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	<title>Sandburg &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Mit Schaufel und Eimer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Mar 2019 09:26:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[meinen]]></category>
		<category><![CDATA[Sandburg]]></category>
		<category><![CDATA[Schaufel]]></category>
		<category><![CDATA[Schnitzel]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnencreme]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn ich dieses Foto betrachte, muss ich lachen, denn vor meinem geistigen Auge tauchen plötzlich viele schöne Erinnerungen auf. Ich überlege, wie wohl unser inzwischen erwachsener Sohn damals diesen Urlaub erlebt hat. Hätte er zu diesem Zeitpunkt schon schreiben können, hätte sich sein Urlaubsbericht vielleicht so gelesen: Kurz nach meinem 2. Geburtstag sagten meine Eltern zu mir: „T., wir machen bald eine weite Reise mit dem Auto. Wir fahren nach Spanien!“ „Kenn ich nicht“, sagte ich und steckte mir ein Kaubonbon in den Mund. „Aber Autofahren ist schön“, dachte ich mir, „da kann man immer so schön schlafen und träumen und natürlich die Geschichten von Benjamin Blümchen hören.“ „Da gibt es ganz viel Sand und Wasser“, erklärte mir meine Mutter. „Ach, ein neuer Spielplatz“, dachte ich. „Mal sehen, ob er mir gefällt!“ „Dort ist es immer schön warm, weil jeden Tag die Sonne scheint. Du kannst im Wasser plantschen, im Sand Burgen bauen und Kuchen backen“, erzählte sie weiter. „Noch besser“, überlegte ich, „ein Schwimmbad mit einem großen Sandspielplatz. Hört sich gut an!“ „Kommt K. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn ich dieses Foto betrachte, muss ich lachen, denn vor meinem geistigen Auge tauchen plötzlich viele schöne Erinnerungen auf. Ich überlege, wie wohl unser inzwischen erwachsener Sohn damals diesen Urlaub erlebt hat. Hätte er zu diesem Zeitpunkt schon schreiben können, hätte sich sein Urlaubsbericht vielleicht so gelesen:</strong></p>
<p><span class="dropcap">K</span>urz nach meinem 2. Geburtstag sagten meine Eltern zu mir:<br />
„T., wir machen bald eine weite Reise mit dem Auto. Wir fahren nach Spanien!“<br />
„Kenn ich nicht“, sagte ich und steckte mir ein Kaubonbon in den Mund.<br />
„Aber Autofahren ist schön“, dachte ich mir, „da kann man immer so schön schlafen und träumen und natürlich die Geschichten von Benjamin Blümchen hören.“<br />
„Da gibt es ganz viel Sand und Wasser“, erklärte mir meine Mutter.<br />
„Ach, ein neuer Spielplatz“, dachte ich. „Mal sehen, ob er mir gefällt!“<br />
„Dort ist es immer schön warm, weil jeden Tag die Sonne scheint. Du kannst im Wasser plantschen, im Sand Burgen bauen und Kuchen backen“, erzählte sie weiter.<br />
„Noch besser“, überlegte ich, „ein Schwimmbad mit einem großen Sandspielplatz. Hört sich gut an!“<br />
„Kommt K. auch mit?“, wollte ich wissen.<br />
Mit meiner Sandkastenfreundin, spielte ich jeden Tag und unsere Mamas unterhielten sich.<br />
„Bestimmt kommen alle mit“, überlegte ich mir.<br />
„Nein“, sagte Mama, „sie fährt mit ihren Eltern woanders hin“.<br />
Das fand ich ein bisschen schade.<br />
„Komisch, wir geh’ n doch sonst immer gemeinsam auf den Spielplatz“, dachte ich.<br />
