Alle Artikel mit dem Schlagwort: Einkauf

Filmreif

Gestern ist mir etwas passiert, das muss ich einfach loswerden. Irgendwie war es witzig, aber auf eine gewisse Art auch peinlich. Mir zumindest. Und bestimmt ist mir auch die Röte ins Gesicht getreten. Ich sag  ja immer, das Leben schreibt die besten Geschichten. Man braucht sie gar nicht lange zu suchen, sie kommen einfach auf uns zu. Nur erkennen muss man sie. „Ich muss dir unbedingt was erzählen. Das hat sich gerade beim Einkaufen ereignet.“ „Hast du wieder einmal ein Tänzchen im Supermarkt (Tänzchen gefällig?) vollführt?“ „Nein, ich stand ganz still.“ „Jetzt machst du mich aber neugierig! Erzähl doch einfach und spann mich nicht so lange auf die Folter!“ „Also gut. Ich habe meine Mutter zum Frisör gebracht und wollte dann noch einige Erledigungen machen.“ „Oh bitte, zähl nicht alles auf, was du eingekauft hast.“ „Quatsch, ich hatte noch gar nichts eingekauft und auch fast noch nichts im Einkaufskorb liegen.“ „Hast du jemand getroffen, den wir noch aus unserer Schulzeit kennen?“ „Nein, diesmal leider nicht!“ „Und?!“ „Dann lass mich doch einfach reden und unterbrich mich nicht …

Nie gedacht…

Ich hätte es nie gedacht, früher hab ich darüber gelacht, aber ich brauch dich, du bist unentbehrlich für mich. Ich hätte es nie gedacht, früher hab ich darüber gelacht, bin verloren ohne dich, bist eine große Hilfe für mich. Ich hätte es nie gedacht, früher hab ich darüber gelacht, ging der Faden doch, einfach durch des Nadels Loch. Ich hätte es nie gedacht, früher hab ich darüber gelacht, waren sie doch groß, sah alle Buchstaben ganz famos. Ich hätte es nie gedacht, früher hab ich darüber gelacht, ich und meine Pupille brauchen unbedingt heute eine Brille. Ich hätte es nie gedacht, früher hab ich darüber gelacht, es sind der Dinge zwei, die ich haben muss immer dabei. Ich hätte es nie gedacht, früher hab ich darüber gelacht, ohne dich und ihn, ich kann nicht zum Einkauf zieh’n. Ich hätte es nie gedacht, früher hab ich darüber gelacht, Einkaufszettel noch so klein, muss unbedingt in meiner Tasche sein.   Ich hätte es nie gedacht, früher hab ich darüber gelacht, es ist gar nicht ärgerlich, ändern doch …

Inspiration

Der Winter ist noch nicht ganz vorbei, doch an diesem Samstag zeigt er sich sehr mild und schon fast ein wenig frühlingshaft. Der Himmel verfärbt sich schon am Morgen zu einem zarten Blau und lässt erahnen, dass es ein herrlicher Tag werden wird. Frau Konfusi steht vor dem Garderobenspiegel und kämmt sich ihre Haare. Ich muss noch einmal schnell zum Supermarkt, um noch etwas für das Mittagessen einzukaufen“, sagt sie zu ihrem Mann. „Hast du nicht Lust mitzukommen?“ „Das ist keine schlechte Idee, ich brauche nämlich noch ein paar Ösenhefter, um in meine Unterlagen Ordnung zu bringen“, erklärt Professor Konfusi. „Was hältst du davon, wenn wir den Einkauf mit einem kleinen Spaziergang verbinden und das Auto zu Hause lassen?“, fragt jetzt Frau Konfusi ihren Mann. „Das machen wir. Allerdings unter einer Bedingung: Es wird kein Großeinkauf, bei dem ich den Packesel spielen muss.“ „Auf so eine Idee würde ich doch nie kommen“, zwinkert Frau Konfusi ihrem Gatten zu. Eine dreiviertel Stunde später stehen sie bereits an der Supermarktkasse. Hinter ihnen stellt sich ein ihnen unbekannter …

Und noch mehr Kindheitserinnerungen

Wir sitzen gerade vor einer Bäckerei in einem kleinen Städtchen. Es ist nicht irgendeine Stadt. Nein, es ist meine alte Heimatstadt, das heißt: Hier habe ich meine Kindheit und Jugend verbracht. Es ist kurz nach zehn Uhr und wir haben uns hier gemütlich niedergelassen, um ein verspätetes Frühstück einzunehmen. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel und auch wir sind guter Dinge. Es ist ein ganz gewöhnlicher Wochentag und so verfolgen wir das Treiben auf dem kleinen Platz vor uns. Menschen gehen in der gemütlichen Bäckerei ebenso ein und aus wie in der angrenzenden Apotheke. Während wir das Hin und Her beobachten und unser Frühstück genießen, fliegen meine Gedanken ganz weit zurück in meine Vergangenheit. „Dort vorne am Eck war der Zuckerbäcker“, erkläre ich meinem Mann, der meine Heimatstadt auch seit seiner eigenen Kindheit kennt, da unsere Elternhäuser nur fünfzehn Kilometer auseinander liegen. „Ach ja“, fällt es ihm ein, „den haben wir doch neulich getroffen.“ Ich nicke ihm zustimmend zu und erliege weiter meinen Erinnerungen. So sitzen wir ein oder zwei Minuten schweigend vor unserem Frühstück. …