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	<title>Missverständnis &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Der verpatzte Einstieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jan 2023 19:57:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Aufregung]]></category>
		<category><![CDATA[Doktor]]></category>
		<category><![CDATA[Einstieg]]></category>
		<category><![CDATA[Knochen]]></category>
		<category><![CDATA[Missverständnis]]></category>
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					<description><![CDATA[Nora, Steffi und Romy treffen sich regelmäßig jeden zweiten Dienstagabend auf ein Gläschen Wein. Dies ist ihr erstes Treffen im neuen Jahr. Es gibt viel zu berichten, denn diese Silvesternacht haben sie ausnahmsweise nicht gemeinsam verbracht.  Nora war bei ihren Eltern, um das Baby ihrer Schwester zu bewundern. Die kleine Sophie war nämlich kurz vor Weihnachten auf die Welt gekommen. Steffi war mit ihrem Lebensgefährten im Kurzurlaub gewesen und Romy hatte eine Einladung bei ihren zukünftigen Schwiegereltern nicht ausschlagen können. Nachdem jede der drei Freundinnen ausführlich berichtet hat, ergreift Romy das Wort: „Ich muss euch noch etwas erzählen“, beginnt sie und weckt damit die Neugierde der anderen Zwei. „Mir ist da nämlich was passiert.“ „Ich hoffe es handelt sich um nichts Schlimmes, sondern eher um was Lustiges“ meint Nora und sieht die Freundin ganz gespannt an. „Naja, wie man es nimmt“, antwortet Romy und bekommt vor Aufregung ganz rote Wangen. „Schlimm genug für mich, aber wahrscheinlich ziemlich lustig für alle anderen.“ „Jetzt spann uns nicht so auf die Folter! Erzähl einfach!“, fordert Steffi nun den &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nora, Steffi und Romy treffen sich regelmäßig jeden zweiten Dienstagabend auf ein Gläschen Wein. Dies ist ihr erstes Treffen im neuen Jahr. Es gibt viel zu berichten, denn diese Silvesternacht haben sie ausnahmsweise nicht gemeinsam verbracht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nora war bei ihren Eltern, um das Baby ihrer Schwester zu bewundern. Die kleine Sophie war nämlich kurz vor Weihnachten auf die Welt gekommen. Steffi war mit ihrem Lebensgefährten im Kurzurlaub gewesen und Romy hatte eine Einladung bei ihren zukünftigen Schwiegereltern nicht ausschlagen können.</p>
<p>Nachdem jede der drei Freundinnen ausführlich berichtet hat, ergreift Romy das Wort:</p>
<p>„Ich muss euch noch etwas erzählen“, beginnt sie und weckt damit die Neugierde der anderen Zwei. „Mir ist da nämlich was passiert.“</p>
<p>„Ich hoffe es handelt sich um nichts Schlimmes, sondern eher um was Lustiges“ meint Nora und sieht die Freundin ganz gespannt an.</p>
<p>„Naja, wie man es nimmt“, antwortet Romy und bekommt vor Aufregung ganz rote Wangen. „Schlimm genug für mich, aber wahrscheinlich ziemlich lustig für alle anderen.“</p>
<p>„Jetzt spann uns nicht so auf die Folter! Erzähl einfach!“, fordert Steffi nun den Bericht ein.</p>
<p>„Okay, aber lacht mich nicht aus!“, bittet Romy, holt tief Luft und beginnt zu berichten:</p>
<p>„Ihr wisst doch, dass ich am 2. Januar eine neue Arbeitsstelle angetreten habe. Ich bin neben der Chefsekretärin, die zweite Sekretärin im Vorstandsbüro. Obwohl mir die Arbeit sehr viel Freude macht, mir nicht schwerfällt und auch die Kollegen alle nett sind, habe ich meinen Einstieg nicht gerade mit Bravour gemeistert. Ehrlich gesagt habe ich mich bis auf die Knochen blamiert.“</p>
<p>„Ach komm“, sagt Nora ungläubig. „Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Du bist doch die Perfektion in Person.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Und trotzdem ist es so!“ Romy zuckt mit den Schultern. &#8222;Am ersten Tag wurde ich in meine Aufgaben eingewiesen. Das ist auch alles kein Thema, meinen Job beherrsche ich. Aber am zweiten Tag passierte es dann.“</p>
