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	<title>Tochter &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Annas Wunsch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jan 2021 22:02:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Abendbrot]]></category>
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					<description><![CDATA[Bea ist alleinerziehend und macht am Sonntagnachmittag mit ihrer kleinen Tochter Anna einen Spaziergang durch den Stadtpark. Viele Kinder sind mit ihren Familien unterwegs. Die junge Frau weiß, dass ihre Tochter ebenfalls gerne mit Opa Kurt und Oma Martha zusammen wäre, zumal dies ihre einzigen lebenden Großeltern sind. Leider ist das nicht so einfach, denn die Beiden wohnen mehrere hundert Kilometer entfernt und ein Treffen muss daher immer genau und von langer Hand geplant sein. Im Vierwochenrhythmus klappt das zwar ganz gut, ist aber immer mit erheblichem Aufwand verbunden. Mal kommen die Großeltern zu Bea und Anna und mal fahren diese mit dem Zug zu Opa und Oma. Anna hat große Sehnsucht nach ihnen. Die Vierjährige fragt oft, wann sie sich wiedersehen und ist jedesmal traurig, wenn es Abschiednehmen heißt. So wie heute. Gerade sind Kurt und Martha wieder gefahren.  „Dieser Spaziergang sollte eigentlich zur Ablenkung dienen, aber der Anblick von anderen Familien macht uns Beide irgendwie traurig,“, denkt Bea. „Ja, ein bisschen Neid ist schon dabei“, gesteht sie sich ein, „aber an manchen Situationen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bea ist alleinerziehend und macht am Sonntagnachmittag mit ihrer kleinen Tochter Anna einen Spaziergang durch den Stadtpark. Viele Kinder sind mit ihren Familien unterwegs. Die junge Frau weiß, dass ihre Tochter ebenfalls gerne mit Opa Kurt und Oma Martha zusammen wäre, zumal dies ihre einzigen lebenden Großeltern sind. Leider ist das nicht so einfach, denn die Beiden wohnen mehrere hundert Kilometer entfernt und ein Treffen muss daher immer genau und von langer Hand geplant sein.</strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>m Vierwochenrhythmus klappt das zwar ganz gut, ist aber immer mit erheblichem Aufwand verbunden. Mal kommen die Großeltern zu Bea und Anna und mal fahren diese mit dem Zug zu Opa und Oma.<br />
Anna hat große Sehnsucht nach ihnen. Die Vierjährige fragt oft, wann sie sich wiedersehen und ist jedesmal traurig, wenn es Abschiednehmen heißt. So wie heute. Gerade sind Kurt und Martha wieder gefahren.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Dieser Spaziergang sollte eigentlich zur Ablenkung dienen, aber der Anblick von anderen Familien macht uns Beide irgendwie traurig,“, denkt Bea. „Ja, ein bisschen Neid ist schon dabei“, gesteht sie sich ein, „aber an manchen Situationen lässt sich wohl nichts ändern.“<br />
„Opa Kurt muss mir doch<span class="Apple-converted-space"> </span>von dem Vögelchen erzählen“, sagt die Kleine traurig, „ob es fliegen lernt!“<br />
„Das kann Opa dir morgen am Telefon berichten!“, versucht Bea ihre Tochter zu trösten.<br />
„Ich will, dass Opa und Oma bei mir sind! Das ist schön!“<br />
„Das verstehe ich, aber sie wohnen so weit weg und können nicht jeden Tag bei uns vorbeischauen“, versucht die Mutter zu erklären.<br />
Zum Glück wird Anna gerade durch einen kleinen Hund abgelenkt, der um ihre Beine herum springt.<br />
„Hallo Mäxchen!“, freut sich das Mädchen. „Wo ist dein Frauchen?“<br />
