Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kaffee

Und noch mehr Kindheitserinnerungen

Wir sitzen gerade vor einer Bäckerei in einem kleinen Städtchen. Es ist nicht irgendeine Stadt. Nein, es ist meine alte Heimatstadt, das heißt: Hier habe ich meine Kindheit und Jugend verbracht. Es ist kurz nach zehn Uhr und wir haben uns hier gemütlich niedergelassen, um ein verspätetes Frühstück einzunehmen. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel und auch wir sind guter Dinge. Es ist ein ganz gewöhnlicher Wochentag und so verfolgen wir das Treiben auf dem kleinen Platz vor uns. Menschen gehen in der gemütlichen Bäckerei ebenso ein und aus wie in der angrenzenden Apotheke. Während wir das Hin und Her beobachten und unser Frühstück genießen, fliegen meine Gedanken ganz weit zurück in meine Vergangenheit. „Dort vorne am Eck war der Zuckerbäcker“, erkläre ich meinem Mann, der meine Heimatstadt auch seit seiner eigenen Kindheit kennt, da unsere Elternhäuser nur fünfzehn Kilometer auseinander liegen. „Ach ja“, fällt es ihm ein, „den haben wir doch neulich getroffen.“ Ich nicke ihm zustimmend zu und erliege weiter meinen Erinnerungen. So sitzen wir ein oder zwei Minuten schweigend vor unserem Frühstück. …

Ein Tässchen Kaffee gefällig?

Es ist jetzt schon fast ein Jahr und acht Monate her. Damals stand ich mitten in einem großen Kaufhaus in Dresden. Besser gesagt man hatte mich zuerst mit dem LKW von „Ich-weiß-nicht-wo“ nach Dresden gefahren und mich eine ganze Weile warten lassen. Es war eine gefühlte Ewigkeit vergangen, bis sie mich endlich auspackten und in eines der vielen Regale stellten. Da stand ich nun und viele Menschen zogen an mir vorüber. Die meisten warfen nicht einmal einen Blick auf mich, sondern gingen zu den einfachen und herkömmlichen Modellen. Auch an meinen Nachbarn zogen sie vorüber. Hin und wieder jedoch blieben auch einige von ihnen stehen und plötzlich war mein Nachbar zur Rechten verschwunden. Die anderen erzählten, dass er nun ein Zuhause gefunden hätte. Ich wunderte mich schon ein wenig, denn eigentlich war er gar nicht so hübsch. Ich fand mich mit meinen silbernen Tasten viel schöner. Nicht mal ausprobieren durfte man mich. Ich konnte also niemand zeigen, was ich so alles drauf hatte. Ich fieberte dem Tag entgegen, an dem ich mein ganzes Können präsentieren …