann bekamen beim Anblick der vielen verschiedenen Modelle, egal ob Autos, Flugzeuge, Motorräder oder Schiffe glänzende Augen.<br />
„Haben Sie denn schon einmal ein ferngesteuertes Flugzeug in die Luft gebracht?“, fragte der Verkäufer, der meinem Mann schon einige kleinere Triebwerke geliefert hatte.<br />
„Tja“, meinte mein Mann. „Ich kenne mich zwar mit den Antrieben aus, aber ich habe das letzte Mal als Kind versucht ein Modellflugzeug fliegen zu lassen. Aber das dürfte ja wohl kein Problem sein.“<br />
„Ich denke, wir sollten dann mal zu den Anfängermodellen gehen“, schlug der Verkäufer vor.<br />
„Ja, aber so ein kleines Spielzeug sollte es nun auch wieder nicht sein. Schon was Ordentliches!“, verkündete Peter.<br />
Nun gut, wir fanden dann auch ein Modellflugzeug, das eine Spannweite von ungefähr 1,5 Metern hatte und einen entsprechenden Antrieb mit Fernsteuerung besaß. Es war aus gelbem Styropor gebaut und nicht in unendlich viele Kleinteile zerlegt. Somit wurde es der kindlichen und väterlichen Ungeduld gerecht, denn es war schnell einsatzbereit.<br />
An einem schönen Sonntagvormittag sollte es dann soweit sein. Wir hatten uns schon überlegt, welche Wiese wohl für den Jungfernflug geeignet sei. Sie war etwas außerhalb eines Dorfes gelegen und groß genug, um das Flugzeug ausgiebig zu erproben und Kreise am Himmel ziehen zu lassen.<br />
Alle Nachbarn in unserem Stichweg standen um unser Flugzeug herum und bewunderten dieses tolle Stück.<br />
„Na, dann lasst es mal schön fliegen und hinterher eine gute Landung!“, wünschten sie uns noch, als wir ins Auto einstiegen.<br />
Timo und Peter freuten sich riesig und ich war einfach nur gespannt. Ich überlegte mir, ob ich mich trauen und das Flugzeug, wenn auch nur ganz kurz, ebenfalls durch die Lüfte kreisen lassen würde. Die Landung würde ich dann Peter oder vielleicht sogar Timo überlassen, denn ich hatte keinerlei Erfahrung mit diesen ferngesteuerten Dingern. Und kaputt machen wollte ich ja auch nichts.<br />
Peter gab Timo noch einige Instruktionen bezüglich der Steuerung und wann er denn Schub geben sollte. Er selbst ging dann mit dem Flugzeug in der Hand etwa fünfzig Meter weiter. Er hielt das Flugzeug hoch und drehte sich zu Timo, um ihm das vereinbarte Kommando zu geben:<br />
„Also los!“, befahl er.<br />
Der Motor surrte, der Propeller drehte sich, es war ideales Flugwetter, &#8211; einfach alles perfekt. Peter lief noch ein paar Schritte und tat dann das, was in der Anleitung zum Flugstart beschrieben stand. Er warf den großen gelben Flieger in die Luft.<br />
„Perfekt!“, hätten wir uns gewünscht ausrufen zu können.<br />
So weit kamen wir gar nicht erst, denn dieser Jubelruf wurde durch einen Aufschrei meinerseits überholt.<br />
„Oh nein!, rief ich entsetzt aus, als ich sah, wie das Flugzeug seine Spitze in den Boden rammte.<br />
Nun standen wir inmitten der großen Wiese um unseren Flieger herum.<br />
„Ist halb so wild!“, beruhigte Peter unseren Timo, denn dieser ließ sehr verdächtig den Kopf hängen und verzog schon sein Gesicht.<br />
„Das kann man wieder kleben, deshalb haben wir ja einen Styroporflieger genommen.“<br />
Also fuhren wir einerseits etwas frustriert nach Hause, aber andererseits trugen wir die Hoffnung in uns, dass die Sache beim nächsten Mal besser klappen würde. Peter meinte nämlich, dass der Flieger oder besser gesagt dessen Gewicht noch richtig ausgetrimmt werden müsse. In der häuslichen Garage wurden die Reparaturarbeiten noch am gleichen Tag durchgeführt. Allerdings musste der Kleber vor dem nächsten Versuch erst noch aushärten.<br />
Am nächsten Samstag verluden wir wiederum den Flieger ins Auto und ab ging die Post, um zehn Minuten später wiederum mit den Einzelteilen zurück zu kehren.<br />
Bei unserer Rückkehr waren wir dann in unserer Straße auch Gesprächsthema Nummer eins. Eigentlich waren nicht wir der Diskussionspunkt, sondern eher der Start und der Absturz unseres Fliegers. Man kann sich vorstellen, dass aus allen Richtungen gute Ratschläge auf uns einprasselten.<br />
„Man muss nur einfach auf das Gewicht achten, denn vorne darf er nicht so schwer sein“, erklärte uns ein Bekannter, der bereits Erfahrungen mit ferngesteuerten Autos hatte und möglicherweise als Kind auch einmal einen Papierflieger hatte steigen lassen.<br />
„Das nächste Mal komme ich mit! Das klappt dann schon!“, erzählte er uns siegessicher.<br />
So war es dann auch &#8211; teilweise.<br />
Wir bestiegen am darauf folgenden Wochenende also zu Viert das Auto: Peter, Timo, ich und unser hilfreicher Bekannter. Die übrigen Nachbarn winkten uns noch zu und zeigten uns gestenreich an, dass sie uns die Daumen drücken würden.<br />
