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	<title>Farbe &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Was klappert denn da?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2017 22:23:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[bekannt]]></category>
		<category><![CDATA[Bullauge]]></category>
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		<category><![CDATA[Farbe]]></category>
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					<description><![CDATA[Frau Erna Schimmelpfennig hat heute Waschtag. Sie leert gerade die Hosentaschen ihres Mannes, denn er hat immer allen möglichen Krimskrams in seinen Taschen versteckt. Manchmal sind es Schrauben, dann wieder irgendwelche Merkzettel. Heute ist es jedoch ein Fünfzig-Centstück. Sie nimmt es heraus und legt es achtlos auf die Waschmaschine. Plötzlich klingelt es an der Haustür. Tilly steht davor. Sie hat einen 20 Euroschein in der Hand. „Hallo Tilly“, begrüßt Frau Schimmelpfennig ihre Nachbarin. „Willst du mir Geld schenken, weil du so mit dem Schein wedelst?“ „Ach“, sagt Tilly ganz außer Puste. „Ich wollte für unseren jüngsten Enkelsohn ein Geschenk basteln, aus lauter Kleingeld.“ „Ich ahne schon, was du von mir willst. Ich soll für dich den Wechselautomaten spielen“, lacht Erna, woraufhin Tilly verlegen mit den Schultern zuckt und noch zwei Zehn- und zwei Fünf-Euroscheine aus der Jackentasche zieht. „Na, da will ich mal sehen, was ich für dich tun kann.“ Erna und Tilly sitzen sich mittlerweile am Küchentisch gegenüber. Zwischen ihnen steht eine Dose, in der es schon beim Hochheben verdächtig klimpert. „Erwin leert manchmal &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frau Erna Schimmelpfennig hat heute Waschtag. Sie leert gerade die Hosentaschen ihres Mannes, denn er hat immer allen möglichen Krimskrams in seinen Taschen versteckt. Manchmal sind es Schrauben, dann wieder irgendwelche Merkzettel. Heute ist es jedoch ein Fünfzig-Centstück. Sie nimmt es heraus und legt es achtlos auf die Waschmaschine. Plötzlich klingelt es an der Haustür. Tilly steht davor. Sie hat einen 20 Euroschein in der Hand.</strong><br />
<span class="dropcap">„H</span>allo Tilly“, begrüßt Frau Schimmelpfennig ihre Nachbarin. „Willst du mir Geld schenken, weil du so mit dem Schein wedelst?“<br />
„Ach“, sagt Tilly ganz außer Puste. „Ich wollte für unseren jüngsten Enkelsohn ein Geschenk basteln, aus lauter Kleingeld.“<br />
„Ich ahne schon, was du von mir willst. Ich soll für dich den Wechselautomaten spielen“, lacht Erna, woraufhin Tilly verlegen mit den Schultern zuckt und noch zwei Zehn- und zwei Fünf-Euroscheine aus der Jackentasche zieht.<br />
„Na, da will ich mal sehen, was ich für dich tun kann.“<br />
Erna und Tilly sitzen sich mittlerweile am Küchentisch gegenüber. Zwischen ihnen steht eine Dose, in der es schon beim Hochheben verdächtig klimpert.<br />
„Erwin leert manchmal sein Portemonnaie“, erklärt Erna der Nachbarin. Er mag das viele Kleingeld nicht. Nur 50 Centstücke und das Silbergeld behält er. Mal sehen, wie weit wir kommen.“<br />
Eine ganze Weile ist es still in der Küche, denn die beiden Frauen sind mit dem Zählen der Münzen beschäftigt. Dann ziehen sie einen Schlussstrich und stellen fest, dass Erna fast 50 Euro in ihrer Büchse gesammelt hat.<br />
„Wahnsinn, was da doch so zusammen kommt“, stellt Erna fest. „Es fehlen nur noch 50 Cent, dann wären die 50 Euro komplett. Aber warte mal, da fällt mir was ein.“<br />
Geschwind läuft sie in den Hauswirtschaftsraum und holt die Münze, die sie kurz zuvor aus der Hosentasche ihres Gatten gefischt und auf die Waschmaschine gelegt hat.<br />
„Schade, dass diese Münze so verdreckt ist. Es scheint rote Farbe zu sein. Keine Ahnung woher Erwin die Münze hat. Gestern hat er allerdings mit rotem Lack an unserem Auto etwas ausgebessert. Ach, ist ja egal“, sagt sie zu ihrer Nachbarin.<br />
