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	<title>Tunnel &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Frische Luft…</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jan 2019 11:11:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnhof]]></category>
		<category><![CDATA[Gesicht]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist ein kühles und verregnetes Wochenende. Der Samstag ist mit Erledigungen und organisatorischen Dingen dahingegangen. Nicht gerade das, was man sich unter einem schönen Wochenende vorstellt. Genau das ist auch der Grund, warum ich am Sonntag unbedingt frische Luft brauche. Gelegentlicher Nieselregen, kein Sonnenschein, sondern eher Trübnis heben meine Laune nicht zum Jubeln empor. Trotzdem muss ich unbedingt raus an die frische Luft, um neue Energie zu tanken. Meinem Mann würde es sicherlich auch guttun, denn sonst würde er nur wieder über Akten grübeln, E-mails verfassen, Vorlesungen vorbereiten und, und, und. Gesund ist das sicherlich nicht. „Lass uns wenigsten einen kleinen Spaziergang machen und anschließend irgendwo in einem Café einkehren!“, schlage ich deshalb vor. „Und wo willst du hin?“, fragt er mich. „Keine Ahnung, nur ein bisschen Abwechslung. Mich macht diese trockene Heizungsluft wahnsinnig.“ „Draußen ist es definitiv feuchter, da hast du recht“, entgegnet er mir und schlägt den Aktendeckel zu. „Und mit einem Tässchen Kaffee und vielleicht noch ein Stück Kuchen dazu, lasse ich mich immer locken.“ Kurz und gut, eine paar Minuten &#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein kühles und verregnetes Wochenende. Der Samstag ist mit Erledigungen und organisatorischen Dingen dahingegangen. Nicht gerade das, was man sich unter einem schönen Wochenende vorstellt. Genau das ist auch der Grund, warum ich am Sonntag unbedingt frische Luft brauche. Gelegentlicher Nieselregen, kein Sonnenschein, sondern eher Trübnis heben meine Laune nicht zum Jubeln empor. Trotzdem muss ich unbedingt raus an die frische Luft, um neue Energie zu tanken. Meinem Mann würde es sicherlich auch guttun, denn sonst würde er nur wieder über Akten grübeln, E-mails verfassen, Vorlesungen vorbereiten und, und, und. Gesund ist das sicherlich nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lass uns wenigsten einen kleinen Spaziergang machen und anschließend irgendwo in einem Café einkehren!“, schlage ich deshalb vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und wo willst du hin?“, fragt er mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Keine Ahnung, nur ein bisschen Abwechslung. Mich macht diese trockene Heizungsluft wahnsinnig.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Draußen ist es definitiv feuchter, da hast du recht“, entgegnet er mir und schlägt den Aktendeckel zu. „Und mit einem Tässchen Kaffee und vielleicht noch ein Stück Kuchen dazu, lasse ich mich immer locken.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz und gut, eine paar Minuten später sitzen wir im Auto. Wollten wir nicht spazieren gehen? Na, inzwischen hat es angefangen richtig heftig zu regnen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Meinst du, wenn wir in die Stadt reinfahren, dass es dort nicht regnet?“, erkundige ich mich und schnalle mich an. „Dann gehen wir eben zuerst in das Café, irgendwann hört es hoffentlich wieder auf zu regnen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hab&#8216; eine andere Idee“, meint mein Mann begeistert. „Wir schauen uns erst einmal den neuen Tunnel an!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir schwant da etwas. Bei uns wird der Bahnhof umgebaut und in diesem Projekt wurde auch der Fußgängertunnel, der zu den Gleisen führt, ebenfalls umgestaltet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Puh, wie langweilig“, denke ich mir, will aber Peter nicht die Freude nehmen und nicke deshalb nur still.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Schön ist er geworden, gefällt mir echt gut“, muss ich eine halbe Stunde später zugeben. „Sieht jetzt alles viel großräumiger und moderner aus. Wird bestimmt toll, wenn alles fertig ist.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Umgestaltung wird noch eine Weile dauern, aber sie wird gut. Schau nur&nbsp; und hier wird…“, erklärt mir mein Mann und ich lausche interessiert seinen Ausführungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich muss mir jetzt aber erst mal was zu trinken holen“ erkläre ich ihm und deute auf den geöffneten Drogeriemarkt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich noch etwas in dem ebenfalls neugestalteten Markt herumstöbere, geht mein Mann mit den Getränken zum Bezahlen an die Kasse und verlässt danach das Geschäft. Als ich Minuten später ebenfalls in die Bahnhofshalle zurückkehre, steht er vor der Anzeigetafel und studiert die Informationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In 10 Minuten fährt ein Zug nach Berlin“, sagt er. „Wollen wir mal kurz hin und heute Abend wieder zurück?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ernsthaft?“, frage ich noch etwas ungläubig, während er schon zur Bahnauskunft eilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ziehen sie sich am besten am Automaten ein Berlin-Brandenburg-Ticket“, höre ich gerade noch den Mann hinter dem Schalter sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Machst du das?“, erkundigt sich Peter. „Musst dich aber beeilen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja!“, rufe ich aus und renne zum Automaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich tippe gerade so auf dem Display herum, da schalt es von hinten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Können wir mit? Wir bezahlen auch die Hälfte, bleiben aber dann in Berlin.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei uns völlig unbekannte Frauen stehen da und lächeln uns an.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Klar“, sage ich. „Es können ja bis zu fünf Personen fahren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tja, und so kommt es, dass wir alle vier zum Zug nach Berlin eilen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freudestrahlend und ein bisschen erstaunt über unsere eigene Spontanität lassen wir uns in die Sitze fallen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dann gehen wir halt in Berlin spazieren…“, denke ich und nachdem der Zug den Bahnhof verlassen hat, zücke ich mein Handy.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wie? Echt? Wann kommt ihr an?“, fragt unser Sohn am anderen Ende und ich merke wie sich ein Grinsen über seinem Gesicht ausbreitet.<br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><br></p>
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