Alle Artikel in: Weihnachten & Ostern

Felicita und der Mann im Mond

Der Mann im Mond sitzt gemütlich in seinem Schaukelstuhl und macht ein Nickerchen. Die Nacht war lange und er hat die ganze Nacht auf die Erde hinunter geschaut. Jetzt sind ihm die Augen zugefallen. Ganz oben in der Schutzengelschule herrscht im gleichen Moment große Aufregung. Felicita ist nämlich nicht zur Schule gekommen. Die kleinen Engelchen, die noch viel lernen müssen, um richtige Schutzengel zu werden, suchen überall nach ihr. Aber sie können sie nirgends finden. Sie ist einfach spurlos verschwunden. Da kommt die Lehrerin auf eine Idee. „Bestimmt ist sie auf der Himmelsleiter hinunter zum Mond gestiegen. Lasst uns mal zur Himmelsleiter laufen und hinunter schauen.“ Als sie dort ankommen, finden sie einen Brief. Er liegt direkt neben der Himmelsleiter. „Macht Euch keine Sorgen“, steht darin. „Ich muss nur mal schnell zum Mann im Mond. Morgen bin ich wieder zurück!“ Jetzt sind die Lehrerin und die anderen Schutzengelschüler beruhigt, denn der Mann im Mond ist ein guter Freund von ihnen. Manchmal machen sie einen Klassenausflug zu ihm und dann erzählt er ihnen viele Geschichten. Er …

Die Begegnung

Es war kurz vor Weihnachten, dem Fest der Familie, der Liebe, des Friedens und der Stille. Doch die Adventswochen davor, die eigentlich zur Besinnung und zum Sinn des Weihnachtsfestes hinführen sollten, waren vollgepackt gewesen mit Hektik und Stress. So war es auch an diesem Tag spät geworden. Er hatte bis mitten in die Nacht hinein gearbeitet. Da es sich um eine Terminarbeit handelte, die schon in zwei Tagen beendet sein musste, war ihm nichts anderes übrig geblieben, als auch Nachtschichten einzulegen. Der Termin musste gehalten werden, denn sonst wäre das Projekt verloren. Ein Blick auf seine Armbanduhr zeigte ihm an, dass es bereits zwei Stunden nach Mitternacht war und er erst in den frühen Morgenstunden zu Hause sein würde. Er war mit dem Zug unterwegs von der Großstadt in Richtung seines mehr als hundert Kilometer entfernten Wohnortes. Einmal musste er umsteigen. Gerade fuhr der Zug in den Bahnhof ein. Der junge Mann, noch keine Dreißig, sprang aus dem Zug und marschierte strammen Schrittes über den Bahnsteig. Er musste seinen Anschlusszug erreichen, sonst würde er hier …

Weihnachtsmann Willi

Willi, der Weihnachtsmann stapft durch den verschneiten Winterwald…  Eigentlich sollte so die Geschichte beginnen, aber hier ist kein verschneiter Winterwald und auch Weihnachtsmann Willi kann ich nirgends entdecken. Irgendetwas stimmt hier nicht. Der Kalender zeigt an, dass es Dezember ist und sogar der dritte Advent ist schon vorüber. Zu dieser Zeit sollte es schneien und auch der Weihnachtsmann müsste im Grunde genommen unermüdlich seine Arbeit verrichten. Aber wo ist er nur? Keiner hat ihn bisher gesehen. Irgendetwas muss wohl passiert sein. Das hat es noch nie gegeben und wenn er nicht bald auftaucht, wird Weihnachten wohl ausfallen müssen. Die Kinder sollten in den warmen Stuben sitzen und fröhlich ihre Weihnachtslieder singen, aber auch sie merken, dass etwas anders ist als sonst. Eine große unerklärliche Traurigkeit hat sich im ganzen Land ausgebreitet. „Ich glaube Weihnachten fällt dieses Jahr aus“, hört Micha seinen Onkel Ben sagen. „Das glaube ich langsam auch“, antwortet Tante Gertrude. „Vermutlich hat er verschlafen, denn sonst hätte man doch schon einmal was von ihm gehört oder ihn gesehen.“ Was, der Weihnachtsmann soll verschlafen …