Tilly marschiert nach Hause und macht sich auch gleich an die Bastelarbeit. Doch diese eine rote Münze würde alles verderben, so tauscht sie das Geldstück noch mit einem anderen Geldstück aus, das sie noch in einer Schublade gefunden hat. Das verdreckte 50-Centstück legt sie einfach auf das Fensterbrett.<br />
Zwei Stunden später wird die Haustür aufgerissen und ihre achtjährige Nichte stürmt herein.<br />
„Tante Tilly!“, ruft sie schon im Flur. „Mama ist nicht da und ich habe meinen Schlüssel vergessen. Kann ich solange bei dir warten?“<br />
Tilly schiebt ihrer Nichte einen Teller Suppe hin und freut sich nicht alleine Mittag essen zu müssen.<br />
„Warum malst du dein Geld an?“, fragt die kleine Lisa als sie die Münze auf dem Fensterbrett entdeckt.<br />
„Ach die habe ich von meiner Nachbarin bekommen. Vielleicht ist sie in einen Farbtopf gefallen.“<br />
„Darf ich die Münze haben?“, möchte das Mädchen wissen.<br />
Und so verschwindet das 50 &#8211; Centstück in Lisas Jackentasche.<br />
Am nächsten Tag trifft sich Lisa mit ihrer Freundin Anna. Die beiden schlendern durch den Ort und kommen an der Eisdiele vorbei.<br />
„Wollen wir uns ein Eis kaufen?“, fragt Anna und so stellen sie sich in der Schlange an, die sich an diesem warmen Sommertag vor der Eisdiele gebildet hat.<br />
„Ach“, sagt Anna plötzlich, „mein Geld reicht nicht. Kannst du mir noch 50 Cent leihen? Du bekommst sie ganz bestimmt wieder.“<br />
„Ich habe auch nur einen Euro, der Rest von meinem Taschengeld. Aber warte mal…“<br />
Lisa greift in ihre Jackentasche und holt das rote 50-Centstück heraus.<br />
„Das habe ich gestern von Tante Tilly bekommen, aber ich glaube nicht, dass man damit bezahlen kann.“<br />
„Warum nicht?!“, meint Anna. Lass es uns versuchen!“<br />
Die beiden Mädchen bestellen jeder eine Kugel Eis. Zitrone und Schokolade. Lisa bezahlt ihr Eis und nachdem Anna 50 Cent auf die Theke gelegt hat, legt Lisa die rote Münze daneben.<br />
„Das kann ich aber nicht annehmen“, sagt die Verkäuferin.<br />
„Wieso? Ist doch Geld!“, erklärt Anna und sieht die Verkäuferin flehend an.<br />
„Na gut, ausnahmsweise“, meint diese und denkt sich: „Ich werde sofort bei passender Gelegenheit versuchen diese Münze wieder loszuwerden.“<br />
Gesagt, getan. Schon beim übernächsten Kunden bietet sich die Gelegenheit. Es ist der Schornsteinfeger aus dem Nachbarort. Ohne sein Wechselgeld näher zu betrachten, steckt er es in sein Portemonnaie und geht mit seinem Eis seines Weges.<br />
Nach Feierabend wechselt das Geld erneut seinen Besitzer. Es landet nämlich beim Metzger Würstl, wo sich der Schornsteinfeger für das Abendessen ein Paar Wiener kauft. Mit den anderen Münzen landet es in der Kasse. Von dort wandert es zu Frau Heinrich, die ihre Rechnung von 9,50 Euro mit einem 10-Euroschein begleicht.<br />
„Verflixt!“, denkt sie, als sie später die Münze in ihrer Geldbörse entdeckt. „Was habe ich mir denn da andrehen lassen?!“<br />
So kommt es, dass das Geldstück schon am nächsten Tag wiederum seinen Besitzer wechselt, da es niemand behalten will. Jetzt landet es bei der Toilettenfrau Karla auf dem bereitgestellten Teller. Karla steckt es zu dem anderen Klimpergeld in ihre Schürzentasche und denkt sich nichts dabei, dass dieses Geldstück rote Farbe abbekommen hat. Geld ist für sie nämlich Geld und dient lediglich dem Bezahlen. Trotzdem ist sie bestrebt diese Münze weiterzugeben.<br />
Am Nachmittag nach Dienstschluss kauft sie davon Futter für ihre Katze und die Münze landet in der Kasse der Tierhandlung. Von dort wandert sie weiter zu Karin Hoffmann aus der Friedrichstraße. Sie holt immer das Vogelfutter für ihre beiden Kanarienvögel in der Tierhandlung.<br />
