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	<title>Gefühle &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Der gekaufte Bräutigam</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2015 22:23:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erdachtes & Erzähltes]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bräutigam]]></category>
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					<description><![CDATA[Neulich habe ich Euch die Geschichte von Mopsi und Filou erzählt. Der selbe nette ältere Herr und eifrige Leser meines Blogs, der mir für diese Geschichte die Idee lieferte, beschrieb mir in einem anderen Brief noch eine weitere lustige und wahre Begebenheit. Ich habe wiederum eine Geschichte daraus gemacht, in welcher der inzwischen achtjährige Flori, der Großvater und selbstverständlich die allseits beliebte Mopsi mitspielen. Flori und seine Eltern sind heute bei Großvater zu Besuch. Während die Mutter in der Küche ihres Vaters steht und dessen Wäsche bügelt, kümmert sich ihr Mann um Opas alten Rasenmäher. Dieser muss dringend einer Inspektion unterzogen werden. Währenddessen gehen Flori und der Großvater mit Mopsi Gassi. Mopsi macht seit der schmerzhaften Bekanntschaft mit der Katze ganz kleinlaut und mit eingezogenem Stummelschwänzchen immer einen großen Bogen um diese Tiere. Auch heute läuft sie artig drei Schritte vor Flori, der sie an der Leine festhält. „Opa wollen wir nicht Mama und Papa mit einem leckeren Kuchen überraschen?“ schlägt Flori vor, als sie an Großvaters Lieblingsbäckerladen vorbeikommen. „Ja, du hast Recht, dann kann &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neulich habe ich Euch die Geschichte von Mopsi und Filou erzählt. Der selbe nette ältere Herr und eifrige Leser meines Blogs, der mir für diese Geschichte die Idee lieferte, beschrieb mir in einem anderen Brief noch eine weitere lustige und wahre Begebenheit. Ich habe wiederum eine Geschichte daraus gemacht, in welcher der inzwischen achtjährige Flori, der Großvater und selbstverständlich die allseits beliebte Mopsi mitspielen.</strong></p>
<p><span class="dropcap">F</span>lori und seine Eltern sind heute bei Großvater zu Besuch. Während die Mutter in der Küche ihres Vaters steht und dessen Wäsche bügelt, kümmert sich ihr Mann um Opas alten Rasenmäher. Dieser muss dringend einer Inspektion unterzogen werden. Währenddessen gehen Flori und der Großvater mit Mopsi Gassi. Mopsi macht seit der schmerzhaften Bekanntschaft mit der Katze ganz kleinlaut und mit eingezogenem Stummelschwänzchen immer einen großen Bogen um diese Tiere. Auch heute läuft sie artig drei Schritte vor Flori, der sie an der Leine festhält.<br />
„Opa wollen wir nicht Mama und Papa mit einem leckeren Kuchen überraschen?“ schlägt Flori vor, als sie an Großvaters Lieblingsbäckerladen vorbeikommen.<br />
„Ja, du hast Recht, dann kann ich mich damit gleich bei deinen Eltern für ihre Mühe bedanken, die sie sich immer machen. Ich bin so froh, dass deine Mutter sich um meine Wäsche kümmert, seitdem deine Oma nicht mehr da ist“, sagt Opa und wischt sich mit der Hand über die Augen. Flori weiß, dass der Großvater die Oma mindestens so sehr vermisst, wie er selbst. Deshalb legt er tröstend seine kleine Hand in die des Großvaters und meint:<br />
„Mama macht das doch gerne!“<br />
„Ja, ich weiß“, nickt der Großvater. „Lieb ist es auch, dass dein Vater mir den alten Rasenmäher wieder flott macht. Früher habe ich das ja alles selber gemacht. Aber weißt du Flori, wenn man so alt ist wie ich, dann wollen die Augen nicht mehr so richtig und meine Finger sind auch schon ein wenig steif“, erklärt der Großvater seinem Enkel.<br />