Ich hatte die Sache schon vergessen, da rannten eines Tages meine Eltern kreuz und quer in der Wohnung herum, packten ganz viele Sachen aus dem Kleiderschrank in eine Kiste, die sie Koffer nannten, luden alles ins Auto und forderten mich auf meinen Eimer, die Förmchen und meine Schaufel ebenfalls in den Kofferraum zu packen. Soviel wie ich verstanden hatte, wollten wir am nächsten Tag zu dem großen Sandspielplatz fahren. In der Nacht habe ich schon geträumt, dass mir jemand mein Schäufelchen weggenommen hätte.<br />
Und dann ging es los.<br />
Das Schwimmbad war riesengroß und der Sandkasten auch, &#8211; eigentlich war alles nur Wasser und Sand. Mama nannte das Schwimmbad „Meer“ und den Sand „Strand“.<br />
Dann bekam ich „Flügel“ zum Schwimmen. Das war ganz schön lustig damit zu schwimmen, fast wie fliegen. Ich brauchte nur mit den Armen und Beinen zu zappeln und schon kam ich ein kleines Stückchen voran und ging nicht unter. Trotzdem schluckte ich manchmal ein bisschen Wasser. Das hat aber ganz anders geschmeckt als mein Badewasser zu Hause. Irgendwie schmeckte es nach Zucker. Nein, ich glaube Mama hat mir erklärt, dass es nach Salz schmeckt.<br />
Mama und Papa durften ohne diese Schwimmflügel ins Meer, sie können nämlich schwimmen. Sie sagten sogar, dass ich das auch bald lernen würde, aber eigentlich wollte ich das gar nicht. Sie mussten sich ständig mit den Armen und Beinen bewegen, ich aber konnte mich auch ganz einfach mal ausruhen, von den Wellen schaukeln lassen und ging trotzdem nicht unter.<br />
Später gab Mama mir ein paar trockene Brotstückchen, obwohl ich gar keinen Hunger hatte, aber ich sollte sie auch überhaupt nicht essen. Zum Glück! Ich sollte sie ins Wasser werfen.<br />
„Komisch, zu Hause darf ich kein Brot ins Badewasser werfen und im Schwimmbad auch nicht. Wieso darf ich das hier?“, überlegte ich, aber Mama erklärte es mir:<br />
„Schau mal, jetzt kommen die Fischchen und holen sich das Brot, sie haben großen Hunger.“<br />
Tatsächlich, plötzlich schwammen ganz viele kleine Fische um mich herum. Manchmal kitzelten sie mich sogar an den Beinen. Ich erschrak kein bisschen, aber sie ganz fürchterlich, denn sie schwammen schnell ein Stückchen weiter. Mit dem nächsten Brotkrumen waren sie aber wieder da.<br />
Jetzt hatte ich auch Hunger, aber keine Krümelchen mehr, doch Mama hatte ein paar Kekse für mich.<br />
Irgendwann gingen wir dann alle am Strand entlang und suchten Muscheln. Bald war mein Eimerchen fast voll und ganz schwer.<br />
Papa hatte eine Idee: „Jetzt bauen wir eine schöne große Sandburg und schmücken sie mit deinen Muscheln!“<br />
Sogleich nahm ich mein Schäufelchen und legte los. Weil ich mein Schippchen nicht hergeben wollte, rannte Papa zum nächsten Geschäft und kaufte sich eine eigene viel größere Schaufel. Meine war aber trotzdem viel schöner, fand ich jedenfalls. Sogleich begann Papa den Strand umzugraben.<br />
Inzwischen war ich aber müde geworden und hatte keine Lust mehr. Ich kuschelte mich zu Mama unter den Sonnenschirm und schlief auch gleich ein.<br />
Papa schaufelte aber währenddessen voller Tatendrang weiter. Als ich wieder aufwachte, war Papa weg, jedenfalls konnte ich ihn nicht sehen. Ich fragte Mama und sie ging mit mir zu einem tiefen Loch, in dem Papa mit seiner Schaufel total verschwunden war. Er schaute nur noch mit dem Kopf heraus.<br />
„Bestimmt will er sich bis nach China durchgraben“, dachte ich mir. „Der Junge in meinem Bilderbuch wollte das auch!“<br />
Aber vorher füllte ich immer wieder mein Eimerchen mit Wasser und schüttete es hinein. Jetzt hatte ich einen See, auf dem ich mein Schiffchen schwimmen lassen konnte, das mir ein Mann und eine Frau geschenkt hatten, die beim Essen bei uns am Tisch saßen.<br />
