Alle Artikel in: Meine Plauderecke

Geschmacksveränderung

Wie heißt es denn so schön: „Über Geschmack lässt sich streiten!“ Oder lustiger ausgedrückt: „Die Geschmäcker der Gestecker  sind unterschiedlich.“ Streiten möchte ich mich nicht, aber trotzdem möchte ich ein bisschen über den Geschmack mit Euch plaudern. Hierbei geht es mir nicht darum, ob das Kleid der Nachbarin gefällt oder nicht. Es geht auch nicht darum, ob Ihr einen ähnlichen Weingeschmack habt wie ich. Trotzdem beginne ich dieses Thema mit dem Wein: Genießt man in fröhlicher Runde, im Urlaub, in einer schönen Umgebung oder Atmosphäre etc. ein Gläschen Wein, das besonders gut mundet, möchte man diesen Geschmack gerne mit nach Hause nehmen und das Geschmackserlebnis sozusagen wiederholen. Man besorgt sich ein Fläschchen des köstlichen Weins, nimmt es mit, um dieses Getränk an einem gemütlichen Abend gemeinsam mit dem Partner im Wohnzimmer zu genießen. Und siehe da: Irgendetwas hat sich verändert. Der Wein schmeckt anders. Gut? Naja, eigentlich hat man schon besseren Wein getrunken. Seltsam!? Oder ein anderes Beispiel: Man ist beispielsweise im Ausland und kauft sich ein Andenken. Einen traditionell verzierten Krug, ein gemaltes Bild, …

Fundstück aus vergangenen Zeiten

Wenn ich bei meiner Mutter zu Besuch bin, dann stöbere ich gerne in meinem Jugendzimmer, in dem meine Mutter nicht viel verändert hat. So passiert es, dass ich Dinge finde, die für mich einen Erinnerungswert haben und schöne Andenken sind.  Auch am vergangenen Wochenende habe ich meine Mutter besucht und Erinnerungen waren ebenfalls wieder mit von der Partie. Dieses Mal fiel mir ein Geschenk von meiner längst verstorbenen Tante in die Hände. Wie es dazu kam, erzähle ich Euch jetzt:   Da der Zwetschgenbaum im Garten meiner Mutter über und über voll war mit reifen Früchten, machte ich mich an die Ernte:  Bäumchen rüttel dich, Bäumchen schüttel dich, fällt herab ein Pfläumchen für mich. Erst eins, dann zwei, dann drei und noch viele mehr, bis mein Eimer ist voll und schwer. Eigentlich musste ich nicht schütteln und rütteln. Die Äste hingen voll und waren dadurch enorm schwer, so dass sie sich bis zum Boden hinab neigten. Ohne Mühe und ohne Leiter konnte ich die Zwetschgen ernten und die Eimer befüllen.  Bring sie nach Haus, esse …

Absicht oder Unachtsamkeit?

In meiner Jugend habe ich es bei meiner Großtante festgestellt, bei der Großtante meines Mannes und auch noch bei anderen Personen. Schnell war man dann einer ganz bestimmten Meinung und diese tendierte dahin, dass man glaubte, derjenige habe es mit Absicht gemacht. Doch heute, Jahre, sogar Jahrzehnte später habe ich plötzlich eine ganz andere Ansicht. Wieso das denn? Naja, man kann ja seine Meinung gegenüber gewissen Gegebenheiten ändern. Vielleicht, weil die Sicht der Dinge eine andere geworden ist. Aber auch, weil man plötzlich ähnliche Situationen erlebt hat. Nein, das ist nicht ganz korrekt ausgedrückt. Ich meine natürlich, weil man selbst auf einmal derjenige ist, welcher… Erst neulich ist es mir passiert. Wir waren in Lübeck. Diese Stadt zu besuchen und ohne das köstliche Marzipan gekostet zu haben, wieder wegzufahren, geht gar nicht. Lübeck und Marzipan gehören einfach zusammen. Die Lieben zu Hause freuen sich dann natürlich auch über ein Mitbringsel und was wäre besser geeignet als eine Schachtel dieser Köstlichkeiten. „Schaut mal, was wir euch mitgebracht haben“, sage ich zu der Freundin unseres Sohnes und …

Muss das wirklich sein?(2)