<p>Die beiden Freundinnen lauschen neugierig den Schilderungen.</p>
<p>„Am Vormittag kam ein Fax herein. Es war für eine andere Abteilung, allerdings stand kein Empfänger darauf. Also wollte ich die Chefsekretärin fragen, die jedoch gerade im Begriff war zu telefonieren. Während sie die Nummer eingab, schob ich ihr das Fax hin. Sie warf einen Blick darauf und meinte nur kurz:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„SCHREIBEN SIE FRAU DOKTOR DRAUF!“</p>
<p>Gesagt &#8211; getan! Ich schrieb <strong>Frau Doktor Drauf</strong> oben auf das Fax und legte es auf den Schreibtisch, denn man hatte mir am Vortag erklärt, dass der Bote ankommende Faxe zum Empfänger bringen würde.“</p>
<p>„Dann hast du doch alles richtig gemacht, oder?“, fragt Steffi.</p>
<p>„Nicht ganz“, gibt Romy zu. „Was ich allerdings erst später erfahren habe, als der Bote kam. Da war es allerdings schon zu spät und ich hatte alle Lacher auf meiner Seite.“</p>
<p>Nora und Steffi sehen ihre gemeinsame Freundin fragend an, denn ihnen ist schleierhaft, was wohl der vermeintliche Fehler gewesen sein soll.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Romy blickt verschämt nach unten und erzählt den Rest der Geschichte:</p>
<p>„Als der Bote kam, warf er einen Blick auf das Fax und erkundigte sich:</p>
<p>‚Gibt es in der Abteilung 3 eine neue Mitarbeiterin? Den Namen habe ich nämlich noch nie gehört oder gelesen.‘</p>
<p>Jetzt wurde die Chefsekretärin aufmerksam und warf einen Blick auf den von mir oben handschriftlich eingesetzten Namen. Fast gleichzeitig brach sie in schallendes Gelächter aus. Ahnungslos stand ich daneben und war mir keiner Schuld bewusst, hatte ich doch alles so gemacht, wie sie mir aufgetragen hatte.“</p>
<p>„Na sowas! Sie hat doch selbst gesagt, dass du FRAU DOKTOR DRAUF schreiben sollst!“, pflichtete Nora der Freundin bei.</p>
<p>„Nicht ganz“, gibt Romy beschämt zu.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„<b>Eine Frau Doktor Drauf existiert bei uns im Haus nicht.</b></p>
<p>Was sie gesagt hat und was sie gemeint hat, macht tatsächlich den Unterschied.</p>
<p>Sie hat gesagt, dass ich<b> FRAU DOKTOR DRAUF </b>schreiben<b> </b>soll,<span class="Apple-converted-space">  </span>aber gemeint hat sie ,<b> </b>dass ich <b>Frau Doktor </b>auf das Fax <b>drauf </b>schreiben<b> </b>soll<b>.- </b>Die besagte Person heißt nämlich mit <b>Nachnamen Doktor.</b>“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Es dauert eine Sekunde, dann brechen die beiden Freundinnen ebenfalls in Gelächter aus. Inzwischen kann jedoch auch Romy über dieses Missverständnis lachen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/timo-und-die-kleinen-tierchen-meiner-kueche/">Timo und die kleinen Tierchen in meiner Küche</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/knoepflein/">Knöpflein</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/die-jahre-gekommen/">In die Jahre gekommen</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Missverständnis</title>
		<link>https://lifetellsstories.de/auch-so-geht-stille-post/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Mar 2021 19:40:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[100 Worte]]></category>
		<category><![CDATA[Erklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Katze]]></category>
		<category><![CDATA[Missverständnis]]></category>
		<category><![CDATA[Schmunzeln]]></category>