Zotti im Weihnachtsland

Könnt Ihr Euch noch an Brummbär Max und seine Familie erinnern? Zusammen mit seiner lieben Bärenfrau hat er zwei Kinder. Ein Mädchen und einen Jungen: Sandy und Andy heißen sie. Zotti ist ein guter Freund der Beiden und von ihm und seinem großen Abenteuer will ich Euch heute erzählen. Zotti ist den ganzen Tag über schon total aufgeregt, denn sein Freund Andy hat ihm gesagt, dass es nun nicht mehr lange dauert und dann ist Weihnachten. Der kleine Teddybär kann an nichts anderes mehr denken. Er will unbedingt den Weihnachtsmann und das Christkind kennenlernen. Und auf die Geschenke freut er sich ebenso wie ein Menschenkind. Gemeinsam mit Andy und Sandy hat er einen Wunschzettel verfasst. Er wünscht sich einen Koffer. Wofür ein Teddybär einen Koffer braucht?, fragt ihr. Na, ein Koffer ist ein tolles Ding, denn darin kann man eine Menge Dinge verstauen. Nicht nur, wenn man auf Reisen geht. Er lässt sich beispielsweise ganz hervorragend als eine Art Schatztruhe verwenden. Alles was Zotti gefällt und was er irgendwo gefunden oder gesammelt hat, soll in …

Marco braucht Hilfe

Wie schnell doch das Jahr sich wieder seinem Ende zuneigt. Die Zeit der Weihnachtsfeiern ist herangebrochen. Überall wird gefeiert, – egal ob es sich um eine private oder offizielle Feier handelt. Dies hat mich auf eine Idee mit einer Geschichte gebracht, in der Professor Konfusi und auch Marco wieder mit von der Partie sind. Professor Konfusi und seine Frau sitzen gemütlich beim Nachmittagskaffee mit Weihnachtsplätzchen und selbst gebackenem Stollen, als es an der Tür Sturm klingelt. „Was ist denn jetzt passiert?“, fragt Frau Konfusi erschrocken. „Das wird doch nicht schon wieder ein Staubsaugervertreter sein oder jemand, der uns Zeitungen verkaufen will und vor Weihnachten noch auf das große Geschäft hofft. Oder erwartest Du etwa jemand?“ „Nein, meine Liebe“, erwidert ihr Gemahl. „Ich erwarte zwar einen dringenden Anruf von einem Kollegen aus Amerika, aber der kündigt sich nicht durch Sturmklingeln an der Wohnungstür an.“ „Na, da werde ich mal nachsehen“, erklärt Frau Konfusi und marschiert zur Wohnungstür. Bevor die ältere Dame jedoch die Tür öffnet, späht sie kurz durch den Spion und erkennt, dass der Nachbarjunge …

Weihnachtsstimmung

Mit der Weihnachtsstimmung ist das so eine Sache. Man kann sie nicht per Knopfdruck einschalten, aber viele Dinge tragen dazu bei, dass sich diese einstellt. Dazu gehört es, dass die Temperaturen in den Keller gehen, die Nächte länger werden, die Weihnachtsmärkte öffnen, alles weihnachtlich geschmückt ist, alles im  Kerzen- und Lichterschein  erstrahlt. Die vierwöchige Adventszeit führt uns immer näher an Weihnachten heran und dessen eigentlicher Sinn lässt Wärme in unsere Herzen fließen und ein mehr und mehr besinnliches Gefühl ergreift uns. Gar manches Jahr hat bei mir dieses weihnachtliche Gefühl erst ein wenig später eingesetzt. Dies lag ganz einfach daran, dass ich dem beginnenden Winter entflohen bin. Ich bin dann nämlich mit meinem Mann gereist, der dienstlich in Bangkok zu tun hatte. Im Sonnenschein weihnachtliche Gefühle aufkommen zu lassen, ist eine schwierige Sache, zumal es sich auch um kein christliches, sondern ein buddistisches Land handelt. Aber man sollte es nicht meinen, auch die Thailänder lieben die Weihnachtszeit. Vielleicht hängt dies auch ein wenig mit ihrem Hang zum Kitsch, zum Bunten und zum Lichterschein zusammen, oder …

Sorbische Ostereier

Als wir vor fast zwanzig Jahren nach Cottbus in die Lausitz kamen, entdeckten wir hier den einen oder anderen Brauch, den wir noch nicht kannten. So lernten wir zunächst, dass es hier die Sorben ( oder in der Niederlausitz auch Wenden) gibt. Laut Wikipedia* handelt es sich hierbei um ein westslawisches Volk. Es ist in der Nieder- und Oberlausitz, also in Brandenburg und Sachsen zu finden ist. Diese Minderheit hat eine eigene Sprache und eine eigene Kultur, die hier noch gepflegt wird. Unser Sohn hatte beispielsweise in der ersten Klasse Sorbisch als Pflichtfach. Zu dem Brauchtum der Sorben gehört auch das Ostereierfärben und -verzieren, bei welchem die inzwischen bekannten sorbischen Ostereier entstehen. Hierbei handelt es sich um ein traditionelles Verzieren von Eiern mit einer ganz bestimmten Technik.** Dieses Eiermalen nennt man auf sorbisch jejka pisać. Es erfordert neben Geduld auch Geschicklichkeit. Die Tradition des Eierverzierens wird von Generation zu Generation weiter gegeben und in den Familien, aber auch in den Schulen werden in der Fastenzeit ausgeblasene Eier derartig verziert. Hierbei sollte man möglichst weiße Eier …