Ich muss heute diese Frage noch einmal stellen und möchte mich darüber mit Euch unterhalten. Schaut Euch doch bitte mal das Beitragsfoto an. Hübsch, oder? Naja, wie man es nimmt.  Die blühenden Pflanzen und der kleine Gingobaum sind von einem Band umschlungen und muten im strahlenden Sonnenschein und vor der grünen Hecke fast schon ein bisschen dekorativ an.   Es könnte vielleicht die Dekoration für einen Kindergeburtstag, eine Hochzeit oder eine Gartenparty sein. Die Fantasie kennt hierfür keine Grenzen.  Schaut noch einmal genauer hin.  Richtig! Es handelt sich um Verpackungsmaterial. Diese mit Luft gefüllten Plastikpolster sollen etwas vor dem Zerbrechen oder Zerkratzen schützen. Nur was? Um das zu erklären, muss ich in meinen Ausführungen ein wenig ausschweifen: Ich habe eine kleine Hecken- und Grasschere, die mit einem Akku betrieben wird. Diese ist schon seit etlichen Jahren in meinem Besitz und ich kürze damit die Bodenkriecher in unserem Vorgarten auf die entsprechende Höhe und Länge. Das klappt ganz prima und ich bin mit dieser Schere sehr zufrieden.  Wie gesagt, es ist auch ein entsprechendes Scherblatt für …

Muss das wirklich sein?

Schon lange habe ich mich nicht mehr aus meiner kleinen Plauderecke gemeldet. Heute ist es wieder einmal soweit, denn mir ist etwas aufgefallen, das mich beschäftigt und worüber ich meine Verwunderung äußern möchte.  Regelmäßig mache ich mit meiner Mutter einen Großeinkauf. Hierbei ist dann der Einkaufswagen schon recht voll, das muss ich zugeben. Aber es muss sich ja auch lohnen. Stehen wir dann an der Kasse und legen alles auf das Förderband, haben wir  eine ganze Menge zu tun. Wir müssen uns echt beeilen, um alles auf das Band zu legen, denn vorne an der Kasse beginnt der/die Kassierer(in) schon seine/ihre Arbeit.  In Windeseile zieht er/sie die Waren über den Scanner und meine Mutter schiebt schnell den zum Glück inzwischen leeren Einkaufswagen nach vorne an das andere Ende des Förderbandes, wo sich schon Einiges angesammelt hat.  Sie beginnt einzuräumen, kommt aber mit dem Tempo des/der Verkäufers(in) nicht mit. Selbstverständlich übernehme ich das Einräumen, aber ich muss zugeben, dass auch ich mich beeilen muss, um mit dem/der rekordverdächtigen Verkäufer(in) mitzuhalten. Ich sehe ja ein, dass auch …

Die Fliederbäumchen

Heute möchte ich Euch einen kleinen Fliedergruß schicken. Dieser ist kombiniert mit Erinnerungen an meine Kinderzeit. Als ich die schönen Blüten sah, musste ich einfach in unserem Fotoschrank stöbern, bis ich die entsprechende Aufnahme gefunden habe. „Das ist aber ein hübsches Foto“, sagt meine Mutter, bei einem ihrer Besuche bei uns. Sie betrachtet gedankenversunken die Schwarzweißaufnahme, wendet sie und schaut auf die Rückseite. Ich weiß warum, denn ich habe vor ein paar Minuten dies ebenfalls getan. Beide hofften wir ein Datum auf der Rückseite zu finden. Leider steht noch nicht einmal das Jahr dort vermerkt. So rätseln wir, wann es gewesen sein könnte und kommen zu dem Schluss, dass ich vielleicht so acht oder neun Jahre alt war, als das Foto geschossen wurde. Schnell springe ich nach oben und hole noch ein paar andere alte Aufnahmen, die ich gemeinsam mit meiner Mutter betrachte. „Schau mal“, mache ich sie auf etwas aufmerksam. „Diese beiden Fliederbäume sind mit mir aufgewachsen und waren anscheinend mit mir gemeinsam immer ein beliebtes Fotomotiv.“ Ich zeige meiner Mutter ein Foto aus …

