Meine Plauderecke
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Auf der Suche

Neulich habe ich ja schon von unserer Katze berichtet. Sie hält sich zur Zeit hauptsächlich draußen auf und lässt sich nur noch selten blicken. Auch frisst sie sehr wenig und ist ziemlich abgemagert.

Da wir nicht einfach nur warten wollten, dass sie sich wieder einmal bei uns blicken lässt, sind wir auf die Suche nach ihr gegangen. Unsere Katze hört nicht nur auf ihren Namen, sondern auch auf unser Pfeifen. Mein Pfeifen ist ihr zwar manchmal ziemlich egal, aber auf den Pfiff meines Mannes, der sehr intensiv und durchdringend ist und selbst mir in den Ohren weh tut, reagiert sie sofort. Also haben wir uns auf den Weg durch unser Wohngebiet gemacht. Zunächst sind wir die näheren Straßen mit dem Auto abgefahren, denn normalerweise kommt sie sofort aus irgendeiner Ecke hervor, wenn sie das Motorgeräusch unseres Wagens hört. Mit heruntergekurbeltem Fenster ließ mein Mann seinen durchdringenden Pfiff ertönen. Leider blieben wir erfolglos und fuhren etwas traurig wieder nach Hause. Doch so schnell gaben wir natürlich nicht auf.

Wir gingen zu dem nahegelegenen kleinen Wäldchen, da mein Mann sie neulich mal aus dieser Richtung hat kommen sehen. Kurz vor dem Wald blieben wir stehen und mein Mann schickte seinen Pfiff durch die Luft. Unterstützend rief ich den Namen unserer Katze.

Siehe da, schon hörten wir ein Rascheln und lautes Miauen. Beide Geräusche näherten sich uns. Und dann sahen wir sie. Sie kam geradewegs auf uns zu. Allerdings nicht aus dem Wäldchen, sondern aus einem Gebüsch in einem Garten. Jetzt sahen wir auch, dass der Maschendrahtzaun am Boden verbogen war und somit ein Schlupfloch bot. Genau dort hindurch schlüpfte unsere Katze und umschmeichelte jetzt unsere Beine.

Zunächst machte es den Eindruck, als wolle sie uns etwas zeigen, denn sie lief den Waldweg ein paar Schritte entlang, dann wartete sie auf uns. Wir folgten ihr und sie lief wieder ein paar Meter. Allerdings schien sie schon bald selbst nicht mehr genau zu wissen, was sie eigentlich wollte und so schlugen wir die entgegengesetzte Richtung ein und marschierten nach Hause. Unsere Katze folgte uns erzählend und kam sogar mit ins Haus. Als sie ein paar Happen gefressen hatte, wollte sie wieder nach draußen. Von der geschlossenen Haustür marschierte sie zur geschlossenen Terrassentür. Da beides keinen Erfolg zeigte, probierte sie ihre Katzenklappe aus, doch auch diese hatten wir wohlweißlich verschlossen. Sie begann natürlich zu jammern. Hätte ich es nicht besser gewusst, so hätte ich gedacht, sie sei rollig oder hätte irgendwo Junge, die sie versorgen muss.

Gerade als wir schon fast durch ihr Jammern nachgeben und sie wieder nach draußen entlassen wollten, beruhigte sie sich. Sie legte sich gemütlich auf den Teppich und begann sich zu putzen. Danach sprang sie zu meinem Mann auf das Sofa, ließ sich kraulen und schlief dann tief, fest und zufrieden ein.

Am Morgen musste sie allerdings ganz schnell und dringend weg. Natürlich ohne Frühstück. Aber sie kam tagsüber, futterte und schlief auf der Terrasse in ihrem Körbchen, bevor sie wieder auf Tour ging.

Mal sehen, ob sie heute Nacht von alleine kommt…

 

 

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10 Kommentare

  1. Liebe Astrid,
    Deine Geschichte zeigt deutlich, welche Persönlichkeiten Katzen sind. Sie suchen sich den Menschen aus, nicht umgekehrt, gell.
    Weiterhin hoffentlich viel Freude an diesem eigenwilligen Gast.♥
    Liebe Grüße
    moni

    • Astrid Berg sagt

      Unsere Katze ist inzwischen schon 11 Jahre bei uns und wir wären sehr traurig, wenn ihr etwas zustoßen würde. Deshalb gehen wir lieber auf die Suche und holen sie wieder nach Hause. Aber im Sommer braucht sie eben ihre Freiheit 😉.
      LG
      Astrid

  2. Liebe Astrid,
    eure Suche hatte Erfolg. Zum Glück hört eure Katze auf Rufen bzw. Pfeiffen. Hoffen wir, dass sie wieder mehr Appetit bekommt und mehr frisst.