		<category><![CDATA[Tür]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute rufe ich eine neue Kategorie in meinem Blog ins Leben: &#8222;100 Worte&#8220;, so heißt diese und hier finden kleine Alltagsbegebenheiten ihren Platz. Diese passieren einfach mal zwischendurch im täglichen Einerlei und entlocken uns den einen oder anderen Schmunzler oder auch ein Stirnrunzeln. Da sie so klein sind, werden sie hier auch nur mit höchsten 100 Worten erzählt. Das ist manchmal gar nicht so einfach, aber ich will es versuchen. Also nun geht es los: &#160; Ich marschiere in die Küche und gebe der Tür hinter mir einen leichten Schups. Sie schließt sich bis auf einen Spalt. &#8222;Lottchen hat es gerade noch geschafft hineinzukommen, ohne dass du sie eingequetscht hast&#8220;, erklärt mir mein Mann. &#8222;Sie ist dir nämlich gefolgt!&#8220; &#8222;Armes Kätzchen! Zum Glück bist du durchgekommen&#8220;, bedauere ich. &#8222;Was brauchst du?&#8220;, erkundigt sich die schwerhörige Oma. &#8222;Ich brauche nichts&#8220;, erwidere ich. &#8222;Ich habe mit Lottchen gesprochen, weil ich die Tür hinter mir zugeworfen habe und sie glücklicherweise unbeschadet hindurchgekommen ist.&#8220; &#8222;Wer ist gekommen?&#8220;, fragt Sohnemann, der nichts außer den allerletzten Rest meiner Erklärung mitbekommen hat. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute rufe ich eine neue Kategorie in meinem Blog ins Leben:<br />
&#8222;100 Worte&#8220;, so heißt diese und hier finden kleine Alltagsbegebenheiten ihren Platz. Diese passieren einfach mal zwischendurch im täglichen Einerlei und entlocken uns den einen oder anderen Schmunzler oder auch ein Stirnrunzeln. Da sie so klein sind, werden sie hier auch nur mit höchsten 100 Worten erzählt. Das ist manchmal gar nicht so einfach, aber ich will es versuchen.</p>
<p><span class="dropcap">A</span>lso nun geht es los:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Ich marschiere in die Küche und gebe der Tür hinter mir einen leichten Schups. Sie schließt sich bis auf einen Spalt.</em></strong></p>
<p><strong><em>&#8222;Lottchen hat es gerade noch geschafft hineinzukommen, ohne dass du sie eingequetscht hast&#8220;, erklärt mir mein Mann. &#8222;Sie ist dir nämlich gefolgt!&#8220;</em></strong></p>
<p><strong><em>&#8222;Armes Kätzchen! Zum Glück bist du durchgekommen&#8220;, bedauere ich.</em></strong></p>
<p><strong><em>&#8222;Was brauchst du?&#8220;, erkundigt sich die schwerhörige Oma.</em></strong></p>
<p><strong><em>&#8222;Ich brauche nichts&#8220;, erwidere ich. &#8222;Ich habe mit Lottchen gesprochen, weil ich die Tür hinter mir zugeworfen habe und sie glücklicherweise unbeschadet hindurchgekommen ist.&#8220;</em></strong></p>
<p><strong><em>&#8222;Wer ist gekommen?&#8220;, fragt Sohnemann, der nichts außer den allerletzten Rest meiner Erklärung mitbekommen hat.</em></strong></p>
<p>(100 Worte)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen:</p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/hallo-taxi/">Hallo Taxi!</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/pirat-schorsch/">Pirat Schorsch</a></p>
<p><a href="https://lifetellsstories.de/frau-froehlich-und-herr-trueb/">Frau Fröhlich und Herr Trüb</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Timo und die kleinen Tierchen in meiner Küche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2015 16:08:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[fatured]]></category>
		<category><![CDATA[Fliege]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[lachen]]></category>
		<category><![CDATA[Läuse]]></category>
		<category><![CDATA[Maus]]></category>
		<category><![CDATA[Missverständnis]]></category>
		<category><![CDATA[Sohn]]></category>
		<category><![CDATA[Tierchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim Aufräumen in meinem Arbeitszimmer ist mir eine blaue DIN A-4 Mappe in die Hände gefallen. Es ist einfach nur eine Sammelmappe ohne Aufschrift und ich kann mir schon denken, dass hier Handlungsbedarf besteht. Wahrscheinlich habe ich irgendwann einmal alles Mögliche und Unmögliche einfach nur hier hinein gesteckt, weil ich es nicht wegwerfen wollte, aber sonst nicht wusste wohin damit. Also löse ich die Gummiringe und öffne die Mappe. Vor mir liegen viele beschriftete Seiten auf denen ich u.a. Erlebnisse und Begebenheiten mit unserem damals noch kleinen Sohn in Worte