Faschingserinnerungen

Heute am Rosenmontag kommen bei mir Faschingserinnerungen an meine eigene Kindheit, aber auch an die unseres Sohnes hoch. Auf die Schnelle habe ich zwar nur ein einziges Faschingsfoto von mir gefunden, aber dafür gibt es von unserem Sohn ein paar mehr, die ihn in Verkleidung zeigen. Als Kind ging ich mit meiner Mutter immer zum Kinderfasching in die Festhalle, die an die Turnhalle angegliedert war. Dort war verständlicherweise viel Trubel. Während die Mütter am Rand an den Tischen saßen, versuchten bei dem Lärm ein Gespräch zu führen und gleichzeitig uns Kinder im Auge zu behalten, tummelten wir uns auf der Tanzfläche. Auf der Bühne standen die Musiker und von dort wurden auch die geliebten Süßigkeiten geworfen. Der Fußboden war voller Luftschlangen und Konfetti. Wir Kinder rannten kreuz und quer, waren mal auf der Tanzfläche, liefen oben auf der Galerie entlang oder fanden sogar den Weg hinter die Bühne. Im Gegensatz zu den Erwachsenen störte uns der Lärm kein bisschen. Den Müttern, Vätern oder Großeltern dröhnten allerdings mit Sicherheit der Kopf. Naja, wie sagt man so …

Entdeckt

Heute grüße ich Euch wieder einmal aus meiner Plauderecke, um Euch etwas zu zeigen, das ich entdeckt habe. Und zwar in meinem kleinen Schatzkästchen, das noch bei meiner Mutter in meinem ehemaligen Kinder- und Jugendzimmer steht. Darin befinden sich allerlei kleine Dinge, die ich aus unterschiedlichen Gründen dort hinein gelegt habe. Manche haben eine Bedeutung, aber mache liegen auch aus mir heute unerfindlich erscheinenden Gründen dort. So verhält es sich auch mit einem kleinen Anhänger. Ich vermute, dass es einst ein Schlüsselanhänger war, aber genau kann ich es nicht sagen. Ebenso erinnere ich mich nicht mehr, woher dieser Anhänger stammt und weshalb er noch heute existiert. Im Grunde genommen hatte er keine größere Bedutung für mich, sonst wüsste ich es. Aber warum liegt er denn dann bis heute dort? Weil ich ihn niedlich fand? Weil ich ihn einfach nicht wegwerfen wollte? Vielleicht ist er sogar einst nur versehentlich hinein geraten. Möglich ist alles, ich weiß es jedenfalls nicht mehr. Egal. Auf jeden Fall habe ich ihn einfach mal bei einem Besuch bei meiner Mutter fotografiert. …

Auch das bin ich

Als ich neulich in einer Buchhandlung stöberte, entdeckte ich ein Buch, das mein Interesse weckte. Ich griff  danach, blätterte es durch und erstand es.  Inzwischen hat es einen Platz in meinem Arbeitszimmer. Es handelt sich um „Das Buch der fast vergessenen Wörter“ von Petra Cnyrim*. Sie erklärt und zeigt den Ursprung bestimmter Wörter auf. Manche davon sind ganz verschwunden, andere sind im Begriff vergessen zu werden. Schon beim Durchblättern kamen Erinnerungen in mir hoch und eine Idee entstand: Ich möchte meinen Namen (Astrid Berg) auf solche Wörter und meine damit ganz persönlichen Erinnerungen durchforsten. Also lasst Euch überraschen, was dabei herausgekommen ist. A   Als Kind trug ich im Winter einen Anorak und raste in einem Affenzahn auf meinem Schlitten den Hügel hinunter. Heute saust man vielleicht in einer mit Fell gefütterten Windjacke, in einer Skijacke oder in einer mit Daunen gepolsterten Kapuzenjacke… den Schneehang hinunter, aber keinesfalls in einem stinknormalen Anorak. Da ich 1960 geboren bin, war es in meiner Generation üblich, dass man im Laufe seines Weges zum Erwachsenwerden mit der Aussteuer ausgestattet …

Scherben

Mir ist gerade so zum Plaudern. Habt Ihr Lust und plaudert ein bisschen aus dem Nähkästchen?! Ich denke, alle von uns haben schon einmal etwas entzwei gehen lassen. Man greift nicht richtig zu, stellt es nicht ordentlich hin, hält es ungenügend fest und schwuppdiwupp ist es passiert. Es rutscht aus der Hand, gerät ins Wanken oder Wackeln, kippt um, … Die Erdanziehungskraft sorgt dann nur noch dafür, dass der Gegenstand auf die Erde fällt. Schlägt er auf festem Untergrund auf, so kann man davon ausgehen, dass er in der einen oder anderen Weise kaputt geht. Scherben, so sagt man, bringen Glück. Zumindest Porzellanscherben. Deshalb zerschmettert man Tassen, Teller, Vasen und dergleichen am Polterabend. Die Scherben sollen dem Brautpaar Glück bringen. Doch ist man auch im täglichen Leben glücklich, wenn ein Teller oder eine Tasse vom „guten Geschirr“ kaputt geht? Das trifft doch eher weniger zu, oder? Was ist dran an dem Spruch: “Scherben bringen Glück“ ? Ist das eher ein Trost für uns, wenn etwas zu Bruch geht? Ist es ein Aberglaube, der den Ärger …

