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	<title>Vermutung &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Der Anruf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Apr 2019 10:01:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Anruf]]></category>
		<category><![CDATA[April]]></category>
		<category><![CDATA[Aprilscherz]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ja, ja, der liebe April“, denke ich gerade, als ich meine Termine für diesen Monat in meinen Timer eintrage. „Eigentlich ist er gar nicht so ein beliebter Monat, denn man sagt ihm nach, dass er immer nur macht was er will“, überlege ich weiter. Es stimmt schon, er ist sehr eigensinnig. Normalerweise ist er doch der Monat, welcher uns dem Sommer ein Stückchen näher bringen soll. Aber so recht will das nicht klappen. Manchmal ist es in diesem Monat schon sommerlich warm und dann wieder herbstlich grau. Aber auch wenn sich der April schon manchmal ein bisschen unbeliebt bei uns macht, er ist doch guten Willens. Trotzdem nimmt er uns immer wieder auf den Arm, d.h. er macht sich ein bisschen lustig über uns mit seinem ewigen Hin und Her. Aber nicht nur der Monat April erlaubt sich Scherze, nein auch wir nutzen speziell den Monatsanfang, um uns zu amüsieren. „Weshalb heißt es eigentlich, dass wir jemand in den April schicken, wenn wir eine Person mit einem kleinen Scherz überraschen?“, frage ich urplötzlich meinen Peter, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Ja, ja, der liebe April“, denke ich gerade, als ich meine Termine für diesen Monat in meinen Timer eintrage. „Eigentlich ist er gar nicht so ein beliebter Monat, denn man sagt ihm nach, dass er immer nur macht was er will“, überlege ich weiter. Es stimmt schon, er ist sehr eigensinnig. Normalerweise ist er doch der Monat, welcher uns dem Sommer ein Stückchen näher bringen soll. Aber so recht will das nicht klappen. Manchmal ist es in diesem Monat schon sommerlich warm und dann wieder herbstlich grau.</strong></p>
<p><span class="dropcap">A</span>ber auch wenn sich der April schon manchmal ein bisschen unbeliebt bei uns macht, er ist doch guten Willens. Trotzdem nimmt er uns immer wieder auf den Arm, d.h. er macht sich ein bisschen lustig über uns mit seinem ewigen Hin und Her. Aber nicht nur der Monat April erlaubt sich Scherze, nein auch wir nutzen speziell den Monatsanfang, um uns zu amüsieren.<br />
„Weshalb heißt es eigentlich, dass wir jemand in den April schicken, wenn wir eine Person mit einem kleinen Scherz überraschen?“, frage ich urplötzlich meinen Peter, der gerade mein Arbeitszimmer betritt.<br />
„Was? Wie?“, fragt er verblüfft zurück. „Keine Ahnung!&#8220; Obwohl seine Antwort kurz und knapp war, erwacht plötzlich seine Erinnerung.<br />
„Ich denke, es gibt kaum jemand, der nicht schon einmal einem Aprilscherz erlegen ist“, meint mein Mann und grinst.<br />
&#8222;Das stimmt, denn obwohl man genau weiß, dass der 1. April hierfür bekannt ist, fallen wir doch genau in diesem Moment auf den Scherz herein, wenn wir gerade nicht auf der Hut sind&#8220;, überlege ich laut.<br />
„Denk doch mal an deine Mutter“, erinnert mich Peter. „Das ist zwar schon lange her und wir kannten uns erst kurz, aber es war total lustig.“ Mit diesen Worten verlässt er mein Arbeitszimmer und mich mit meinen Erinnerungen, die ich auch sofort zu Papier bringe:<br />
Vor fast 40 Jahren ereignete sich eine kleine Geschichte, an die sich meine Mutter noch heute mit einem Schmunzeln erinnert. Damals hatten wir zwar schon ein Telefon, aber man benutzte es doch eher selten, im Gegensatz zu heute. Es existierten noch keine Callcenter und Werbeanrufe und solche von verschiedenen Firmen zwecks Umfragen oder ähnlichem waren noch nicht erfunden. An einem Vormittag klingelte also bei meiner Mutter das Telefon:<br />