Wir fuhren also zu der besagten Flugwiese und stiegen aus. Peter holte den Flieger aus dem Kofferraum und Timo schnappte sich die Fernsteuerung. So marschierten wir unter den Anweisungen unseres Bekannten zum Mittelpunkt der Wiese, wohlweißlich darauf achtend, dass sowohl Bäume als auch Straßen weit genug entfernt waren.<br />
Timo strahlte. Der Bekannte gab mit ernster Miene einige Belehrungen zum Besten. Peter war hoch konzentriert. Und ich brachte mich vorsichtshalber schon mal in Sicherheit.<br />
Peter hielt den Flieger hoch, der Propeller drehte sich, der Motor surrte, unser Bekannter gab das Kommando und das Flugzeug flog.<br />
Wie lange es sich in der Luft hielt, konnte später keiner mehr sagen. Allerdings können es nur Sekunden gewesen sein, denn dann setzte es sofort wieder zum Sturzflug an.<br />
Dieses Mal waren die Beschädigungen schon etwas ausgeprägter, doch reparierbar, unser Bekannter etwas kleinlauter und Timo aller Hoffnungen beraubt.<br />
Während Peter und unser Bekannter noch beratschlagten, welche Verbesserungsmöglichkeiten es geben könnte, legten Timo und ich das Thema Modellflieger mehr oder weniger ad acta. Wir waren uns nämlich einig darüber, dass unser Bekannter lieber weiter mit seinen ferngesteuerten Modellautos durch die Gegend rasen sollte und Peter einfach nur weiterhin seinen Studenten beibringen sollte wie man Triebwerke baut.</p>
<p>Übrigens: Das große gelbe Flugzeug ist niemals wieder gestartet, aber es existiert noch. Vielleicht kann Peter es später einmal als Großvater wieder aktivieren, &#8211; dann möglicherweise mit größerem Erfolg. Zumindest ist es mit seinen wenigen Flugsekunden jetzt schon in die Familiengeschichte eingegangen.</p>
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		<title>Santa Claus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 17:15:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weihnachten & Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir sind wieder zurück in Deutschland, genauer gesagt in Berlin Tegel. Die Türen des Flugzeuges öffnen sich und wir treten hinaus. Wurden wir vor fast drei Wochen in Thailand von Temperaturen von über 30 Grad empfangen, so herrscht hier das andere Extrem vor. Der Pilot hatte uns bereits vorgewarnt, dass hier die Temperaturen um den Nullpunkt liegen. Trotzdem sind wir nahezu geschockt.  Sind zwei Grad wirklich so extrem kalt?“, frage ich, erwarte aber eigentlich keine Antwort, denn ich spüre es sozusagen am eigenen Leib. „Gut, dass wir schon vor dem Ausstieg in unsere Winterjacken geschlüpft sind“, denke ich nur und sehe zu, dass ich schnellstmöglich in dem Bus Platz finde, der uns von unserer Vorfeldposition zum Flughafengebäude bringt. Am Gepäckband werfe ich einen Blick auf den Monitor, auf dem einige Tagesnachrichten im Überblick erscheinen und stelle mit Schrecken fest: Übermorgen ist ja schon der erste Advent. Ich habe das Gefühl als seien wir mit katapultartiger Geschwindigkeit vom Hochsommer in den Winter geschleudert worden. Klar, in Bangkok war auch schon alles weihnachtlich geschmückt und man konnte &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir sind wieder zurück in Deutschland, genauer gesagt in Berlin Tegel. Die Türen des Flugzeuges öffnen sich und wir treten hinaus. Wurden wir vor fast drei Wochen in Thailand von Temperaturen von über 30 Grad empfangen, so herrscht hier das andere Extrem vor. Der Pilot hatte uns bereits vorgewarnt, dass hier die Temperaturen um den Nullpunkt liegen. Trotzdem sind wir nahezu geschockt. </strong></p>
<p><span class="dropcap">S</span>ind zwei Grad wirklich so extrem kalt?“, frage ich, erwarte aber eigentlich keine Antwort, denn ich spüre es sozusagen am eigenen Leib.<br />
„Gut, dass wir schon vor dem Ausstieg in unsere Winterjacken geschlüpft sind“, denke ich nur und sehe zu, dass ich schnellstmöglich in dem Bus Platz finde, der uns von unserer Vorfeldposition zum Flughafengebäude bringt.<br />
Am Gepäckband werfe ich einen Blick auf den Monitor, auf dem einige Tagesnachrichten im Überblick erscheinen und stelle mit Schrecken fest:<br />
Übermorgen ist ja schon der erste Advent. Ich habe das Gefühl als seien wir mit katapultartiger Geschwindigkeit vom Hochsommer in den Winter geschleudert worden.<br />
Klar, in Bangkok war auch schon alles weihnachtlich geschmückt und man konnte aus dem ein oder anderen Lautsprecher Weihnachtslieder vernehmen, aber so richtig ins Bewusstsein gerückt, ist uns die Weihnachtszeit dort nicht. Wie sollte das auch bei solchen Temperaturen der Fall sein?<br />