Am nächsten Tag waren das große Loch und mein See leider wieder verschwunden. Doch Papa nahm begeistert seine Schaufel, sorgte für ein neues tiefes Loch und freute sich über die bewundernden Blicke der anderen Urlauber. Sandburgen haben wir auch gebaut, aber mal ehrlich: Löcher graben konnte mein Papa besser!<br />
„Nächstes Jahr im Sommer verbringen wir unseren Urlaub wieder am Meer“, beschlossen Papa und Mama bei der Abreise.<br />
Ich freue mich schon riesig darauf, obwohl ich eine Sache ziemlich doof fand, nämlich das Eincremen mit der blöden Sonnencreme. Mama sagt aber, das muss sein und Mama weiß das. Ich hasse die Eincremerei und meistens habe ich mich gleich danach in den Sand geworfen. Mama und Papa sagten, ich würde aussehen wie ein paniertes Schnitzel, &#8211; keine Ahnung, was sie damit meinten.</p>
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		<title>Das Meerjungfräulein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2015 23:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Festumzug]]></category>
		<category><![CDATA[Fischschwanz]]></category>
		<category><![CDATA[lächelt]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Meerjungfräulein]]></category>
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		<category><![CDATA[Sand]]></category>
		<category><![CDATA[Sandburg]]></category>
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					<description><![CDATA[Philipp verbringt dieses Jahr die Sommerferien mit seinen Eltern am Meer. Schon Wochen vorher war er vollkommen aufgeregt. Noch nie zuvor hat er das Meer gesehen. Seine Mutter hat ihm viel erzählt und auch Bilder gezeigt. Doch als er es jetzt tatsächlich sieht, übertrifft es alle seine Erwartungen und alles, was er sich so ausgemalt hat. Er ist einfach nur begeistert. Wasser so weit er sehen kann. Das blaue Meer, der Strand und der viele Sand lassen Philipp vor Begeisterung Luftsprünge machen. „Wann fahren wir mit einem Boot auf das Meer hinaus?“, fragt er seine Eltern. Doch bevor diese antworten können, sprudeln weitere Fragen aus ihm heraus: „Wollen wir eine Sandburg bauen?“ „Darf ich endlich ins Wasser?“ „Sind da auch Fische drin?“ „Wo sind meine Schwimmflügel?“ „Kann ich eine Taucherbrille haben?“ Am liebsten würde Phillip alles auf einmal und gleichzeitig machen. „Nun mal langsam!“, besänftigt der Vater seinen vierjährigen Sohn. „Wir sind drei Wochen hier. Du hast also genügend Zeit alles schön nacheinander zu machen. Also, womit möchtest du anfangen?“ „Dann möchte ich jetzt eine &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Philipp verbringt dieses Jahr die Sommerferien mit seinen Eltern am Meer. Schon Wochen vorher war er vollkommen aufgeregt. Noch nie zuvor hat er das Meer gesehen. Seine Mutter hat ihm viel erzählt und auch Bilder gezeigt. Doch als er es jetzt tatsächlich sieht, übertrifft es alle seine Erwartungen und alles, was er sich so ausgemalt hat. Er ist einfach nur begeistert. Wasser so weit er sehen kann.</strong><br />
<span class="dropcap">D</span>as blaue Meer, der Strand und der viele Sand lassen Philipp vor Begeisterung Luftsprünge machen.<br />
„Wann fahren wir mit einem Boot auf das Meer hinaus?“, fragt er seine Eltern. Doch bevor diese antworten können, sprudeln weitere Fragen aus ihm heraus:<br />
„Wollen wir eine Sandburg bauen?“<br />
„Darf ich endlich ins Wasser?“<br />
„Sind da auch Fische drin?“<br />
