Alle Artikel in: Gedichte

Besser oder schlechter?

  „Früher war alles besser“, sagt der Mann, „nicht immer, aber so dann und wann. Die Welt scheint komplizierter geworden zu sein, vieles ist heutzutage nur noch Schein.   Der Mensch ist geworden zum Konsument, der die wahren Werte nicht erkennt. Jedermann ist tagein, tagaus in ständiger Eile, oft fehlt die Zeit zu rasten eine kleine Weile.   Geld regiert die Welt, so erkennt man, jeder jagt ihm nach, so schnell er kann. Früher gab’s kein Handy, kein Internet zwar, niemand war ständig erreichbar, na klar.“   „Doch manche Dinge“ sagt die heutige Frau, „sind besser, hilfreich und auch schlau. So hilft Tante Google immer und überall weiter, dank Internet ist unsere Sicht weltweiter.   Früher war der Haushalt so aufwendig, Mann fühlte sich dafür nicht zuständig, das ist heutzutage viel, viel besser, ja klar! Das kannst du nicht bestreiten, das ist wahr!   Mit dem Flugzeug geht es auf Reisen, Oma und Opa können noch verreisen.  Ferne Länder will man heute erkunden und die Welt einmal im Leben umrunden.“   Besser oder schlechter?  Wer …

Zu verschenken

  Ich habe nichts zu verschenken, wird gar mancher Mensch jetzt denken. Doch es ist kein Geld und kein Gut, man braucht dazu noch nicht einmal Mut.   Es ist nicht groß, eher recht winzig, du kannst es geben auch noch mit neunzig. Diese Gabe macht nicht arm, aber reich und zwar im selben Moment und sogleich.   Gib es Menschen, die du kennst, aber auch solchen, die du Fremde nennst. Du bekommst es sicher zurück, es schenkt allen ein Stückchen vom Glück.   Sogar du kannst dich beschenken, selbst dann wird es dir niemand verdenken. Zu jeder Stund’ und Tageszeit es ist willkommen überall und sogar weltweit.   Jeder wird es sofort verstehen, Keine Bedenken: Es wird nicht schiefgehen. Es ist in dir selbst verborgen, drum beginne damit schon am frühen Morgen.   Ein kleines Lächeln ist es nur, gib dir einen Ruck und sei nicht so stur. Es tut dir gewiss nicht weh, ist zart und rein wie der Kuss einer Fee.   Drum lächele jeden einzelnen Tag, es allen Freude und Kraft …

Die Bank

  Verlassen steht die Bank dort, unbeachtet an einem grünen Ort. Bald wird Leben erwachen und im Garten alles prächtig machen.   Bald werden sie alle kommen, Hast du sie schon vernommen? Sie zwitschern ihre Lieder, putzen auf ihr das bunte Gefieder.   Katzen sich unter ihr verstecken, ihre Glieder in der Sonne recken. Genüsslich sie leise schnurren, während Tauben in der Ferne gurren.   Alt und Jung auf ihr sitzen, Verliebte Initialen in sie ritzen, gemeinsames Glück erträumen und sich küssen unter den Bäumen.   Man wird sie wieder pflegen, ihr einen neuen Anstrich geben. So lockt sie alle zum Verweilen, und Aufmerksamkeit ihr zu erteilen.   Von der Arbeit großer Last, gewährt sie eine kurze Rast. So allseits beliebt und geschätzt, man sich hier gerne zusammensetzt.   So vergeht Jahr für Jahr, auch sie wird altern, fürwahr! Wird noch viele gute Dienste leisten, bevor sie dann gehört zum alten Eisen.     Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Zuviel des Guten Nie gedacht… Unser märchenhaftes Erlebnis  

