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	<title>Betriebsausflug &#8211; life tells stories</title>
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	<description>Geschichten, die das Leben schreibt</description>
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		<title>Meine Mutter und die Zugspitze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Astrid Berg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2015 20:37:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Aussicht]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsausflug]]></category>
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					<description><![CDATA[Urlaub ist etwas Schönes. Man kann viel erleben und hat hinterher einiges zu erzählen. So eine Auszeit vom Alltag muss nicht immer lang sein. Manchmal reichen schon ein paar Tage, um die Hektik und den Stress hinter sich zu lassen. Unser Sizilienurlaub hat uns wieder Kraft und Energie gegeben, um die kommenden Herausforderungen zu bewältigen.  Als wir von Sizilien aus zu Hause anriefen, berichtete uns unser Sohn, dass er einen Städtetrip plane. „Ich fahre mit meiner Freundin drei Tage nach München!“ Und von dort schrieb er mir an einem Sonntag, dass sie gerade auf dem Weg zur Zugspitze seien. Obwohl wir zu diesem Zeitpunkt noch auf Sizilien waren, verspürte ich ebenfalls die Lust wieder einmal in die Berge zu fahren. Mit meinen Eltern war ich als Kind oft in Rottach-Egern am Tegernsee gewesen und ein Ausflug auf den Walberg gehörte immer auch dazu. Auf der Zugspitze waren mein Mann und ich hingegen noch nie, was wir aber sicherlich bald einmal nachholen werden. Die Fotos, die unser Sohn uns zeigte, machen es zu einem unbedingten Muss. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Urlaub ist etwas Schönes. Man kann viel erleben und hat hinterher einiges zu erzählen. So eine Auszeit vom Alltag muss nicht immer lang sein. Manchmal reichen schon ein paar Tage, um die Hektik und den Stress hinter sich zu lassen. Unser Sizilienurlaub hat uns wieder Kraft und Energie gegeben, um die kommenden Herausforderungen zu bewältigen. </strong></p>
<p><span class="dropcap">A</span>ls wir von Sizilien aus zu Hause anriefen, berichtete uns unser Sohn, dass er einen Städtetrip plane.<br />
„Ich fahre mit meiner Freundin drei Tage nach München!“<br />
Und von dort schrieb er mir an einem Sonntag, dass sie gerade auf dem Weg zur Zugspitze seien. Obwohl wir zu diesem Zeitpunkt noch auf Sizilien waren, verspürte ich ebenfalls die Lust wieder einmal in die Berge zu fahren. Mit meinen Eltern war ich als Kind oft in Rottach-Egern am Tegernsee gewesen und ein Ausflug auf den Walberg gehörte immer auch dazu. Auf der Zugspitze waren mein Mann und ich hingegen noch nie, was wir aber sicherlich bald einmal nachholen werden. Die Fotos, die unser Sohn uns zeigte, machen es zu einem unbedingten Muss.<br />
Als ich jetzt gerade bei einem Telefonat mit meiner Mutter davon schwärme, erzählt sie mir eine kleine Geschichte:<br />
„Ach“, meint sie „da war ich vor vielen Jahrzehnten auch schon einmal! Es war im Jahre 1954, jedenfalls steht dies auf den Fotos hinten drauf.“<br />
Und dann berichtet meine Mutter weiter und ich lausche gespannt diesen Ausführungen:<br />
„Es war wunderschön dort oben. Wir sind mit der Zugspitzbahn hochgefahren. Oben lag Schnee und es schneite, aber die Sonne strahlte mit uns um die Wette. Blauer Himmel, Sonne und Schnee es war einfach nur traumhaft. Und dann dieser Ausblick!“, schwärmt meine Mutter.<br />
„Ja!“, bestätige ich. „Timo hat uns Bilder gezeigt und das sieht alles genauso aus, wie du es eben beschrieben hast. Er ist allerdings mit der Seilbahn hoch gefahren.“<br />
„Aber“, beginne ich meine Frage: „Mit wem warst du eigentlich auf der Zugspitze?“<br />
„Wir waren damals eine ganze Gruppe. Es war ein Betriebsausflug!“<br />
„Dass du dich noch so genau daran erinnern kannst!“, lobe ich meine Mutter. „Das war doch etliche Jahre vor meiner Geburt. Und die ist ja inzwischen auch schon ein Weilchen her“, muss ich mir selbst eingestehen.<br />
