Alle Artikel mit dem Schlagwort: Blatt

Unbeschriebenes Blatt

  „Hallo“, ruft das unbeschriebene Blatt, „ich habe es unendlich satt, denn ich liege einfach hier nur so rum und das ist mir dann doch zu dumm.“ Pinsel, Stift und auch die Schreibfeder verstehen nicht dies Gezeter, denn bald kommt gewiss auch ihr Einsatz, drum gehört Abwarten zum Grundsatz. „Ach, lass doch das Meckern sein, siehst aus so sauber und rein, so perfekt und vollkommen unschuldig, drum sei doch nicht so ungeduldig. Mensch und Muse werden erscheinen, uns alle in Text oder Bild vereinen. Warten wir lieber auf der Stunde Gunst,  um zu erstrahlen als Poesie oder Kunst.“ „Will auch ich nun still und geduldig sein, was meine Bestimmung wird sein, übe mich in Vorfreude und Hoffnung auf die kreative menschliche Schöpfung.“ Stift, Pinsel, Feder beginnen mit ihrem Tanz, zaubern damit prachtvollen Glanz, auf das einst unbeschriebene, traurige Papier, erfüllen es mit Stolz und schöner Zier.     Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Liebeserklärung Gut gemeint! Goldglöckchen

Gut beschirmt

Da liegt er nun. Mitten in der Stadt hat man ihn ausgesetzt. Niemand achtet wirklich auf ihn. Nur ein Junge, der vorbeikommt, gibt ihm noch einen Fußtritt, damit er den Bürgersteig frei macht. Verschreckt bleibt er an einer Mauer liegen. Ein verwelktes Blatt hat sich zu ihm gesellt. „Wieso liegst du hier so rum?“, fragt das Blatt. „Ich bin traurig, denn mich mag keiner mehr! Man hat mich einfach weggeworfen.“ „Wieso? Stimmt mit dir irgendetwas nicht?“ „Ach“, sagt er, „das ist eine lange Geschichte. „Dann erzähle sie mir doch! Ich kann gut zuhören und außerdem habe ich viel Zeit.“ „Na gut: Am Anfang stand ich in einem Geschäft mit anderen Kollegen zusammen. Viele Menschen gingen täglich in dem Laden ein und aus. Keiner würdigte uns eines Blickes, denn draußen war Sommer und die Sonne brannte vom Himmel. Uns brauchte niemand, wir waren überflüssig.“ „So ein Quatsch, wie kann jemand wie du überflüssig sein. Du bist total nützlich!“ „Das dachte ich auch immer, aber schau her, wie ich enden muss!“, schnieft der Schirm total traurig. „Erzähl …

Vom Winde verweht

Ich bin Laubinchen, ein Blatt. Vielleicht bist du mir schon einmal begegnet. Auf jeden Fall kennst du meine Schwestern und Brüder. Wir sind nämlich eine sehr große Familie. Wenn wir alle versammelt sind, nennt man uns Laub. Wir wohnen auf den Laubbäumen und sind im ganzen Land verteilt. Wenn der Baum groß und kräftig ist, also sozusagen schon ausgewachsen, dann hängen bestimmt 100 000 meiner Schwestern und Brüder an ihm. Obwohl es von uns so viele gibt, die sich auch noch alle ähneln, ist trotzdem jeder von uns einzigartig.  Im Frühjahr, wenn es langsam wärmer wird und die Sonne ihre wärmenden Strahlen zur Erde schickt, dann brechen wir aus den Blatthöckern heraus und lassen den einst kahlen Baum ergrünen. Die Menschen freuen sich dann und sagen, dass die Natur wieder erwacht. Im Herbst, wenn wir dann unser Grün gegen Gelb, Braun und Rot austauschen, erfreuen wir die Menschen wieder mit unserer Farbenpracht. Wenn wir unseren Farbstoff Chlorophyll abgebaut haben, dann dauert es nicht mehr lange und und wir fallen zu Boden. Der Baum ist dann …