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	<title>igitt &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Igitt! Muss das sein?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2016 22:09:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Professor Konfusi-Geschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Vorgarten der Villa, in der auch Professor Konfusi mit seiner Frau wohnt, steht ein Vogelhäuschen. Oma Schmidt aus dem Erdgeschoss schüttet gerade eine Handvoll Sonnenblumenkerne hinein und befestigt einen neuen Meisenknödel. „So“, sagt sie zufrieden. „Jetzt können sie alle wieder kommen. Es ist genügend für alle Vögelchen da!“ Sie wirft einen Blick nach oben zu den Fenstern im dritten Stock. Dort oben hämmert und rumort es schon seit Wochen. Die Handwerker bauen die Dachgeschosswohnung aus und um. Aber in ein paar Tagen sind sie endlich fertig. Und neue Mieter gibt es auch schon. Ein junges und unverheiratetes Pärchen soll angeblich einziehen. „Naja, so etwas gab es früher bei uns nicht. Aber die Zeiten haben sich geändert und manches ist einfach anders als früher“, denkt die alte Dame. Oma Schmidt schlurft über den Hof. Alles geht nicht mehr so schnell wie früher und die Beine, besser gesagt die Knie tun ihr bei jedem Schritt weh. Deshalb hebt sie die Füße auch nicht mehr so richtig. Schon als sie wieder das Treppenhaus betritt, merkt sie, dass &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Vorgarten der Villa, in der auch Professor Konfusi mit seiner Frau wohnt, steht ein Vogelhäuschen. Oma Schmidt aus dem Erdgeschoss schüttet gerade eine Handvoll Sonnenblumenkerne hinein und befestigt einen neuen Meisenknödel. </strong><br />
<strong>„So“, sagt sie zufrieden. „Jetzt können sie alle wieder kommen. Es ist genügend für alle Vögelchen da!“</strong><br />
<span class="dropcap">S</span>ie wirft einen Blick nach oben zu den Fenstern im dritten Stock. Dort oben hämmert und rumort es schon seit Wochen. Die Handwerker bauen die Dachgeschosswohnung aus und um. Aber in ein paar Tagen sind sie endlich fertig. Und neue Mieter gibt es auch schon. Ein junges und unverheiratetes Pärchen soll angeblich einziehen.<br />
„Naja, so etwas gab es früher bei uns nicht. Aber die Zeiten haben sich geändert und manches ist einfach anders als früher“, denkt die alte Dame.<br />
Oma Schmidt schlurft über den Hof. Alles geht nicht mehr so schnell wie früher und die Beine, besser gesagt die Knie tun ihr bei jedem Schritt weh. Deshalb hebt sie die Füße auch nicht mehr so richtig.<br />
Schon als sie wieder das Treppenhaus betritt, merkt sie, dass irgendetwas an ihrer Schuhsohle klebt. &#8222;Igitt!&#8220;, denkt sie und versucht es am Fußabstreicher abzustreifen, aber es gelingt ihr nicht. Nachsehen kann sie auch nicht, denn dafür muss sie sich hinsetzen und die Schuhe erst ausziehen.<br />
Als sie dann in ihrem Wohnungsflur auf dem Stuhl sitzt, den sie extra dort stehen hat, um die Schuhe an- und ausziehen zu können, entdeckt sie die eklige Angelegenheit an ihrer Schuhsohle. Nein, dieses Zeug, in das sie jetzt schon zum dritten Mal innerhalb einer Woche getreten ist, stinkt nicht. Aber es zieht sich in die Länge und klebt dermaßen fest, dass es eine Kunst ist, es von der Schuhsohle wieder zu entfernen.<br />
„Ach“, sagt Frau Konfusi, die gerade für Oma Schmidt einen kleinen Topf mit dampfender Erbsensuppe bringt. „Das ist mir letzte Woche auch zweimal passiert. Die Dinger liegen hier in unserem Hof und auf dem Bürgersteig direkt vor unserem Haus anscheinend massenhaft herum.“<br />