„Einen schönen guten Tag wünsche ich Ihnen“, sagte eine junge männliche Stimme am anderen Ende.<br />
„Guten Tag“, grüßte meine Mutter freundlich zurück.<br />
„Hier ist das Schuhhaus Blackelsberg**“, sprach die Stimme weiter. „Spreche ich mit Frau ABC?“<br />
„Ja, da sind Sie richtig verbunden!“<br />
„Da bin ich aber froh, denn wir haben da ein kleines Problem.“<br />
Meine Mutter wunderte sich jetzt schon ein wenig, denn das Schuhhaus vor Ort trug einen anderen Namen und was hatte sie mit den Problemen eines unbekannten Geschäftes zu tun?!<br />
„Wie kann ich Ihnen denn behilflich sein?“, erkundigte sie sich trotzdem.<br />
„Na es geht hier um eine Bestellung…“<br />
„Ich habe keine Bestellung gemacht“, erklärte sie sofort mit starker Verwunderung und einer Überzeugung in der Stimme, die eigentlich keinen Zweifel aufkommen lassen sollte.<br />
„Sie sind aber doch Frau ABC, wie Sie mir vorhin schon sagten!“<br />
„Mmh!?“<br />
„Sie haben bei uns 30 Paar Schuhe bestellt und ich wollte nur Bescheid sagen, dass sich die Lieferung noch einen kleinen Moment verzögert“, erläuterte der junge Mann.<br />
„Moment mal“, protestierte meine Mutter. „Ich habe nichts bestellt! Und schon gar nicht 30 Paar Schuhe! Was soll ich damit? Ich habe nur 2 Füße.“<br />
„Uns liegt aber eine Bestellung von Ihnen vor!“<br />
Meine Mutter wurde immer stutziger, aber auch immer nervöser.<br />
„Wie soll das Schuhhaus noch einmal heißen?“, fragte sie, um zum einen Zeit zu gewinnen und zum anderen, um die Stimme des Gesprächspartners noch einmal zu hören. Irgendetwas war ihr nämlich an dieser Stimme seltsam erschienen. Sie konnte nur noch nicht genau sagen, was das war. Vielleicht weil diese Stimme sich etwas gekünstelt anhörte, aber da konnte man sich ja täuschen.<br />
„B l a c k e l s b e r g!“ Der Mann am anderen Ende ließ sich förmlich das Wort auf der Zunge zergehen. Er sprach es deutlich, ganz langsam und etwas langgezogen aus. Nur seltsam, dass er sogleich anscheinend einen Lacher unterdrücken musste. Das entging meiner Mutter jedoch nicht.<br />
Sie hatte das ganze Gespräch über schon so eine Ahnung gehabt, die sie jedoch noch nicht in Worte hatte fassen können. Aber dieses kurze fast unterdrückte Lachen brachte sie auf einen ganz bestimmten Verdacht, der sich zusehend verhärtete. Sollte sie den Vorstoß wagen oder irrte sie sich mit ihrer Vermutung?</p>
<p>Meine Mutter setzte alles auf eine Karte und …</p>
<p>… traf damit ins Schwarze.</p>
<p>„Peter?“, fragte sie vorsichtig. „Bist du das?“<br />
„April, April!“, tönte es fröhlich aus der Telefonmuschel.<br />
„Na, du bist mir aber Einer!“, lachte meine Mutter hörbar erleichtert. „Das war aber ein gelungener Aprilscherz! Wie bist du denn auf die Idee gekommen?“</p>
<p><span style="line-height: 1.73;">„Diese Frage konnte ich deiner Mutter damals nicht so genau erklären.&#8220;</span><br />
Erschrocken blicke ich auf, denn ich habe nicht bemerkt, dass mein Mann wieder das Zimmer betreten hat.<br />
&#8222;Das kam mir einfach so in den Sinn, würde ich mal sagen“, kommentiert Peter meine Aufzeichnungen, als er mir beim Tippen über die Schulter schaut.<br />
„Aber, was meinst du? Sollte ich es dieses Jahr noch einmal mit diesem Aprilscherz versuchen“, grinst er.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Na, dann viel Spaß!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>* Der Name ist frei erfunden.</p>
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