gefasst habe und plötzlich sind alle Erinnerungen wieder da: Es war ein schöner Sommertag mit viel Sonnenschein und blauem Himmel. Ich stand in unserer Küche in Darmstadt und bereitete das Mittagessen vor. Unser etwa zweijähriger Timo spielte im Wohnzimmer mit seinen Bauklötzchen. Alles war friedlich und ich überlegte gerade, was wir nach Timos Mittagsschlaf unternehmen könnten, als unser Sohn zu mir in die Küche kam. Er setzte sich auf den Fußboden, um mir zuzusehen. Plötzlich wurde ich durch Timos zartes Stimmchen aus meinen Gedanken gerissen: &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Beim Aufräumen in meinem Arbeitszimmer ist mir eine blaue DIN A-4 Mappe in die Hände gefallen. Es ist einfach nur eine Sammelmappe ohne Aufschrift und ich kann mir schon denken, dass hier Handlungsbedarf besteht. Wahrscheinlich habe ich irgendwann einmal alles Mögliche und Unmögliche einfach nur hier hinein gesteckt, weil ich es nicht wegwerfen wollte, aber sonst nicht wusste wohin damit. Also löse ich die Gummiringe und öffne die Mappe.</strong></p>
<p style="text-align: left;"><span class="dropcap">V</span>or mir liegen viele beschriftete Seiten auf denen ich u.a. Erlebnisse und Begebenheiten mit unserem damals noch kleinen Sohn in Worte gefasst habe und plötzlich sind alle Erinnerungen wieder da:<br />
Es war ein schöner Sommertag mit viel Sonnenschein und blauem Himmel. Ich stand in unserer Küche in Darmstadt und bereitete das Mittagessen vor. Unser etwa zweijähriger Timo spielte im Wohnzimmer mit seinen Bauklötzchen. Alles war friedlich und ich überlegte gerade, was wir nach Timos Mittagsschlaf unternehmen könnten, als unser Sohn zu mir in die Küche kam. Er setzte sich auf den Fußboden, um mir zuzusehen. Plötzlich wurde ich durch Timos zartes Stimmchen aus meinen Gedanken gerissen:<br />
„Mama, Maus!“, plapperte er vor sich hin.<br />
Ich blickte zu ihm hinunter und sah, dass er ein Stofftier in den Händen hielt.<br />
„Nein Timo, das ist doch dein kleines Hundchen“, berichtigte ich ihn.<br />
Einen Moment war es ruhig, doch dann meinte er wieder:<br />
„Mama, Maus!“<br />
„Nein Timo, hier ist keine Maus. Das ist ein Hund!“, erklärte ich ihm nochmals und streichelte sowohl Timo über sein Haar als auch den Hund über sein Fell.<br />
Wieder wand ich mich dem Essen auf dem Herd zu und ich dachte schon alles sei in Ordnung, da protestierte mein Sohn abermals:<br />
„Mama, Maus!“<br />
Jetzt wurde es mir doch etwas seltsam zumute und ich fragte mich insgeheim, ob er Recht hatte und sich eine Maus in unsere Küche eingeschlichen hatte. Sichtlich unwohl, spürte ich wie mir eine Gänsehaut den Rücken hinunterlief. Mäuse mögen ja niedliche kleine Tierchen sein und sie tun niemand etwas zu Leide, aber ich hatte und habe trotzdem Angst vor Mäusen. Ich wusste genau, wenn hier irgendwo tatsächlich eine Maus wäre, würde ich mein Kind an der Hand nehmen und das Weite suchen. Ja, ich würde ohne zu zögern mit Timo aus der Wohnung rennen und diese dem kleinen Vierbeiner überlassen. Peter war nicht da, er befand sich gerade auf einer Dienstreise und würde erst spät am Abend wieder zurückkehren. Es fehlte also unser großer Beschützer, der in einer solchen Situation sicherlich zum großen Helden mutiert wäre, &#8211; zumindest in Timos und meinen Augen. Also musste ich jetzt überlegen, was zu tun war. Vielleicht sollten wir bei unseren Vermietern Zuflucht suchen oder wir würden zu meiner Freundin laufen. Möglicherweise waren diese Personen keine solchen Angsthasen und liefen auch nicht vor Mäusen davon.<br />
„Ich darf vor Timo keine Angst zeigen“, überlegte ich mir, „sonst hat er auch Angst und weint.“<br />
Während ich mir so meinen Schlachtplan zurecht legte, zupfte Timo wieder an meinem Rockzipfel und behauptete abermals:<br />
„Mama, Maus!“<br />
