Alle Artikel in: Für Kinder

Gestörte Ruhe

Wir liegen und dösen hier unter Strauch und Baum, denn sie geben uns einen gemütlichen Schattenraum. Doch unsere Ruhe wird plötzlich von jemand gestört, das ist unerhört und wir sind darüber ziemlich empört. Auch wenn gar manchem von uns die Neugierde plagt, ist doch vor Fremden und Unbekannten Vorsicht angesagt. Uns hilft kein lautes Meckern und auch kein Rabatz, wir müssen einfach verlassen unseren schönen Platz. Oh Schreck, bisher ist es noch niemand aufgefallen, dass zurück bleibt voller Angst das Kleinste von allen. Es nach Ziegenart ruft ganz laut nach all uns ander’n, die gemeinsam zum nächsten Ruheplatz hin wandern. Mama Ziege hört das laute Jammern und Rufen, beginnt verzweifelt nach dem Jüngsten zu suchen. Wir Ziegen gemeinsam ein großes Meckern starten, aufgeregt auf das Kleine in sicherem Abstand warten. Erst als wir alle sind wieder froh und glücklich vereint, auch Zufriedenheit und Ruhe bei uns zu sein scheint .   Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Strandschönheiten Schnulli Liebeserklärung

Onkel Emil und der Pfeil des Amor

Jens und Jenny machen gemeinsam mit ihren Eltern einen Verwandtenbesuch bei Großtante Else und Großonkel Emil. Obwohl der Onkel sonst immer so ein lustiger Typ ist, treffen sie ihn an diesem Tag zunächst etwas mürrisch in seinem Lieblingssessel an. Er hat eine starke und schmerzhafte Muskelverspannung und erzählt den Kindern, dass er von einer Hexe mit einem Giftpfeil angeschossen wurde. Die Beiden sind etwas skeptisch, denn eigentlich wissen sie, dass es gar keine Hexen gibt. Nachdem Tante Else dieses kleine Missverständnis und die Herkunft dieses Begriffs aufgeklärt hat, meint ihr Mann: „Ich sag es doch, ich habe einen Hexenschuss!“  Und fast schon ein wenig beleidigt fügt Onkel Emil hinzu: „Aber wenn ihr mir sowieso nicht glaubt, dann wollt ihr bestimmt auch nicht die Geschichte vom Pfeil des Amor hören, der mich mitten ins Herz traf, als ich Tante Else das erste Mal sah.“ Mit seinen Worten entfacht er natürlich die Neugier der Kinder, die ihn aber trotzdem etwas ungläubig anschauen. „Willst du uns jetzt erzählen, dass dich ein Indianerhäuptling mit Pfeil und Bogen angeschossen hat? …

Besuch bei Tante Else und Onkel Emil

Die fünfjährigen Zwillinge Jens und Jenny freuen sich. Sie haben Ferien und wollen heute mit den Eltern einen Tagesausflug unternehmen und zwar zu dem hundert Kilometer entfernten großen See. Dort ist eine ausgiebige Wanderung  geplant.  „Habt ihr schon die Rucksäcke gepackt?“, will die Mutter wissen. „Und vergesst auch nicht die Regenjacken, falls wir von einem Schauer überrascht werden sollten.“ „Na klar“, erwidert Jens fröhlich. „Papa verstaut alles gerade im Kofferraum.“ Wie auf Kommando ertönt auch schon dessen Stimme vom Flur: „Alles fertig! Es kann losgehen!“ „Prima!“, begeistert sich auch die Mutter. „Die Sonne lacht vom Himmel, wir haben alles dabei, was wir brauchen und in ungefähr einer Stunde sind wir dort. Was wollen wir noch mehr?! Es wird sicherlich ein schöner Tag.“ Die Zwillinge schauen während der Fahrt vergnügt aus dem Fenster, Mutter stimmt ein Liedchen an und der Vater pfeift die Melodie dazu. „Ich habe eine Überraschung für Euch“, erklärt der Vater kurz bevor sie den Stausee erreichen und macht damit die Zwillinge neugierig. „Gestern Abend habe ich mit meinem Onkel und meiner Tante …

