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	<title>Motor &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Gedankenverloren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 11:08:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Einkaufszettel]]></category>
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					<description><![CDATA[Nachdem wir in unserem Haus treppauf und treppab gerannt sind, alle Taschen und Koffer gepackt und im Kofferraum des Autos verstaut haben, sitzen wir nun endlich im Wagen. Eigentlich könnte es jetzt losgehen, doch mein Mann macht keinerlei Anstalten den Motor zu starten. „Jetzt fahr doch endlich!“, sage ich schon etwas leicht genervt. „Oder hast du was vergessen?“ „Ich? Nee!“ „Worauf wartest du denn dann?“, frage ich kopfschüttelnd. „Ich dachte nur, ich gebe dir noch ein bisschen Zeit zum Nachdenken.“ „Was soll ich denn nachdenken. Irgendwie sprichst du in Rätseln!“ „Naja, hast du alle Fenster zu? Ist die Vorder- und auch die Hintertür abgeschlossen?“, fragt mich mein Mann ab. „Das schon!“, antworte ich ihm. „Aber weißt du, ob in der Ankleide das Licht aus ist?“ „Als ich mir meine Jacke geholt habe, war es aus. Wenn du allerdings noch einmal drin warst…“ „Ich habe mein Tuch gesucht, das zu meiner Jacke gehört“, überlege ich laut. „Ob das jetzt vor dir oder nach dir war, kann ich nicht sagen.“ „Dann steig einfach noch einmal aus und &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nachdem wir in unserem Haus treppauf und treppab gerannt sind, alle Taschen und Koffer gepackt und im Kofferraum des Autos verstaut haben, sitzen wir nun endlich im Wagen. </strong><br />
<strong><br />
<span class="dropcap">E</span></strong>igentlich könnte es jetzt losgehen, doch mein Mann macht keinerlei Anstalten den Motor zu starten.<br />
„Jetzt fahr doch endlich!“, sage ich schon etwas leicht genervt. „Oder hast du was vergessen?“<br />
„Ich? Nee!“<br />
„Worauf wartest du denn dann?“, frage ich kopfschüttelnd.<br />
„Ich dachte nur, ich gebe dir noch ein bisschen Zeit zum Nachdenken.“<br />
„Was soll ich denn nachdenken. Irgendwie sprichst du in Rätseln!“<br />
„Naja, hast du alle Fenster zu? Ist die Vorder- und auch die Hintertür abgeschlossen?“, fragt mich mein Mann ab.<br />
„Das schon!“, antworte ich ihm. „Aber weißt du, ob in der Ankleide das Licht aus ist?“<br />
„Als ich mir meine Jacke geholt habe, war es aus. Wenn du allerdings noch einmal drin warst…“<br />
„Ich habe mein Tuch gesucht, das zu meiner Jacke gehört“, überlege ich laut. „Ob das jetzt vor dir oder nach dir war, kann ich nicht sagen.“<br />
„Dann steig einfach noch einmal aus und schau nach, sonst nervst du mich mit dieser Ungewissheit die ganze nächste Woche. Außerdem kannst du gleich noch nachsehen, ob die Katzenklappe auf ist und Lottchen raus und rein kann.“<br />
Was bleibt mir anderes übrig als alles noch einmal zu kontrollieren. Als wir dann jedoch tatsächlich um die Straßenecke biegen, fällt mir beim Blick in den Himmel doch noch etwas ein, an das ich beim Packen nicht gedacht habe.<br />
„Ich habe den Regenschirm vergessen!“<br />
„Wusste ich es doch!“, kommentiert mein Mann. „Soll ich nochmal umdrehen und zurück fahren?“<br />
„Ach lass mal! Vielleicht liegt ja doch einer im Kofferraum oder wir besorgen uns bei Bedarf halt einen neuen“, beschließe ich, weil ich langsam Bedenken habe, gar nicht mehr wegzukommen.<br />