Karin ist eine Kundin von Sabine Müller, der Schneiderin, die in der gleichen Straße wohnt wie Tilly und Erna. Und wie das Leben eben so spielt, wechselt hier das 50- Centstück wiederum seinen Besitzer.<br />
Der Zufall will es, dass in der Woche darauf Tilly sich bei Karin Hoffmann einen Rock enger nähen lässt.<br />
Ja, Ihr denkt jetzt: Auf diesem Wege landet die Münze wieder in Tillys Geldbörse und seltsamerweise auch wieder bei Erna Schimmelpfennig.<br />
Falsch!<br />
Tilly bezahlt ihre Schneiderrechnung nicht mit Bargeld, sondern mit Karte. Allerdings begegnen sich Tilly und Erwin Schimmelpfennig auf der Treppe, als die eine die Schneiderei verlässt und der andere diese aufsuchen möchte. Erwin will ebenfalls etwas abholen. Er holt seine neue Arbeitshose ab, die gekürzt werden musste.<br />
Zuhause angekommen schlüpft er sofort in die neue Hose und macht sich in der Garage wieder an die Autoreparatur, wobei einige Flecken auf die funkelnagelneue Hose geraten. Dies hat wiederum zur Folge, dass die Hose schon am gleichen Abend in der Waschmaschine landet. Erwin Schimmelpfennig hat sie selbst mit dem T-Shirt und seiner Jeans hinein gelegt und zur großen Freude seiner Frau auch gleich das Waschprogramm gestartet. Nur hat er eines vergessen.<br />
Dieses Etwas wiederum lässt Frau Schimmelpfennig von ihrem Sofa voller Schreck hochfahren. Als sie ein sehr seltsames und lautstarkes Geklapper aus dem Hauswirtschaftsraum hört, läuft sie schnell zur Waschmaschine, da sie befürchtet, das letzte Stündlein ihrer Maschine habe geschlagen. Händeringend steht sie vor der Waschmaschine und drückt in Windeseile die Stopptaste. Nach dem Öffnen des Bullauges kullert ihr etwas entgegen, das ihr irgendwie bekannt vorkommt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Mensch ärgere dich nicht!</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/mensch-aergere-dich-nicht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jan 2015 21:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[ärgern]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe]]></category>
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		<category><![CDATA[Kinderspiel]]></category>
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		<category><![CDATA[Mensch ärgere dich nicht]]></category>
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		<category><![CDATA[Streichaktion]]></category>
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		<category><![CDATA[Wundermaschine]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer auch immer dieses Spiel erfunden hat, hat den Nerv der Menschheit getroffen. Zu den Eigenschaften des Menschen gehört es nämlich sich unter anderem zu freuen und sich zu ärgern. Diese Gefühlsregungen spielen sich in jedem von uns ab und haben oftmals auch Auswirkungen auf unsere Umwelt. Freuen wir uns, so strahlen oder lachen wir und stecken nicht selten andere damit an. Ärgern wir uns, so bekommt das meist unser Gegenüber ebenfalls zu spüren. Wir schimpfen dann, setzen einen verärgerten oder gar grimmigen Gesichtsausdruck auf und verspüren eher negative Gefühle. Mein Gesichtsausdruck ist in diesem Augenblick eher der zweiten Gefühlsregung zuzuordnen. Ich habe meinen beiden Männern (Gatte und Sohn) bestimmt schon hundertmal gesagt: „Wischt doch bitte nach dem Rasieren eure Barthaare weg!“Und auch heute rufe ich es genau in dem Augenblick nach unten, als mein Mann nach einem Einkauf im Baumarkt zur Haustür hereinkommt. Seine Antwort zeigt weder etwas von Reue noch einen Funken Verständnis für meine Verärgerung. Im Gegenteil, er ruft einfach nur nach oben: „Diese ewige Putzerei ist doch nicht normal!“ Da könnte &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer auch immer dieses Spiel erfunden hat, hat den Nerv der Menschheit getroffen. Zu den Eigenschaften des Menschen gehört es nämlich sich unter anderem zu freuen und sich zu ärgern. Diese Gefühlsregungen spielen sich in jedem von uns ab und haben oftmals auch Auswirkungen auf unsere Umwelt. Freuen wir uns, so strahlen oder lachen wir und stecken nicht selten andere damit an. Ärgern wir uns, so bekommt das meist unser Gegenüber ebenfalls zu spüren. Wir schimpfen dann, setzen einen verärgerten oder gar grimmigen Gesichtsausdruck auf und verspüren eher negative Gefühle.</strong></p>
