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	<title>Schnur &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Ein paar Minuten früher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jan 2022 21:06:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Plauderecke]]></category>
		<category><![CDATA[Über mich]]></category>
		<category><![CDATA[Dachboden]]></category>
		<category><![CDATA[Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Rätsel]]></category>
		<category><![CDATA[Schnur]]></category>
		<category><![CDATA[Sendung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich kann mir nicht erklären, warum mir diese Begebenheit heute eingefallen ist. Möglicherweise habe ich etwas geträumt, das in mir Erinnerungen hervorgerufen hat, die ich im allerhintersten Stübchen meines Gedächtnisses in einer längst vergessenen Schublade herausgekramert habe. Keine Ahnung. Vielleicht war es die Sendung gestern Abend, die von einem Tierheim berichtet hat. Möglich, aber irgendwie doch unwahrscheinlich. Allerdings frage ich mich, ob es in einem Zusammenhang mit den Weihnachtssachen steht, die gerade in einer Aufräumaktion verstaut werden und erst vor dem nächsten Weihnachtsfest wieder zum Vorschein kommen sollen. Es ist und bleibt ein Rätsel für mich und ich werde eventuell auch nie dahinterkommen, weshalb mir genau diese Begebenheit und ausgerechnet heute einfällt.  Ich hoffe, ich habe Euch jetzt neugierig auf meine Erinnerung gemacht. Also, es handelt sich um eine Kindheitserinnerung, die mein Unterbewusstsein für so wichtig erachtet, dass es mir diese nun auf dem Präsentierteller serviert. Ich glaube, ich war in der zweiten Grundschulklasse. Ausnahmsweise hatten wir schon eine Stunde früher Schulschluss. Mir ist entfallen, ob es möglicherweise hitzefrei gab oder der Ausfall durch einen anderen &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich kann mir nicht erklären, warum mir diese Begebenheit heute eingefallen ist. Möglicherweise habe ich etwas geträumt, das in mir Erinnerungen hervorgerufen hat, die ich im allerhintersten Stübchen meines Gedächtnisses in einer längst vergessenen Schublade herausgekramert habe. Keine Ahnung. </strong></p>
<p><span class="dropcap">V</span>ielleicht war es die Sendung gestern Abend, die von einem Tierheim berichtet hat. Möglich, aber irgendwie doch unwahrscheinlich. Allerdings frage ich mich, ob es in einem Zusammenhang mit den Weihnachtssachen steht, die gerade in einer Aufräumaktion verstaut werden und erst vor dem nächsten Weihnachtsfest wieder zum Vorschein kommen sollen. Es ist und bleibt ein Rätsel für mich und ich werde eventuell auch nie dahinterkommen, weshalb mir genau diese Begebenheit und ausgerechnet heute einfällt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich hoffe, ich habe Euch jetzt neugierig auf meine Erinnerung gemacht. Also, es handelt sich um eine Kindheitserinnerung, die mein Unterbewusstsein für so wichtig erachtet, dass es mir diese nun auf dem Präsentierteller serviert.</p>
<p>Ich glaube, ich war in der zweiten Grundschulklasse. Ausnahmsweise hatten wir schon eine Stunde früher Schulschluss. Mir ist entfallen, ob es möglicherweise hitzefrei gab oder der Ausfall durch einen anderen Umstand bedingt war. Zumindest kam ich unverhofft<span class="Apple-converted-space">  </span>ein paar Minuten früher nach Hause. Gut gelaunt bog ich in unsere Einfahrt ein. Das Auto meines Vaters stand mit geöffnetem Kofferraum vor der Garage. Meine Eltern waren nicht zu sehen.</p>