„Wir haben schon eine beachtliche Anzahl von Regenschirmen, die wir irgendwo auf die Schnelle gekauft haben, weil wir keinen dabei hatten“, erklärt mir mein Mann und fährt rechts an den Fahrbahnrand, um anzuhalten und auszusteigen.<br />
„Ein kleiner schwarzer Schirm liegt ganz hinten im Kofferraum“, versichert er mir, nachdem er sich wieder auf den Fahrersitz setzt.<br />
„Glück gehabt!“, kommentiere ich erleichtert.<br />
„Wie man es nimmt!“, äußert sich mein Gatte etwas skeptisch. „Meistens bleibt er dann da auch liegen, auch wenn wir zu Fuß unterwegs sind und es anfängt zu regnen.<br />
„C’est la vie!“, erkläre ich ihm und zucke unschuldig mit den Schultern.<br />
Eine Woche später sind wir wieder zuhause und ich stelle fest, dass der Kühlschrank gähnende Leere aufweist. Also nichts wie ins Auto und ab in den nächsten Supermarkt. Vorher schreibe ich mir allerdings einen Einkaufszettel. In Gedanken gehe ich alle Gänge des Supermarktes durch und muss erkennen, dass auch das Waschpulver zur Neige geht, das Duschgel verbraucht, der Getränkekasten leer ist und auch noch andere Dinge fehlen.<br />
„Wollen wir heute Abend grillen?“ , kommt Peter spontan auf die Idee. „Vielleicht kommt unserer Sohn mit seiner Freundin auch vorbei. Also sollte der Grillvorrat nicht zu knapp und für jeden etwas dabei sein. Bring einfach was Leckeres zum Grillen mit!“<br />
Ich düse also los. Die Handtasche liegt neben mir auf dem Beifahrersitz und der Einkaufskorb ist im Kofferraum verstaut. Ich fahre auf die Ampel zu und verringere meine Geschwindigkeit. In meinem Kopf tauchen einige Bilder aus den vergangenen Tagen auf. Die Strecke kenne ich zur Genüge und so gebe ich mich meinen Gedanken hin. Irgendwie geht jetzt alles ganz automatisch. Ich bremse und bleibe vor der Ampel stehen. Plötzlich schrecke ich auf, denn mein Hintermann hat laut und vernehmlich gehupt. Mein Blick auf die Ampel lässt mich erkennen, dass diese ein grünes Licht zeigt. Ich bemerke, dass ich bei Grün ganz gedankenverloren angehalten habe. Wäre der liebe Fahrer im Auto hinter mir nicht gewesen, hätte ich wahrscheinlich bis zur nächsten Rotphase weiter geträumt und auf das erneute Grün warten müssen, um loszufahren. Deshalb bedanke ich mich auch mit einem freundlichen Winken bei dem netten Verkehrsteilnehmer, der mich so ganz selbstlos aus meiner gedanklichen Abwesenheit geholt hat.<br />
Endlich bin ich im Supermarkt und nehme mir einen Einkaufswagen.<br />
„Verflixt!“, denke ich. „Wo ist denn mein Einkaufszettel?“<br />
Nachdem ich meine Tasche mindestens dreimal durchwühlt und alle möglichen Utensilien gefunden habe, die ich schon seit ewigen Zeiten vermisst habe, muss ich eine sehr ärgerliche Tatsache feststellen: Ich habe meinen Einkaufszettel vergessen. Aller Wahrscheinlichkeit nach, liegt er noch zu Hause auf dem Küchentisch. Ich könnte jetzt natürlich meinen Mann anrufen und mir die Liste aufs Handy schicken lassen.<br />
„Naja ist auch egal!“, tröste ich mich selbst. „Ich weiß sowieso genau was ich brauche. Ich habe alles exakt im Kopf.“<br />
So schiebe ich nun meinen Einkaufswagen durch die Reihen. Ich packe alles Mögliche ein und auch noch viel mehr. Einige Dinge fallen mir ein, die noch in meinen Küchenschränken fehlen. Öl, zum Beispiel und Zwiebeln auch noch. Vielleicht sollte ich auch noch einen Sack Grillkohle einpacken. Wer weiß, ob mein Mann noch genügend davon hat. Inzwischen ist mein Einkaufswagen randvoll.<br />
Ich stehe schon in der Schlange an der Kasse, da fällt mir ein, dass ich das Duschgel vergessen habe. Also schiebe ich den Wagen zur Seite und marschiere strammen Schrittes wieder in die hintere Ecke des Marktes, in der die Drogerieabteilung ist.<br />