Das fliegende Ei

Wir sitzen im Flieger von Sizilien zurück nach Berlin. Schade, denn wir lassen das schöne sonnige Wetter zurück und tauschen es gegen Temperaturen von ungefähr 6 Grad ein, allerdings mit der Hoffnung auf Sonnenschein an Ostern. Ich überlege, welche Geschichte aus unserem Leben zum Osterfest passen könnte, aber da hilft mir Peter auf die Sprünge. Es gibt eine lustige Begebenheit aus der Familie meines Vaters, die ich allerdings auch nur aus Erzählungen kenne. Es ist also sozusagen eine alte familiäre Überlieferung.“ „Und das ist eine Ostergeschichte?“, frage ich zurück. „Das kann ich dir jetzt nicht sagen, aber es geht um ein fliegendes Ei.“ Logisch, dass ich jetzt neugierig werde, denn fliegende Eier kenne ich nicht. Seinem schelmischen Grinsen merke ich jedoch an, dass ich vielleicht den Ausspruch nicht ganz so wörtlich nehmen sollte. „Das ist jetzt aber kein nachträglicher Aprilscherz, oder?“ „Nein, nein. Pass mal auf!“, beginnt Peter mir diese Geschichte zu erzählen. Er beschreibt eine Szene, die ich mir nun auch bildlich genau vorstellen kann. Sein Vater Heinz, der damals wohl selbst noch ein …

Liebes Christkind

Peter sitzt zu Hause in seinem Büro und sichtet die Unterlagen, die meine Mutter ihm zur Durchsicht und eventuellen Entsorgung mitgegeben hat. Ich bin oben in meinem Arbeitszimmer und klappe gerade meinen Laptop auf. Es dauert keine zehn Minuten, da kommt von unten der Ruf:  „Astrid, komm doch mal!“  Wahrscheinlich braucht er ganz dringend eine Telefonnummer oder er will mich bezüglich eines Rechtschreibproblems befragen“, überlege ich mir so und verhalte mich erst einmal still, denn eigentlich möchte ich jetzt meine Arbeit nicht unterbrechen. Mein Mann denkt nämlich ich sei ein wandelndes Telefonbuch und ein Duden auf zwei Beinen. Sein Ruf nach mir wird dringlicher: „Komm doch mal! Das interessiert dich!“ Jetzt werde ich doch neugierig, denn anscheinend habe ich mich in meiner Vermutung getäuscht. „Schau mal, was ich hier habe“, sagt er und hält mir einen etwas vergilbten Briefumschlag entgegen. „Das gibt es doch gar nicht! Wo hast du denn den her?“ Ich greife sofort zu dem Briefumschlag ohne die Antwort von Peter abzuwarten, denn ich kann mir auch so denken, dass er ihn zwischen …

Ein schönes Geschenk

Am dritten Adventswochenende haben wir uns kurzentschlossen in den Trubel gestürzt. „Lass uns nach Berlin fahren und uns dem Rausch des Weihnachtsshoppings hingegeben“, habe ich meinem Mann vorgeschlagen. Es war einfach nur unbeschreiblich und schon ein bisschen  seltsam, wenn anscheinend alle zur gleichen Zeit auf die gleiche Idee kommen. Menschenmassen strömten durch die Straßen Berlins hinein in das Getümmel in den Kaufhäusern und den Weihnachtsmärkten.  Vom ersten Stock des Alexa aus konnte ich den Menschenstrom beobachten, der sich durch die weit geöffnete Tür auf der einen Seite den Weg nach innen und auf der anderen Seite nach außen bahnte. „Der Mensch ist tatsächlich ein Herdentier!“, dachte ich mir und mischte mich ebenfalls unter das Volk. Überall nur Schlangen, vor den Eingangstüren der Kaufhäuser, an den Kassen, an den Ständen, vor den Parkhäusern und selbstverständlich vor den Toiletten. „Warum tun wir Menschen uns dies nur jedes Jahr immer wieder an? Werden wir denn nicht schlauer?“, frage ich mich insgeheim. Eigentlich schon. Man nimmt es sich jedenfalls vor, doch das vorletzte Wochenende vor Weihnachten packt uns dann …