<p><span class="dropcap">M</span>ein Gesichtsausdruck ist in diesem Augenblick eher der zweiten Gefühlsregung zuzuordnen. Ich habe meinen beiden Männern (Gatte und Sohn) bestimmt schon hundertmal gesagt:<br />
„Wischt doch bitte nach dem Rasieren eure Barthaare weg!“Und auch heute rufe ich es genau in dem Augenblick nach unten, als mein Mann nach einem Einkauf im Baumarkt zur Haustür hereinkommt. Seine Antwort zeigt weder etwas von Reue noch einen Funken Verständnis für meine Verärgerung. Im Gegenteil, er ruft einfach nur nach oben:</p>
<p>„Diese ewige Putzerei ist doch nicht normal!“</p>
<p>Da könnte ich mich doch schon wieder ärgern. „Als wäre ich ein Putzteufel“, denke ich, wische noch den Spiegel schön blank und poliere die Badarmaturen. Danach marschiere ich nach unten, um die Einkäufe meines Mannes zu begutachten.<br />
„Hoffentlich hast du die richtige Farbe mischen lassen“, sage ich und begutachte den Farbeimer.<br />
„Na klar, genau nach der Farbkarte, die wir neulich ausgesucht haben. Obwohl ich persönlich die Küche einfach wieder nur weiß streichen würde.“<br />
„Das ist doch total langweilig“, verteidige ich die Farbentscheidung. „Außerdem ist dieser zarte Grünton doch nur ein leicht grünlich getöntes Weiß. Sieht bestimmt toll aus“, bekräftige ich unseren Beschluss.<br />
„Na ja, erst müssen wir einmal alles abkleben und dann fange ich mit der Decke an. Hol doch schon mal die Lammfellrolle zum Streichen aus der Garage!“<br />
„Welche Lammfellrolle meinst du eigentlich?“, frage ich zwei Minuten später. „Ich habe nur die einfache Rolle hier gefunden!“<br />
„Ach, weißt du was, ich fahre noch mal schnell in den Baumarkt und hole mir eine. Braucht man eh&#8216; immer wieder“, beschließt Peter und ist auch schon auf dem Weg zu seinem Auto.<br />
Als er wieder zurück ist, steht er mit einem großen Karton vor unserer Haustür und verkündet freudestrahlend:<br />
„Das hier ist was ganz Tolles. Ich habe das mal so gemacht wie du immer im Baumarkt und habe mich vor einen Bildschirm gestellt, auf dem sie immer  Videos mit Werbung laufen lassen. Und da haben sie dieses Ding hier angepriesen. Damit soll die Streicherei viel schneller und kinderleicht von statten gehen. Ich dachte mir, wir probieren es einfach mal aus.“<br />
Jetzt bin ich doch etwas verwundert, denn eigentlich ist mein Mann sehr praktisch veranlagt, handwerklich begabt, keineswegs leicht von Werbung zu überzeugen und führt solche handwerklichen Tätigkeiten auch eher auf die traditionelle Art und Weise aus.<br />
„Was ist das denn für ein seltsames Ding?“, frage ich meinen Peter, der inzwischen schon mit Auspacken und Zusammenbau der Wundermaschine beschäftigt ist. Hierbei handelt es sich um einen elektrischen Farbroller, der mit einer Schlauchpumpe betrieben wird und dank eines langen teleskopartigen Stils und eines langen Schlauchs das Streichen von Zimmerdecken und auch von großen Wänden zum Kinderspiel werden lassen soll. Naja, und da bekanntlich in jedem Mann ein Kind steckt, ist auch mein Gatte von dieser Wundermaschine sichtlich angetan.<br />
Inzwischen beginnt es draußen schon zu dämmern und ich bezweifele mittlerweile, dass wir heute noch mit der Streichaktion anfangen, geschweige denn fertig werden.<br />
„Wollen wir nicht einfach mal ganz normal mit der Rolle anfangen zu streichen?“, erkundige ich mich vorsichtig und leicht verärgert über die ständige Verzögerung der geplanten Arbeit.<br />