Alles hat einmal ein Ende und so geht auch dieser Einkauf zu Ende. Gut gelaunt komme ich daheim an und freue mich schon auf einen gemütlichen Grillabend mit meiner Familie. Mein Peter hilft mir sogar beim Ausräumen des Kofferraums. Noch ein Grund, um mich zu freuen.<br />
„Ach!“, sagt er. „Grillkohle hättest du gar nicht mitbringen brauchen, davon habe ich im Gartenhaus noch genügend stehen.“<br />
„Ein bisschen Vorrat kann nicht schaden!“, gebe ich zurück.<br />
Mein Peter nickt und trägt schon mal die Getränke ins Haus. Aus dem Flur höre ich nur wie er sagt:<br />
„Hauptsache du hast genügend Fleisch und Würstchen zum Grillen mitgebracht!“<br />
Mich trifft fast der Schlag!<br />
„Mach schon mal das Grillfeuer an! Ich bin gleich wieder da!“, rufe ich ihm noch schnell zu und schon starte ich den Motor.</p>
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		<title>Wenn der Vater mit dem Sohn &#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2015 08:53:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Absturz]]></category>
		<category><![CDATA[Antrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Familiengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[ferngesteuert]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf Anhieb fallen wahrscheinlich nicht nur mir die lustigen Vater &#8211; und &#8211; Sohn &#8211; Bildgeschichten des Zeichners E.O.Plauen (Erich Ohser) ein. Der kleine dicke Vater und der strubbelige Sohn haben inzwischen die Herzen von Kindern und Erwachsenen erobert. Aber in jeder Familie, in der es einen Sohn gibt, existieren auch Vater &#8211; und &#8211; Sohn &#8211; Geschichten, also auch bei uns: Wie jeder weiß, kommen bei Vätern oft Kindheitsträume wieder zum Vorschein, die dann mit dem Sohn in die Tat umgesetzt werden. Unzählige Väter, manchmal sogar schon werdende Väter, holen wieder ihre Eisenbahn vom Dachboden. Mein Peter natürlich auch. Aber da gab es noch etwas anderes. Als Kind hatte er ein Flugzeug gebaut, das allerdings irgendwann zerschellte. Hieran war meine Schwägerin nicht ganz unbeteiligt gewesen. Man kann es kaum glauben, denn heute hat Peter als Professor einen Lehrstuhl für Flugantriebe inne und seine Schwester ist Stewardess geworden. Daher ist es eigentlich nur logisch, dass Peter mit unserem Sohn Timo auch irgendwann einmal das Thema Fliegen und Flugzeug in Angriff nahm. „Was hältst du davon, &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auf Anhieb fallen wahrscheinlich nicht nur mir die lustigen Vater &#8211; und &#8211; Sohn &#8211; Bildgeschichten des Zeichners E.O.Plauen (Erich Ohser) ein. Der kleine dicke Vater und der strubbelige Sohn haben inzwischen die Herzen von Kindern und Erwachsenen erobert. Aber in jeder Familie, in der es einen Sohn gibt, existieren auch Vater &#8211; und &#8211; Sohn &#8211; Geschichten, also auch bei uns:</strong></p>
<p><span class="dropcap">W</span>ie jeder weiß, kommen bei Vätern oft Kindheitsträume wieder zum Vorschein, die dann mit dem Sohn in die Tat umgesetzt werden. Unzählige Väter, manchmal sogar schon werdende Väter, holen wieder ihre Eisenbahn vom Dachboden. Mein Peter natürlich auch. Aber da gab es noch etwas anderes. Als Kind hatte er ein Flugzeug gebaut, das allerdings irgendwann zerschellte. Hieran war meine Schwägerin nicht ganz unbeteiligt gewesen. Man kann es kaum glauben, denn heute hat Peter als Professor einen Lehrstuhl für Flugantriebe inne und seine Schwester ist Stewardess geworden. Daher ist es eigentlich nur logisch, dass Peter mit unserem Sohn Timo auch irgendwann einmal das Thema Fliegen und Flugzeug in Angriff nahm.<br />