„Ihr Mann, der Herr Professor, sollte unbedingt mal mit Marco sprechen“, fordert Oma Schmidt. „Ich habe den Jungen in Verdacht, dass er überall seine Kaugummis einfach nur in die Gegend spuckt. Und Unsereins sieht nicht mehr so gut und tritt dann hinein. Das muss man den Kindern unbedingt erklären, dass das so nicht geht. Das ist einfach nur ekelig und muss wahrhaftig nicht sein. Früher gab es das nicht.“<br />
Frau Konfusi verspricht Oma Schmidt, dass sie ihrem Mann diese Bitte ausrichtet.  „Mein Mann versteht sich prima mit dem Jungen und er hält große Stücke auf ihn. Er betont immer wieder, dass Marco ein feiner Kerl ist, der genau weiß, was sich gehört. Deshalb kann ich mir gar nicht vorstellen, dass der Junge so rücksichtslos ist und seine Kaugummis einfach auf den Weg spuckt. Aber ich werde es meinem Mann ausrichten, dass Sie diesen Verdacht hegen.“<br />
„Irgendwie müssen die Dinger ja wohl bei uns auf den Weg kommen, vom Himmel fallen sie ja nicht“, sagt Oma Schmidt leicht verärgert. Doch dann löffelt sie ihre Suppe und hat das leidige Thema auch sogleich vergessen.<br />
Der Zufall will es, dass Marco schon am nächsten Tag an der Wohnungstür von Professor Konfusi und dessen Frau klingelt.<br />
„Herr Professor“, beginnt er etwas schüchtern. „Wir haben da in der Schule ein so komisches Aufsatzthema bekommen, mit dem ich nichts anfangen kann. Vielleicht könnten sie mir da einen Tipp geben.“<br />
„Ich bin zwar nicht Allwissend, aber vielleicht kann ich dir doch ein bisschen helfen. Aber erzählen musst du mir schon, worum es eigentlich geht und wie dein Aufsatzthema heißt“, ermuntert der ältere Mann den Jungen.<br />
„Unsere Lehrerin hat nur ein einziges Wort an die Tafel geschrieben und wir sollen was aus dem täglichen Leben dazu schreiben.“<br />
„Und wie lautet dieses Wort? Ich bin schließlich kein Gedankenleser“, zieht Professor dem Jungen sozusagen die Würmer aus der Nase.<br />
„<em><strong>Ärgernis</strong></em>!“, sagt Marco und zuckt mit den Schultern. „Da fällt mir nur ein, dass ich mich jeden Morgen ärgere, dass ich so früh aufstehen muss, um rechtzeitig in der Schule zu sein. Aber das will mein Banknachbar schon schreiben. Tina schreibt, dass sie sich ärgert, weil sie nicht so lange fernsehen darf und Tom erzählt von einem total verregneten Urlaub. Mir fällt aber rein gar nichts ein“, sprudelt es jetzt aus Marco heraus.<br />
„Na, das ist ja wohl auch schon ein Ärgernis!“, lacht Professor Konfusi. „Wenn auch ein ziemlich langweiliges.“<br />
„Sehen Sie“, bestätigt Marco, „mir fallen nur solche langweiligen Kinkerlitzchen ein. Aber wenn ich eine gute Note haben will, dann muss es schon etwas Besonderes sein. Immerhin war mein letzter Aufsatz nicht so berühmt. Ich brauche also was zum Ausgleich.“<br />
Marco sieht den Professor flehend an. Dieser kratzt sich nachdenklich am Kopf und fragt den Jungen:<br />
„Sag mal Marco, möchtest du einen Kaugummi?“<br />
„Wieso?“, antwortet Marco völlig verdutzt mit einer Gegenfrage und fügt dann kopfschüttelnd hinzu: „Ich trage doch eine Zahnspange und da hängt sich Kaugummi immer so rein und das ist total ärgerlich. Deshalb darf ich überhaupt keinen Kaugummi kauen.“<br />
„Siehst du, das wäre doch schon was“, meint Professor Konfusi, erntet aber von Marco nur ein einsilbiges<br />
„Mmmh?!“<br />
„Zugegeben, das ist auch noch nicht der Hit, aber ich habe da neulich was gelesen. Wo ist denn nur der Artikel. Irgendwo in einer Zeitung von meiner Frau stand das doch“, murmelt der Professor gedankenverloren vor sich hin und sucht im Zeitungsständer. „Wo hast du nur die Illustrierte von letzter Woche hingelegt?“, fragt er seine Frau, die gerade das Wohnzimmer betritt.<br />
„Ach“, antwortet Frau Konfusi, „die liegt auf dem Tischchen neben dem Fernsehsessel. Ich habe vorhin erst das Kreuzworträtsel darin gelöst.“<br />