<p>„Was ist denn hier los?“, überlegte ich und trat näher.</p>
<p>Der Kofferraum war voll mit den unterschiedlichsten Dingen. Die meisten Sachen interessierten mich nicht. Doch was lag denn dort hinten rechts unter<span class="Apple-converted-space"> </span>ein paar alten Stiefeln?</p>
<p>„Das sieht aus wie ein kleines rotes Rad!“, dachte ich. „Das kommt mir aber sehr bekannt vor.“</p>
<p>Meine Neugierde war geweckt, zumal ich einer plötzlichen Eingabe zufolge einen Verdacht hatte.</p>
<p>„Das wird doch nicht …?!“</p>
<p>Ich trat näher und begann im Kofferraum zu wühlen, bis einige Sachen verrutschten. Leider war mein Fund noch immer größtenteils verdeckt und meine Arme zu kurz, um bis in diese hintere Ecke zu gelangen. Also stellte ich mich auf die Zehenspitzen, reckte mich und lag nun mit dem Oberkörper förmlich im Kofferraum. Jetzt konnte ich eine rote Schnur zu fassen bekommen, an der meines Erachtens der von mir ersehnte Gegenstand hing.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Wo kommst du denn schon her?“, hörte ich plötzlich die Stimme meiner Mutter, die mich so kopfüber und mit den Beinen zappelnd vorfand.</p>
<p>„Was machst du denn da?“, war die zweite Frage, die jetzt allerdings von meinem Vater kam.</p>
<p>Überrascht ließ ich mich wieder auf die Füße fallen und schaute in zwei erstaunte Gesichter. Dummerweise hatte ich die besagte Schnur fallen gelassen und war meinem heißersehnten Gegenstand kein bisschen näher gekommen, aber jetzt waren meine Eltern ja da und konnten mir helfen.</p>
<p>„Wir dachten du kommst erst später und wir wollten jetzt noch schnell zum Müllhof“, erklärte mir mein Vater.</p>
<p>„Wollt ihr das alles wegwerfen?“, fragte ich überflüssigerweise, denn eigentlich war das Gesagte doch die logische Erklärung.</p>
<p>Auf das Nicken meiner Mutter hin, stellte ich eine mich brennend interessierende Frage: „Ist da was von mir dabei?“</p>
<p>„Nur Sachen, die kaputt sind und du nicht mehr gebrauchen kannst“, lautete ihre Antwort.</p>
<p>„Was denn?“ Ich gab nicht auf, denn ich wollte es genau wissen.</p>
<p>Sie zeigte mir einige Dinge und ich war mit allem einverstanden, es konnte entsorgt werden. Allerdings war immer noch die Frage nach dem Etwas im hinteren Teil des Kofferraums offen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Kannst du mir mal das da hinten zeigen“, fragte ich meine Mutter. „Ist das auch was von mir?“</p>
<p>Hilfsbereit griff sie nach hinten und siehe da, der geheimnisvolle Gegenstand kam zum Vorschein.</p>
<p>„Oh!“, rief ich aus. „Das ist ja mein Hund!“</p>
<p>Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob er jemals einen Namen hatte.</p>
<p>„Den nimmst du doch gar nicht mehr, dafür bist du schon viel zu groß“, meinte nun mein Vater. „Außerdem ist er auch kaputt. Schau nur das eine Rad fehlt.“</p>
<p>Es stimmte, ich war aus dem Alter schon lange heraus, in dem man einen Hund auf vier Rädern hinter sich her zog oder sonst irgendetwas mit einem solchen Spielzeug hätte anfangen können. Dieser besagte Hund war schwarz, vollkommen unbeweglich und hatte ursprünglich unter seinen vier Pfoten je ein rotes Rad, von denen jetzt allerdings eines fehlte. Am Hals war als Leine eine Schnur befestigt.</p>
<p>„Was soll ein Schulmädchen mit einem Babyspielzeug?“, fragte ich mich insgeheim, schob aber diese Frage sofort wieder zur Seite.</p>