Auf Reisen

Einst waren wir sehr angesagt, niemand hat sich über uns beklagt. Man hat uns gerne genutzt, nach jeder Reise gepflegt und geputzt.   Nun sind wir hier gestrandet, sozusagen auf dem Abstellgleis gelandet. Einfach nur noch zur Zier, stehen wir nun schon lange Jahre hier.   Ertragen Sonne, Regen, jedes Wetter, und sind doch dankbar unserem Retter. Verweilen wir auf dem Bahnhof, somit bleibt uns erspart der Müllhof.   Zu finden uns vor dem Gebäude, bereitet gar Manchem große Freude. Man bestaunt uns interessiert, jeder uns immer gerne fotografiert.   Sind nicht die neusten Modelle, doch der Hit an dieser Außenstelle. Wir bezeugen und auch beweisen, dass man mit uns ging viel auf Reisen.   Mit unserer stillen Anwesenheit, erinnern wir an eine vergangene Zeit. Sind zwar nicht für die Ewigkeit, trotzdem eine kleine Sehenswürdigkeit.     Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Im Sauseschritt Ausgedient Immer rund herum

Des Glückes Gabe

  Irgendwie ist mir heute so zumute, dass ich ziehe eine Schnute. Das Wetter ist nur nass, kalt und trübe, macht mich lustlos und müde.   Ich frage mich schon den ganzen Tag, hält er auch was Schönes parat? Oder bleibt er solala und einheitsgrau? Dann wird mir ganz flau.   Das Leben ist nicht immer kunterbunt, nicht immer läuft alles rund und wie man es sich wünscht und denkt, man bekommt nichts geschenkt.   Doch unverhofft klopft er dann an, bei dir, mir und jedermann, zaubert ein kleines Lächeln ins Gesicht, bringt ins Leben wieder Licht.   Es ist der Moment des kleinen Glück’, verweilt für einen Augenblick und hat in seinem Gepäck die gute Laune, verändert alles im Nu, man staune!   Vergessen ist aller Trübsinn sogleich, Fröhlichkeit mit einem Streich, erobert des Menschen Herz und Sinn, mehr als im Lotto ein Gewinn.   Nutzt jeden noch so kleinen Moment, es braucht kein Argument, um zu ergreifen des Glückes Gabe in jeder Lebenslage.     Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Knut …

5 Uhr 30

Es hat sie tatsächlich einst gegeben, eine Zeit ohne Dich in meinem Leben.   Damals hätte ich es niemals gedacht, dass du einst wirst haben diese Macht.   Seit du bist an meiner Seite immerzu, nimmst du mir meine innere Ruh’.   Zwiegespalten ist mein Verhältnis zu dir, weder Liebe noch Hass erhältst du von mir.   Ich kann dich nun einfach nicht lieben,  zeige es dir deutlich mit kräftigen Hieben.   Ich kann dich aber auch nicht hassen, denn ohne dich würde ich viel verpassen.   Mit einem Eid kann ich es beschwören,  manchmal würde ich dich gerne überhören.   Wenn du mir deinen Dienst wirst versagen, werde ich mich ganz bitterlich beklagen.   Dann kann ich auch niemand dafür bestrafen, ohne dich, meinen Wecker, werde ich verschlafen.   Drum bleibe bitte getreu an meiner Seite, griffbereit und keinesfalls außer Hörweite.       Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Oma Lena und ihre Schatztruhe Ich beneide dich Das sind wir

Kuschelig

Wo ist sie nur hin, die liebe Sonne, die bringt soviel Freud und Wonne? Es ist neblig, trüb und auch kalt, so ist der November halt. Ich mag gar nicht mehr lange raus, trotz Pelz ist die Kälte mir ein Graus. Drinnen gibt es Futter und Leckerei, aber auch sonst noch allerlei. Frauchen macht es kuschelig warm und nimmt mich auch auf den Arm. Sie hat für mich viele schöne Decken, zum Kuscheln bis zum Wecken. Ich zähle dann ein paar Schäfchen und mache mein Mittagsschläfchen. Hinterher bin ich wieder so richtig fit und mit dem November quitt. Strolche ein bisschen um die Ecken, vergessen sind die warmen Decken. Flüchte erst wieder bei Wind und Regen, ins warme Haus, welch ein Segen. Sammele dort für den neuen Tag Kraft, der alte hat mich ziemlich geschafft. Träume gern von den kleinen Mäuschen, ohne zu verlassen das Häuschen. Ein Katzenleben ist doch eine Pracht, nicht nur, wenn die liebe Sonne lacht. Mach auch Du das Beste aus dem Tag, so dass er Dir gefallen mag.     …