„Wo sind meine Schwimmflügel?“<br />
„Kann ich eine Taucherbrille haben?“<br />
Am liebsten würde Phillip alles auf einmal und gleichzeitig machen.<br />
„Nun mal langsam!“, besänftigt der Vater seinen vierjährigen Sohn. „Wir sind drei Wochen hier. Du hast also genügend Zeit alles schön nacheinander zu machen. Also, womit möchtest du anfangen?“<br />
„Dann möchte ich jetzt eine Sandburg bauen!“, verkündet Philipp.<br />
„Oh ja!“, strahlt der Vater. „das würde ich jetzt auch gerne tun!“<br />
„Na, dann bin ich wohl vorläufig abgeschrieben“, sagt die Mutter. „Ich werde mich dann in der Zwischenzeit ein wenig sonnen und ein gutes Buch lesen!“<br />
„Mach das ruhig!“, pflichtet ihr der Vater bei und gibt ihr einen Kuss. Auch Philipp drückt der Mutter schnell einen Kuss auf die Wange, um sogleich seine Schaufel zu schultern.<br />
„Das ist Männerarbeit!“, erklärt er der Mutter.<br />
Gemeinsam mit dem Vater sucht er ein geeignetes Plätzchen für die Sandburg aus. Wohlweißlich hat der Vater seine eigene Schaufel mitgenommen, damit kein Streit um das hilfreiche Werkzeug aufkommen kann.<br />
Gerade als Philipp und sein Vater ganz in den Bau der Sandburg vertieft sind, steht plötzlich ein ungefähr sechsjähriges Mädchen vor ihnen. Zuerst betrachtet es das entstehende Bauwerk, doch dann wagt es eine vorsichtige Frage:<br />
„Darf ich mitbauen?“<br />
Die beiden Schaffenskünstler blicken kurz von der Arbeit auf und eigentlich will Philipp ihr gerade das Gleiche erklären, wie der Mutter kurz zuvor. Doch das unbekannte Mädchen kommt ihm zuvor:<br />
„Ich habe schon viele Sandburgen gebaut und kenne mich gut aus!“<br />
„Na klar, kannst du mitbauen!“, erwidert der Vater und zu Philipp gerichtet, meint er:<br />
„Ich brauche sowieso eine kleine schöpferische Pause. Außerdem fühlt sich Mutter bestimmt schon vernachlässigt. Ich werde einmal nach ihr schauen.“<br />
„Sieh mal!“, sagt das Mädchen zu Philipp. „Ich habe gerade Muscheln gesammelt. Damit können wir nachher die Burg verzieren.“<br />
„Oh ja!“, meint Philipp.<br />
„Und auf den Turm können wir dann noch ein Fähnchen setzen. Ich habe nämlich noch eins. Das hat vorhin in meinem Eisbecher gesteckt. Und eine Mauer müssen wir auch noch als Schutz um die Mauer bauen. Da passen die Muscheln auch gut drauf“, schlägt sie dem Jungen vor.<br />
Das Eis ist gebrochen, die beiden Kinder verstehen sich ohne viele Worte. Sie bauen und bauen und merken gar nicht wie die Zeit vergeht. Irgendwann nach einer Zeit des arbeitsamen Schweigens, meint Philipp:<br />
„Ich hole jetzt mit meinem Eimer Wasser für den Graben um die Burg.“<br />
Es kommt keine Antwort zurück und Philipp blickt sich irritiert um. Wo ist sie nur? Holt sie etwa auch schon Wasser? Nein, sie ist einfach verschwunden. Seine Augen suchen den Strand ab, aber er kann sie nirgends erblicken.<br />
„Schade!“, denkt Philipp. „Eigentlich ist sie ganz nett gewesen. Und ich wollte sie noch fragen, ob sie morgen wieder mit mir baut.<br />
„Na, wo ist denn deine neue Freundin?“, fragt nun auch die Mutter, die bewundernd vor der Sandburg steht.<br />
„Keine Ahnung!“, antwortet Philipp betont lässig, denn er will sich seine Enttäuschung nicht anmerken lassen. Aber im Grunde genommen hat er jetzt auch keine Lust mehr Wasser für den Burggraben zu holen. Ohne das fremde Mädchen hat er nur halb soviel Spaß daran.<br />
„Bestimmt ist sie morgen auch wieder hier“, tröstet ihn die Mutter. „Komm wir gehen jetzt mal zusammen ins Wasser!“<br />
