<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss"
	xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#"
	>

<channel>
	<title>Sonnenschirm &#8211; life tells stories</title>
	<atom:link href="https://lifetellsstories.de/tag/sonnenschirm/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://lifetellsstories.de</link>
	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
	<lastBuildDate>Wed, 27 Jul 2022 21:43:05 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>
<site xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">123020734</site>	<item>
		<title>Wörtlich genommen</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/woertlich-genommen/</link>
					<comments>https://lifetellsstories.de/woertlich-genommen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Jul 2022 21:34:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Schrank]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenschirm]]></category>
		<category><![CDATA[Stube]]></category>
		<category><![CDATA[Wort]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://lifetellsstories.de/?p=7674</guid>

					<description><![CDATA[Wir fahren spontan in den Nachbarort. Dort gibt es ein kleines Restaurant mit einem Eiscafé. Da es gerade kurz nach zwölf Uhr mittags ist, entschließen wir uns an diesem sonnigen Tag an einem der Tische unter dem roten Sonnenschirm Platz zu nehmen. Wir sind nicht die Einzigen, die anscheinend auf diese Idee gekommen sind, denn alle Tische sind im Nu besetzt. Während manche das kühle und leckere Eis vorziehen, genießen andere eine warme Mahlzeit. „Eis möchte ich jetzt eigentlich nicht“, erkläre ich meinem Mann. „Eher ein kleines Mittagessen.“ Wir blättern schweigend in der Speisekarte, um das jeweils passende Gericht zu finden. Mein Mann ist ruckzuck fertig und weiß anscheinend schon, was er bestellen möchte, denn er klappt bereits die Speisekarte wieder zu. „Was hast du dir ausgesucht?“, will ich wissen. „Etwas, das mich an unseren Englischunterricht denken lässt“, meint er grinsend. „Ich kann mich nicht erinnern, im Englischunterricht jemals gegessen zu haben und schon gar nicht ein Gericht, das hier in der Karte aufgeführt ist“, sage ich stirnrunzelnd. „Oh doch!“ „Ihr durftet im Unterricht essen?“ &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir fahren spontan in den Nachbarort. Dort gibt es ein kleines Restaurant mit einem Eiscafé. Da es gerade kurz nach zwölf Uhr mittags ist, entschließen wir uns an diesem sonnigen Tag an einem der Tische unter dem roten Sonnenschirm Platz zu nehmen. Wir sind nicht die Einzigen, die anscheinend auf diese Idee gekommen sind, denn alle Tische sind im Nu besetzt. Während manche das kühle und leckere Eis vorziehen, genießen andere eine warme Mahlzeit.</p>
<p>„Eis möchte ich jetzt eigentlich nicht“, erkläre ich meinem Mann. „Eher ein kleines Mittagessen.“</p>
<p>Wir blättern schweigend in der Speisekarte, um das jeweils passende Gericht zu finden. Mein Mann ist ruckzuck fertig und weiß anscheinend schon, was er bestellen möchte, denn er klappt bereits die Speisekarte wieder zu.</p>
<p>„Was hast du dir ausgesucht?“, will ich wissen.</p>
<p>„Etwas, das mich an unseren Englischunterricht denken lässt“, meint er grinsend.</p>
<p>„Ich kann mich nicht erinnern, im Englischunterricht jemals gegessen zu haben und schon gar nicht ein Gericht, das hier in der Karte aufgeführt ist“, sage ich stirnrunzelnd.</p>
<p>„Oh doch!“</p>
<p>„Ihr durftet im Unterricht essen?“</p>
<p>„Nein!“</p>
<p>„Was denn jetzt? Ja oder Nein?“, frage ich sichtlich verwirrt.</p>
<p>„Na, ja <b><i>und </i></b>nein“, erklärt er mir. „Essen war im Unterricht selbstverständlich nicht erlaubt, aber das besagte Gericht steht hier in der Karte.“</p>
<p>Ich habe immer noch keinen blassen Schimmer, was er meint und nehme mir nochmals die Speisekarte vor. Dieses Mal allerdings nicht, um mir ein Gericht auszusuchen, sondern um herauszufinden, was mein Göttergatte in Verbindung mit dem Englischunterricht bringt.</p>
<p>„Hier ist aber keine Speise in englischer Sprache aufgeführt“, grübele ich.</p>
<p>„Nein, nein“, bestätigt er mir. „Es steht schon in deutscher Sprache in der Speisekarte.“</p>
<p>„Du willst mich doch irgendwie auf den Arm nehmen.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dessen bin ich mir inzwischen ziemlich sicher und sein unverschämtes Grinsen bestätigt mich darin.</p>
<p>„Ich gebe dir mal einen Tipp!“, schlägt er vor. „Du kannst dir doch sicherlich vorstellen, dass ich mir damals nur ziemlich ausgefallene oder ungewöhnliche Vokabeln gemerkt habe.“</p>
<p>„Geht das auch noch ein bisschen genauer?“, versuche ich einen weiteren Hinweis aus ihm herauszukitzeln.</p>
<p>„Naja, es war eher ein Beispiel dafür, dass man Begriffe aus der deutschen Sprache nicht wortwörtlich ins Englische übersetzen kann. Also ein sogenanntes Negativbeispiel.“</p>
<p>In meinem Kopf schwirrt es inzwischen. Ich durchforste alle Schränke und Schubladen meines Oberstübchens. Die Lösung scheint zum Greifen nahe, aber ich komme trotzdem noch nicht darauf. Deshalb nehme ich mir nochmals die Speisekarte vor und da trifft mich dann auch tatsächlich der Geistesblitz. Ich schlage mir gegen die Stirn und beginne zu lachen bis mir die Tränen kommen.</p>
<p>„Farmer-early-piece!“, sage ich genau in dem Moment, als die Bedienung an unseren Tisch herantritt und nach der Bestellung fragen will. Sie schaut uns mehr als nur verwundert an und erkundigt sich, ob sie später noch einmal kommen soll.</p>
<p>„Nein, nein!“, rufen wir gleichzeitig aus.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Für mich bitte das Bauernfrühstück“, bestellt mein Mann.</p>
<p>„Und für mich ebenfalls!“</p>
<p>„Tja, „<b><i>Bauer</i></b> heißt doch <b><i>Farmer</i></b>, <em><strong>früh</strong> </em>heißt <b><i>early</i></b> und <b><i>Stück </i></b>übersetzt man mit <b><i>piece</i></b>. Also lautet die Übersetzung für Bauernfrühstück „<b><i>Farmer-early-piece!“</i></b>, erklärt mein Mann mit ernster Miene. „Auch wenn ich inzwischen weiß, wie man auf Englisch dieses Gericht bestellt, diese <em><strong>falsche Übersetzung</strong></em> ist bei mir über all die Jahrzehnte im Gedächtnis geblieben.&#8220;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/der-luemmel-aus-der-letzten-bank/">Der Lümmel aus der letzten Bank</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/corpus-delicti/">Corpus Delicti</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/mit-brille-waere-das-nicht-passiert-oder-doch/">Mit Brille wäre das nicht passiert, – oder doch?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://lifetellsstories.de/woertlich-genommen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>6</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">7674</post-id>	</item>
	</channel>
</rss>
