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	<title>pulsierende Stadt &#8211; life tells stories</title>
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		<title>Hier, da und dort</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2014 09:09:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Abschied]]></category>
		<category><![CDATA[Bangkok]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser Abschied von Bangkok nähert sich in riesengroßen Schritten. Die Zeit vergeht immer ziemlich schnell. Wahrscheinlich liegt es daran, weil hier so viel Andersartige auf uns einströmt. Irgendwie taucht man tatsächlich in eine andere Welt ein, obwohl der sogenannte Kulturschock, der sich bei jedem Europäer zunächst einmal einstellt, bei unseren häufigen Besuchen in der thailändischen Hauptstadt schon längst verflogen ist. Vieles, worüber sich vielleicht ein Neuankömmling verwundert, was ihm befremdlich oder unverständlich vorkommt, ist für uns hier an diesem Ort inzwischen einfach selbstverständlich geworden, beziehungsweise aus Bangkoks Leben und Treiben nicht mehr wegzudenken. „Möchtest du noch etwas Bestimmtes unternehmen, bevor wir übermorgen in aller Frühe zum Flughafen müssen?“, fragt mich Peter, als wir gerade unser heißgeliebtes Gericht „Stir fried chicken with cashewnuts“ serviert bekommen, aus dem wir erst einmal die getrockneten Chilischoten entfernen (die haben es nämlich höllisch in sich). „Eigentlich schon“, erkläre ich Peter. „Aber wir sind ja gerade beim Essen.“ Da er mich etwas verwundert anschaut und scheinbar zu einer weiteren Frage ansetzt, füge ich hinzu: „Ich würde gerne einmal zu Otto!“ „Welcher &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser Abschied von Bangkok nähert sich in riesengroßen Schritten. Die Zeit vergeht immer ziemlich schnell. Wahrscheinlich liegt es daran, weil hier so viel Andersartige auf uns einströmt. Irgendwie taucht man tatsächlich in eine andere Welt ein, obwohl der sogenannte Kulturschock, der sich bei jedem Europäer zunächst einmal einstellt, bei unseren häufigen Besuchen in der thailändischen Hauptstadt schon längst verflogen ist. Vieles, worüber sich vielleicht ein Neuankömmling verwundert, was ihm befremdlich oder unverständlich vorkommt, ist für uns hier an diesem Ort inzwischen einfach selbstverständlich geworden, beziehungsweise aus Bangkoks Leben und Treiben nicht mehr wegzudenken.</strong></p>
<p>„Möchtest du noch etwas Bestimmtes unternehmen, bevor wir übermorgen in aller Frühe zum Flughafen müssen?“, fragt mich Peter, als wir gerade unser heißgeliebtes Gericht „Stir fried chicken with cashewnuts“ serviert bekommen, aus dem wir erst einmal die getrockneten Chilischoten entfernen (die haben es nämlich höllisch in sich).<br />
„Eigentlich schon“, erkläre ich Peter. „Aber wir sind ja gerade beim Essen.“<br />
Da er mich etwas verwundert anschaut und scheinbar zu einer weiteren Frage ansetzt, füge ich hinzu:<br />
„Ich würde gerne einmal zu Otto!“<br />
„Welcher Otto?“<br />
„Na, zu <strong>d e m</strong> Otto halt!“<br />
„Ach“, meinem Mann geht anscheinend ein Licht auf. „<strong>D e n</strong> meinst du! Du willst also in Ottos Schwarzwaldstube. Da müssen wir ins Sukumvitviertel. Klar machen wir.“<br />
„Bei Otto“ liegt in der Sukumvit Soi 20 und hat eine eigene Bäckerei und Metzgerei, wo man deutsches Brot, Kuchen, Weihnachtsplätzchen, aber auch Wurst etc. kaufen kann. Seine Speisekarte ist voll mit deutscher Hausmannskost, wie z. B. Rindsroulade, Schnitzel, Eisbein, Frikadelle….<br />
„Da braucht der Deutsche in Thailand also nicht auf sein geliebtes Schnitzel zu verzichten“, denke ich mir so.<br />
