Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gesicht

Nebel

Ich stehe am Fenster und blicke hinaus. Nebelschwaden liegen sanft über der Wiese. Es ist Herbst, man kann es nicht mehr leugnen. Mit meiner Zeitung und einer Tasse Tee setze ich mich gemütlich an den Küchentisch. Automatisch greife ich nach meiner… Und schon ist sie da, meine kleine Nebel-Erinnerungsgeschichte: Es ist schon ziemlich lange her. Unser Sohn war noch ein kleiner Junge, vielleicht sogar noch ein Baby. Wir wohnten zur Miete in einem Zweifamilienhaus in Darmstadt. Die Vermieter hatten ihre Wohnung unten und wir die gleiche Dreizimmerwohnung oben. Unser Sohn wurde von dem älteren Paar behandelt, als wäre er das Enkelkind. Er durfte alles. Seine Schaukel und später sein Basketballkorb hingen im Hof, sein Sandkasten und der Swimmingpool hatten ebenso ihren Platz im Garten und ein kleines Beet durfte er auch bearbeiten. Wir fühlten uns dort rundum wohl und hatten einen regen Kontakt zu unseren lieben Vermietern. So war es auch selbstverständlich, dass wir uns gegenseitig zu den Geburtstagsfeiern einluden. Ich weiß nicht mehr, wer Geburtstag hatte, aber es war zumindest einer der Beiden. Alle …

Ein dreifach Hoch

Du bist ein lustiger Geselle und so schön kunterbunt. Groß und breit ist dein immer lachender Mund. Deine Nase, so rund und rot, genau mitten im Gesicht. Dein strahlender Blick mich heute noch besticht. In Kindheitstagen, du hingst über meinem Bett an der Wand, warst mein Spielgefährte, wenn ich zog an deinem Band. Ein guter Freund bei Tag und auch bei Nacht, hast mit wachem Blick meinen Schlaf bewacht. Ohne Unterlass konntest du hüpfen und springen, wann immer ich es befohlen, sollte der Sprung dir gelingen. Du machtest deine Kunststücke ohne Ruh und Rast, mal langsam und manchmal voller Hast. Du hast mich gemacht froh und munter, durch dich wurde meine Welt heller und bunter. Noch heute zauberst du mir ein Lächeln ins Gesicht, voller Dankbarkeit widme ich dir deshalb dieses Gedicht. Dreimal hoch lebe mein kleiner Hampelmann, denn wir waren ein wahrlich prima Gespann. Du bist und bleibst, das ist doch sonnenklar, ein für alle Zeit, meiner Kindheit großer Star.     Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Und noch mehr Kindheitserinnerungen Astrid, …

Zahlensalat

Manchmal habe ich den Eindruck, dass mein lieber Mann mich für ein wandelndes Telefonbuch oder einen Rechtschreibduden auf zwei Beinen hält. Auch das Merken von Zahlenkombinationen überlässt er vollkommen mir. Er ist überhaupt nicht gewillt sich diese Dinge zu merken. Braucht er diesbezüglich eine Auskunft, dann fragt er einfach mich. Anfangs dachte ich, er würde vielleicht kein Zahlengedächtnis besitzen. So etwas soll es ja geben. Also machte ich ihm folgenden Vorschlag: „Ich kann dir eine Eselsbrücke nennen, wie du dir beispielsweise diese Telefonnummer besser merken kannst!“ „Nur nicht!“, wehrte er sich dagegen. „Ich will sie mir nicht merken.“ Wann immer ich ihn darauf ansprach, warum er dies nicht möchte, erhielt ich dieselbe Antwort: „Ich will nicht unnötige Speicherkapazität in meinem Gehirn für das Merken von diesen Zahlen und PIN’s verschwenden. Damit blockiere ich nur mein Gehirn für andere wichtige Dinge, die ich mir merken will oder muss.“ Nun gut, über den Sinn und Unsinn solcher Zahlenkombinationen lässt sich streiten. Fakt ist allerdings, dass auch mein Göttergatte diese hin und wieder benötigt. „Aber für das Merken …