<p>Die Antwort auf diese Frage war mir in diesem Moment völlig egal. Es war mein Hund und anscheinend hatte ich ihn einmal sehr gemocht, deshalb konnte und durfte er nicht entsorgt werden.</p>
<p>„Der kommt aber nicht weg!“, entschied ich.</p>
<p>„Aber was willst du denn noch damit?“, fragte mich mein Vater. „Der steht doch schon seit langer Zeit auf dem Dachboden und du hast überhaupt nicht mehr an ihn gedacht.“</p>
<p>„Egal!“, sagte ich. „Den gebe ich nicht her? Der soll auf dem Dachboden bleiben. Das ist mein Hund! Bitte!!!“</p>
<p>Auch wenn diese Worte sehr bestimmend klingen sollten, kamen sie wohl mehr flehend heraus und mir standen inzwischen schon die Tränen in den Augen. Was sollten meine mich liebenden Eltern da tun? Genau, sie fuhren mit dem Auto ohne den schwarzen Hund auf drei Rollen, aber mit den restlichen Sachen zum Müllhof und der Hund landete wieder auf dem Dachboden, wo er vermutlich noch immer in einer Ecke steht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/und-noch-mehr-kindheitserinnerungen/">Und noch mehr Kindheitserinnerungen</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/haengemattengedanken/">Hängemattengedanken</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/das-sofa-der-kueche/">Das Sofa in der Küche</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Verflixt, aber auch!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2015 22:23:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[hoch und runter]]></category>
		<category><![CDATA[Jojo]]></category>
		<category><![CDATA[Knoten]]></category>
		<category><![CDATA[Pinocchio]]></category>
		<category><![CDATA[Schnur]]></category>
		<category><![CDATA[Spielzeug]]></category>
		<category><![CDATA[verflixt]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ach“, sage ich als ich die Handtasche auspacke, die ich in unserem Sizilienurlaub benutzt habe. „Den hab ich ja ganz vergessen!“ „Wen hast du vergessen?“, fragt mich Peter, der gerade die Geschenke für unser Patenkind verpackt. „Den hier! Ich habe mir doch einen Pinocchio in Modica gekauft und der ist gerade aus den Tiefen meiner Handtasche aufgetaucht.“ Ich packe jetzt keine Pinocchio-Marionette aus, sondern zum Vorschein kommt lediglich das Gesicht dieser Holzfigur. Kreisrund ist dieses Gesicht und die lange Nase ist genau in dessen Mittelpunkt. Verschmitzt sieht er aus mit seinen kleinen Augen, seinem winzigen roten Mund und den schwarzen Franzen, die ihm in die Stirn hängen an. Sein Hinterkopf ist rot und wirkt so, als hätte der kesse Junge eine rote Mütze auf dem Kopf. Bei genauerer Betrachtung erkennt man noch die schwarze Schnur, die zwischen Gesicht und Hinterkopf, sprich Mütze, hervor kommt. „Ein Jojo!“, sagt Peter. „Das gehört übrigens zu den ältesten Spielzeugen der Welt!“ „Ja, und das muss ich auch gleich mal ausprobieren!“ „Das kannst du eh’ nicht!“, erklärt mir mein Mann. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Ach“, sage ich als ich die Handtasche auspacke, die ich in unserem Sizilienurlaub benutzt habe. „Den hab ich ja ganz vergessen!“</strong></p>
<p><strong>„Wen hast du vergessen?“, fragt mich Peter, der gerade die Geschenke für unser Patenkind verpackt.</strong></p>