Kindersorgen, Kinderfreuden

Kindersorgen, Kinderfreuden Klein Lieschen erwacht fröhlich am frühen Morgen. Doch irgendetwas stört sie an der jetzigen Situation, macht sie traurig und wirbelt auf ihre Emotion. Der Blick aus dem Fenster bereitet ihr große Sorgen. „Mama, was ist nur los da draußen hier und jetzt? Hab ich Ostern und den Osterhasen verschlafen? Oder will Frau Holle den Osterhasen bestrafen?“, fragt sie schnell die Mutter und schaut ganz entsetzt. „Warum nur schüttelt sie gerade ihre Betten aus?“ „Ach“, Mutter spricht. „Sie macht den Frühjahrsputz. Wirft hinaus den ganzen Dreck und Winterschmutz. So schafft sie Ordnung überall in ihrem Wolkenhaus.“ Tränen kullern dem Mädchen über beide Wangen. „Wird der Osterhase trotzdem zu uns kommen?“ Er weiß doch, er ist jederzeit bei uns willkommen!“ „Ostern kommt der Osterhase, du musst nicht bangen.“ „Aber er wird sicher bekommen nasse Pfoten, wenn er die Ostereier versteckt draußen im Garten. Ach, Mama ich kann es gar nicht mehr erwarten, Ist denn Schnee an Ostern nicht verboten?“ „Vielleicht hat er die Ostereier im Haus versteckt, du musst nur suchen überall und in allen …

Hops und die Osterhasenkunst

„Hops, dein ständiger Unfug ärgert mich schon sehr, du wirst ein richtiger Osterhase nimmermehr. Für die Kinder solltest du Eier bemalen und auch verstecken, hier, da und dort, auf Feld, Wiese und in allen Ecken.“ „Aber so höre doch, lieber Herr Papa“, Hops nun spricht, „Familie Zwerghuhn von nun an, alle Arbeit für uns verricht’. Sie legen ihre grünen Eier überall in Stadt und Land, brauchen nicht des Osterhasens malende Hand.“ „Hi, hi!“, Hopsina die große Schwester lauthals lacht. „Hops, was hast du dir da wieder mal ausgedacht? Ostern wird dann lediglich ein großes Rühreifest!“ „Bitte“, Hops bettelt, „machen wir einen Test.“ „Mein lieber Junge, höre jetzt deiner Mama gut zu!“ Mutter Hoppel versucht zu vermitteln in aller Ruh’. „Auch wenn des Zwergenhuhn Ei ist schön grün, es ist roh, so sehr sich die Hühner auch bemüh’n.“ „Wir machen es zu einem Osterei voller Farbenpracht, weil wir alleine wissen, wie man es richtig macht. Dies wird weitergegeben von Generation zu Generation, Rezept und Dekoration ist Osterhasentradition.“ „Auch die Kunst des Versteckens will gelernt schon sein“, …

Hops hat eine Idee

Familie Hoppel steckt mitten in den Ostervorbereitungen. Nachdem das Personalproblem bei der Eierlieferung gelöst ist, läuft nun alles wie am Schnürchen. Fast alles. Mutter Hoppel kümmert sich um die Wäsche. Sie schrubbt das große weiße Tischtuch über das Waschbrett, während ihr Herr Gemahl die Hasenschar unterrichtet. Es wird gesungen und gelacht, aber auch gelernt. „Wer ein richtiger Osterhase sein will“, erklärt der Oberlehrer, „der muss nicht nur Eier bemalen und verzieren können, sondern auch wissen, wo die besten Verstecke für die Ostereier sind. Für Beides gibt es Regeln, die zu beachten sind.“ Hops schmerzt schon der Kopf, so viel muss er sich merken. Er hat gar keine Lust dieses Jahr mitzumachen. Viel lieber würde er jetzt schaukeln gehen oder die Hühner aufscheuchen und sie ein bisschen erschrecken. Hops ist nämlich ein kleiner Schlingel, der gerne Unfug macht. Seine Schwester, Hopsina, hingegen ist eine sehr fleißige Schülerin, die gut zuhört und auch alle Regeln befolgt. Sie freut sich schon riesig auf das Bemalen der Eier, denn nur gefärbte und bemalte und schön verzierte Eier sind richtige …

Probleme im Osterhasenland

Familie Hoppel ist in großer Aufregung ununterbrochen bereits schon seit ein paar Wochen. Wie jedermann weiß, ist das Osterfest nun schon bald mit der großen Eiersuche im Wald. Vater Hoppel kommen schreckliche Neuigkeiten zu Ohr, denn es stehen große Probleme bevor. Die Hühner klagen, über zu viel Arbeit, wenig Personal, wollen streiken, die Arbeit niederlegen total. Der Familienrat trifft sich ganz dringend und sofort, Osterhasen benötigen der Hühner Support. Familie Hoppel braucht eine Lösung für das Problem, denn die Situation ist äußerst unbequem. „Wie nur kann man die Hühner entlasten geschwind?“, fragt nun Hops, das Osterhasenkind. Er hat sich auf’s Eiermalen mit bunten Farben gefreut, will anfangen damit noch heut. Mutter Hoppel hätte da vielleicht eine brauchbare Idee, erwägt sie beim Nachmittagskaffee. Voller Hoffnung richten sich die Blicke gespannt auf sie, überlassen alles ihrer Fantasie. Eine Legefabrik voller Hennen existiert hinter dem Wald, die armen Tiere sterben schon bald. Sie sind eingesperrt in Käfigen, klein und eng zum Eierlegen, können sich nur unter Schmerzen bewegen. „Wir müssen sie unbedingt und ganz schnell befreien, denn ihre …