„Was hältst du davon, wenn wir uns ein Modellflugzeug kaufen?“, schlug er unserem damals etwa elfjährigen Sohn vor.<br />
„Oh ja, das ist toll!“, sprang Timo sofort darauf an. „Aber ein richtig Tolles und mit Fernsteuerung!“<br />
Also ging es an einem Samstag zum entsprechenden Geschäft. Sowohl Timo als auch mein Mann bekamen beim Anblick der vielen verschiedenen Modelle, egal ob Autos, Flugzeuge, Motorräder oder Schiffe glänzende Augen.<br />
„Haben Sie denn schon einmal ein ferngesteuertes Flugzeug in die Luft gebracht?“, fragte der Verkäufer, der meinem Mann schon einige kleinere Triebwerke geliefert hatte.<br />
„Tja“, meinte mein Mann. „Ich kenne mich zwar mit den Antrieben aus, aber ich habe das letzte Mal als Kind versucht ein Modellflugzeug fliegen zu lassen. Aber das dürfte ja wohl kein Problem sein.“<br />
„Ich denke, wir sollten dann mal zu den Anfängermodellen gehen“, schlug der Verkäufer vor.<br />
„Ja, aber so ein kleines Spielzeug sollte es nun auch wieder nicht sein. Schon was Ordentliches!“, verkündete Peter.<br />
Nun gut, wir fanden dann auch ein Modellflugzeug, das eine Spannweite von ungefähr 1,5 Metern hatte und einen entsprechenden Antrieb mit Fernsteuerung besaß. Es war aus gelbem Styropor gebaut und nicht in unendlich viele Kleinteile zerlegt. Somit wurde es der kindlichen und väterlichen Ungeduld gerecht, denn es war schnell einsatzbereit.<br />
An einem schönen Sonntagvormittag sollte es dann soweit sein. Wir hatten uns schon überlegt, welche Wiese wohl für den Jungfernflug geeignet sei. Sie war etwas außerhalb eines Dorfes gelegen und groß genug, um das Flugzeug ausgiebig zu erproben und Kreise am Himmel ziehen zu lassen.<br />
Alle Nachbarn in unserem Stichweg standen um unser Flugzeug herum und bewunderten dieses tolle Stück.<br />
„Na, dann lasst es mal schön fliegen und hinterher eine gute Landung!“, wünschten sie uns noch, als wir ins Auto einstiegen.<br />
Timo und Peter freuten sich riesig und ich war einfach nur gespannt. Ich überlegte mir, ob ich mich trauen und das Flugzeug, wenn auch nur ganz kurz, ebenfalls durch die Lüfte kreisen lassen würde. Die Landung würde ich dann Peter oder vielleicht sogar Timo überlassen, denn ich hatte keinerlei Erfahrung mit diesen ferngesteuerten Dingern. Und kaputt machen wollte ich ja auch nichts.<br />
Peter gab Timo noch einige Instruktionen bezüglich der Steuerung und wann er denn Schub geben sollte. Er selbst ging dann mit dem Flugzeug in der Hand etwa fünfzig Meter weiter. Er hielt das Flugzeug hoch und drehte sich zu Timo, um ihm das vereinbarte Kommando zu geben:<br />
„Also los!“, befahl er.<br />
Der Motor surrte, der Propeller drehte sich, es war ideales Flugwetter, &#8211; einfach alles perfekt. Peter lief noch ein paar Schritte und tat dann das, was in der Anleitung zum Flugstart beschrieben stand. Er warf den großen gelben Flieger in die Luft.<br />
„Perfekt!“, hätten wir uns gewünscht ausrufen zu können.<br />
So weit kamen wir gar nicht erst, denn dieser Jubelruf wurde durch einen Aufschrei meinerseits überholt.<br />
„Oh nein!, rief ich entsetzt aus, als ich sah, wie das Flugzeug seine Spitze in den Boden rammte.<br />
Nun standen wir inmitten der großen Wiese um unseren Flieger herum.<br />