<p><strong>„Den hier! Ich habe mir doch einen Pinocchio in Modica gekauft und der ist gerade aus den Tiefen meiner Handtasche aufgetaucht.“</strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch packe jetzt keine Pinocchio-Marionette aus, sondern zum Vorschein kommt lediglich das Gesicht dieser Holzfigur. Kreisrund ist dieses Gesicht und die lange Nase ist genau in dessen Mittelpunkt. Verschmitzt sieht er aus mit seinen kleinen Augen, seinem winzigen roten Mund und den schwarzen Franzen, die ihm in die Stirn hängen an. Sein Hinterkopf ist rot und wirkt so, als hätte der kesse Junge eine rote Mütze auf dem Kopf. Bei genauerer Betrachtung erkennt man noch die schwarze Schnur, die zwischen Gesicht und Hinterkopf, sprich Mütze, hervor kommt.<br />
„Ein Jojo!“, sagt Peter. „Das gehört übrigens zu den ältesten Spielzeugen der Welt!“<br />
„Ja, und das muss ich auch gleich mal ausprobieren!“<br />
„Das kannst du eh’ nicht!“, erklärt mir mein Mann. „Gib mal her!“<br />
„Wieso soll ich das nicht können? Immerhin habe ich als Kind auch Jojo gespielt.“<br />
Ich lasse mir dieses schöne Spielzeug nicht so einfach wegnehmen und außerdem will ich beweisen, dass ich dieses Spiel noch beherrsche, &#8211; so hoffe ich zumindest.<br />
Also schnappe ich mir dieses Holzjojo und lasse das Pinocchio-Gesicht an der langen Schnur nach unten schnellen, um es kurz vor dem Ende der Schnur mit einer ruckartigen Bewegung meines Handgelenkes wieder nach oben rollen zu lassen und wieder nach unten. Hier dreht es sich einmal, aber ich hole es trotzdem wieder nach oben und lasse es wiederum nach unten. Jetzt hat es sich eingespielt und das lustige runde Gesicht wandert immer wieder an der Schnur von oben nach unten und umgekehrt. Ich bin richtig stolz, denn ich kann dieses Spiel tatsächlich noch.<br />
„Jetzt lass mich mal, das kann ich auch“, sagt Peter.<br />
Etwas skeptisch gebe ich den kleinen kessen Holzkopf aus der Hand und überlasse ihn seinem Schicksal.<br />
Siegessicher steckt Peter seinen ausgestreckten Mittelfinger in die Schlaufe der schwarzen Schnur und lässt das Holzgesicht nach unten gleiten, wo es dann auch locker baumelnd und kreisend bleibt.<br />
„Ich muss mich erst einspielen!“, beteuert er mir, als ich ihn etwas skeptisch anschaue.<br />
Nun gut, kann ja passieren. Also versucht er es noch einmal und noch einmal.<br />
Beim dritten Mal funktioniert es dann auch. Peter schafft es halbwegs das runde Gesicht des lieben Pinocchio ein paarmal nach unten und wieder nach oben zu schicken. Doch dann passiert es! Der kleine Holzkopf flitzt nach unten, dreht sich einige Male, versucht nach oben zu klettern, doch anscheinend war die ruckartige Bewegung von Peters Hand zu schwach. Pinocchio kommt nur ein kleines bisschen hoch, dreht sich wieder und dann lassen sich seine Turnübungen nicht mehr nachvollziehen. Auf jeden Fall steckt er plötzlich mitten in seiner versuchten Kletteraktion fest. Peters Arm kann machen was er will, nichts geht mehr &#8211; „Rien ne va plus!“<br />
Baumelnd und traurig blickt der kleine Pinocchio aus seinen Augen.<br />
„Der hat sich verdreht und um den Mittelsteg verknotet!“, stellt mein Göttergatte fest.<br />
„Och!“<br />
Jetzt bin ich aber enttäuscht und beobachte, wie Peter an dem Teil zieht und zerrt.<br />
„Den kann man doch bestimmt einfach auseinander ziehen und entknoten. Dann funktioniert er auch wieder. Das war bei meinen Jojos früher auch immer so!“<br />
„Ja früher!“,sagt Peter und ich weiß schon, was jetzt kommt. „Früher war alles besser!“<br />
In diesem Fall hat er wohl auch Recht, denn so sehr man auch versucht, die beiden Holzscheiben voneinander zu trennen, &#8211; es funktioniert nicht.<br />