„Ich bin sozusagen vom Spagettiträgerkleid in den Wintermantel geschlüpft. Das ist schon ein seltsames Gefühl“, kommentiere ich den Temperaturunterschied. „Aber trotzdem ist der Weihnachtsmarkt am Sonntag Pflicht für uns.“<br />
Wir schaffen es dann am Adventssonntag auch gerade einmal vom Auto bis zum ersten Stand, an dem Mützen, Handschuhe und Schals verkauft werden. Dort stellen wir uns sofort in der Schlange an und erstehen jeder eine schöne warme Wintermütze.<br />
„Das tut meinen Ohren richtig gut“, erklärt Peter und ein Mann neben uns meint zu seiner Frau: „Perfekt, jetzt ist mir wieder warm.“<br />
So ausgerüstet schaffen wir es auch tatsächlich über den Weihnachtsmarkt nicht gerade zu schlendern, aber zügigen Schrittes ihn von einem Ende zum anderen zu überqueren. Danach zieht es uns magisch in das nächste Café.<br />
„Ich brauche jetzt einen schönen warmen Kaffee!“, stellt Peter fest und spricht mir dabei fast aus der Seele. Nur fast, weil ich Teetrinker bin.<br />
Mein Mann setzt seine neuerstandene Mütze ab und ich muss grinsen, woraufhin er mich nach dem Grund fragt.<br />
„Deine kurzen Haare haben mich nur gerade an den Friseurbesuch in Bangkok erinnert. Da hast du mit dem roten Handtuch um den Kopf und deinem weißen Bart ausgesehen wie Santa Claus höchstpersönlich.“<br />
Jetzt ist das Grinsen auf sein Gesicht gewandert:<br />
„Das ist ja auch mein Großvater“, sagt er sehr überzeugend.<br />
„Ich denke, das war Albert Einstein, dessen Foto hast du doch als Kind immer in deiner Geldbörse gehabt und irgendwann hat dich ein Klassenkamerad mal gefragt, ob das dein Opa sei“, erinnere ich mich an eine frühere Erzählung von Peter.<br />
„Na klar“, erklärt mir Peter. „Man hat immer zwei Großväter. Der eine war also Albert Einstein und der andere eben Santa Claus.“<br />
„Sag mal, war in deinem Kaffee ein großer Schuss Alkohol drin?“, frage ich ihn.<br />
„Kannst du dich denn nicht mehr erinnern?“, fragt mich Peter zurück und als er mein ratloses Gesicht sieht, fügt er hinzu:<br />
„Denk mal an deinen Heimtrainer und den Nachbarn deiner Eltern!“<br />
„Spielst du auf diese Geschichte vor über dreißig Jahren an?“, frage ich ihn, weil ich mich dunkel an etwas Lustiges erinnern kann. Peter anscheinend auch, denn er beginnt schon zu erzählen:<br />
„Es war glaube ich am ersten Weihnachtsfeiertag und ich war mit meinem Auto, einem Käfer, unterwegs zu dir und deinen Eltern.“<br />
„Stimmt“, bestätige ich ihn. „Damals waren wir noch Studenten, noch nicht verheiratet und feierten den Heiligen Abend jeder bei den eigenen Eltern.“<br />
Am ersten Weihnachtsfeiertag waren wir bei meinen Eltern und den zweiten verbrachten wir bei Peters Eltern. So war alles gerecht aufgeteilt.<br />
„Ich hatte damals einen Heimtrainer für dich zu Weihnachten gekauft und wollte ihn dir in einer originellen Art und Weise schenken. Deshalb kam ich auf die Idee mit dem Santa Claus“, ruft Peter die Ereignisse wieder zurück in sein Gedächtnis.<br />
„Hast du nicht sogar einen Pappweihnachtsmann gebastelt?“, frage ich ihn und auch bei mir erscheinen wieder die Bilder von damals vor meinem geistigen Auge. „Er sah richtig gut aus und du hast ihn auf den Heimtrainer gesetzt.“<br />
„Ich habe mir auch große Mühe gegeben und ihn in einen Bademantel gehüllt und gut ausgestopft.“<br />
„Und einen langen weißen Bart hatte er auch!“, erinnere ich mich.<br />
„Auf dem Heimtrainer saß er aber erst bei euch zu Hause“, erklärt Peter mir. „Da ich nicht wusste, wie ich ihn die 15 Kilometer von meinem Elternhaus zu deinem Zuhause transportieren sollte, ohne dass er Blessuren erleidet, habe ich ihn kurzerhand auf den Beifahrersitz meines Käfers gesetzt.“<br />
Die Erinnerungen sind auch jetzt bei mir wieder vollständig vorhanden: Peter klingelte damals an unserer Haustür, begrüßte mich und meine Eltern, bat aber mich für einen Moment in mein Zimmer zu verschwinden, weil er eine Überraschung für mich hatte. So schleppte er alles heimlich ins Haus und baute den Heimtrainer mit dem Weihnachtsmann bei uns im Wohnzimmer auf. Sowohl meine Eltern als auch ich hatten viel Spaß bei dieser gelungenen Überraschung.<br />
Nach dem Kaffeetrinken mit Christstollen ( den Peter noch heute zur Weihnachtszeit immer und überall vorgesetzt bekommt, weil er ihn angeblich so gerne mag ) ging Peter noch einmal nach draußen, um seine Geschenke ins Auto zu packen und danach den Bürgersteig vom Schnee zu befreien.<br />
„Schöne Weihnachten“, wünschte er dem Nachbarn meiner Eltern, der ebenfalls gerade dabei war den Schnee vom Gehweg zu schieben.<br />
„Danke! Euch auch schöne Feiertage!“<br />