„So, hier ist der Artikel!“<br />
Professor Konfusi reicht dem Jungen die aufgeschlagene Zeitung und meint nur:<br />
„In Großbritannien bezahlt jeder, der einen Kaugummi auf die Straße spuckt und dabei erwischt wird, umgerechnet 110 Euro Strafe. Lies mal, was hier in dem rot umrandeten Kasten steht! Wenn <em>das</em> kein Ärgernis ist!“<br />
Marco greift nach der Illustrierten und liest laut vor:</p>
<p><em><strong>„Kaugummi-Beseitigung kostet deutsche Kommunen jährlich 900 Millionen Euro. </strong></em></p>
<p><em><strong>Ein einziges Kaugummi zu entfernen dauert zwei Minuten. </strong></em></p>
<p><em><strong>Auf einem Quadratmeter Fußweg kleben im Schnitt 80 ausgespuckte Kaugummis.“*</strong></em></p>
<p>&#8222;Wahnsinn!&#8220;, schiebt Marco total überrascht hinterher.<br />
„Ja, ja!“, meint Frau Konfusi. „Und Oma Schmidt ist diese Woche in unserem Hof dreimal in so ein klebriges Ding getreten. Sie ist total verärgert.“<br />
„Ich auch!“, bestätigt Marco. „Das ist übrigens der Handwerkslehrling aus dem dritten Stock, der spuckt die ausgekauten Dinger überall rum. Total eklig ist das! Und obendrein ärgerlich, wenn man reintritt!“<br />
„Womit auch dieses Rätsel gelöst und Marco rehabilitiert wäre“, sagt Professor Konfusi lächelnd. Doch Marco hört dies schon gar nicht mehr. Er ist bereits an der Wohnungstür und ruft Herrn und Frau Konfusi nur noch ein<br />
„Dankeschön für den prima Tipp!“ zu. Dann fällt auch schon die Wohnungstür ins Schloss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Zitat aus: Winnie Beckmann und Lena Köster, &#8222;Kaugummis gehören in den Müll, nicht auf die Straße&#8220;,  in: Bild der Frau, Nr. 47/2015 S. 82</p>
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		<title>Die kleinen Beißerchen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2015 22:45:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Aufbeißschiene]]></category>
		<category><![CDATA[Beißerchen]]></category>
		<category><![CDATA[Gebiss]]></category>
		<category><![CDATA[igitt]]></category>
		<category><![CDATA[Redewendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Zahn ziehen]]></category>
		<category><![CDATA[Zähne]]></category>
		<category><![CDATA[Zähne zeigen]]></category>
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					<description><![CDATA[Rund um die kleinen Beißerchen gibt es eine Menge Redensarten, die wir auch alle kennen und hin und wieder auch benutzen. So beißt man sich manchmal an einem kniffeligen Problem regelrecht die Zähne aus. Hin und wieder muss man die Zähne zusammenbeißen und durch eine schwierige Situation hindurch. Auch einer Person auf den Zahn fühlen oder jemanden einen Zahn ziehen, ist manchmal äußerst wichtig. Sollte uns jedoch jemand die Zähne zeigen, so reagieren wir vielleicht sogar mit Zähneknirschen oder Zähneklappern. Unangenehm wird es, wenn wir nichts zwischen die Zähne bekommen, nichts zu beißen haben oder es gerade mal für einen hohlen Zahn reicht. Wieso fallen mir heute ausgerechnet diese Redewendungen ein? Heute ist Sonntag und ein wunderschöner Februartag. Die Sonne strahlt vom leuchtend blauen Himmel herab und man könnte meinen es seien die ersten Frühlingsboten. „Lass uns dieses schöne Wetter ausnutzen und einen ausgiebigen Spaziergang machen!“, schlage ich meinem Peter vor, der ebenfalls nicht abgeneigt ist. So setzen wir uns ins Auto und fahren in den Spreewald, der etwa 20 Minuten von unserem Wohnort entfernt &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Rund um die kleinen Beißerchen gibt es eine Menge Redensarten, die wir auch alle kennen und hin und wieder auch benutzen. So beißt man sich manchmal an einem kniffeligen Problem regelrecht die Zähne aus. Hin und wieder muss man die Zähne zusammenbeißen und durch eine schwierige Situation hindurch. Auch einer Person auf den Zahn fühlen oder jemanden einen Zahn ziehen, ist manchmal äußerst wichtig. Sollte uns jedoch jemand die Zähne zeigen, so reagieren wir vielleicht sogar mit Zähneknirschen oder Zähneklappern. Unangenehm wird es, wenn wir nichts zwischen die Zähne bekommen, nichts zu beißen haben oder es gerade mal für einen hohlen Zahn reicht.</strong></p>