Als wir eintreten, fallen mir eigentlich mehrere Sachen gleichzeitig auf, die an diesem Ort, in dieser Stadt sowohl ein ungewohntes Bild als auch ein Stückchen Heimat und Gemütlichkeit vermitteln. So bedienen hier Thailänderinnen im Dirndl, es hängen Hirschgeweihe an der Wand, auf dem Tresen stehen Bierkrüge und die Einrichtung ist eher rustikal im Sinne einer Bierkneipe in Deutschland.<br />
Wir nehmen an der Bar Platz, bestellen Bier und eine Currywurst, die wir uns teilen, weil wir ja schon gespeist haben, aber uns die Freude hier in diesem deutschen Lokal nicht nehmen wollen. Was mir jedoch am Besten schmeckt, ist das leckere Brot und der Griebenschmalz, den jeder Gast serviert bekommt.<br />
„Hätte ich das gewusst“, sage ich zu Peter, „hätte ich auf die Currywurst verzichtet. Das Brot ist ganz lecker!“<br />
„Eben typisch deutsches Brot!“, meint mein Göttergatte.<br />
„Ja“, denke ich, „und genau das habe ich wahrscheinlich vermisst ohne es zu wissen.“<br />
Mein Blick schweift umher und ich stelle fest, dass bestimmt nur die Hälfte der Besucher Farangs sind. Das Restaurant scheint auch von den Thailändern angenommen zu werden, denn diese sind hier ziemlich gut vertreten. Die Wände sind mit hunderten von kleinen Bilderrahmen quasi schon tapeziert, in denen Fotos von Gästen stecken. Einige Prominente scheinen wohl auch schon unter den Gästen gewesen zu sein, in den vielen Jahren, die Ottos Kneipe hier in Bangkok existiert. So finde ich ein Foto vom jungen Heiner Lauterbach, von Gunther Gabriel, Manfred Krug und Lothar Spät und, und, und. Wir bleiben nicht so sehr lange, denn wir haben noch einiges vor heute Nacht.<br />
So führt uns unser Weg vorbei an bereits weihnachtlich geschmückten und prunkvoll erleuchteten meterhohen Tannenbäumen, Lichtergirlanden und über und über mit Lichtern geschmückten Eingängen von großen modernen Einkaufszentren und Fußgängerüberführungen.<br />
„Das sieht richtig toll aus!“, komme ich ins Schwärmen. „Einfach unbeschreiblich! Ich glaube die Thailänder, die eigentlich Buddhisten sind, lieben Weihnachten besonders, weil es eine Gelegenheit ist ihren Hang zum Kitsch ausleben zu können.“<br />
Sogar innerhalb dieser Zentren gibt es richtige Weihnachtsabteilungen, in denen man allen Schnick und Schnack rund um die Weihnachtsdekoration finden kann, &#8211; von Kitschig bis exklusiv. Selbst die Schaufensterpuppen sind weihnachtlich dekoriert mit bunten Kugeln und Weihnachtsmannmützen auf dem Kopf, was manchmal eher etwas lustig wirkt als besonders dekorativ. Sogar typische Weihnachtslieder wie „Jingle bells“ erklingen aus den Lautsprechern. Vor riesigen Weihnachtsengeln und vor von Rentieren gezogenen Schlitten kann man sich fotografieren lassen.<br />
„Und das im tropisch warmen und schwülen Bangkok!“, kommentiert Peter alles und setzt gleich noch hinzu: „Hoffentlich ist es in Deutschland noch nicht so extrem kalt, wenn wir nach Hause kommen.“<br />
„Und Schnee will ich eigentlich auch keinen“, setze ich hinzu. „Höchstens an drei Tagen: Die beiden Weihnachtsfeiertage und Silvester vielleicht noch. Danach darf es gerne wieder mit großen Schritten dem Sommer zugehen.“<br />
„Das erzähl mal lieber dem Petrus dort oben, ich heiße nur Peter und bin nicht für das Wetter zuständig!“, erklärt er mir grinsend.<br />
Nachdem er unser Auto aus dem Parkhaus hinaus chauffiert hat, fahren wir zum Baiyoke Tower, doch bevor wir diesen Turm erklimmen wollen, suchen wir noch einen Massagesalon auf.<br />
„Ich brauche jetzt unbedingt eine thailändische Fußreflexzonenmassage. Mir tun die Füße weh!“, stelle ich fest.<br />