„Nein“, erklärt er mir. „Jetzt will ich das erst einmal ausprobieren!“<br />
Sogleich macht Peter sich an die Arbeit und nimmt die Küchendecke in Angriff. Ich verfolge die ganze Sache sehr interessiert und würde es eigentlich auch gerne mal ausprobieren, aber Peter ist ganz in seinem Element. Obwohl hierbei angeblich nichts tropft, sind schon einige Farbkleckser auf seinen Haaren zu sehen. Das ist allerdings bei meinem Peter nichts Außergewöhnliches, wenn er streicht. Meist ist er trotz seiner Professionalität hinterher voller Farbe im Gesicht, an den Händen und der Kleidung. Er streicht eben immer gleich alles mit.<br />
„Tja, so ganz überzeugt bin ich noch nicht!“, meint er nach der Fertigstellung der Decke. „Jetzt probiere ich es mal an der Wand aus.“<br />
Zuerst heißt es alles wieder zu säubern, denn jetzt ist der leichte Grünton angesagt. Danach wird das eine Ende des Schlauchs in den Farbeimer gehängt und das andere Ende über die Schlauchpumpe an den Farbroller angeschlossen. Und los kann es gehen:<br />
So schnell geht es nun auch wieder nicht.<br />
„Vielleicht ginge es auf traditionelle Weise schneller“, überlege ich gerade, da meint Peter: „Irgendetwas stimmt hier nicht, da kommt ja fast gar nichts raus. Wahrscheinlich pumpt das Ding nicht richtig. Das muss ich erst einmal überprüfen.“<br />
Ehe ich mich versehe, startet er seine Überprüfung und von da an geht plötzlich alles ganz schnell:<br />
Peter nimmt den Schlauch in die Hand und knickt ihn unterhalb des Farbrollersstils ab, um zu überprüfen, ob die Pumpe auch mit Druck die Farbe nach oben an die Rolle befördert. Der Druck ist da. Die Farbe auch. Durch den Druck und den Knick baut sich jetzt allerdings ein Überdruck auf, es kommt in diesem Moment also sozusagen zu einem Farbstau und es passiert, was passieren muss. Es gibt einen Knall und der Schlauch ist geplatzt. Damit einhergehend spritzt die gesamte Farbe aus dem Schlauch in der Gegend herum. Peter versucht das Schlimmste zu verhindern, indem er sich zum Ausschalten der Pumpe in Richtung Gerät bückt. Dabei zieht er allerdings versehentlich ruckartig an dem Schlauch. Dies hat zur Folge, dass auch der Farbeimer, der auf meinem Küchentisch abgestellt ist, diesen Ruck zu spüren bekommt. Er beginnt zu wackeln und bevor noch eine rettende Hand hinzuschnellen kann, ist er umgekippt. Somit ergießt sich auch noch diese Farbe auf meinen Fußboden und bespritzt Tisch, Wände und auch meinen Peter.<br />
„Oh Gott!“, rufe ich aus.<br />
„Nichts passiert, nichts passiert!“, ruft hingegen mein Peter.<br />
„Das kann ich deutlich sehen!“, ärgere ich mich jetzt aber.<br />
„Der Schlauch muss schon irgendwo eine Macke gehabt haben“, erklärt er mir. Ich fahr jetzt in den Baumarkt und lasse mir einen anderen Schlauch geben.“<br />
Da es zwischenzeitlich 10 Minuten vor Ladenschluss ist, rast er so wie er aussieht los. Ich hingegen bleibe zurück, versuche die Farbe zumindest von meinen Fliesen und meinem Küchentisch zu entfernen und bin nicht gerade bester Stimmung.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>„Mensch ärgere dich nicht!“,</strong></p>
<p>sage ich immer wieder zu mir selbst und als Peter eine halbe Stunde später wieder aufkreuzt, stehe ich auf der Leiter mit der üblichen Lammfellrolle in der Hand und habe schon mal angefangen eine Wand anzulegen. Peter lässt es sich jedoch nicht nehmen, mit dem automatischen Farbroller weiterzuarbeiten. Bevor er allerdings alles wieder zusammengebaut und vorbereitet hat, bin ich mit der Küchenstreicherei schon fast fertig. Er macht dann noch den Rest und hier und da ein bisschen Feinarbeit. Es sieht richtig toll aus. Mittlerweile lachen wir auch über dieses Missgeschick und gönnen uns zum Abschluss noch ein Gläschen Rotwein.</p>
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