„Hier bin ich!“, ruft Frau Meyer, die ihrem Hündchen hinterher hechtet. „Dieser kleine Schlingel ist mir abgehauen. Wahrscheinlich hat er dich gesehen!“<br />
Anna freut sich und streichelt den Hund. Bea begrüßt Frau Meyer, die sie schon öfter zufällig getroffen haben und die immer gerne für ein Schwätzchen bereit ist. Die Seniorin lebt seit dem Tod ihres Mannes vor zwei Jahren alleine in einem kleinen Häuschen unweit von Bea und Anna.<br />
„Bist du auch eine Oma?“, fragt Anna ganz unvermittelt.<br />
„Oh, leider nein“, antwortet Frau Meyer.<br />
„Warum?“<br />
„Ach, weißt du, meine Tochter kann leider keine Kinder bekommen“, gibt die ältere Frau dem Mädchen zur Antwort.<br />
„Ich brauch noch eine Oma und ich bin ein Kind!“, gibt Anna schlagfertig zurück.<br />
Als Frau Meyer einen fragenden Blick zu Bea wirft, fühlt diese sich in Erklärungsnot. Die beiden Frauen unterhalten sich noch eine ganze Weile, während Anna sich mit Mäxchen beschäftigt.<br />
„Jetzt müssen wir aber nach Hause, es ist schon bald Abendbrotzeit“, fordert Bea ihre Tochter auf. „Wir wollen Frau Meyer nicht länger aufhalten.“<br />
„Ach, Sie halten mich nicht auf. Auf mich wartet niemand. Außerdem freue ich mich jedesmal, wenn ich Sie und Anna treffe. Wenn Sie nichts dagegen haben, dann können wir gemeinsam den Rückweg antreten. Immerhin wohnen wir ja nur eine Straßenecke entfernt von einander“, schlägt die Ältere von Beiden vor.<br />
So hüpft Anna fröhlich zwischen ihrer Mutter und Frau Meyer, die Mäxchen an der Leine hält, nach Hause. Zum Abschied gibt sie artig die Hand, so wie es ihr die Mutter gelernt hat.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
„Tschüss Oma Meyer!“, ruft sie und winkt ihr nach, bis diese die Haustür hinter sich geschlossen hat.<br />
An diesem Abend sitzt Frau Meyer noch lange in ihrem Lehnstuhl im Wohnzimmer und muss an das Gespräch im Stadtpark denken. Sie lächelt in sich hinein. Schon lange hat sie sich nicht mehr so glücklich gefühlt.<br />
„Ich glaube, das habe ich der kleinen Anna zu verdanken. Sie ist so herzerfrischend“, sagt sie sich selbst. Als sie dann im Bett liegt, steht ihr Entschluss fest, den sie auch am nächsten Tag in die Tat umsetzt.<br />
Am frühen Nachmittag greift sie zum Telefon und wählt die Nummer, die Annas Mutter ihr gegeben hat.<br />
„Hallo, hier ist Ilse Meyer. Ich hoffe, ich störe nicht.“<br />
„Nein, nein, gewiss nicht!“<br />
„Es ist mir fast ein bisschen peinlich“, beginnt die ältere Dame und merkt, dass ihr Herz schneller und aufgeregt zu klopfen beginnt. Sie räuspert sich, bevor sie fortfährt.<br />
„Ich wäre gerne Annas Oma, &#8211; ich meine natürlich Ersatzoma &#8211; und auch nur, wenn Sie damit einverstanden sind. Ich könnte mich um Anna kümmern, wenn Sie wichtige Termine haben oder auch nur mal ein wenig entspannen wollen. Ich mach das gerne…“<br />
„Oh, daran habe ich auch schon gedacht. Ihnen würde ich meine Tochter<span class="Apple-converted-space">  </span>gerne anvertrauen, denn Anna und ich mögen Sie wirklich sehr“, gesteht Bea und gibt gleich zu bedenken: „Ich weiß aber nicht, ob ich mir das leisten kann.“<br />
„Nein, nein“, protestiert Frau Meyer sofort. „Omas nehmen doch kein Geld! Außerdem würden Sie mich damit sehr glücklich machen!“</p>
<p><span class="Apple-converted-space"> </span></p>
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