Nachdem wir auf den Massageliegstühlen Platz genommen haben, &#8211; Peter bekommt zuvor eine weite Hose verpasst, bei mir erübrigt sich dies, da ich ein Kleid an habe, &#8211; werden erst einmal unsere Füße gewaschen. Das ist auch dringend nötig, denn in Sandalen oder Flipflops bleiben die Füße hier auf Bangkoks Straßen nicht gerade sauber. Dann geht es los. Eine Stunde lang werden unsere Füße und Beine, bis hinauf zum Knie massiert und Akupressurpunkte stimuliert. An den Zehen wird gezogenes es knackt und mit einem speziellen Holzstäbchen wird auf bestimmte Punkte auf der Fußsohle gedrückt , wobei unterschiedlichen Organen auch unterschiedliche Akupressurpunkte zugeordnet werden. Dazwischen werden die Füße immer wieder eingecremt und eingeölt. Manchmal muss ich lachen, wenn es an der Fußsohle oder zwischen den Zehen kitzelt, dann freut sich meine Masseurin und schickt mir ein freundliches Lächeln. Zum Schluss erhalten wir noch eine Kopfmassage und auch im Nacken und an den Armen werden einige Punkte durch Drücken stimuliert. Üblicherweise gibt es danach noch einen Tee, aber heute verzichten wir darauf, denn wir wollen ja weiter.<br />
„Das hat richtig gut getan und hat meinen müden, schmerzenden Füßen echt eine Linderung gebracht“, erklärt Peter und fügt mit frischem Elan hinzu: „Komm wir laufen das Stückchen zum Baiyoke Tower.“<br />
Dieser ist mit seinen über dreihundert Metern das höchste Gebäude Thailands. Wir fahren bis in die 84. Etage hoch, was man sich im Aufzug lieber nicht so genau vorstellt. Oben angekommen, fragt mich Peter:<br />
„Willst du mit nach draußen?“<br />
Man kann nämlich noch auf eine offene sich drehende Plattform weiter nach oben, doch das ist nichts für mich und meine Höhenangst und so lässt sich Peter alleine dort oben den Wind um die Nase wehen. Ich kann selbst hier in der 84. Etage nur vorsichtig an die Fenster herantreten. Doch ich versuche es zumindest kurzfristig für ein paar Fotos, danach trete ich einige Schritte von der Scheibe wieder zurück. Trotzdem eröffnet sich mir ein atemberaubender Blick über das nächtliche Bangkok. Obwohl wir schon gefühlte 100mal hier oben waren, ist diese Aussicht immer wieder toll. Was man von hier oben besonders gut erkennen kann und was ich am meisten faszinierend finde, ist der Blick auf die hellerleuchteten Straßen, dieses Über- und Untereinander und sich fast verknotende und verschlungene Ineinander dieser Straßen. Die vielen Lichter lassen Bangkok von hier oben sehr geheimnisvoll wirken. Was mag sich hinter all diesen Lichtern verbergen?</p>
<p>Dies ist sozusagen unser Abschiednehmen von Bangkok bis zum nächsten Mal, denn wir kommen wieder in diese lebendige und voller Leben und Treiben pulsierende Stadt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Mein Weg zum &#8222;7 ELEVEN&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2014 18:12:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Bangkok]]></category>
		<category><![CDATA[Gewimmel]]></category>
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					<description><![CDATA[In den vielen Jahren, die wir schon regelmäßig nach Bangkok kommen, haben wir einiges unternommen und auch viel erlebt. Bangkok ist eine moderne, pulsierende Stadt, aber auch ein historischer Ort mit vielen Traditionen. Hier gibt es arm und reich, alt und neu, Glanz und Schmutz dicht beieinander. Kleine Hütten stehen neben großen Villen hinter Mauern oder prunkvollen Tempeln und beeindruckenden Buddastatuen. Moderne Einkaufszentren, Hotels und Restaurants befinden sich in der gleichen Gegend wie die kleinen Stände von Händlern und die