Meine Plauderecke

Muss das wirklich sein?(2)

Ich muss heute diese Frage noch einmal stellen und möchte mich darüber mit Euch unterhalten.
Schaut Euch doch bitte mal das Beitragsfoto an.
Hübsch, oder?
Naja, wie man es nimmt. 
Die blühenden Pflanzen und der kleine Gingobaum sind von einem Band umschlungen und muten im strahlenden Sonnenschein und vor der grünen Hecke fast schon ein bisschen dekorativ an.  
Es könnte vielleicht die Dekoration für einen Kindergeburtstag, eine Hochzeit oder eine Gartenparty sein. Die Fantasie kennt hierfür keine Grenzen. 
Schaut noch einmal genauer hin. 
Richtig! Es handelt sich um Verpackungsmaterial. Diese mit Luft gefüllten Plastikpolster sollen etwas vor dem Zerbrechen oder Zerkratzen schützen. Nur was?
Um das zu erklären, muss ich in meinen Ausführungen ein wenig ausschweifen:
Ich habe eine kleine Hecken- und Grasschere, die mit einem Akku betrieben wird. Diese ist schon seit etlichen Jahren in meinem Besitz und ich kürze damit die Bodenkriecher in unserem Vorgarten auf die entsprechende Höhe und Länge. Das klappt ganz prima und ich bin mit dieser Schere sehr zufrieden. 
Wie gesagt, es ist auch ein entsprechendes Scherblatt für Gras dabei. Damit kann man die Grasränder abschneiden, die eventuell beim Mähen stehen bleiben. Bisher habe ich es nie gebraucht, da mein Mann immer alles ordentlich abgemäht hat. Doch „Schnuffi“, unser Mähroboter, lässt hier und da doch einige Grashalme am Rand stehen.
Da ich mit dieser akkubetriebenen Schere nicht am Boden entlang kriechen möchte, habe ich mir im Internet (leider war dieses Zubehör des Alters wegen nur noch im Internet verfügbar) den passenden Teleskopstiel hierfür bestellt. Er lässt sich auf 80- 115cm ausziehen und verhindert damit, dass ich Kreuzschmerzen bekomme.
Den Rest könnt Ihr Euch vielleicht denken?!
Auf jeden Fall klingelte zwei Tage später die Postbotin an unserer Haustür.
„Ich habe hier ein kleines Päckchen für Sie!“, lächelte sie mich an und stellte mir einen riesengroßen, aber federleichten Karton vor die Füße. 
„Ohje! Und das ist wirklich für mich?“, fragte ich etwas ungläubig.
„So steht es hier drauf!“, meinte sie und verabschiedete sich, indem sie mir „Ein schönes Wochenende!“ wünschte.
Ich trug den Karton mit einer leisen Vorahnung in den Garten, wo an dem besagten Samstag die restliche Familie versammelt war.
„Was hast du denn da?“, wurde ich sofort gefragt und alle schauten gespannt zu, als ich das Paket öffnete.
„Da ist ja nichts drin!?“, wunderte ich mich.
„Warte mal“, meinte unser Sohn. „Ich helfe dir beim Auspacken!“
Gesagt, getan. Er zog an dem einen Ende des Verpackungsmaterials und zog und zog. Es wurde immer mehr. 
„Das hört ja gar nicht mehr auf!“, riefen wir alle lachend und gleichzeitig kopfschüttend im Chor.
Unser Sohn zog eine meterlange Plastikschlange heraus und irgendwo dazwischen fanden wir dann auch den unscheinbaren Teleskopstil für meine Grasschere. 
„Pass mal auf!“, rief unser Sohn und wickelte sie demonstrativ mehrmals um unseren Gingobaum und die Blumen. 
Obwohl wir uns das Lachen nicht verkneifen konnten, waren wir doch alle sehr verwundert, weshalb man diesen Stiel derartig verpacken musste.
„Damit werden unnötig viel Müll und Kosten erzeugt“, meinte mein Mann und wir anderen konnten ihm nur zustimmen.
Mit Sicherheit wäre auch eine weitaus kostengünstigere, umweltschonendere und weniger aufwendigere Verpackung möglich gewesen. Aber so ging der Verpackungsvorgang wahrscheinlich ziemlich schnell vonstatten, was für den Verkäufer dann wohl doch günstiger kam?!
Ich denke, das ist nur ein Beispiel von vielen anderen unsinnigen Verpackungen. Da heutzutage viel im Internet bestellt wird, kommt es leider auch zu einem enormen Verpackungsmüll. 

Bestimmt war dies kein Einzelfall und auch Ihr habt schon solche oder ähnliche Erfahrungen gemacht?

Erzählt doch mal!