Ein Wort gab das andere und schon waren die beiden Männer in ein Gespräch vertieft. Der Nachbar,der sich bereits im Rentenalter befand und mit seiner Frau alleine im Haus gegenüber lebte, war immer dankbar für ein bisschen Abwechslung. Anscheinend hatte er heute schon am Fenster gesessen und in das winterliche Treiben hinausgeschaut, denn er machte plötzlich die Feststellung:<br />
„Ich habe vorhin deinen Opa im Auto sitzen gesehen. Das ist ja schön von dir, dass du ihn mitgebracht hast. Wahrscheinlich sitzt er jetzt drinnen am Kaffeetisch.“<br />
Peter war zunächst etwas erstaunt, doch dann wurde ihm klar, wen der Nachbar in seinem Auto hatte sitzen sehen.</p>
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		<title>Hallo Taxi!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2014 17:42:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Bangkok]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradrikscha]]></category>
		<category><![CDATA[Flugzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Odyssee]]></category>
		<category><![CDATA[Pickup]]></category>
		<category><![CDATA[Taxi]]></category>
		<category><![CDATA[Taximeter]]></category>
		<category><![CDATA[Thailand]]></category>
		<category><![CDATA[Tuk Tuk]]></category>
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					<description><![CDATA[„Wir wollen noch einmal in die Khaosan Road fahren und ein paar Mitbringsel aussuchen. Möchtest du mit?“, fragt Peter unseren damals sechzehnjährigen Sohn. „Nein“, erklärt uns dieser. „Ich hab keine Lust, ich bleibe im Hotel und bearbeite meine Thailandfotos.“ So gehen Peter und ich zur Rezeption und bitten darum, uns doch ein Taxi zu bestellen, denn in der direkten Nähe der Khaosan Road einen Parkplatz zu finden, ist nicht immer ganz einfach. Diese Straße selbst ist abends und nachts für den Autoverkehr gesperrt, denn dann wird sie zur belebten Fußgängerzone. Während man sich in Deutschland gut überlegt, ob man eine Strecke mit dem Taxi zurücklegt, lieber ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt oder vielleicht sogar zu Fuß geht, verhält sich die Sache in Bangkok ganz anders. Hier steigen selbst die Einheimischen gerne ins Taxi, denn es ist ziemlich preiswert und außerdem ist das Laufen von A nach B aus vielerlei Gründen nicht so einfach wie bei uns. Wie ich schon beschrieben habe, gehört in Bangkok der Bürgersteig niemals den Fußgängern allein und nicht überall kann man einfach &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Wir wollen noch einmal in die Khaosan Road fahren und ein paar Mitbringsel aussuchen. Möchtest du mit?“, fragt Peter unseren damals sechzehnjährigen Sohn.</strong></p>
<p><strong>„Nein“, erklärt uns dieser. „Ich hab keine Lust, ich bleibe im Hotel und bearbeite meine Thailandfotos.“</strong><br />
<strong>So gehen Peter und ich zur Rezeption und bitten darum, uns doch ein Taxi zu bestellen, denn in der direkten Nähe der Khaosan Road einen Parkplatz zu finden, ist nicht immer ganz einfach. Diese Straße selbst ist abends und nachts für den Autoverkehr gesperrt, denn dann wird sie zur belebten Fußgängerzone.</strong><br />
<strong>Während man sich in Deutschland gut überlegt, ob man eine Strecke mit dem Taxi zurücklegt, lieber ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt oder vielleicht sogar zu Fuß geht, verhält sich die Sache in Bangkok ganz anders. Hier steigen selbst die Einheimischen gerne ins Taxi, denn es ist ziemlich preiswert und außerdem ist das Laufen von A nach B aus vielerlei Gründen nicht so einfach wie bei uns. Wie ich schon beschrieben habe, gehört in Bangkok der Bürgersteig niemals den Fußgängern allein und nicht überall kann man einfach mal eben schnell von einer Straßenseite zur anderen wechseln.</strong><br />
<span class="dropcap">W</span>ir überlegen gerade, wieviel verschiedene Taxiarten es hier in Thailand so gibt, denn selbst in Bangkok und Umgebung können sie unterschiedlicher Art sein. So gibt es hier selbstverständlich das, was man bei uns als Taxi bezeichnet, nämlich ein Autotaxi, wofür wir uns in diesem Fall auch entschieden haben.<br />
Daneben gibt es die Tuk Tuks, die ebenfalls als Taxis bezeichnet werden und je nach Gegend unterschiedlich aussehen. In Bangkok fahren die dreirädrigen Tuk Tuks, die eigentlich weltweit bekannt, mit rasanter Geschwindigkeit unterwegs und damit nicht ganz ungefährlich sind.<br />
„In Udon Thani zum Beispiel sehen diese Gefährte jedoch wieder etwas anders aus und basieren mehr auf einem Moped“, versucht mir Peter dieses Fahrzeug wieder ins Gedächtnis zu rufen.<br />