sogenannten Garküchen. Bangkok hat viele Gesichter und ist immer eine Reise wert, die ihre kleinen und großen Abenteuer birgt. Man muss diese Stadt einfach erlebt haben, sich mitten in diesem pulsierenden Leben bewegen, um sie zu verstehen. Vielleicht kann ich mit ein paar kurzen Geschichten zumindest einen kleinen Eindruck versuchen zu vermitteln: Ich bin in unserem Serviced Appartement in Bangkok, Peter ist in der Uni und unterrichtet die thailändischen Studenten, wird aber so in drei Stunden wieder zurück sein. Ich ziehe meine Flipflops an und mache mich auf den Weg zum 7 Eleven (Sprich: Seven &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In den vielen Jahren, die wir schon regelmäßig nach Bangkok kommen, haben wir einiges unternommen und auch viel erlebt. Bangkok ist eine moderne, pulsierende Stadt, aber auch ein historischer Ort mit vielen Traditionen. Hier gibt es arm und reich, alt und neu, Glanz und Schmutz dicht beieinander. Kleine Hütten stehen neben großen Villen hinter Mauern oder prunkvollen Tempeln und beeindruckenden Buddastatuen. Moderne Einkaufszentren, Hotels und Restaurants befinden sich in der gleichen Gegend wie die kleinen Stände von Händlern und die sogenannten Garküchen. Bangkok hat viele Gesichter und ist immer eine Reise wert, die ihre kleinen und großen Abenteuer birgt. Man muss diese Stadt einfach erlebt haben, sich mitten in diesem pulsierenden Leben bewegen, um sie zu verstehen. Vielleicht kann ich mit ein paar kurzen Geschichten zumindest einen kleinen Eindruck versuchen zu vermitteln:</strong></p>
<p><span class="dropcap">I</span>ch bin in unserem Serviced Appartement in Bangkok, Peter ist in der Uni und unterrichtet die thailändischen Studenten, wird aber so in drei Stunden wieder zurück sein. Ich ziehe meine Flipflops an und mache mich auf den Weg zum 7 Eleven (Sprich: Seven Eleven). Der Weg ist nicht weit, vielleicht so 200 bis 300 Meter auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Kein Abenteuer wird jeder jetzt denken. Stimmt in Europa sicher nicht, in Asien und speziell in Bangkok ist dieser Weg voller abenteuerlicher Eindrücke.<br />
Ich verlasse unser Appartement, das sich im 18. Stockwerk befindet und fahre mit dem Lift nach unten. Bevor ich auf die Straße hinaus trete, grüßt mich der wachhabende Sicherheitsmann an der Schranke freundlich. Niemand kann hier einfach rein oder raus, uns kennt man inzwischen, weil wir bereits seit einem Jahrzehnt einmal jährlich in diesem Resort wohnen. Wir erhalten sogar immer das selbe Appartement, sind also schon ein Stückchen zu Hause hier. Im gleichen Moment in dem ich das Gelände verlasse, kommt ein Taxi. Der Fahrer kurbelt das Fenster herunter und der Wachhabende tritt an das Fahrzeug heran. Erst nachdem der Fahrer seine Lizenzbescheinigung an der Schranke abgeben hat, die er erst bei der Ausfahrt wieder erhält, wird die Schranke geöffnet.<br />
Ich marschiere weiter. „Pass gut auf!“, hat Peter mir auch heute wieder gesagt, bevor er mit dem Auto in die Uni gefahren ist. Na ja, hier ist Linksverkehr, aber er macht das mit dem Autofahren ganz prima, nur ab und zu betätigt er den Scheibenwischer anstelle des Blinkers. Gewohnheit.<br />
