Dies & Das und sonst noch Was
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Erfrischung gefällig?

Ich glaube das kann im Moment jeder von uns nur bejahen. Bei diesen Temperaturen ist jede Erfrischung willkommen. Und nie haben wir uns über das kühle Nass so gefreut wie jetzt bei dieser Hitze. Hierbei ist es egal, ob es sich um einen Sprung in den Pool, eine kühle Dusche oder ein gekühltes Getränk handelt. Erfrischung ist erwünscht. 

Im Grunde genommen sollte man lieber lauwarme Getränke bevorzugen, weil der Körper sowieso schon auf Hochtouren arbeitet und sonst auch noch das kühle Flüssige erwärmen müsste. Doch wer macht das schon?! Je kälter desto besser denken wir und werfen allen guten Ratschlägen zum Trotz oftmals noch ein paar Eiswürfel ins Glas.
Ich habe noch nie so viel Wasser getrunken wie im Moment. Am liebsten mag ich Wasser ohne Kohlensäure, denn das kann man wirklich literweise hinunter schütten.

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Mein Mann jedoch meint, dass ohne Kohlensäure das Wasser wie eingeschlafene Füße schmecken würden. Keine Ahnung, woher er weiß, wie eingeschlafene Füße schmecken. Aber egal, – er liebt nun mal kohlensäurehaltige Getränke. Tja, und da wäre ich beim Thema, denn diese Kohlensäure hat es in sich.
Ihr habt es sicherlich auch schon mehr als einmal beobachtet:
Stellt man einen Strohhalm in ein Glas oder eine Flasche mit dem perlenden Nass, dann sammeln sich die Blasen der Kohlensäure im Getränk entlang des Halms. Es macht Spaß diesem Schauspiel zuzuschauen. Es sammeln sich immer mehr Bläschen an und somit wachsen diese auch und werden größer. Die „Anheftkraft“ (so nenne ich sie einfach mal), hält die Bläschen am Halm festhält (in der Fachsprache nennt man dies Adhäsionskraft). Solange diese „Anheftkraft“ vorhanden ist, drücken sie den Trinkhalm nach oben.

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Mit dem Anheften von immer mehr Bläschen, vergrößert sich allerdings die Auftriebskraft. Und dann passiert folgendes: Der Strohhalm wird im ungünstigsten Fall aus dem Glas „katapultiert“. Allerdings verkantet er sich meist am Glasrand, der das Herausfallen verhindert und somit wird der Halm in den meisten Fällen nur angehoben.
„Anders gesagt: Er steigt auf, weil seine ohnehin geringere mittlere Dichte mit der Zunahme der anhaftenden Bläschen abnimmt. Denn solange diese fest mit dem Trinkhalm verbunden sind, müssen sie diesem auch zugerechnet werden.“*
Ich beobachte die ganze Sache, die sich im Glas meines Mannes abspielt genauer. Der Halm ist nach oben gestiegen, das bedeutet die Länge des Halms, die sich noch in dem kohlensäurehaltigen Nass befindet, hat sich verkürzt. Aber nicht nur das. Die Anheftkraft (Adhäsionskraft) lässt mit der anwachsenden Größe und Anzahl der Bläschen nach. Die Gasbläschen trennen sich nach und nach wieder von dem Halm. Damit ist die Anzahl der Bläschen am Trinkhalm innerhalb der Flüssigkeit auch weniger geworden. Eigentlich müsste irgendwann ein Gleichgewicht entstehen, zumindest in meiner Theorie.

1200px-Vergleich

Übrigens klappt dieses kleine Schauspiel auch bei anderen Getränken, die mit Kohlensäure versetzt sind. Ich habe es schon bei Cola, Fanta, Sprite…bemerkt. Selbst beim Bier lässt es sich in abgeschwächter Form feststellen.
Da ich den Kampf mit dem Strohalm und der Kohlensäure nicht aufnehmen will, bleibe ich bei meinem stillen Wasser, das hervorragend meinen Durst stillt.
Aber da dieses kleine „praktische Experiment“ auch Kindern viel Freude macht, kann es einen ersten spielerischen Ausflug in die Welt der Physik darstellen.
Doch auch für Erwachsene ist es interessant. So inspirierte dieses Phänomen beispielsweise den Schiffsbauingenieur Wilhelm Bauer. Er „fand als einer der ersten eine Anwendung: 1863 holte er einen gesunkenen Dampfer mit Hebeballons wieder zurück an die Wasseroberfläche.“**

Ich wünsche Euch für den heutigen Tag eine Erfrischung und trinke mein alkohol- und kohlesäurefreies Wässerchen auf Euer Wohl.

Übrigens, wer morgens einen Sekt zur Anregung des Kreislaufs braucht, kann das beschriebene Phänomen ebenfalls ausprobieren.

Prost!

* Zitat aus: Fällt er oder fällt er nicht, in: Spektrum der Wissenschaft, Physik, Mathematik, Technik, Heft 3 / 14, S.17

** Zitat aus: Fällt er oder fällt er nicht, in: Spektrum der Wissenschaft, Physik, Mathematik, Technik, Heft 3 / 14, S.17

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