    Viele Grüße
    Traudi

    • Astrid Berg sagt

      Ich denke, sie fühlt sich im Sommer immer als Selbstversorger. Wenn es dann wieder kühler wird und sie mehr drinnen ist, dann lässt sie sich wieder gerne bedienen. Schade finde ich es im Moment allerdings, dass sie immer nur auf Stippvisite vorbei kommt.
      LG
      Astrid

  3. liebe Astrid, idealer für Euch und eure Sorgen um sie wäre natürlich wenn sie beides tät – heimkommen und: die Freiheit im Sommer draußen geniessen, aber so sind sie unsere fellnasen, sie machen einfach das wozu sie Lust haben! dennoch ist Eure Sorge berechtigt, kehrt eine Katze nicht in den gewohnten Abständen heim, dann kann es ja durchaus bedeuten, dass ihr etwas zugestoßen ist und dass dies sie dran hindert. da macht sich jeder veranwortungsbewußte Katzenbesitzer schon Sorgen.
    die Abmagerung im Sommer entdecke ich bei meinen auch, vor allem beim Paule der ja nur zugereist ist. Vielleicht sind es die vielen Zecken die er immer mit heimbringt, sie schwächen die Katze wenn sie zuviel werden. (vermute ich)*
    ich hoffe sie gibt ihr langes herumstreunern ein wenig auf…
    liebe Grüße angelface

    • Astrid Berg sagt

      Wir lassen ihr die Freiheit den Sommer draußen zu genießen und freuen uns, wenn sie zwischendurch immer wieder nach Hause kommt. Da es bei uns gestern geregnet hat, hat sie sogar bei uns auf der überdachten Terrasse ihr Nickerchen gemacht. Seltsamerweise sieht sie zur Zeit ihre Milch nur verächtlich an und mag sie gar nicht trinken. Das haben die Nachbarn auch schon berichtet. Aber aus der Pfütze hat sie das Regenwasser gerne getrunken.
      LG
      Astrid

  4. Wie schön, dass du weiter über sie berichtest. Es geht ihr gut, sie frisst, sie schläft, sie lässt sich streicheln.
    Hoffen wir, dass sie noch lange fit bleibt.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    • Astrid Berg sagt

      Oh ja, das hoffen wir auch. Inzwischen ist sie schon 11 Jahre und wir wünschen uns, dass sie noch recht lange gesund und munter bei uns ist.
      LG
      Astrid

  5. Liebe Astrid,
    ich freue mich, dass eure Sorgen unbegründet waren und ihr nun wisst, wo sich euer Schlingelchen aufhält 😉 Unsere Nina hört (im Gegensatz zu Maxwell, der höchstens auf „Scheppern“ mit Brekkies reagiert ;-)) auch auf Pfiffe und Rufen – aber als sie jüngr war, half selbst das nicht, da kam sie einmal tagelang nicht heim. Wir wissen bis heute nicht, ob sie damals einfach auf Abenteuer aus war oder man sie irgendwo irrtümlich eingesperrt hatte (in einer Gerätehütte oder Garage zum Beispiel…) Schade, dass wir sie nicht verstehen, wenn sie einem dann ihre Erlebnisse zu erzählen versuchen… Und schade, dass ihr nicht wisst, was für einen besonderen Ort eure Katze da für sich entdeckt hat… Vielleicht hat sie dort ja einen (menschlichen oder kätzischen) Freund gefunden?
    Ich wünsche euch eine angenehme neue Woche und schicke Miezenkrauler mit!
    Herzlichst, die Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2019/07/lady-in-red-und-fotofestival-la-gacilly.html

    • Astrid Berg sagt

      Hallo liebe Traude,
      ich vermute fast, dass beide Freundschaftstheorien irgendwie zutreffen könnten. Schön ist aber, dass sie anscheinend doch weiß, wo sie hingehört. In der langen kalten Jahreszeit gehört sie dann wieder ganz uns.
      LG
      Astrid

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