Aber zurück zu mir: Der Bürgersteig auf dem ich mich befinde, ist der reinste Hindernislauf. Die Bäume, die sich ebenfalls auf dem Bürgersteig befinden, haben so kräftige Wurzeln entwickelt, dass diese die Pflastersteine hochgedrückt haben. Da es sich hierbei nicht nur um ein oder zwei Bäume handelt, muss ich ständig die Füße heben, um nicht zu stolpern. Zwischendrin gibt es Löcher, die bei vorangegangenem Regen Pfützen sind, Hunde liegen schnarchend herum, Schilder müssen umgangen werden, herunterhängende Kabel versperren den Weg, hochstehende Kanaldeckel müssen ebenso umschifft werden wie Laternenpfähle oder sonstige Pfosten. Fahnen, die jemand an eine Mauer gehängt hat, muss man zur Seite schieben und sich an einem Auto vorbei drücken, das auf dem gesamten Gehweg parkt. Ein Hans-guck-in-die-Luft hat es hier schwer. Man kann niemals seinen Blick beim Laufen in die Ferne schweifen lassen, sondern muss im Prinzip mit gesenktem Kopf auf seine eigenen Füße achten.<br />
Peter bezeichnet mich immer als Sicherheitsbeauftragte, weil ich überall (unabhängig davon in welchem Land ich mich befinde) Gefahren sehe: Hier kann man stolpern, dort sollte besser ein Gefahrenhinweis sein, hier kann man fallen und dort kann man sich ein Bein brechen. „Hier hättest du eine Menge zu tun!“, sagt er immer zu mir, wenn ich in Thailand auf diese Stolperfallen hinweise.<br />
Auf meinem Weg schaue ich zwischen die Ritzen eines hohen Tores und erblicke dahinter eine Villa, umgeben von einem wunderschönen Garten. Ich komme an einem Mopedgeschäft vorbei, dessen unzählige Fahrzeuge etwas oberhalb des Gehweges aufgebaut sind, werfe meinen Blick in eine thailändische Werkstatt, die zur Straßenseite hin offen und in deren Inneren gerade eine Familie um einen Tisch versammelt ist. Ein paar Meter weiter sind Farbeimer aufeinander gestapelt und warten auf einen Käufer. Daran grenzt ein chinesisch-thailändischer Massagesalon, einige Schritte weiter ist neben dem Gehweg eine große fotografische Abbildung des thailändischen Königs aufgestellt und rechts daneben befindet sich ein traditionelles Geisterhäuschen, in dem Gaben liegen, damit die Geister den Bewohnern des jeweiligen Hauses wohlgesonnen sind.<br />
So, inzwischen bin ich auf der Höhe des Geschäftes, in dem ich etwas einkaufen möchte, angekommen. Nur befindet es sich auf der anderen Straßenseite. Unmöglich bei diesem Verkehr einfach die Seite zu wechseln. Zebrastreifen und Fußgängerampel gibt es in diesem Bereich nicht, aber eine andere Möglichkeit schon, nämlich eine Fußgängerbrücke führt über die Straße. Dies ist meiner Meinung nach überhaupt der sicherste Weg zum Überqueren einer Straße in Bangkok.<br />
Ich steige also die gefühlten hundert Stufen hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter. Dabei sollte man ebenfalls seinen Blick auf die Füße und die Stufen heften, denn nicht immer sind die Stufen gleich. Sie können zum einen unterschiedlich hoch sein oder sich in einem unterschiedlichen Zustand befinden, d.h. einige von ihnen sind kaputt und man könnte stolpern und fallen.<br />
7 Eleven ist eine „(Mini)supermarktgruppe“ oder eine Mischung aus Supermarkt und Tante Emma Laden (ich weiß nicht wie ich es sonst ausdrücken könnte) und alle paar hundert Meter in Bangkok zu finden. Hier kann man alles Mögliche kaufen: Seife, Shampoo, Zigaretten, Medikamente, Naschereien, Getränke, Tampons, Toilettenpapier, Brot, Butter, Joghurt, Waschpulver, Zeitschriften,…, man findet eben alles. Ich würde sagen, unsere Tankstellen sind noch weit entfernt, befinden sich aber auf dem besten Wege dorthin.<br />