Dieses Mal deutete er auch mit seinem ausgestreckten Ärmchen in die Richtung, in der er die Maus gesehen hatte. Ich überlegte, ob sich dort unter meiner Arbeitsplatte irgendwo das Tierchen versteckt hielt. Mutig schaute ich nach, allerdings mit gebührendem Abstand und sozusagen sprungbereit, um gemeinsam mit Timo zu flüchten. Ich nahm ihn vorsichtshalber schon mal auf den Arm und fragte mich insgeheim, wer von uns beiden jetzt wen beschützte. Vermutlich suchte ich eher bei Timo Schutz, denn er sah eigentlich eher fröhlich und gar nicht erschrocken oder ängstlich aus, sondern strahlte mich an und deutete weiter mit seinem Fingerchen auf die …<br />
„Maus!“, fipste Timo.<br />
Ja, und da sah ich sie! Die Maus! Sie saß nicht unter meiner Arbeitsplatte, sondern oberhalb. Genauer gesagt, sie saß auf der Fensterscheibe und war …</p>
<p style="text-align: center;">eine Fliege.</p>
<p>Man kann sich sicherlich meine Erleichterung vorstellen. Alle Angst fiel von mir ab und ich herzte und drückte erleichtert unser Söhnchen an mich. Nachdem ich fast schon Freudentränen in den Augen hatte, klärte ich Timo über das Missverständnis auf und er verwechselte fortan auch niemals mehr diese beiden Tierchen.<br />
Allerdings sollten sich, wie mir schien, noch andere kleine Tierchen in meine Küche verirren. Timo muss schon etwas älter gewesen sein, denn er ging bereits in den Kindergarten. Nach dem abendlichen Bad setzte er sich auf sein Stühlchen in der Küche und aß artig sein Abendbrot. Danach blieb er sitzen und betrachtete noch ein kleines Weilchen ein Bilderbuch.<br />
Da das Telefon klingelte, lief ich in den Flur und nahm das Gespräch dort entgegen. Es war kein sehr langes Gespräch und so kam ich nach wenigen Minuten wieder zurück in die Küche. Timo „las“ immer noch in seinem Bilderbuch und alles hätte friedlich und in Ordnung sein können, wenn nicht…<br />
Ja, wenn mein Blick nicht plötzlich auf Timos Kopf gefallen wäre.<br />
„Oh nein!“, rief ich erschrocken aus.<br />
Timo sah mich fragend an, denn er hatte ja nichts angestellt und war sich demzufolge auch keiner Schuld bewusst.<br />
„Jetzt haben wir sie also auch!“, dachte ich mir, „so ein Pech!“<br />
Timos Kopf oder besser gesagt, seine Haare waren über und über voll davon. Überall hatten sie sich verbreitet.<br />
„So schlimm ist das also! Was mache ich jetzt bloß? Immer abends oder am Wochenende passiert so etwas.“<br />
Ich war mir vollkommen sicher. Das waren Läuse! Im Kindergarten kursierten sie, das war mir ja bekannt. Jedes Jahr zur &#8222;Kapuzenzeit&#8220; traf es einige Kinder und selbstverständlich deren Eltern, denn die hatten dann die ganze Arbeit mit den kleinen Tierchen.<br />
„Das kann ja jetzt lustig werden“, dachte ich missmutig. „Nur komisch, dass mir vorhin beim Baden nichts aufgefallen ist. Ich habe doch noch genauestens hinter den Ohren nachgeschaut, wo sie angeblich ihre Eier ablegen.“<br />
Ich hatte so gehofft, dieses Schicksal würde an uns vorübergehen, aber anscheinend kann man diesen Tierchen nicht davonrennen, so kurz deren Beinchen auch immer sein mögen. Mittlerweile durchsuchte ich Timos Kopf ganz genau und unser Söhnchen hatte inzwischen auch schon einen etwas ängstlichen Blick aufgesetzt.<br />
„Komm wir gehen noch einmal ins Badezimmer und waschen die Haare“, forderte ich ihn auf, als mein Blick auf Timos kleines Tischchen fiel. Jetzt musste ich aber auf einmal lauthals lachen und Timo schaute mich verwirrt an. Vermutlich dachte er, dass seine Mutter nun vollkommen übergeschnappt sei. Ich aber war total erleichtert, denn ich hatte plötzlich erkannt, was sich da auf Timos Kopf tummelte. Es waren keine Läuse, denen waren wir zum Glück entgangen. Nein, ich hatte unserem Söhnchen noch ein paar Erdnussflips in ein Schälchen auf den Tisch gestellt, die hatte er gefuttert und sich anscheinend mit den Fingern durch die Haare gefahren. So kamen die Krümeltierchen auf seinen Kopf.</p>
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