Manchmal frage ich mich …

Und wieder einmal melde ich mich aus meiner Plauderecke. Setzt Euch gemütlich zu mir und macht Euch über alles Mögliche und Unmögliche Gedanken mit mir. Heute möchte ich einfach ein paar Fragen an Euch weiterreichen und zur Diskussion stellen, die mir manchmal so durch den Kopf gehen. Wahrscheinlich habt Ihr Euch die eine oder andere Frage auch schon gestellt. Ich würde mich über einen kleinen Gedankenaustausch sehr freuen. Als wir letztes Jahr in Bangkok waren, entdeckte ich diesen Bücherstand. Ich fand nicht nur den Bücherstand sehr originell, zumal er auf mich nicht besonders stabil wirkte. Aber noch etwas fiel mir auf und warf in mir Fragen auf: Hat das gute alte gedruckte Buch inzwischen schon ausgedient und den Kampf gegen das Handy, die Hörbücher und die computerbestimmte Welt verloren? Ist uns die Lust am Lesen vergangen? Ich liebe meine Bücher und ich kann mich auch nur schwerlich von ihnen trennen. Sie stehen ordentlich in den Regalen und werden niemals lieblos behandelt. Es ist für mich ein ganz besonderes Lesegefühl, wenn ich ein Buch in der …

Man lernt nie aus

Als ich neulich meine Blogrunde drehte und bei Martina vorbeisah, las ich ihren Post über das „ß“ (kluempche). Schon bei den ersten Sätzen machte es in meinem Kopf „Klick!“ und ich war in der Vergangenheit. Mein Kopfkino sprang an. Ich sah mich wieder die Schulbank drücken und dreimal dürft ihr raten, um was sich der Unterrichtsstoff drehte. Genau, um das „ß“. Ich will Euch die Geschichte erzählen, die mich schon ein bisschen stolz macht. Auch nach so vielen Jahren, beziehungsweise Jahrzehnten: Klein- Astrid sitzt also im Unterricht. Sie ist in der zweiten Klasse und weil sie schon vor ihrem ersten Schulstart wusste, dass sie einmal Lehrerin werden will, sitzt sie ganz aufmerksam und mit „hochroten Wangen“ (Originalwortlaut des Lehrers) im Klassenzimmer und lauscht den Ausführungen des Lehrers. Heute gibt er die Hefte zurück, die er einen Tag zuvor eingesammelt hat. Sie hatten sich Sätze ausdenken und aufschreiben müssen. Klein-Astrid hatte einen Satz gewählt, in dem ein wirklich schwieriges Wort vorkam. Zum Glück hatte ihre Mutter gewusst, wie man es schreibt. Oder doch nicht? Der Lehrer hat …

Die Schatztruhe

Vielleicht könnt Ihr Euch noch erinnern. Vor nun bereits zwei Jahren schrieb ich drei Postkarten. Es waren Ansichtskarten von einem Bergdorf auf Mallorca, um genau zu sein von Valdemossa. Damals habe ich meiner Mutter und unserem Sohn am 7. Juni jeweils eine Ansichtskarte geschrieben, aber auch an unsere eigene Heimatadresse schickte ich eine Karte ab. Ich dachte, es sei eine schöne Überraschung und Urlaubserinnerung, wenn wir diese Karte in unserem Briefkasten finden würden. Ich weiß das Datum so genau, weil meine Mutter an diesem Tag auf einer Hochzeitsfeier eingeladen war. Diese Karten habe ich in einen offiziellen Postbriefkasten mitten im Ort eingeworfen. Es war ein Experiment. Ich wollte wissen, ob die Karten schneller in Deutschland ankommen, als die Karten, die man für gewöhnlich im Hotel abgibt. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass die Ansichtskarten meistens erst nach drei Wochen beim Adressaten ankommen. Oftmals waren wir dann schon wieder aus dem Urlaub zurück. „So ein offizieller Postbriefkasten“, so dachte ich mir damals, „wird doch sicherlich regelmäßig mehrmals in der Woche geleert.“ Mein Mann hatte Beweisfotos …