„Stimmt“, sage ich. „Dort sehen sie aus wie ein halbes Moped, dem das Hinterteil fehlt und das durch eine Lade-, bzw. Sitzfläche ersetzt wurde.“<br />
Die dritte Art Taxi zu fahren ist diejenige auf einem Pickup, auf welchem sich auf beiden Seiten der Ladefläche Sitzbänke für die Passagiere befinden. Diese Art ist neben den beiden anderen Varianten beispielsweise in Pattaya sehr häufig. Hin und wieder trifft man in Bangkok, Pattaya und in anderen Städten Thailands, aber meist auf dem Land, noch das Fahrradtaxi, auch Fahrradrikscha genannt,an.<br />
Inzwischen sind wir an einem der Zugänge zu der bei den meisten Touristen bekannten Straße angelangt. Die Khaosan Road ist für viele Touristen ein Muss und so herrscht auch heute hier wieder ein sehr reges Treiben. Hier gibt es Kneipen, Restaurants, Musikbars, Garküchen, Straßenhändler, Massagesalons, Schneidergeschäfte und vor allen Dingen viele Menschen und die Polizei ist hier immer präsent.<br />
Nachdem wir ein paar typische Souvenirs erstanden haben, suchen wir uns wiederum ein Taxi, um zurück zu unserem Hotel, das im nördlichen Teil Bangkoks, in Nonthaburi liegt, zu fahren.<br />
„Pass auf“, warnt mich Peter vor. „Jetzt fangen die Probleme an.“<br />
„Wieso welche Probleme?“, frage ich ihn erstaunt und erhalte nur eine kurze und knappe, aber vielsagende Antwort: „Wart es ab!“<br />
Wir setzen uns in ein Taxi, nennen dem Fahrer die Adresse und das Hotel. Er schaut uns ratlos an. Man muss erwähnen, dass Taxifahrer in Bangkok keine Prüfung machen müssen, wie z. B. bei uns. Somit kennen sie sich in ihrem eigenen Viertel zwar einigermaßen aus, aber wenn es darüber hinausgeht, hört die Kenntnis auch schon auf. Peter erklärt:<br />
„Direction Nonthaburi!“<br />
„No!“ kommt dann auch schon vom Fahrer und er weist uns mit Gesten an wieder auszusteigen.<br />
„Komm, raus hier!“, höre ich Peter sagen. „Er weigert sich uns zu fahren, es ist ihm zu weit vom Stadtzentrum entfernt und er möchte lieber kurze Fahrten machen.“<br />
Das ist zwar verständlich, aber in Deutschland total unmöglich. Da die Fahrt immer schon mit 35 Baht startet, verdient er natürlich mit mehreren kurzen Fahrten wesentlich besser als mit einer langen von der er nicht weiß, ob am Fahrziel ein neuer Fahrgast auf ihn wartet oder er sogar wieder leer zurück fahren muss.<br />
Also steigen wir wieder aus und in das nächste Taxi ein, wo es uns ebenso ergeht. Beim dritten Taxi bietet man uns einen total überhöhten Fahrpreis ohne Taximeter an, denn manchmal sind hier die Taxifahrer auch kleine Gauner. Dies hat zur Folge, dass wir erst gar nicht einsteigen.<br />
„Was machen wir, wenn wir keinen Taxifahrer finden, der uns dorthin fährt?“, frage ich Peter etwas ängstlich, denn wir haben inzwischen schon Taxis aller Farben durchprobiert: Rote, grüne, gelbe, blaue, pinke, orange.<br />
„Wir finden schon ein Taxi. Außerdem können wir auch mit einem Tuk Tuk fahren.“<br />
„Da wird die Sache aber nicht besser aussehen“, schmettere ich seinen Vorschlag ab.<br />
„Dann teilen wir die Fahrt eben in zwei der drei kürzere Abschnitte auf“, lautet Peters optimistische Antwort.<br />
Aber wir finden doch noch einen Taxifahrer, der zwar kein Wort Englisch spricht und auch irgendwie nicht ganz kapiert, wo wir eigentlich hin wollen, der sich aber unser erbarmt. Wahrscheinlich in der Hoffnung das Geschäft des Abends zu machen, denn er geht sogar auf die von uns genannte Pauschale ein, die unserer Erfahrung nach den üblichen Taxigebühren für diese Strecke mit Taximeter entsprechen.<br />
Wir sitzen also in diesem Kühlschrank ähnlichen Taxi drin, an dessen Rückspiegel wie bei den meisten Taxis ein Blumenkranz hängt und der Fahrer brettert los. Er fährt erst einmal aus dem Bezirk heraus und rast dann um eine Kurve und gleich darauf um die nächste Kurve, bis Peter meint:<br />
„Der fährt total in die falsche Richtung!“<br />
Peter versucht ihm zu erklären, dass er umdrehen und Richtung Rama VII Bridge fahren muss.<br />
Das Gestikulieren von Peter scheint er verstanden zu haben, denn beim nächsten U-Turn wendet er auch und rast ziemlich zielstrebig, aber wie uns scheint trotzdem äußerst desorientiert weiter.<br />
Peter bittet ihn anzuhalten, was er auch an der nächsten roten Ampel tut, die wie neben dem Lichtsignal in roten leuchtenden Ziffern angezeigt wird, noch 101 Sekunden auf Rot steht. Peter zeigt ihm auf der Straßenkarte, die er immer bei sich führt, die Richtung und den Weg und erklärt ihm wieder:<br />
„Direktion Rama VII Bridge!“<br />
Der Taxifahrer nimmt die Karte in die Hand, starrt verwirrt darauf, dreht sie auf den Kopf und sagt immer wieder:<br />