Ich komme also die Stufen der Füßgängerüberführung wieder herunter und stehe auch direkt vor dem Geschäft. Doch ich stehe hier nicht alleine, überhaupt gehören in Bangkok die Bürgersteige niemals den Fußgängern alleine. Frauen mit Ständen, an denen sie Essbares und Getränke anbieten stehen ebenfalls vor dem genannten Geschäft. Hier dampft und brodelt es und ich muss zugeben es riecht verführerisch, doch ich halte mich immer strickt an die Ratschläge meines Hausarztes, niemals Speisen von der Straße zu verzehren (zumal ich schon einmal einschlägige Erfahrungen diesbezüglich gemacht habe). Alles ist hier kreuz und quer vertreten: Die Stände, die Menschen, zwischendrin Hunde und Katzen, Kinder, abgestellte Mopeds, Stühle, Tische, Handkarren… Manchmal, wenn man genau hinschaut kann man auch einmal einen Blick auf eine Kakerlake oder im schlimmsten Fall auch auf eine Ratte erhaschen, aber niemand stört sich hier daran. Das ist eben einfach so.<br />
Ich weiche irgendetwas Feuchtem auf dem Weg aus, umrunde ein tiefes Loch und stehe vor der Ladentür, die sich automatisch mit dem für 7 Eleven typischen Gemisch aus „Tütelüt und Dingdong“ öffnet. Ich betrete das Geschäft und habe gleichzeitig das Gefühl in einen Kühlschrank geraten zu sein. Das ist typisch für Thailand: Alle Räume werden möglichst auf gefühlte 18 Grad herunter gekühlt und keiner außer den Farangs (Ausländer mit weißer Hautfarbe) friert.<br />
Ich schlendere durch die Regalreihen und habe auch bald alles gefunden. Unter anderem habe ich mir aus dem Kühlregal ein Sandwich mit Schinken und Käse ausgesucht. Ich reiche alles der jungen Thai hinter dem Tresen und bezahle. Diese packt meine Einkäufe in eine Tüte und reicht dann ihrem Kollegen das Sandwich, der es in einen Sandwichtoaster steckt. In der Zwischenzeit lasse ich die Simkarte meines thailändischen Handys wieder mit Guthaben aufladen.<br />
Nach ein paar Minuten ist mein Sandwich fertig und ich bekomme es heiß in einer Serviette und wieder in einer Plastiktüte verpackt lächelnd überreicht. Als sich die Glastür vor mir öffnet und ich wieder in das Gewimmel hinaus trete, erschlägt mich fast die Hitze.<br />
Da ich weder im noch vor dem 7 Eleven mein Sandwich essen will und es sowieso noch zu heiß ist, stiefele ich erst einmal die Stufen zur Fußgängerbrücke hinauf, auf der mir Schulkinder, ein Mönch und andere Personen entgegen kommen, bzw. ebenfalls die Stufen nach oben erklimmen. Manchmal sitzen auf den Stufen auch Bettler, die sich immer über eine milde Gabe freuen, heute ist allerdings keiner da. Oben angekommen packe ich mein Sandwich aus. Ich bleibe stehen und lasse das Treiben unterhalb der Brücke auf mich wirken, während ich mein Sandwich verspeise. Auf der Fahrbahn ist inzwischen richtig was los. Hier ist einfach ein riesengroßes Treiben, egal in welche Richtung. Lastwagen und Pkw’s, Pickups, Taxis, Busse fahren dicht an dicht hintereinander, dazwischen schlängeln sich Mopeds und Tuk Tuks durch, sogar einige Fahrradfahrer sind zu sehen. Manchmal denke ich, die Moped- und Fahrradfahrer inmitten des hier herrschenden Chaos in Bangkok sind potentielle Selbstmörder. Bei diesem enormen Verkehrsaufkommen würde ich mich niemals wagen mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Ich habe allerdings tatsächlich schon Farangs gesehen die sich dieser Gefahr aussetzen. Die Mopedfahrer leben meiner Meinung nach ebenso gefährlich. Selten fahren sie allein, meist zu zweit oder dritt, aber ich habe schon ganze Familien auf einem Moped gesehen. So sehe ich auch heute einen Mann, der ein Moped durch den dichten Verkehr lenkt, vor ihm steht ein kleiner Junge auf dem Trittbrett, während hinter ihm ein kleines Mädchen auf dem Schoß seiner Mutter sitzt. Der einzige, der von diesen vier Personen einen Helm trägt, ist der Fahrer. Manchmal denke ich: In dieser Stadt müssen viele Schutzengel unterwegs sein.<br />
Gerade läuft ein Hund in aller Seelenruhe von einer Straßenseite auf die andere, wohlgemerkt es handelt sich um eine sechsspurige Straße. Irgendwie schafft er es sogar heil hinüber, allerdings nur weil der Verkehr mittlerweile recht langsam, fast stockend vorwärts geht.<br />