Sofort ist alle Traurigkeit aus Philipps Gesicht verschwunden. Begeistert stürzt er sich in die Fluten. Allerdings nicht bevor er sich seine Schwimmflügel angezogen hat.<br />
Am Abend als er müde vom ereignisreichen Tag im Bett liegt, muss er wieder an das fremde Mädchen denken. Er hofft, dass er sie am nächsten Tag wieder trifft und sie gemeinsam spielen können. Seltsam, keiner von ihnen hat den anderen nach dem Namen gefragt. Wie mag sie wohl heißen? Morgen wird er es nachholen, nimmt sich Philipp ganz fest vor, bevor ihm die Augen zufallen und er einschläft.<br />
Der nächste Vormittag vergeht, ohne dass er das fremde Mädchen sieht. Immer wieder fällt sein Blick zu der Stelle, an der gestern noch die selbstgebaute Sandburg stand. Inzwischen haben Wind und Wellen alles wieder zerstört und den Sand verteilt. Alles was er noch finden kann, ist das kleine Fähnchen, das die Wellen weiter auf den Strand getrieben haben. Er läuft hin und hebt es auf. Philipp überlegt, ob er eine neue Sandburg bauen soll. Aber irgendwie findet er, dass es ohne seine unbekannte Freundin keinen richtigen Spaß macht.<br />
„Hallo“, hört er sie plötzlich sagen und auch er antwortet mit einem einfachen, aber freudigen „Hallo!“<br />
Er hat keine Ahnung, wo sie so plötzlich herkam, aber darüber macht er sich keine Gedanken, sondern fragt hoffnungsvoll:<br />
„Wollen wir wieder eine Sandburg bauen?“<br />
„Nein!“, antwortet das Mädchen. „Ich habe eine bessere Idee! Lass uns doch eine Riesenschildkröte aus Sand bauen!“<br />
Als sie Philipps erstauntes Gesicht sieht, fügt sie erklärend hinzu:<br />
„Ich weiß, wie man das macht. Mein Opa hat es mir mal gezeigt.“<br />
Zuerst tragen sie ganz viel Sand zu einem großen Haufen zusammen, den sie dann mit den Händen zu einem großen Körper formen. Vorne schaufeln sie ein kleineres Häufchen Sand als Kopf hin und links und rechts setzen sie noch jeweils zwei Beine daran. Ja, tatsächlich, es sieht aus wie eine Riesenschildkröte.<br />
„Ich muss jetzt gehen!“, sagt das Mädchen und Philipp fällt es wieder ein. Er wollte sie doch etwas fragen:<br />
„Ich heiße Philipp und wie heißt du?“<br />
„Ich bin Mee, ein Meerjungfräulein!“, lacht sie.<br />
„Du spinnst!“, entgegnet Philipp.<br />
„Doch!“, antwortet Mee. „Einmal im Jahr verwandelt sich hier im Ort ein Mädchen in ein Meerjungfräulein.“<br />
Da Philipp immer noch sehr ungläubig schaut, fügt sie hinzu:<br />
„Komm doch morgen um drei Uhr zur Strandpromenade. Da wirst du es sehen.“<br />
Mee lächelt Philipp an, winkt ihm zu und verschwindet.<br />
Philipp lässt sich in den Sand fallen und denkt nach:<br />
„Eine Meerjungfrau hat doch keine Beine. Auf dem Bild in dem Buch im Kindergarten ist eine Meerjungfrau abgebildet und die hat einen Fischschwanz. Aber vielleicht wächst der ja nur einmal im Jahr an und Mee ist tatsächlich ein Meerjungfräulein?!“<br />
Philipp kann das Rätsel nicht lösen und die Eltern will er auch nicht fragen. Er nimmt sich aber ganz fest vor, gleich morgen Mee danach zu fragen.<br />
Am nächsten Tag ist ein Fest in dem kleinen Ort am Meer. Es ist ein Fischerfest. Alle Häuser sind mit bunten Blumen und Girlanden geschmückt und am Nachmittag soll ein großer Festumzug stattfinden. Philipps Eltern möchten mit ihrem Sohn ebenfalls hingehen.<br />
„Aber ich will mich doch mit Mee treffen“, sagt er.<br />