Inzwischen hängen wir beide mit dem Kopf über dem kleinen Spielzeug, was uns aber auch keinen Schritt weiter bringt. Man kann in dem Spalt rein gar nichts erkennen. Auch unter einer Lichtquelle und mit Brille sieht man zwar die schwarze Schnur, die um den Mittelsteg geschlungen ist, aber irgendwo ein Knoten oder dergleichen ist nicht auszumachen. Jetzt ist guter Rat teuer, doch mein Peter weiß einen.<br />
„Ich bohre einfach von hinten bis zum Mittelsteg ein etwas größeres Loch hinein, dann kann man diesen Mittelsteg entfernen und auch die Schnur entknoten. Dann setze ich einen neuen Holzzapfen ein und danach füge ich mit einer Schraube die beiden Scheiben wieder zusammen. Dadurch kannst du dann auch immer wieder das Jojo auf- und zuschrauben.“<br />
„Nein!“, protestiere ich sofort. „Das mag ja eine hervorragende Idee sein, aber dann ist mein Pinocchio kaputt.“<br />
Also müssen wir versuchen mit etwas Spitzem dem Problemknoten auf den Leib zu rücken. Ein Messer ist zwar spitz, aber es könnte auch die Schnur zertrennen. Peter entscheidet sich für eine Gabel. Leider bleiben seine Rettungsaktionen meines neuen Lieblingsspielzeuges erfolglos.<br />
„Gib es doch mal mir!“, sage ich und nehme Peter einfach die Gabel und das Jojo aus der Hand.<br />
„Du wirst auch kein Glück haben. Das geht nur so, wie ich es vorgeschlagen habe.“<br />
Inzwischen stochere ich tüchtig mit der Gabel in dem Schlitz herum. Eine kleine Schlaufe hat ja mein Mann schon vorziehen können, aber dann sitzt alles hilflos fest. Wahrscheinlich haben wir den Knoten mit unseren Versuchen nur noch fester zugezogen. Ich stochere, ich ziehe an der kurzen Schnur, an der kleinen Schlaufe. Alles vergeblich. Das einzige, was sich rührt, ist mein Ehrgeiz. Ich will diesen Knoten lösen und meinen kleinen Pinocchio wieder benutzen können. Also stochere ich weiter, mal von vorne nach hinten, mal von hinten nach vorne. Ich komme mir vor wie ein kleines Äffchen, das sich nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum irgendwo eine Banane heraus angelt. Mittlerweile stochere ich schon eine gute halbe Stunde in dem winzigen Spalt umher. Fast unmerklich hat sich jedoch urplötzlich die heraushängende Schlaufe etwas vergrößert.<br />
„Immerhin schon ein kleiner Erfolg!“, versuche ich mir einzureden und mich selbst anzufeuern. Ansonsten tut sich wirklich nichts. Die Schlaufe und auch die Schnur lassen sich weder in die eine noch in die andere Richtung ziehen.<br />
„Schmeiß das Ding doch in die Ecke! Ich bohre es dir morgen auf, jetzt habe ich keine Lust. Ich will fernsehen!“<br />
„Da kommt doch eh’ nur „Bauer sucht Frau“. Ich suche keinen Bauern und du doch hoffentlich auch keine Frau. Also kann ich auch noch weiter versuchen den Knoten zu lösen“, entgegne ich.<br />
Irgendwie habe ich nach einer weiteren Viertelstunde das Gefühl, dass sich etwas tut. Nur was, das kann ich noch nicht richtig deuten, denn es könnte tatsächlich auch nur meine eigene Fantasie sein. Ich stochere unermüdlich weiter.<br />
Halt, das Stückchen Schnur an dem ich ziehe, ist soeben einen Zentimeter länger geworden, hängt aber schon wieder fest. Ich ziehe, stochere und schiebe mit der Gabel die aufgewickelte Schnur von einer Richtung in die andere. Wieder lockert sich der Wirrwarr ein kleines Stückchen. Also weiter.<br />
„Geschafft!“, rufe ich aus!<br />
Ich habe mein Jojo entwirrt, wickele die Schnur wieder auf und los geht’s!</p>
<p>Einmal runter, einmal hoch und wieder runter…… Toll!!!</p>
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