Es ist unmöglich dieses Treiben zu beschreiben oder auf Fotos abzubilden, man muss es einfach erleben, riechen, schmecken, hören und sehen, also mitten drin sein.<br />
Vorstellen kann man sich allerdings recht gut, dass bei einem solchen Verkehrsaufkommen keine gute Luft herrscht. Deshalb tragen manche Mopedfahrer auch einen Mundschutz und manche Personen, die auf der Ladefläche eines Pickups sitzen ein Tuch vor dem Mund, allerdings nur manche. Die Mehrheit der Menschen atmet Tag für Tag diese durch Abgase belastete Luft „ungefiltert“ ein.<br />
Dieses Gewusel und Gewimmel ist in ganz Bangkok gleich, same, same, but different, wie die thailändischen Händler zu sagen pflegen. Selbst vor dem modernen und teurem Einkaufszentrum „Zentral World“ und auf den Plätzen, Straßen und Gehwegen drumherum findet man dieses pulsierendes Leben, das aus einem enormen Verkehrsaufkommen, Menschen verschiedener Nationalitäten, Händlern und Garküchen, Leuchtreklamen… besteht. Hier findet das Treiben sogar noch auf mehreren Etagen statt. Neben den normalen Straßen gibt es oben drüber noch die sogenannten Highways und den Skytrain. Manchmal ist man dem Gefühl ausgesetzt, dieses Ineinander und Übereinander müsste sich irgendwann und irgendwie verknoten, aber es funktioniert.<br />
Inzwischen habe ich das Treiben unterhalb der Brücke auf der ich stehe, auf mich wirken lassen und mein Sandwich verspeist. Ich trete also meinen Rückweg zum Hotel wieder an. Ein Tuk Tuk fährt einen Moment langsam neben mir her und der Fahrer ruft mir die vereinfachte, aber dennoch eindeutige Frage zu: „Tuk Tuk?“. Nach einem Kopfschütteln meinerseits und einem Kopfnicken seinerseits, braust er mit seinem Gefährt weiter.<br />
Als ich das Gelände unserer Hotelanlage betrete, die übrigens aus vier hohen Türmen inmitten eines parkähnlichen Gartens mit Schwimmingpool besteht, höre ich einen Vogel lautstark rufen, bleibe stehen und richte meinen Blick nach oben. Keine Ahnung, um welche Vogelart es sich handelt, dem Ruf nach gibt es diesen bei uns in Europa nicht, zumindest nicht in der freien Natur. Der Wachhabende an der Schranke sieht meinen Blick, kommt heran und zeigt mit seinem Finger in Richtung der Baumkronen, die ineinander gehen. Er erzählt mir auf Thai vermutlich, dass der Vogel dort oben sitzt und wie er heißt. Ich kann ihn jedoch zwischen den Blättern und Palmwedeln nicht ausmachen. Schade. Ich danke dem freundlichen Mann, richte ein paar englische Worte an ihn, die er wiederum nicht versteht und wir verabschieden uns lächelnd und verbeugend voneinander. Ich betrete die Eingangshalle, wo man mich ebenfalls freundlich begrüßt und mein Englisch ein klein wenig besser versteht, fahre mit dem Lift wieder nach oben und öffne die Tür zu unserem ruhigen, klimatisierten und gut ausgestatteten Appartement.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2014/11/1200px-DSC00265-2.JPG-Weg-zum-7Eleven.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-214" src="http://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2014/11/1200px-DSC00265-2.JPG-Weg-zum-7Eleven-150x150.jpg" alt="1200px-DSC00265 2.JPG : Weg zum 7Eleven" width="182" height="182" srcset="https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2014/11/1200px-DSC00265-2.JPG-Weg-zum-7Eleven-150x150.jpg 150w, https://lifetellsstories.de/wp-content/uploads/2014/11/1200px-DSC00265-2.JPG-Weg-zum-7Eleven-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 182px) 100vw, 182px" /></a></p>
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