 

 

 

*Diesen Beitrag habe ich übrigens bei Traude (Rostrose) ANL verlinkt (https://rostrose.blogspot.com/2018/07/anl-31-loblied-auf-ein-feines-fruchtchen.html)

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4 Kommentare

  1. ein weitergeleiteter Kommentar von meiner Mama:

    Liebe Astrid, na komm, laß uns plaudern,

    ich bin ja eine der älteren Semester, so meint zumindest mein Mann, während ich mich schon zu den Alten zähle, schon wegen meiner diversen Jahre, die ich auf dem Buckel trage, und somit nicht vom Bestellvirus befallen bin. Auch bestelle ich grundsätzlich nichts selbst, mein Schwiegersohn oder mein Sohn, auch meine Tochter Kerstin, erledigen das für mich und ich bezahle auch an diese meine Rechnung. Meist handelt es sich nur um Bücher bei Weltb…oder um eine Leuchtstoffröhre für die in die Jahre gekommene Küchenleuchte, die nirgends wo anders als über A.. zu bekommen war. Sie war gut verpackt, nix auszusetzen, ist ja auch zerbrechlich, während die Bücher in einem riesigen Karton umhersabberten, absolut unnötig. Auch so ein schöner Karton kostet Geld und damit beginnt mein Problem so richtig ans Herz zu gehen. Durch die Kriegsjahre ist wegwerfen für mich eine Sache die garnicht geht. So stapeln sich manchmal auch Papiertüten, speziell so schöne vom Parfümerieladen mit Kordel, oder eben Plastiktüten zu etwas auf, (manchmal sind auch Geschenke damit verpackt), was man erstmal einsammelt, denn man könnte es ja noch wiedermal gebrauchen. Nachfolgende Generationen können damit nichts anfangen, nie mußten sie Zeitungspapier in Stücke schneiden und auf den Nagel in der Toilette spießen, mit Mehl und etwas Wasser Leim herstellen, Uhu war ein Fremdwort.
    Heute ist es eben so und es wird solange so weitergehen, bis sich die Natur bitterlichst an uns rächt. Einen kleinen Vorgeschmack mit der derzeitigen Hitze gibt es schon und es wird uns durch den fortschreitenden Klimawandel als Nachspeise noch mehr serviert werden. Mit dem Verpackungsmüll haben wir eingangs begonnen, mit der Verdichtung und Asphaltierung von Flächen, von noch mehr Autos und Klimaanlagen beenden wir dieses unseelige Thema. Es wird sich nichts daran ändern, zuviel hängt überall daran und Einzelpersonen können nicht mal der berühmte Tropfen auf den heißen Stein sein.
    Komm liebe Astrid, laß uns schmunzeln, ist allemal besser als den Aufpasser für die Welt zu spielen….“. Ist dein Kleid der letzte Schrei? Nein, den stößt mein Mann aus, wenn er die Rechnung bezahlt“ hihihi
    Gell, so läßt es sich doch gemütlich plaudern, tschüß mit lieben Grüßen, sagt Dir die Helga

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Helga,
      was für ein Kommentar!!! Ich danke Dir ganz herzlich für diesen ausführlichen Beitrag.
      Kartons sammele ich in der Regel nicht, allerdings nutze ich den einen oder anderen, um z. B. Weihnachtsdekoration einzulagern. Das sind jedoch nur die kleineren Kartons. Die größeren werden meist entsorgt,- zum Glück haben wir eine große Papiertonne.
      Die Zeiten, in denen man Zeitungspapier am stillen Örtchen benutzte, kenne ich nicht mehr. Allerdings habe ich früher dieses Papier zum Fensterputzen, bzw. zum Nachreiben benutzt. Aber das ist schon lange her, ca. 30 Jahre. Papiertüten werden wieder benutzt und beenden ihr Leben als Abfalltüte.
      Aber ich muss schon sagen, so viel Verpackungsmüll gab es früher in meiner Kindheit nicht. Meine Mutter ging nie mit Plastiktüten einkaufen. Dazu hatte sie eine richtige Einkaufstasche. Auch heute noch benutzt sie hauptsächlich Stofftüten…
      Ich glaube, wir könnten unendlich weiter plaudern. Es gibt soooo viel zu erzählen.
      Sei herzlich gegrüßt
      Astrid

    • Astrid Berg sagt

      Liebe Traude,
      Gerne habe ich diesen Beitrag bei ANL verlinkt und bei mir auf diese Aktion hingewiesen.
      Ich hoffe, Du kommst gut durch diese extrem heiße Zeit und findest Orte, die Dir Schatten und damit Kühle schenken.
      Ganz liebe Grüße
      Astrid

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