„Lamaaa, Lamaaa!“<br />
„Ich glaube, der kann gar nicht lesen!“, vermute ich. „Jedenfalls nicht unsere Schrift, aber ich glaube eher gar nicht.“<br />
Inzwischen ist die Ampel von Rot auf Grün und wieder Rot gesprungen. Peter zeichnet dem Fahrer den Weg anhand von markanten Punkten auf ein Stück Papier auf, was bewirkt, dass dieser vielversprechend meint:<br />
„Ahhh!“<br />
Dann rast er wieder zielstrebig weiter und für ein oder zwei Minuten scheint es so, als habe er jetzt eine innere Eingebung erhalten, doch dann biegt er wieder planlos kreuz und quer ab und Peter versucht erneut sein Glück mit Händen und Füßen.<br />
„Vielleicht wäre es besser Peter würde sich an das Steuer setzen“, überlege ich mir, aber in dieser Gegend waren wir auch noch nie.<br />
Inzwischen hat sich der Fahrer total verzettelt und kapiert gar nichts mehr, da hilft auch die Karte mit der Anschrift vom Hotel nichts mehr. Wir merken ganz deutlich, dass er eigentlich will, aber nicht kann. Es ist also keiner der uns nur in die Irre führen will, um mehr Geld zu bekommen, zumal wir ja auch eine Pauschale ausgehandelt haben.<br />
„Er ist wirklich total verloren und überfordert, kann es aber nicht zugeben, denn er will ja sein Gesicht nicht verlieren“, erkläre ich Peter, der mittlerweile zwischen Verärgerung und Lachanfall schwankt.<br />
Auf einmal klingelt mein Handy und Timo fragt mich:<br />
„Wo bleibt ihr denn? Ihr wolltet doch schon längst wieder da sein!“<br />
„Stimmt!“, meine ich. „Aber der Taxifahrer macht gerade eine Stadtrundfahrt mit uns durch das nächtliche Bangkok oder besser gesagt eine Odyssee“, erkläre ich unserem Sohn.<br />
„Soll ich denen an der Rezeption mal Bescheid sagen, dass sie dich auf deinem Handy anrufen, vielleicht können die helfen?“, fragt mich Timo.<br />
„Nein“, erwidere ich, „aber das ist eine gute Idee. Ich habe ja die Telefonnummer vom Hotel. Ich rufe gleich mal selbst an.“<br />
Gesagt, getan: Nachdem ich jemand von der Rezeption daran habe, derjenigen Person alles erklärt habe, reiche ich mein Handy an den Taxifahrer weiter. Dieser plappert dann auch irgendwie sichtlich erleichtert drauf los. Viele, viele Worte werden gewechselt und irgendwann reicht er mir das Handy nach hinten. Wieder rast er durch die nächtlichen Straßen, aber langsam kommt uns die Gegend auch bekannt vor und zehn Minuten später sind wir wohlbehalten in unserem Hotel angekommen.</p>
<p>Ein anderes Taxierlebnis hatten wir in Jomtem, in der Nähe von Pattaya auf einem Pickup -Taxi:<br />
„Es ist so schwül, ich muss erst einmal ins Hotel und duschen, bevor wir dann zum Essen in ein Restaurant gehen“, fordere ich Peter auf, der auch sogleich ein sich näherndes Pickup -Taxi zu uns heran winkt. Wir steigen auf und setzen uns auf die Bank. Uns gegenüber sitzt ein Farang mit einer Thai und einem thailändischen Kind. Wir sitzen alle schweigend dort oben auf der Ladefläche und lassen uns den Fahrtwind um die Ohren wehen. Verstohlen betrachte ich den deutsch anmutenden Mann, der eine enorme Körperfülle aufweist. Plötzlich bemerke ich, dass Peter diesen Mann fast schon anstarrt. Irgendwie sind mir Peters Blicke in Richtung des Fremden peinlich und ich denke:<br />
„In dieser Art und Weise muss man wohl niemand abscannen!“<br />
Am liebsten würde ich Peter bitten seine Blicke nicht so unverhohlen auf diesen Mann zu richten, aber ich vermute, dass mich der fremde Mann versteht. Hierin sollte ich mich nicht täuschen, denn plötzlich öffnet er den Mund und meint in einem akzentfreien Deutsch:<br />
„Sind Sie nicht der Professor, der vor zwei Jahren neben mir im Flugzeug saß?“</p>
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		<title>Über den Wolken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2014 18:29:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer erinnert sich nicht an das bekannte Lied von Reinhard Mey, beziehungsweise dessen einprägsamen Refrain?  „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen sagt man blieben darunter verborgen. Und dann würde was uns groß und wichtig erscheint plötzlich nichtig und klein…“ * Immer, wenn ich im Flieger sitze und die Wolken betrachte, dort oben einen Sonnenauf- oder -untergang miterlebe, muss ich zugeben: Stimmt, diese unendliche Weite und die Wolken sind faszinierend. Allerdings gibt es auch Menschen bei denen die Ängste durch das Fliegen erst anfangen oder solche bei denen auch über den Wolken das Problemgenerieren nicht aufhört. So zum Beispiel vor zwei Jahren auf unserem Flug nach Abu Dhabi: Wir haben den Check-in und die Sicherheitskontrollen bereits hinter uns gelassen und befinden uns am Gate. Für uns ist es der Beginn einer langen Reise, denn wir wollen eigentlich nach Bangkok, wo Peter alljährlich für zwei Wochen an der King Mongkut’s University of Technology North Bangkok unterrichtet. All die Jahre zuvor konnten wir von Berlin im Direktflug in die thailändische Hauptstadt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer erinnert sich nicht an das bekannte Lied von Reinhard Mey, beziehungsweise dessen einprägsamen Refrain? </strong></p>