„Wir stellen uns an der Strandpromenade hin. Der Umzug geht dort entlang. Aber sie ist lang und wo genau wollt ihr euch denn treffen?“, erkundigt sich die Mutter.<br />
Philipp zuckt mit den Schultern. Das hat Mee nicht gesagt. Und als er die vielen Menschen entlang des Weges sieht, gibt er die Hoffnung auf, hier jemals seine neue Spielkameradin wieder zu finden.<br />
„Warte nur, bis der Umzug vorbei ist, dann werden wir sie schon sehen!“, tröstet der Vater seinen Sohn.<br />
Es ist ein schöner und langer Umzug. Frauen in bunten Gewändern und Fischer mit ihren Netzen kommen vorbei. Angler mit ihren Angelruten, an denen bunte Pappfische hängen, ziehen vorüber. Musikkapellen spielen, Taucher in Taucherflossen und mit ihren Atemgeräten marschieren die Promenade entlang. Doch Philipp kann den Umzug nicht richtig genießen, denn er blickt sich immer wieder um und sucht mit seinen Augen die Menschenmenge ab. Er kann Mee jedoch nirgends sehen.<br />
„Schau mal! Ein Riesendelphin!“, fordert die Mutter ihren Sohn auf. Ihr ist es nicht entgangen, dass er kein richtiges Interesse für den Festumzug hat. Philipp dreht sich um und blickt direkt zu Mee, die oben auf dem großen Delphin sitzt. Dieser Delphin hat vier Räder und wird von mehreren als Fische verkleideten Menschen gezogen. Ganz vorne läuft eine Frau, die ein Schild mit der Aufschrift: „Mee, das Meerjungfräulein“ trägt, aber das kann Philipp noch nicht lesen. Der Junge fragt sich gerade, warum Mee auf dem Delphin sitzt, da erkennt er den Fischschwanz. Er ist genau dort, wo Mee gestern noch Beine hatte. Sie hat also nicht gelogen.<br />
„Sie ist tatsächlich ein Meerjungfräulein!“, denkt Philipp.<br />
Aber wie ist das möglich? Wie konnte ihr über Nacht ein Fischschwanz wachsen? Philipp ist total verwirrt.<br />
„Hallo Philipp!“, ruft Mee zu ihm hinunter und reißt ihn damit aus seinen Gedanken. „Komm nachher zur Eisdiele! Alle Kinder bekommen dort umsonst ein Eis!“<br />
Philipps Eltern haben alles mitbekommen und zwinkern sich zu.<br />
„Na“, meint sein Vater. „Das kannst du dir nicht entgehen lassen. Dann wollen wir nachher auch dorthin gehen, damit du dein Gratiseis bekommst. Und wir gönnen uns auch einen Eisbecher.“<br />
Jetzt ist Philipp erst recht aufgeregt und trippelt von einem Fuß auf den anderen. Bestimmt ist Mee auch dort. Er hat so viele Fragen an sie. Aber vor allem will er wissen, was es mit dem Fischschwanz auf sich hat und wie lange der Zauber anhält.<br />
Als er dann endlich bei der Eisdiele ankommt, muss er sich in einer langen Schlange anstellen, denn viele Kinder wollen sich ihr Gratiseis abholen. Eigentlich hat er gar keinen richtigen Appetit auf Eis. Er ist viel zu nervös und grübelt immer noch über diesen seltsamen Fischschwanz nach. Immer wieder blickt er sich nach allen Seiten um, damit er Mee auch nicht verpasst. Endlich, als er sich wohl zum hundertsten Mal umgeschaut hat, sieht er sie kommen, &#8211; auf zwei Beinen.<br />
In der Hand hält sie den Fischschwanz.<br />
Philipp läuft zu ihr hin und fragt sie aufgeregt:<br />
„Darf ich den Fischschwanz mal anfassen?“<br />
Mee nickt.<br />
„Aber sei vorsichtig, damit er nicht kaputt geht! Den braucht nämlich im nächsten Jahr noch ein anderes Meerjungfräulein.“<br />
Behutsam und ein wenig ängstlich streicht Philipp mit seiner Hand über den Fischschwanz.<br />
„Der ist ja nur aus Gummi“, sagt er ganz erstaunt und ein wenig enttäuscht.<br />
„Was dachtest du denn?“, fragt Mee und lächelt ihn an.</p>
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