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Schau mal!

Ich sitze in meinem Arbeitszimmer am Schreibtisch.  Um mich herum liegen Unterlagen und Papiere, die ich bearbeiten muss. Doch eine Akte, die ich hierfür dringend benötige, fehlt mir noch. Ein Blick zu meinem teilweise geöffneten Bücher- und Aktenschrank bestätigt mir, dass ich sie dort finden kann.

Ich stehe auf, um mir die Akte zu holen, doch bevor ich diese ergreife, öffne ich aus einem mir unerfindlichen Grund die mittlere der drei Schranktüren. Hier befinden sich neben unserem Familienstammbuch auch die Bibel, die wir zur Hochzeit bekommen haben, mein Gesangsbuch, das mich bei meiner Erstkommunion begleitet hat und das alte Stammbuch meiner Uroma. Doch alles das interessiert mich im Moment herzlich wenig. Meine Augen erblicken nämlich etwas, das ganz unscheinbar neben diesem Stapel liegt. 
Ich nehme dieses Etwas vorsichtig heraus, als wäre es ein besonderer Schatz, der sehr zerbrechlich ist. Tatsächlich handelt es sich um eine Kostbarkeit. Nicht im herkömmlichen Sinne. Kein Mensch würde dafür auch nur einen Euro hinlegen. Trotzdem ist dieses Etwas sehr wertvoll. Man kann seinen Wert nicht in Geld oder Gold aufwiegen, denn es ist eine Kostbarkeit des Herzens.  
Ich habe diesen Schatz seit mehr als fünfundzwanzig Jahren gut gehütet und dafür gesorgt, dass ihm nichts geschieht. Auch wenn wir dieses Etwas zeitweise vergessen haben, so war es immer gut verwahrt. 
Gerade als auf meiner Handfläche der Schatz mit seinem kaum spürbaren Gewicht liegt und ich mit meinen Gedanken weit, weit weg in der Vergangenheit, bei wohlbekannten Orten und Personen weile, dringt an meine Ohren ein vertrautes Geräusch.
Unten an der Haustür wird gerade der Schlüssel im Schloss umgedreht. Mein Göttergatte kommt nach Hause. Ich spurte die Treppen hinunter und begrüße ihn. 
„Ich muss dir unbedingt etwas zeigen“, trällere ich ihm begeistert entgegen.
„Jetzt lass mich doch erst einmal richtig heim kommen“, meint er und stellt seine Laptoptasche im Flur ab. „Hat das nicht noch einen Moment Zeit?!“
„Hmmm!“, antworte ich sichtlich enttäuscht.
„Nachher, – ich will erst mal entspannen,- es war heute ziemlich stressig.“
„Es wird dich aber interessieren“, versuche ich ihn neugierig zu machen. „Schau es dir doch wenigstens mal an!“
„Na gut, sonst lässt du mir eh’ keine Ruhe!“, gibt mein Peter nach.
„Ich muss nur schnell nach oben und es holen“, rufe ich begeistert und sause auch schon los.
Er lässt sich in den Sessel fallen und wartet ab. Doch lange muss er nicht warten, denn ich bin in Nullkommanichts wieder da und stehe vor ihm. Leider sind meinem Mann inzwischen die Augen zugefallen. Ich frage mich, wie man von einer Sekunde zur anderen einschlafen und auch noch schnarchen kann. Es hilft aber alles nichts. So trolle ich mich still und leise davon und bereite schon mal das Abendessen vor.
Und wie das so ist, habe ich die Sache bis zum späten Abend vergessen. Erst als mein Mann meint:
„Was wolltest du mir eigentlich vorhin so dringend zeigen?“,
fällt mir dieses kostbare Etwas wieder ein.
„Schau mal, was ich hier habe“, sage ich und zeige ihm auf meiner flachen Hand meinen gutgehüteten Schatz.
„Sieht aus wie ein altes, vergilbtes und gefaltetes kariertes Blatt Papier“, begutachtet Peter das Etwas.
„So weit, so gut“, stimme ich ihm zu. „Aber jetzt warte mal ab!“
„Mach es nicht so spannend und gib mir es einfach mal.“
„Nein, ganz sicher nicht!“, entgegne ich. „Du machst es nur kaputt!“
„Was soll an dem Papier schon kaputt gehen. Wie alt ist es denn, wenn du befürchtest, dass es zerfällt?“
Ich kläre meinen Mann darüber auf, dass das Blatt Papier schon über fünfundzwanzig Jahre alt ist. Das bewirkt bei ihm allerdings nur ein verständnisloses Achselzucken. Ich gebe zu, dass dies auch keine Besonderheit ist und falte es langsam und vorsichtig auseinander.
„Aha, da ist also was eingewickelt!“, schlussfolgert er und trifft damit ins Schwarze. Nachdem ich die letzte Lage entfaltet habe, liegt vor uns ein nahezu unbeschädigtes vierblättriges Kleeblatt. 
„Ein bisschen verblasst. Aber man kann es kaum glauben, dass das Chlorophyll doch so über die Jahrzehnte hinweg erhalten geblieben ist!“, staunt er nun. „Und nur, weil das Kleeblatt lichtgeschützt war.“
Und gleich schiebt er eine Frage hinterher:
„Woher stammt das Kleeblatt?“
„Als T. so ungefähr drei oder vier Jahre alt war, ist er mal mit deinem Vater spazieren gegangen. Du kennst doch unseren Sohn: Er braucht nur auf eine Wiese herabzublicken und schon findet er ein vierblättriges Kleeblatt. Das war damals auch schon so. Dein Vater hatte einen Zettel dabei und hat es sorgfältig darin eingeschlagen. Nach dem Spaziergang hat er es mir gegeben und gesagt: ‚Das hat T. für die Mama gefunden!‘ “
„Und du hast es all die Jahre aufgehoben. Wo hattest du es eigentlich?“, will Peter nun noch wissen.
„Ich habe es damals in mein Führerscheinmäppchen gelegt. Dort lag es bis wir diesen grauen ‚Lappen‘ gegen den neuen Führerschein in Kartenform eingetauscht haben. Dann lag es eine Weile im Tresor und nun schon seit vielen Jahren im Schrank in meinem Arbeitszimmer neben dem Familienstammbuch, wo ich es auch gleich wieder hinlege und weiterhin aufhebe.“
„Eine schöne Erinnerung!“, sagt Peter.
Ich nicke und nehme mir vor diesen kleinen Schatz unseren Sohn am nächsten Wochenende zu zeigen. Ich bin mir sicher, dass er sich noch daran erinnern kann und sich über dieses kleine Andenken an einen gemeinsamen Spaziergang mit seinem längst verstorbenen Opa freut.