<p><strong>„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen sagt man blieben darunter verborgen. Und dann würde was uns groß und wichtig erscheint plötzlich nichtig und klein…“ *</strong><br />
<span class="dropcap">I</span>mmer, wenn ich im Flieger sitze und die Wolken betrachte, dort oben einen Sonnenauf- oder -untergang miterlebe, muss ich zugeben: Stimmt, diese unendliche Weite und die Wolken sind faszinierend. Allerdings gibt es auch Menschen bei denen die Ängste durch das Fliegen erst anfangen oder solche bei denen auch über den Wolken das Problemgenerieren nicht aufhört. So zum Beispiel vor zwei Jahren auf unserem Flug nach Abu Dhabi:<br />
Wir haben den Check-in und die Sicherheitskontrollen bereits hinter uns gelassen und befinden uns am Gate. Für uns ist es der Beginn einer langen Reise, denn wir wollen eigentlich nach Bangkok, wo Peter alljährlich für zwei Wochen an der King Mongkut’s University of Technology North Bangkok unterrichtet.<br />
All die Jahre zuvor konnten wir von Berlin im Direktflug in die thailändische Hauptstadt fliegen, doch jetzt ist der Flug mit Zwischenstop. Hierfür gibt es verschiedene Varianten, wir haben uns für den Flug über Abu Dhabi entschieden. Die drei Stunden Aufenthalt in der arabischen Stadt, bzw. auf deren Flughafen, werden uns zwar etwas Bewegung verschaffen, verlängern aber die ganze Angelegenheit nur. Somit beschließen wir schon jetzt, das nächste Mal für zwei Tage in Abu Dhabi zu verweilen.<br />
„Wenn ich die Stunden vom Zeitpunkt des Verlassens unseres Hauses in Cottbus bis zum Eintreffen in der Unterkunft in Bangkok zusammenzähle, so kommen wir locker auf 21 bis 22 Stunden“, rechne ich Peter vor.<br />
„Danach freuen wir uns allerdings umso mehr darauf, uns ins Bett fallen zu lassen und alle Viere von uns strecken zu können“, ersehne ich mir unsere Ankunft.<br />
Wir warten also gerade darauf, dass das Gate geöffnet wird und wir mit dem Bus zum Flugzeug gebracht werden, da dieses eine Vorfeldposition hat. Schon beim Einstieg fällt mir das im Rentenalter befindliche Ehepaar auf, welches dann auch zufälligerweise eine Reihe hinter uns Platz nimmt.<br />
Die übliche Prozedur beginnt, Anschnallen, Ansagen von der Stewardess und dem Flugkapitän, Vorführung der Sicherheitsanweisungen etc. Ich blättere die Bordlektüre durch und wir überlegen, ob wir Peters Eau de Toilette und mein Parfüm im Bordshop kaufen. Schon bald kommt die Stewardess und teilt Getränke aus. Die ersten eineinhalb Stunden vergehen sprichwörtlich wie im Fluge, denn auch das Menü wird bereits serviert. Wie jeder weiß, müssen hierfür die Sitze gerade gestellt sein. -Logisch!<br />
Nach dem Essen und Abräumen geht es dem langweiligeren Teil der Reise zu, denn jetzt ist nur noch abwarten angesagt.<br />
„Ich schlaf jetzt ein bisschen“, kündigt Peter an und stellt seine Sitzlehne schräg.<br />
„Ich bin auch ziemlich müde, aber meistens kann ich im Flieger doch nicht richtig schlafen, aber probieren kann ich es ja mal!“, gebe ich als Antwort zurück und verstelle ebenfalls meine Sitzlehne. Sogleich verspüre ich ein Drücken von hinten. Ich denke mir, dass mein Hintermann wohl versucht den Touchscreen zu bedienen, der an der Lehne befestigt ist.<br />
„Wenn es ebenso ist wie bei meinem, dann funktioniert er nicht sofort und man muss fester drücken“, gestehe ich meinem Hintermann gedanklich zu.</p>
<p><span style="line-height: 1.73;">Peter brummelt irgendetwas Unverständliches, aber ich versuche es mir gerade in den engen Sitzreihen so gemütlich wie nur möglich zu machen und achte nicht weiter darauf.</span></p>
<p>„Langsam geht mir das ewige Gedrücke aus der Hinterreihe doch etwas auf den Nerv“, denke ich gerade, denn es hat sich massiv verstärkt und wird sehr unangenehm. Unvermittelt und unabhängig von meinen Gedankengängen dreht sich Peter plötzlich nach hinten um und fragt leicht verärgert:<br />
„Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“<br />
„Ja!“, tönt es von Peters Hintermann. „Stellen Sie sofort Ihren Sitz gerade!“ Wohlgemerkt: Dies ist keine Bitte, eher ein strenger Befehl.<br />