Meist kann man sich an so weit zurückliegende Ereignisse nur erinnern, wenn mit ihnen noch ein besonderes Erlebnis verknüpft ist, also bin ich gespannt, was jetzt folgen wird.<br />
„Wir kamen oben an der ersten Bahnstation an, stiegen aus und hatten schon etwas wackelige Knie, aber der traumhafte Blick entschädigte uns dafür. Auf einem der Fotos steht noch der Stationsname ‚Riffelriß‘ .Ich kann mich nicht mehr ganz genau erinnern, aber ich glaube, dann ging es mit der Bahn noch weiter nach oben und ob dann der letzte Rest noch mit der Seilbahn zurückgelegt wurde, weiß ich nicht mehr. Es ist einfach alles schon so lange her.“<br />
„Trotzdem scheint es etwas zu geben, was dir anscheinend noch gut im Gedächtnis geblieben ist“, forsche ich weiter nach.<br />
„Ja!“, stimmt mir meine Mutter zu. „Wir fuhren also später wieder nach unten und stellten uns etwas abseits des Treibens.“<br />
„Wer ist denn wir?“, erkundige ich mich.<br />
„Na, die Frauen aus der Firma“,erklärt mir meine Mutter. „wir waren alles junge Frauen, standen im Grüppchen da und warteten auf die männlichen Betriebsangehörigen. Sie waren erst nach uns in die Zugspitzbahn gestiegen. Wir standen da, alberten ein bisschen herum, denn wir waren ja guter Dinge. Plötzlich fiel mein Blick auf einen fremden jungen Mann, welcher der Schaffner war. Mir fiel auf, dass er seinen Blick auf mich richtete, auf mich zu marschierte und etwas in der Hand hielt.“<br />
Während meine Mutter so erzählt, habe ich die Szene bildlich vor Augen. Von Fotografien her weiß ich, dass meine Mutter eine sehr hübsche junge Frau mit pechschwarzem Haar war, die mit Sicherheit viele Verehrer hatte. Wegen der Haarfarbe nannte man sie früher bewundernd ‚Die Schwarze’. Erst neulich meinte ein Bekannter, dem ich ein Foto meiner Mutter aus deren Jugend zeigte, dass sie wie eine Filmschauspielerin aussehen würde. So wundert es mich auch jetzt nicht, dass ein ihr fremder Schaffner sie damals an der Zugspitzbahnstation anschaute.<br />
„Weißt du noch, was er in der Hand hatte?“, frage ich nach, denn ich denke mir, dass dies ein wichtiges Detail der Geschichte ist, sonst hätte es meine Mutter nicht erwähnt.<br />
„Ja“, meint sie. „Als er näher kam, erkannte ich, dass es ein Erikastöckchen war. Während er so auf unsere Gruppe zulief, fiel er selbstverständlich auch meinen Arbeitskolleginnen auf. Meine Freundin, die neben mir stand, fixierte den jungen Mann regelrecht.“<br />
Inzwischen bin ich richtig neugierig geworden, was damals passiert war, aber meine Mutter hält für ein paar Sekunden mit der Erzählung inne, so als wolle sie die Spannung erhöhen.<br />
„Und dann?“, fordere ich sie zum Weitererzählen auf.<br />
„Er streckte die Hand, in der er das Erikapflänzchen hielt in meine Richtung aus. Genau in diesem Moment schnellte die Hand meiner Freundin neben mir vor und wollte danach greifen. Der junge Mann zog jedoch blitzschnell seine eigene Hand mit der Pflanze zurück und sagte:<br />
‚Nein, das ist nicht für Sie, sondern für die hübsche junge Dame neben Ihnen!‘ “<br />
„Hast du die Erika genommen?“, will ich von meiner Mutter wissen und schiebe gleich noch eine zweite Frage hinterher.<br />
„Und wie hat deine Freundin reagiert?“<br />
„Ja klar habe ich das Erikastöckchen angenommen, ich habe mich ja darüber gefreut. Und meine Freundin war, glaube ich, ein wenig eingeschnappt, denn sie meinte nur:‚Immer die Schwarze!‘ “</p>
<p>„Was hast du denn mit der Erikapflanze gemacht?“, frage ich noch.</p>
<p>„Ich habe sie anschließend mit in die Unterkunft genommen. Aber dort habe ich sie auch gelassen, als es am nächsten Tag wieder zurück nach Hause ging.“</p>
<p>„Eine schöne Geschichte!“, sage ich zu meiner Mutter und spüre wie sie am anderen Ende der Telefonleitung lächelt.</p>
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<p>* Alle Fotos sowie der Videofilm stammen von unserem Sohn.</p>
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<p>Und hier gibt es noch einen kurzen Videofilm, den unser Sohn aufgenommen hat.</p>
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