Glück im Unglück

Egon läuft gerade den Bürgersteig entlang. Er hat heute gar keine gute Laune, denn sein Bauch knurrt unüberhörbar. Er hat seit vorgestern nichts Anständiges mehr gefuttert und jetzt ist es bereits Mittag. „Also wird es langsam mal Zeit einen kleinen Bissen zu sich zu nehmen“,sagt er sich selbst. Mit gesenktem Blick läuft er den Weg entlang. Er sieht sich schon dem Hungertod nahe, da erblickt er einen gefüllten Abfallbehälter. Schnell ein Rundumblick und schon steuert er zielstrebig auf den verheißungsvollen Schatz zu. Stück für Stück arbeitet er sich durch den Müll. „So ein Pech“, denkt er frustriert, als er mit seiner Schatzsuche am Boden des Behälters angekommen ist. „Nichts drin heute, auch nicht der kleinste Krümel. Alles nur leere Dosen, Papier und ausgetrunkene Kaffeebecher.“ Egon versteht die Welt nicht mehr. Das gab es ja noch nie. „Ich werde wohl den nächsten Tag nicht mehr erleben, wenn mich mein Glück so verlassen hat. Aber vielleicht wartet es ja schon an der nächsten Ecke“, spricht er sich selbst im Stillen Mut zu. An der nächsten Ecke passiert …

Faschingserinnerungen

Heute am Rosenmontag kommen bei mir Faschingserinnerungen an meine eigene Kindheit, aber auch an die unseres Sohnes hoch. Auf die Schnelle habe ich zwar nur ein einziges Faschingsfoto von mir gefunden, aber dafür gibt es von unserem Sohn ein paar mehr, die ihn in Verkleidung zeigen. Als Kind ging ich mit meiner Mutter immer zum Kinderfasching in die Festhalle, die an die Turnhalle angegliedert war. Dort war verständlicherweise viel Trubel. Während die Mütter am Rand an den Tischen saßen, versuchten bei dem Lärm ein Gespräch zu führen und gleichzeitig uns Kinder im Auge zu behalten, tummelten wir uns auf der Tanzfläche. Auf der Bühne standen die Musiker und von dort wurden auch die geliebten Süßigkeiten geworfen. Der Fußboden war voller Luftschlangen und Konfetti. Wir Kinder rannten kreuz und quer, waren mal auf der Tanzfläche, liefen oben auf der Galerie entlang oder fanden sogar den Weg hinter die Bühne. Im Gegensatz zu den Erwachsenen störte uns der Lärm kein bisschen. Den Müttern, Vätern oder Großeltern dröhnten allerdings mit Sicherheit der Kopf. Naja, wie sagt man so …

Glück gehabt

Der achtjährige Lars und seine fünfjährige Schwester Susi drücken sich die Nase an der Fensterscheibe platt. Seit einer Stunde schneit es ununterbrochen und zwar so heftig, dass man fast die eigene Hand nicht vor den Augen sehen kann. Inzwischen liegen bestimmt schon fünfzehn Zentimeter Schnee. „Wann können wir endlich raus?“, fragt Lars die Mutter. „Wenn es nicht mehr so heftig schneit. Kommt erst einmal in die Küche. Ich habe euch eine lecker heiße Schokolade gemacht.“ Lars und Susi lieben heiße Schokolade und setzen sich daher gehorsam an den Küchentisch. Ihr Blick wendet sich allerdings nicht vom Fenster ab. Sie wollen es doch nicht verpassen, wenn der Schneefall endlich nachlässt. Und tatsächlich, plötzlich ist es als hätte jemand einen Schalter gedrückt. Von einem Moment zum anderen fallen nur noch vereinzelte Schneeflocken vom Himmel. Susi und Lars trinken schnell ihre Tassen aus, als es fast zeitgleich an der Haustür klingelt. Es ist Robert, der Nachbarsjunge und Schulfreund von Lars. „Ich will Lars abholen!“, verkündet er. „Na dann mal raus mit euch!“, lacht die Mutter. „Und passt auf …