<p><span class="dropcap">W</span>ieso fallen mir heute ausgerechnet diese Redewendungen ein?<br />
Heute ist Sonntag und ein wunderschöner Februartag. Die Sonne strahlt vom leuchtend blauen Himmel herab und man könnte meinen es seien die ersten Frühlingsboten.<br />
„Lass uns dieses schöne Wetter ausnutzen und einen ausgiebigen Spaziergang machen!“, schlage ich meinem Peter vor, der ebenfalls nicht abgeneigt ist. So setzen wir uns ins Auto und fahren in den Spreewald, der etwa 20 Minuten von unserem Wohnort entfernt ist und immer einen Ausflug wert ist, egal zu welcher Jahreszeit. Wir laufen und laufen und spüren wie gut uns die Luft tut, aber plötzlich spüren wir auch ein Loch im Bauch.<br />
„Ich brauch jetzt unbedingt was zum Beißen!“, verkündet mir Peter etwa eine Stunde später. „Und Durst habe ich auch!“<br />
„Dann lass uns wieder umkehren und in ein Café gehen“, gehe ich bereitwillig auf seinen Vorschlag ein, denn auch ich verspüre Hunger. Gesagt, getan. Alle Welt scheint heute auf den Beinen zu sein, um die wenigen Sonnenstunden zu genießen. Auch in dem Café, das wir uns aussuchen, ist ein großer Andrang, trotzdem haben wir schon bald die gewünschten Speisen und Getränke auf unserem Tisch stehen und lassen es uns schmecken. Während ich den letzten Schluck meines Schokomacchiatos trinke, schweift mein Blick umher. Ich liebe es Leute zu beobachten und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. So fällt mein Blick auf einen älteren Mann, oder besser gesagt, auf dessen Hände. Noch präziser: Auf das, was er in den Händen hält.<br />
„Oh nein!“, durchzuckt der Schreck mich.<br />
Innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde wende ich meinen Blick wieder ab. Hätte er in der Nase gebohrt, hätte ich wahrscheinlich ebenso verschämt weggeschaut wie jetzt.<br />
„Ich kann mich nur verguckt haben“, überlege ich insgeheim, weiß aber genau, dass es real war, was ich gesehen habe und so flüstere ich Peter ins Ohr: „Schau doch mal da drüben hin!“<br />
„Wieso, was ist denn da?“, fragt er mich und wendet seinen Kopf nach links hinten, allerdings nicht gerade unauffällig. „Ich seh&#8216; nichts!“<br />
„Der Mann dort“, flüstere ich, „hat mir gerade seine Zähne gezeigt.“<br />
Da ich seinen fragenden Blick sehe, der mir sagt, dass mein Mann keineswegs meine Botschaft verstanden hat, führe ich meine Erläuterungen etwas weiter aus. Allerdings immer noch in einem sehr leisen und diskreten Tonfall, drehe mich jedoch vorsichtshalber so, dass ich nicht in die Richtung des besagten Mannes schauen muss.<br />
„Er hat sein Gebiss heraus genommen und mit der Gabel anscheinend etwas zwischen den Zähnen heraus gepult.“<br />
Inzwischen habe ich meinen ersten Schrecken überwunden und muss lachen.<br />
„Da kannst du aber froh sein, dass du deinen Kuchen schon verspeist hast!“<br />
„Ich hätte jetzt nichts mehr herunter gebracht, mir ist nämlich der Appetit vergangen“, sage ich und füge noch hinzu:<br />
„Was macht eigentlich deine Zahnschiene?“<br />
„Welche Zahnschiene?“, wundert Peter sich.<br />
„Na, deine Aufbeißschiene!“<br />
„Ach die“, grinst mich Peter jetzt an.<br />