 

 

 

 

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Wer bist du?

 

Du bist an unserer Seite Tag für Tag,
ob man dich hasst oder auch mag.

Unser aller Leben ist geprägt von dir,
umfasst uns sanft oder wie ein wildes Tier.

Wir begegnen dir mit Freude oder Neugier,
packen dich an den Hörnern wie den Stier.

Manchmal sind wir dir überdrüssig fast,
wenn Du uns wirst zur mühsamen Last.

Gar manches Mal gibst du uns Halt,
mit deiner unverkennbaren Gestalt.

Oft wünschen wir uns alle nur das eine,
du würdest uns nicht halten an der Leine.

Dann versuchen wir alle dir zu entfliehen,
wollen einfach nur von dannen ziehen.

Wieso hast du diese unendliche Macht?
Wer hat sich das alles nur ausgedacht?

Manchmal können wir dir entkommen,
dies ist die Ausnahme genaugenommen.

Genießen Tage wie diese voller Freude,
leben ganz entspannt im Hier und Heute.

Dann bist du uns fern und ganz egal,
mal ehrlich, ist das dann unser Ideal?

Der Mensch ist ein seltsames Wesen,
er vermisst, alles was einst ist gewesen.

Eilt pflichtbewusst und treu zu dir zurück,
beginnt erneut des Lebens Theaterstück.

Kaum hast du ihn wieder fest im Griff,
gehorcht er wie der Hund auf den Pfiff.

Wir haben uns schon an dich gewöhnt,
was uns immer wieder mit dir versöhnt.

Dein Name ist überall bestens bekannt,
‚Alltag‘ haben wir dich hierzulande genannt.

 

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Gestörte Ruhe

Wir liegen und dösen hier unter Strauch und Baum,
denn sie geben uns einen gemütlichen Schattenraum.

Doch unsere Ruhe wird plötzlich von jemand gestört,
das ist unerhört und wir sind darüber ziemlich empört.

Auch wenn gar manchem von uns die Neugierde plagt,
ist doch vor Fremden und Unbekannten Vorsicht angesagt.

Uns hilft kein lautes Meckern und auch kein Rabatz,
wir müssen einfach verlassen unseren schönen Platz.

Oh Schreck, bisher ist es noch niemand aufgefallen,
dass zurück bleibt voller Angst das Kleinste von allen.

Es nach Ziegenart ruft ganz laut nach all uns ander’n,
die gemeinsam zum nächsten Ruheplatz hin wandern.

Mama Ziege hört das laute Jammern und Rufen,
beginnt verzweifelt nach dem Jüngsten zu suchen.