„Ach mach dir nichts daraus“, tröstet Flori. „Mein Freund Max hat auch eine Brille bekommen und der ist viel jünger als du. Wenn er die nicht trägt, dann kann er die Buchstaben und Zahlen in den Schulbüchern überhaupt nicht erkennen. Mit Brille kann er wieder besser lesen und rechnen und neulich hat er sogar das beste Diktat geschrieben.“<br />
Der Großvater streichelt seinem Enkel zärtlich über dessen Haare und fordert ihn auf:<br />
„Na komm, du darfst beim Bäcker die Kuchenstücke aussuchen!“<br />
Flori wählt für den Vater ein Stück Schwarzwälderkirschtorte, für die Mutter ein Stück Eierlikörtorte, für sich ein großes Stück vom Mamorkuchen und der Großvater entscheidet sich für den Quarksahnemandarinenkuchen. Da Mopsi keinen Süßkram essen darf, bekommt sie später zu Hause einen leckeren kleinen Fleischknochen, den hat der Großvater heute Morgen extra noch beim Metzger geholt.<br />
Großvater lässt sich von der Bäckersfrau noch einen Laib Brot einpacken und bezahlt dann. Plötzlich bemerkt er, dass auch Flori nach irgendetwas in seiner Hosentasche kramt und schließlich einen Fünfeuroschein heraus zieht und sich ein Softeis kaufen will.<br />
„Woher hast du denn soviel Geld?“, fragt er seinen Enkel, als sie wieder auf dem Bürgersteig vor dem Laden stehen. Er löst Mopsis Leine von dem Haken, der extra für wartende Hunde an der Hauswand angebracht wurde und blickt Flori erwartungsvoll an.<br />
„Ach das, &#8211; das hab ich…na ja, &#8211;  das war noch in meiner Hosentasche…  &#8211; ich weiß nicht…“<br />
Foris Blick ist gesenkt und er kickt verlegen ein Steinchen vom Gehweg.<br />
„Jetzt aber mal raus mit der Sprache und druckse nicht so rum!“<br />
„Also…“<br />
„Ja, &#8211; also?“, drängt der Großvater weiter.<br />
„Das hat mir die Franziska gegeben“, gibt er endlich sichtbar verlegen dem Drängen des Großvaters nach.<br />
„Wieso gibt dir deine Schulkameradin einfach Geld?“, erkundigt sich der Opa weiter und auf einmal sprudelt es aus Flori heraus:<br />
„Sie will mich heiraten!“, gesteht er dem verdutzten Großvater, der aber jetzt erst recht alles ganz genau wissen will. Flori ist inzwischen total verlegen und wird sogar ein bisschen rot, aber er erzählt seinem Großvater schließlich doch die etwas seltsame Angelegenheit. Zunächst etwas stockend beginnend, sagt er:<br />
„In unserer Klasse gibt es hauptsächlich Mädchen. Es sind 12 Mädchen, aber nur 7 Jungs. Die Mädchen wollen immer gleich heiraten. Mich wollen auch viele Mädchen heiraten. Sie haben mir dann Süßigkeiten geschenkt, damit ich sie auch heiraten will. Und Franziska hat mir sogar einen ganz langen Brief geschrieben und darin lag das Geld.“<br />
Der Großvater hat Flori genau zugehört und meint:<br />
„Aber einen Bräutigam kauft man sich nicht. Wenn man einen Heiratsantrag macht, dann sollte man diese Person auch lieben und von dieser auch geliebt werden. Liebe kann man nämlich nicht kaufen.“<br />
Flori scheinen Opas Worte nachdenklich gemacht zu haben, denn er läuft mit leicht gesenktem Kopf weiter. Als sie vor Opas Haustür stehen, meint er ein bisschen kleinlaut:<br />
„Bitte Opa, sag nichts zu Mama und Papa. Die schimpfen sonst vielleicht mit mir! Bitte Opa, das musst du mir ganz fest versprechen und was man versprochen hat, das muss man auch halten.“<br />
„Flori, ich verspreche dir, nichts zu verraten, aber das Geld musst du schon wieder zurückgeben. Das solltest du mir versprechen!“<br />
„Aber ich habe mir doch schon ein Eis gekauft!?“, erklärt Flori und sein schlechtes Gewissen ist ihm regelrecht ins Gesicht geschrieben.<br />
„Dann wirst du wohl ein bisschen von deinem Taschengeld sparen müssen, damit du ihr alles wiedergeben kannst.“<br />