Das Windrädchen

Es steht hier auf weiter Flur, kann nichts anderes als sich drehen nur. Es dreht sich im Wind, manchmal langsam und manchmal geschwind. Kinder stehen vor ihm dann, zieht das Windrädchen sie in seinen Bann. Kinderaugen es anstrahlen, voller Glück sie funkeln wie Sonnenstrahlen. Steht der Wind mal still, jedes Kind dem Rädchen schnell helfen will. Atmen richtig tief nun ein, pusten mit voller Kraft auf dessen Flügel ein. Schnell wie nie im Leben, dreht es sich und es ist sein Bestreben, dass die Kinder es nehmen mit, fortan sie zu begleiten auf Schritt und Tritt.       Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Filmreif Vom Winde verweht Fein herausgeputzt

Mal seicht, mal wild

  Liebe Leute, ich bin wieder da, war gar nicht richtig weg zwa’, weil ich manchmal nur ganz leise, gehe auf meine lange Reise. Dann spiele ich mit eurem Haar und ihr nehmt mich kaum wahr. Wehe euch um die Nase ganz sacht, mit Vorsicht und auch Bedacht. Treibe Wolken hin und her ein Stück mal vor, aber auch mal zurück. Puste nach der Flaute voller Kraft, damit das Segel nicht erschlafft. Komme von nah und von fern, kühle eure heiße Stirn gern. Bringe frische Luft in alle Räume, wirbele dann auf eure Träume. Lasse Samen durch die Lüfte fliegen, Halme sich unter mir biegen. Drachen gleiten am Himmel dahin, wie es mir steht so im Sinn. Blätter von Bäumen ich schüttele, auch an Gartentüren ich rüttele. Treibe Laub durch die Straßen, lasse Kinder mit mir spaßen. Manchmal muss ich aber toben, komme mit Wucht von oben. Peitsche auf die Wellen im Meer, wüte auch ringsum gar sehr. Bin dann mächtig und bärenstark, säusele nicht leise, brülle lautstark. Decke ab all der Häuser Dächer, alles …

Tante Frieda

Immer wieder sonntags geschieht das selbe Spiel und man muss zugeben, Tante Frieda hat Stil. Sie holt ihr bestes Kleid aus dem Schrank, es passt ihr immer noch, Gott sei Dank. Legt um ihren Hals die kosbare Perlenkette, denn damit macht sie Eindruck, jede Wette. Fehlen darf auch nicht der chice große Hut, sie weiß, dieser kleidet sie besonders gut. Erhobenen Hauptes schreitet sie von dannen, biegt dann ab bei den drei großen Tannen. Der Bus bringt sie in die lebhafte Stadt, dort ein ganz bestimmtes Ziel sie hat. Hier gleich neben der Kirche auf dem Marktplatz, ist Tante Friedas angestammter Sonnenplatz. Sie ist bei allen beliebt und wohlbekannt und wird nur „Frau Gräfin“ dort genannt. Der Ober weiß, was sie sich gedenkt auszusuchen, ein Tässchen Kaffee, dazu ein Stückchen Kuchen. Und obendrauf gehört zum guten Schluss noch ein Tupfen Sahne, welch ein Genuss. „Frau Gräfin wünscht noch einen kleinen Likör?“, fragt geschwind der Ober, dieser nette Charmeur. Zu einem Glas Eierlikör sagt sie nicht nein, egal ob bei Regen oder bei Sonnenschein. Gut gelaunt …

Im Sauseschritt

  Wie doch die Zeit ist verronnen, wieder hat eine neue Woche begonnen. Sie hat keine Zeit zu verweilen, darum müssen wir uns immerzu beeilen. Im Nu ist es dann Wochenmitte, es geht vorwärts im schnellen Schritte. Ein Tag nach dem anderen verstreicht und geschwind ist das Monatsende erreicht. Der September dann von uns geht, Oktoberwind uns um die Nase weht. Laub sich verfärbt, Drachen steigen, bunte Blätter im Tanz durch die Lüfte gleiten. Doch die Zeit bleibt nicht stehen. Der goldene Oktober wird vergehen, dem Regen im November weichen, dem kalten Dezember die Hand hinreichen. Drum sollten wir jetzt innehalten, jeden Augenblick uns schön gestalten. Vorüber ist nämlich weder diese Woche, noch Monat, Jahr oder gar diese Epoche.       Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Herbstgedanken Mister Tremblehand Sommerabschiedsgruß Liebeserklärung *Dieses Gedicht habe ich bei Rostrose und ihrer Aktion ANL verlinkt https://rostrose.blogspot.com/2018/09/anl-33-warum-bio.html