„Ist halb so wild!“, beruhigte Peter unseren Timo, denn dieser ließ sehr verdächtig den Kopf hängen und verzog schon sein Gesicht.<br />
„Das kann man wieder kleben, deshalb haben wir ja einen Styroporflieger genommen.“<br />
Also fuhren wir einerseits etwas frustriert nach Hause, aber andererseits trugen wir die Hoffnung in uns, dass die Sache beim nächsten Mal besser klappen würde. Peter meinte nämlich, dass der Flieger oder besser gesagt dessen Gewicht noch richtig ausgetrimmt werden müsse. In der häuslichen Garage wurden die Reparaturarbeiten noch am gleichen Tag durchgeführt. Allerdings musste der Kleber vor dem nächsten Versuch erst noch aushärten.<br />
Am nächsten Samstag verluden wir wiederum den Flieger ins Auto und ab ging die Post, um zehn Minuten später wiederum mit den Einzelteilen zurück zu kehren.<br />
Bei unserer Rückkehr waren wir dann in unserer Straße auch Gesprächsthema Nummer eins. Eigentlich waren nicht wir der Diskussionspunkt, sondern eher der Start und der Absturz unseres Fliegers. Man kann sich vorstellen, dass aus allen Richtungen gute Ratschläge auf uns einprasselten.<br />
„Man muss nur einfach auf das Gewicht achten, denn vorne darf er nicht so schwer sein“, erklärte uns ein Bekannter, der bereits Erfahrungen mit ferngesteuerten Autos hatte und möglicherweise als Kind auch einmal einen Papierflieger hatte steigen lassen.<br />
„Das nächste Mal komme ich mit! Das klappt dann schon!“, erzählte er uns siegessicher.<br />
So war es dann auch &#8211; teilweise.<br />
Wir bestiegen am darauf folgenden Wochenende also zu Viert das Auto: Peter, Timo, ich und unser hilfreicher Bekannter. Die übrigen Nachbarn winkten uns noch zu und zeigten uns gestenreich an, dass sie uns die Daumen drücken würden.<br />
Wir fuhren also zu der besagten Flugwiese und stiegen aus. Peter holte den Flieger aus dem Kofferraum und Timo schnappte sich die Fernsteuerung. So marschierten wir unter den Anweisungen unseres Bekannten zum Mittelpunkt der Wiese, wohlweißlich darauf achtend, dass sowohl Bäume als auch Straßen weit genug entfernt waren.<br />
Timo strahlte. Der Bekannte gab mit ernster Miene einige Belehrungen zum Besten. Peter war hoch konzentriert. Und ich brachte mich vorsichtshalber schon mal in Sicherheit.<br />
Peter hielt den Flieger hoch, der Propeller drehte sich, der Motor surrte, unser Bekannter gab das Kommando und das Flugzeug flog.<br />
Wie lange es sich in der Luft hielt, konnte später keiner mehr sagen. Allerdings können es nur Sekunden gewesen sein, denn dann setzte es sofort wieder zum Sturzflug an.<br />
Dieses Mal waren die Beschädigungen schon etwas ausgeprägter, doch reparierbar, unser Bekannter etwas kleinlauter und Timo aller Hoffnungen beraubt.<br />
Während Peter und unser Bekannter noch beratschlagten, welche Verbesserungsmöglichkeiten es geben könnte, legten Timo und ich das Thema Modellflieger mehr oder weniger ad acta. Wir waren uns nämlich einig darüber, dass unser Bekannter lieber weiter mit seinen ferngesteuerten Modellautos durch die Gegend rasen sollte und Peter einfach nur weiterhin seinen Studenten beibringen sollte wie man Triebwerke baut.</p>
<p>Übrigens: Das große gelbe Flugzeug ist niemals wieder gestartet, aber es existiert noch. Vielleicht kann Peter es später einmal als Großvater wieder aktivieren, &#8211; dann möglicherweise mit größerem Erfolg. Zumindest ist es mit seinen wenigen Flugsekunden jetzt schon in die Familiengeschichte eingegangen.</p>
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