Flori und Opa nehmen sich gegenseitig ein Versprechen ab: Opa wird nichts den Eltern verraten und Flori wird der verliebten Franziska das Geld komplett wieder zurückzahlen. Danach gehen sie ins Haus und keiner von beiden verliert mehr ein Wort über diese Sache.<br />
Aber wie das im Leben eben so ist, irgendwann kommt alles raus. So auch diese Sache vom gekauften Bräutigam. Und das dauert gar nicht so lange. Eigentlich passiert es direkt schon am nächsten Morgen.<br />
„Flori, ich habe dir auf die eine Hälfte deines Schulbrotes Käse gelegt und auf die andere Schinken mit Gurke und Tomate. Möchtest du auch noch eine Banane mitnehmen?“, fragt die Mutter und öffnet Floris Schulranzen, um die Brotbüchse zu verstauen. Sie schiebt das Lesebuch etwas zur Seite, um Platz für die Brotbüchse zu machen und hält auf einmal einen Geldschein in der Hand.<br />
„Florian!“</p>
<p>Schon an der Tatsache, dass Mutter Flori mit seinem richtigen und offiziellen Namen anspricht, lässt den Jungen erkennen, dass es um etwas Ernstes geht. Erschrocken und fragend blickt er die Mutter an.<br />
„Woher hast du diese 10 Euro?“<br />
Flori weiß, dass es jetzt keine Ausreden mehr gibt. Er muss die Wahrheit beichten:<br />
„Franziska aus meiner Klasse hat mir 15 Euro gegeben.“<br />
Er sieht Mutters strengen Blick und so berichtet er kleinlaut:<br />
„Sie hat mir in einem Brief einen Heiratsantrag gemacht und da lag auch das Geld dabei.“<br />
Noch bevor die Mutter irgendetwas sagen kann, erklärt er:<br />
„Den Brief habe ich weggeworfen und dann hab ich mir gestern ein Eis gekauft.“<br />
Flori öffnet seine Hand, in der einige Münzen liegen und ganz schnell fügt er noch hinzu:<br />
„Aber ich gebe Franziska alles wieder,- Opa meint auch, das soll ich unbedingt machen. Die Franziska soll sich einen anderen Bräutigam suchen und dem das Geld geben.“<br />
Voller Inbrunst gesteht er der Mutter seine Gefühle:<br />
„Ich will die Franziska nämlich nicht heiraten. Ich will überhaupt noch nicht heiraten.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Mensch ärgere dich nicht!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jan 2015 21:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[ärgern]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer auch immer dieses Spiel erfunden hat, hat den Nerv der Menschheit getroffen. Zu den Eigenschaften des Menschen gehört es nämlich sich unter anderem zu freuen und sich zu ärgern. Diese Gefühlsregungen spielen sich in jedem von uns ab und haben oftmals auch Auswirkungen auf unsere Umwelt. Freuen wir uns, so strahlen oder lachen wir und stecken nicht selten andere damit an. Ärgern wir uns, so bekommt das meist unser Gegenüber ebenfalls zu spüren. Wir schimpfen dann, setzen einen verärgerten oder gar grimmigen Gesichtsausdruck auf und verspüren eher negative Gefühle. Mein Gesichtsausdruck ist in diesem Augenblick eher der zweiten Gefühlsregung zuzuordnen. Ich habe meinen beiden Männern (Gatte und Sohn) bestimmt schon hundertmal gesagt: „Wischt doch bitte nach dem Rasieren eure Barthaare weg!“Und auch heute rufe ich es genau in dem Augenblick nach unten, als mein Mann nach einem Einkauf im Baumarkt zur Haustür hereinkommt. Seine Antwort zeigt weder etwas von Reue noch einen Funken Verständnis für meine Verärgerung. Im Gegenteil, er ruft einfach nur nach oben: „Diese ewige Putzerei ist doch nicht normal!“ Da könnte &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer auch immer dieses Spiel erfunden hat, hat den Nerv der Menschheit getroffen. Zu den Eigenschaften des Menschen gehört es nämlich sich unter anderem zu freuen und sich zu ärgern. Diese Gefühlsregungen spielen sich in jedem von uns ab und haben oftmals auch Auswirkungen auf unsere Umwelt. Freuen wir uns, so strahlen oder lachen wir und stecken nicht selten andere damit an. Ärgern wir uns, so bekommt das meist unser Gegenüber ebenfalls zu spüren. Wir schimpfen dann, setzen einen verärgerten oder gar grimmigen Gesichtsausdruck auf und verspüren eher negative Gefühle.</strong></p>