Badezimmergespräch

„Jeden Tag das selbe Drama, wenn sie kommen in ihrem Pyjama. Mit kleinen Augen schauen sie mich an, blinzeln mir zu dann und wann. Haben nur ein müdes Gähnen, das Haar hängt herab in Strähnen. Sie wollen zwar meine strahlende Klarheit,  vertragen aber nicht meine Wahrheit.“ „Ach Spiegel, sei nicht traurig, auch mein Dasein ist ganz schaurig. Sie drücken und quetschen mich immerzu, werfen mich in die Ecke im Nu.“ „Oh Tube, du hast noch Glück, mich nennen sie ein dummes Stück. Der Umgang mit mir ist nämlich schwierig, denn ich bin ziemlich schmierig.“ „An mir bleibt alles hängen dann, Seife, Creme ist am Handtuch dran. Ich bin dann schmutzig und auch nass, als wär’ auf mich kein Verlass.“ „Ihr könnt noch alle zufrieden sein, die schwerste Arbeit ist doch mein. Muss mich wühlen durch das krause Haar bei der ganzen Familienschar.“ „Auch meine Arbeit ist ziemlich hart, muss putzen die Zähne, polieren zart, bis sie alle sind sauber und strahlend rein bei Groß und auch Klein.“ „Halt, ich bin auch dabei! Rasiere des Mannes …

Unbeschriebenes Blatt

  „Hallo“, ruft das unbeschriebene Blatt, „ich habe es unendlich satt, denn ich liege einfach hier nur so rum und das ist mir dann doch zu dumm.“ Pinsel, Stift und auch die Schreibfeder verstehen nicht dies Gezeter, denn bald kommt gewiss auch ihr Einsatz, drum gehört Abwarten zum Grundsatz. „Ach, lass doch das Meckern sein, siehst aus so sauber und rein, so perfekt und vollkommen unschuldig, drum sei doch nicht so ungeduldig. Mensch und Muse werden erscheinen, uns alle in Text oder Bild vereinen. Warten wir lieber auf der Stunde Gunst,  um zu erstrahlen als Poesie oder Kunst.“ „Will auch ich nun still und geduldig sein, was meine Bestimmung wird sein, übe mich in Vorfreude und Hoffnung auf die kreative menschliche Schöpfung.“ Stift, Pinsel, Feder beginnen mit ihrem Tanz, zaubern damit prachtvollen Glanz, auf das einst unbeschriebene, traurige Papier, erfüllen es mit Stolz und schöner Zier.     Vielleicht möchtet Ihr auch das noch lesen: Liebeserklärung Gut gemeint! Goldglöckchen

Hitzegedanken

Die Sonne brennt uns auf das Haupt, drum sei ein Schirm als Schutz erlaubt, damit das Hirn nicht zu glühen beginnt und jeder geniale Gedanke einfach nur verrinnt. Mit Schirm oder Sonnenhut beschattet, dazu noch mit Sonnencreme ausgestattet, sollten wir uns eine Erfrischung gönnen, um einen kühlen Kopf bewahren zu können. Wasser uns dann überaus kostbar ist, dessen sind wir uns in der Hitze gewiss, genießen glücklich das einfache Nass, ob aus Wasserhahn, Flasche oder dem Fass. Mit den Füßen waten durch den Teich ist ein Vergnügen ohne jeglichen Vergleich, wirkt erfrischend und belebend zugleich, ganz egal, ob man nun arm ist oder reich. Sucht euch ein nettes schattiges Plätzchen, neben dem Hund oder kleinen Schmusekätzchen, genießt die Ruhe und die schönen Sonnentage, sie entschwinden viel zu schnell,- ohne Frage. So wünsche ich uns allen in der Hitze hier, auf alle Fälle der notwendigen Dinge vier: Frohsinn, Schatten, Wasser und ein kühles Bier. Doch bedenkt, Durst hat auch das kleinste Tier. Lieber Wettergott, schenke Sonne und Regen, dies ist für Mensch, Tier und Natur ein …