Vor ungefähr zwanzig Jahren hat mein Göttergatte nämlich von unserer Zahnärztin eine Aufbeißschiene verordnet bekommen, weil er damals angeblich schon so abgenutzte Zähne hatte wie ein Achtzigjähriger. Laut den Vermutungen der Ärztin würde er nachts mit den Zähnen knirschen, was ich jedoch ehrlich gesagt noch niemals vernommen habe. Wahrscheinlich bin ich auf einem Ohr taub und auf dem anderen höre ich nichts. Seltsamerweise höre ich ihn aber Nacht für Nacht schnarchen.<br />
„Nachdem mir Olaf erzählt hat, dass er auch so eine Schiene verordnet bekommen hat und sie gleich weggeworfen hat, habe ich sie ebenfalls unbenutzt in irgendeine Ecke geschmissen und seither niemals wieder gesehen“, erklärt er mir.<br />
„Also in irgendeiner Ecke hätte ich sie sicherlich gefunden“, versichere ich ihm. Wahrscheinlich hast du sie gleich richtig entsorgt und in den Müll geworfen!“<br />
„Kann gut sein! Na und, jetzt hab ich also schon Zähne wie ein Hundertjähriger, jedenfalls rein rechnerisch“, erläutert mir Peter. „Aber immerhin habe ich sie noch und kann auch noch hervorragend zubeißen und habe mir auch noch an nichts die Zähne ausgebissen. Was will ich mehr?“<br />
Stimmt, was will man mehr ?!<br />
So ist das eben mit den Zähnen: Erst sind wir mächtig stolz darauf, wenn wir die ersten Zähnchen bekommen. Wir haben Schmerzen und müssen in diesem zarten Alter schon die Zähne zusammenbeißen, die wir zu diesem Zeitpunkt ja eigentlich noch gar nicht haben. Dann freuen wir uns, wenn endlich das Gebiss vollständig ist und dann…<br />
Ja, dann freuen wir uns, wenn endlich ein Zahn nach dem anderen ausfällt und die zweiten Zähne kommen.<br />
„Weißt du noch als Timo sich einen Zahn selbst ziehen wollte?“, frage ich jetzt Peter.<br />
„Kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiß nur, dass du mich irgendwann im Büro angerufen hast und mir erzählt hast, dass du den ersten Milchzahn bei ihm siehst, aber vom Zähneziehen weiß ich nichts. Erzähl mal!“<br />
„Genau, den ersten Zahn habe ich am 12.2.1990 entdeckt, das weiß ich so genau, weil ich es erst vor ein paar Tagen in einem alten Notizbuch gelesen habe und kurz nach dem Ersten, habe ich auch schon den Zweiten entdeckt“, kläre ich Peter auf. &#8222;Das ist also jetzt ziemlich genau 25 Jahre her.&#8220;<br />
„Aber das mit dem Zahnziehen war dann ein paar Jahre später : Timo hatte einen Wackelzahn und ich hatte ihm eine Geschichte vorgelesen, in der ein Junge vergeblich, aber mit allen Mitteln versucht hatte sich selbst einen Zahn zu ziehen.&#8220;</p>
<p>Nachdem Timos Zunge beim Rauswurf des Milchzahnes kläglich versagt hatte, fragte ich unseren Sohn, ob ich den Zahn mit einem Faden ziehen sollte. Doch das wollte er nicht. Lediglich den Faden durfte ich ihm um den Zahn binden, den Rest wollte er selbst erledigen.<br />
„Anscheinend hat ihn die Geschichte beeindruckt und er wollte es selbst versuchen“, gibt Peter eine Erklärung für Timos Verhalten.</p>
<p>„Nach ein paar kläglichen Versuchen, hat er jedoch aufgegeben“, berichte ich. „Ich konnte ihn allerdings überreden einen Apfel zu essen und damit erledigte sich die Sache von alleine. Ein kräftiger Biss in den Apfel und der Zahn steckte in diesem. Timo war hinterher mächtig stolz.“<br />
Seine Milchzähne haben wir dann in einer hölzernen Zahnbox gesammelt.<br />
„Tja, wenn wir wieder alle unsere zweiten Zähne verloren haben, bekommen wir dann die endgültigen und letzten Zähne, die sogenannten Dritten. Die sind meistens schöner als es unsere eigenen waren. Also was soll’s“, stellt Peter fest. „Und die können wir auch mit anderen tauschen, nach dem Motto, was mir ist, ist auch dir!“<br />
„Igitt!, rufe ich aus. „Komm ja nicht später einmal auf so eine Idee!“</p>
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