<p><span class="dropcap">M</span>ein Gesichtsausdruck ist in diesem Augenblick eher der zweiten Gefühlsregung zuzuordnen. Ich habe meinen beiden Männern (Gatte und Sohn) bestimmt schon hundertmal gesagt:<br />
„Wischt doch bitte nach dem Rasieren eure Barthaare weg!“Und auch heute rufe ich es genau in dem Augenblick nach unten, als mein Mann nach einem Einkauf im Baumarkt zur Haustür hereinkommt. Seine Antwort zeigt weder etwas von Reue noch einen Funken Verständnis für meine Verärgerung. Im Gegenteil, er ruft einfach nur nach oben:</p>
<p>„Diese ewige Putzerei ist doch nicht normal!“</p>
<p>Da könnte ich mich doch schon wieder ärgern. „Als wäre ich ein Putzteufel“, denke ich, wische noch den Spiegel schön blank und poliere die Badarmaturen. Danach marschiere ich nach unten, um die Einkäufe meines Mannes zu begutachten.<br />
„Hoffentlich hast du die richtige Farbe mischen lassen“, sage ich und begutachte den Farbeimer.<br />
„Na klar, genau nach der Farbkarte, die wir neulich ausgesucht haben. Obwohl ich persönlich die Küche einfach wieder nur weiß streichen würde.“<br />
„Das ist doch total langweilig“, verteidige ich die Farbentscheidung. „Außerdem ist dieser zarte Grünton doch nur ein leicht grünlich getöntes Weiß. Sieht bestimmt toll aus“, bekräftige ich unseren Beschluss.<br />
„Na ja, erst müssen wir einmal alles abkleben und dann fange ich mit der Decke an. Hol doch schon mal die Lammfellrolle zum Streichen aus der Garage!“<br />
„Welche Lammfellrolle meinst du eigentlich?“, frage ich zwei Minuten später. „Ich habe nur die einfache Rolle hier gefunden!“<br />
„Ach, weißt du was, ich fahre noch mal schnell in den Baumarkt und hole mir eine. Braucht man eh&#8216; immer wieder“, beschließt Peter und ist auch schon auf dem Weg zu seinem Auto.<br />
Als er wieder zurück ist, steht er mit einem großen Karton vor unserer Haustür und verkündet freudestrahlend:<br />
„Das hier ist was ganz Tolles. Ich habe das mal so gemacht wie du immer im Baumarkt und habe mich vor einen Bildschirm gestellt, auf dem sie immer  Videos mit Werbung laufen lassen. Und da haben sie dieses Ding hier angepriesen. Damit soll die Streicherei viel schneller und kinderleicht von statten gehen. Ich dachte mir, wir probieren es einfach mal aus.“<br />
Jetzt bin ich doch etwas verwundert, denn eigentlich ist mein Mann sehr praktisch veranlagt, handwerklich begabt, keineswegs leicht von Werbung zu überzeugen und führt solche handwerklichen Tätigkeiten auch eher auf die traditionelle Art und Weise aus.<br />
„Was ist das denn für ein seltsames Ding?“, frage ich meinen Peter, der inzwischen schon mit Auspacken und Zusammenbau der Wundermaschine beschäftigt ist. Hierbei handelt es sich um einen elektrischen Farbroller, der mit einer Schlauchpumpe betrieben wird und dank eines langen teleskopartigen Stils und eines langen Schlauchs das Streichen von Zimmerdecken und auch von großen Wänden zum Kinderspiel werden lassen soll. Naja, und da bekanntlich in jedem Mann ein Kind steckt, ist auch mein Gatte von dieser Wundermaschine sichtlich angetan.<br />
Inzwischen beginnt es draußen schon zu dämmern und ich bezweifele mittlerweile, dass wir heute noch mit der Streichaktion anfangen, geschweige denn fertig werden.<br />
„Wollen wir nicht einfach mal ganz normal mit der Rolle anfangen zu streichen?“, erkundige ich mich vorsichtig und leicht verärgert über die ständige Verzögerung der geplanten Arbeit.<br />
„Nein“, erklärt er mir. „Jetzt will ich das erst einmal ausprobieren!“<br />