Total überraschend und unverhofft

Jedes Jahr nehme ich mir vor mich rechtzeitig auf Weihnachten vorzubereiten. „Gleich wenn wir aus dem Sommerurlaub kommen, schreibe ich mir alle Wünsche auf, die ein Familienmitglied so nebenbei erwähnt. Wenn ich etwas sehe, was einer von uns brauchen könnte, dann besorge ich das auch gleich“, überlege ich mir. Seltsamerweise wird nie etwas aus diesem guten Vorsatz und es ist jedes Jahr das selbe Spiel: Weihnachten kommt immer total überraschend und unverhofft. Bedingt durch unseren diesjährigen Aufenthalt in Abu Dhabi und Bangkok in den Wochen vor dem ersten Advent war für uns Weihnachten noch überraschender. Es war wie ein Sprung ins kalte Wasser. Umso intensiver sind jetzt unsere Bemühungen wieder in den Tritt zu kommen, d.h. alles zu erledigen, was eigentlich schon erledigt hätte sein sollen. Und das ist nicht gerade wenig. So werden jetzt Plätzchen gebacken, Einkäufe getätigt, die Gans bestellt, Geschenke gekauft, Weihnachtsfeiern vorbereitet und besucht, Weihnachtsschmuck hervor gekramt, der Weihnachtsbaum wird ausgesucht, aufgestellt und geschmückt. Die Mütter müssen aus einer Entfernung von sechshundert Kilometern abgeholt werden. Alles muss für das Festessen vorbereitet …

Arme kleine Gans

Im Oktober bin ich des öfteren an einer Wiese vorbeigekommen, auf der viele Gänse schnatternd hin und her marschierten. Es war ein schöner Anblick, die weißen Gänse mit ihren orangefarbenen Schnäbeln auf der grünen Wiese und ich ärgerte mich jedes Mal, dass ich keinen Fotoapparat dabei hatte. Ich hätte dieses Bild gerne festgehalten, zumal ich etwas wusste, wovon diese Tiere nicht im Entferntesten etwas ahnten:  Sie werden gefüttert, um zu sterben. Sie werden sozusagen ihr Leben für uns oder besser gesagt für unseren Genuss opfern. Einige von ihnen werden als Martinsgans und andere als Weihnachtsgans enden. Mir fiel auf einmal das Märchen von der Weihnachtsgans Auguste ein (im Original von Friedrich Wolf / vgl.: https://kielikompassi.jyu.fi/kookit0405/saksa/karte4/Augustedrucken.pdf , Stand 7.12.2014): Hier hatte der Vater eine lebende und gut genährte Gans vom Markt mit nach Hause gebracht und erntete allgemeine Begeisterung. Der Vater hatte schon den köstlichen Geruch des Weihnachtsessens in der Nase: Gänsebraten mit Rotkraut und Klößen. Die Gans wurde in den Keller gebracht, wo sie in eine Kiste gesetzt wurde und den Kindern erlaubte man sie …

Santa Claus

Wir sind wieder zurück in Deutschland, genauer gesagt in Berlin Tegel. Die Türen des Flugzeuges öffnen sich und wir treten hinaus. Wurden wir vor fast drei Wochen in Thailand von Temperaturen von über 30 Grad empfangen, so herrscht hier das andere Extrem vor. Der Pilot hatte uns bereits vorgewarnt, dass hier die Temperaturen um den Nullpunkt liegen. Trotzdem sind wir nahezu geschockt.  Sind zwei Grad wirklich so extrem kalt?“, frage ich, erwarte aber eigentlich keine Antwort, denn ich spüre es sozusagen am eigenen Leib. „Gut, dass wir schon vor dem Ausstieg in unsere Winterjacken geschlüpft sind“, denke ich nur und sehe zu, dass ich schnellstmöglich in dem Bus Platz finde, der uns von unserer Vorfeldposition zum Flughafengebäude bringt. Am Gepäckband werfe ich einen Blick auf den Monitor, auf dem einige Tagesnachrichten im Überblick erscheinen und stelle mit Schrecken fest: Übermorgen ist ja schon der erste Advent. Ich habe das Gefühl als seien wir mit katapultartiger Geschwindigkeit vom Hochsommer in den Winter geschleudert worden. Klar, in Bangkok war auch schon alles weihnachtlich geschmückt und man konnte …