Das Glitzersternchen

Es war einmal ein kleines Glitzersternchen. Es lag mit vielen anderen Sternchen in einer Schachtel und diese stand in einem Schrank. Ganz hinten in der Ecke. Vor vielen Jahren hatte sie einst eine ältere Dame gekauft, dort abgestellt und vergessen. Niemand schenkte ihnen Beachtung. Manchmal wurden sie mitsamt der Schachtel ein bisschen nach links oder nach rechts verschoben. Kein Mensch hatte Interesse an ihnen, aber auch niemand entsorgte sie. So verbrachten sie ihr ganzes Leben in Dunkelheit. Zwar waren sie alle beisammen, aber sie fühlten sich nutzlos. Sie waren dafür bestimmt gewesen Menschen durch ihre Anwesenheit Freude zu schenken. Sie wollten auf einem schön gedeckten Tisch erstrahlen, funkelnd auf Geschenken oder Karten kleben. Immer wenn sich die Schranktür öffnete, hatten sie die Hoffnung nun endlich ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt zu werden. Doch leider hatten sie die ältere Dame, die die Besitzerin des Schrankes zu sein schien, schon lange nicht mehr gesehen. Auch die Schranktür wurde seit geraumer Zeit nicht mehr geöffnet. Eines Tages jedoch leerten fremde Menschen den gesamten Schrankinhalt aus, doch die Packung mit …

Der Weihnachtsbaum

Das kleine Städtchen liegt ruhig und friedlich da, fast ein wenig verträumt. Der Kirchturm ragt in den Himmel, auf den Dächern, Bäumen und Wegen liegt Schnee. Dem Besucher dieses Ortes erscheint alles wie eine vorweihnachtliche Bilderbuchlandschaft. Heute ist in dem kleinen Wäldchen am Stadtrand einiges los. Richtiger Trubel herrscht hier. Es ist der 3. Advent und in einer Woche ist Heiligabend. Die Leute, die es hierher geführt hat, möchten sich einen Weihnachtsbaum für das Fest aussuchen. Sie laufen kreuz und quer durch die Reihen und begutachten einen Baum nach dem anderen. „Was ist denn hier los? Warum stören diese Menschen unsere himmlische Ruhe?“, will Tänny von seinem Großvater Tan wissen, der neben ihm steht. „Ach weißt du, die Menschen suchen sich einen besonders schönen Baum aus und nehmen ihn dann mit nach Hause, um ihn für das Weihnachtsfest zu schmücken.“ „Warum bist du denn so traurig?“, will Tänny von seinem Großvater wissen, der schon etwas gebeugt ist und auch nicht mehr so frisch aussieht wie sein kleiner Enkel. „Ich muss an deine Großmutter denken, die …

Ungebetener Besuch

Heute bin ich einmal die Geschichtenerzählerin. Für alle die mich noch nicht kennen, darf ich mich kurz mit meinem Namen vorstellen: Lottchen. Ich bin die einzige Katze hier im Hause und ohne eingebildet zu wirken, kann ich behaupten, dass ich allseits beliebt bin. Und das nicht nur bei meiner Menschenfamilie, sondern auch bei allen Nachbarn. Ich bin immer herzlich willkommen. Als Dankeschön lege ich dem einen oder anderen auch gerne mal ein kleines Geschenk vor die Tür. Ich bin mir allerdings nicht immer so sicher, ob sie sich wirklich darüber freuen und es zu schätzen wissen. Neulich zum Beispiel habe ich beobachtet, was der Nachbar mit meinem Geschenk gemacht hat. „Schaut mal, was uns Lottchen gebracht hat. Wollt ihr es haben?“, rief er lachend über den Gartenzaun zu Frauchen und Herrchen rüber. Dann entsorgte er mein Geschenk in der Mülltonne. Aber ich schweife vom Thema ab, denn ich wollte eigentlich von einem Gast in meinem Zuhause berichten, der immer wieder herein kommt. Mein Frauchen hat mal erzählt, dass sie einen Spruch über einen ungeliebten Besucher …

Das Wiedersehen

Ted marschierte gerade von Bord eines großen Kreuzfahrtschiffes, um den Hafen und die fremde Stadt zu erkunden. Schön, war die Reise bisher gewesen. Noch nie zuvor war er so lange an Bord eines Schiffes gewesen und durch das Mittelmeer geschippert. Er war sich gar nicht so vorgekommen wie auf einem Schiff, eher wie in einer schwimmenden Stadt. So viele Menschen hatte er getroffen, nicht allen konnte man vertrauen. Den meisten musste man die eigene Existenz verheimlichen. So lebte er meist ein wenig abseits. Tagsüber hielt er sich gut versteckt, wie es sich für einen blinden Passagier gehörte und nachts machte er seine Streifgänge durch die Flure und durch die Vorratskammern, wo er sich Nacht für Nacht den Bauch vollschlug. Ein Leben in Saus und Braus, waren die vergangenen zwei Wochen gewesen. Obwohl er sich wie im Schlaraffenland gefühlt hatte, brauchte er für den heutigen Tag mal wieder richtigen und nicht wankenden Boden unter seinen Füßen. So trippelte er die Gangway hinunter und schaffte gerade noch den Absprung, bevor diese wieder entfernt wurde. Er atmete tief …