Im gleichen Moment habe ich das Gefühl von hinten durch den Sitz in den Rücken getreten zu bekommen und gleichzeitig beginnt meine Lehne durch ein Rütteln von hinten zu wackeln. Jetzt drehe auch ich mich um und erkenne, dass ich mich nicht getäuscht habe, aber auch, dass das Drücken zuvor ebenfalls nicht unbeabsichtigt war.<br />
„Entschuldigung, aber Sie können doch auch Ihren Sitz nach hinten lehnen, das machen jetzt alle so!“, erkläre ich dem Rentnerpaar, das uns beiden ärgerliche Blicke schickt. Ich drehe mich wieder um und versuche erneut etwas zu ruhen.<br />
Schon wieder erhalte ich einen Tritt in den Rücken. Peter anscheinend auch, denn jetzt reagiert er in einem leicht gereizten Ton:<br />
„Würden Sie das bitte unterlassen!“<br />
„Kann ich irgendwie helfen?“, fragt die nette Stewardess, die plötzlich neben unserem Sitz steht. Wir erklären ihr, dass wir ständig in den Rücken getreten werden und an unseren Sitzen gerüttelt wird, weil wir unsere Sitzlehne verstellt haben. In einem freundlichen Ton fordert sie die Fluggäste hinter uns auf, dies zu unterlassen. Kaum hat sie sich allerdings abgewandt, rebellieren die Beiden jedoch weiter, indem das Treten fester und das Rütteln stärker wird.<br />
„Schon wieder!“, sage ich leise zu Peter, der mir bestätigt, dass es bei ihm genauso ist.<br />
Als würde die Stewardess etwas ahnen oder hätte es aus den Augenwinkeln heraus mitbekommen, dreht sie sich abrupt wieder um und erklärt nochmals in einem relativ netten und zuvorkommenden, aber dennoch bestimmenden Ton, dass wir nichts Unrechtes getan haben.<br />
„Bitte unterlassen sie dies, sonst muss ich den Purser holen!“<br />
Das Rentnerpaar gibt keinen Laut von sich, sondern schaut die Flugbegleiterin nur mit großen erstaunten Augen an. Nach fünf Minuten allerdings ist hat die Ermahnung anscheinend ihre Wirkung verloren, denn wir verspüren erneut Tritte.<br />
Jetzt wissen wir uns nicht mehr anders zu helfen und Peter betätigt den Klingelknopf. Sofort eilt auch schon die Stewardess in Begleitung des Purers herbei.<br />
„Welches Problem haben Sie denn?“, fragt er sogleich unsere „Hintermänner“.<br />
„Wir haben hier überhaupt keinen Platz, weil die Leute vor uns unverschämterweise ihre Sitze nach hinten gelehnt haben“, erklärt der ältere Herr.<br />
„Ja“, sagt der Purser. „Das ist das Recht eines jeden Fluggastes. Stellen Sie doch ebenfalls Ihre Lehne schräg, dann haben Sie auch wieder mehr Platz.“<br />
„Nein, das wollen wir aber nicht! Wir möchten, einen anderen Platz!“, fordert der ältere Mann.<br />
„Tut mir leid, aber wir sind voll besetzt. Allerdings würde es Ihnen überall genauso ergehen, egal wo Sie sitzen. Alle Fluggäste haben jetzt die Lehnen gekippt.“<br />
In der Annahme, die Sache geklärt zu haben, wenden sich die beiden Flugbegleiter zum Gehen um. Im selben Moment erhalte ich schon wieder einen Tritt von hinten. Automatisch entfährt mir ein Aufschrei: „Au!“<br />
Blitzartig dreht sich der Purser um und ermahnt das Paar hinter uns in einem sehr autoritären Tonfall:<br />
„Ich sage es Ihnen jetzt zum letzten Mal: Unterlassen Sie dies bitte! Ansonsten sehe ich mich genötigt ihre Personalien aufzunehmen und diese am Flughafen der Polizei zu übergeben.“<br />
„Das hat gesessen“, flüstere ich Peter zu.<br />
Ich muss zugeben, dass diese Drohung des Flugpersonals Wirkung zeigte, allerdings anscheinend aber keine Einsicht, denn Peter erzählte mir später:<br />
„Als das Licht im Flugzeug ausging, erhielt ich von hinten noch die Ansage: ‚Sie werden heute Nacht keine ruhige Minute haben!‘ “<br />
Anscheinend wurde das ältere Ehepaar dann jedoch vom Schlaf übermannt, denn wir erhielten keine weiteren Tritte und auch keine Drohungen mehr. Ich befürchtete schon sie könnten eventuell auch nach Bangkok weiterfliegen, aber ich habe sie nie wieder gesehen. Was ich ehrlich gesagt auch nicht bedauere, denn wenn für diese Menschen dort oben schon solche Streitfaktoren existieren, frage ich mich:<br />
„Wie mag es dann unten auf der Erde sein?“<br />
Eine Sache jedoch bereitet mir noch einige Kopfschmerzen. Zu mir hat nämlich einmal jemand gesagt: „Im Leben trifft man sich immer ein zweites Mal!“ …</p>
<p>„Über den Wolken<br />
Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein<br />
Alle Ängste, alle Sorgen<br />
Sagt man<br />
Blieben darunter verborgen<br />
Und dann<br />
Würde was uns groß und wichtig erscheint<br />
Plötzlich nichtig und klein“ *</p>
<p>*Mey, Reinhard: Über den Wolken (1974) http://www.songtexte.com/songtext/reinhard-mey/uber-den-wolken-43da0737.html (Stand: 20.11.2014)</p>
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