Sogleich macht Peter sich an die Arbeit und nimmt die Küchendecke in Angriff. Ich verfolge die ganze Sache sehr interessiert und würde es eigentlich auch gerne mal ausprobieren, aber Peter ist ganz in seinem Element. Obwohl hierbei angeblich nichts tropft, sind schon einige Farbkleckser auf seinen Haaren zu sehen. Das ist allerdings bei meinem Peter nichts Außergewöhnliches, wenn er streicht. Meist ist er trotz seiner Professionalität hinterher voller Farbe im Gesicht, an den Händen und der Kleidung. Er streicht eben immer gleich alles mit.<br />
„Tja, so ganz überzeugt bin ich noch nicht!“, meint er nach der Fertigstellung der Decke. „Jetzt probiere ich es mal an der Wand aus.“<br />
Zuerst heißt es alles wieder zu säubern, denn jetzt ist der leichte Grünton angesagt. Danach wird das eine Ende des Schlauchs in den Farbeimer gehängt und das andere Ende über die Schlauchpumpe an den Farbroller angeschlossen. Und los kann es gehen:<br />
So schnell geht es nun auch wieder nicht.<br />
„Vielleicht ginge es auf traditionelle Weise schneller“, überlege ich gerade, da meint Peter: „Irgendetwas stimmt hier nicht, da kommt ja fast gar nichts raus. Wahrscheinlich pumpt das Ding nicht richtig. Das muss ich erst einmal überprüfen.“<br />
Ehe ich mich versehe, startet er seine Überprüfung und von da an geht plötzlich alles ganz schnell:<br />
Peter nimmt den Schlauch in die Hand und knickt ihn unterhalb des Farbrollersstils ab, um zu überprüfen, ob die Pumpe auch mit Druck die Farbe nach oben an die Rolle befördert. Der Druck ist da. Die Farbe auch. Durch den Druck und den Knick baut sich jetzt allerdings ein Überdruck auf, es kommt in diesem Moment also sozusagen zu einem Farbstau und es passiert, was passieren muss. Es gibt einen Knall und der Schlauch ist geplatzt. Damit einhergehend spritzt die gesamte Farbe aus dem Schlauch in der Gegend herum. Peter versucht das Schlimmste zu verhindern, indem er sich zum Ausschalten der Pumpe in Richtung Gerät bückt. Dabei zieht er allerdings versehentlich ruckartig an dem Schlauch. Dies hat zur Folge, dass auch der Farbeimer, der auf meinem Küchentisch abgestellt ist, diesen Ruck zu spüren bekommt. Er beginnt zu wackeln und bevor noch eine rettende Hand hinzuschnellen kann, ist er umgekippt. Somit ergießt sich auch noch diese Farbe auf meinen Fußboden und bespritzt Tisch, Wände und auch meinen Peter.<br />
„Oh Gott!“, rufe ich aus.<br />
„Nichts passiert, nichts passiert!“, ruft hingegen mein Peter.<br />
„Das kann ich deutlich sehen!“, ärgere ich mich jetzt aber.<br />
„Der Schlauch muss schon irgendwo eine Macke gehabt haben“, erklärt er mir. Ich fahr jetzt in den Baumarkt und lasse mir einen anderen Schlauch geben.“<br />
Da es zwischenzeitlich 10 Minuten vor Ladenschluss ist, rast er so wie er aussieht los. Ich hingegen bleibe zurück, versuche die Farbe zumindest von meinen Fliesen und meinem Küchentisch zu entfernen und bin nicht gerade bester Stimmung.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>„Mensch ärgere dich nicht!“,</strong></p>
<p>sage ich immer wieder zu mir selbst und als Peter eine halbe Stunde später wieder aufkreuzt, stehe ich auf der Leiter mit der üblichen Lammfellrolle in der Hand und habe schon mal angefangen eine Wand anzulegen. Peter lässt es sich jedoch nicht nehmen, mit dem automatischen Farbroller weiterzuarbeiten. Bevor er allerdings alles wieder zusammengebaut und vorbereitet hat, bin ich mit der Küchenstreicherei schon fast fertig. Er macht dann noch den Rest und hier und da ein bisschen Feinarbeit. Es sieht richtig toll aus. Mittlerweile lachen wir auch über dieses Missgeschick und gönnen uns zum Abschluss noch ein Gläschen Rotwein.</p>
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