Wir Ziegen gemeinsam ein großes Meckern starten,
aufgeregt auf das Kleine in sicherem Abstand warten.

Erst als wir alle sind wieder froh und glücklich vereint,
auch Zufriedenheit und Ruhe bei uns zu sein scheint .

 

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Insiderwissen

Schon seit Jahren ist es ja üblich auch im Deutschen Begriffe aus anderen Sprachen zu verwenden. Vornehmlich kommen diese aus dem Englischen oder Amerikanischen. Wir deutschen diese Begriffe einfach ein oder kombinieren sie mit einem deutschen Begriff, wie man an meiner Überschrift deutlich erkennen kann. Und das geht dann in den normalen Sprachgebrauch ein, ohne dass uns dies überhaupt noch richtig bewusst ist.
Aber auch durch die einzelnen Dialekte innerhalb einer Sprache kommt es zu diesem sogenannten Insiderwissen, wie ich es hier an dieser Stelle einfach mal bezeichnen will. Selbstverständlich habe ich auch eine Geschichte hierfür aus dem eigenen Leben parat:

Wieder einmal sind wir in meiner Heimatstadt im schönen Hessenlande. Wir sitzen gemütlich in einem Café auf der Terrasse. Es ist ein sonniger Tag und so zieht es noch mehr Menschen hierher, die Kaffee und Kuchen genießen möchten. Während wir unsere Auswahl schon getroffen haben und vor dem gedeckten Tisch sitzen, lassen sich am Nachbartisch vier Personen nieder. Es scheinen zwei Ehepaare zu sein.
„Was darf ich Ihnen bringen?“, fragt die junge nette Bedienung in einem perfekten Hochdeutsch.
Ungewollt werden wir Ohrenzeuge der Bestellung, obwohl uns diese nicht sonderlich interessiert. Bis zu dem Zeitpunkt als der ältere Herr eine Frage stellt.
„Habe Sie auch Mattekuche?“
Nein, eigentlich hat uns diese Frage noch nicht irritiert, denn als gebürtige Hessen, ist das für uns nichts Außergewöhnliches. Erst der zweite Satz und die Antwort der Bedienung ließ uns schmunzeln.
„Wenn Sie wisse, was das iss!“, fügte der Mann noch hinzu.
„Aber selbstverständlich weiß ich das. Bei meiner Oma zu Hause heißt der Käse- bzw. Quarkkuchen auch noch so. Und selbstverständlich haben wir auch ‚Mattekuche‘!“, antwortet sie freundlich und notiert sich den Wunsch.
„Bei uns in Cottbus hätte das jetzt vermutlich niemand verstanden“ meint mein Mann. „Denk nur daran, als du anfangs beim Bäcker ‚Kräbbel‘ bestellt hast und erst lernen musstest, dass sie dort ‚Pfannkuchen‘ heißen.“
„Stimmt!“, bestätige ich. „Und ‚Kneipche‘ kennt auch niemand in Cottbus.“ 
„Nein, falsch“, widerspricht mir mein Göttergatte. „Die Freundin unseres Sohnes hat inzwischen auch gelernt, dass ein ‚Kneipche‘ ein kleines Küchenmesser ist.“
„Trotzdem war sie neulich auch wieder etwas verwirrt und hat nachgefragt, als ich ganz spontan einen hessischen Begriff verwendet habe“, berichte ich.
Da ich am Gesicht meines Mannes ablesen kann, dass er nicht weiß, wovon ich rede und gerne mehr hören möchte, erzähle ich weiter.
„Ich wollte Frikadellen machen und hatte kein hartes Brötchen zu Hause, also suchte ich nach einer Alternative und fragte mich laut: ‚Wo habe ich nur das Weckmehl hingestellt?‘ “
„Ja und? Das weiß doch jeder, was das ist“, wundert sich mein Peter.
„Anscheinend nicht, denn B. konnte mit dem Begriff nichts anfangen und ich ließ sie auch noch ein bisschen zappeln. Ich meinte nämlich nur: ‚Wenn du nicht weißt, was ein ‚Weck‘ ist, dann kennst du bestimmt auch keine ‚Dodeweck‘!“
„Na, das ist ja auch absolut schwierig, wer soll das außerhalb Hessens denn kennen?!“
„Auch wieder richtig, zumal ich selbst den Begriff ‚Dodeweck‘ erst durch dich kennengelernt habe und mir nicht sicher bin, ob es sich dabei um eine Eigenkreation von dir handelt“, gebe ich ihm zu verstehen.
„Immer wenn meine Mutter zu einer Beerdigung ging, bat ich sie als Kind mir doch ‚Dodeweck‘ mitzubringen. Ich habe diese süßen Hefebrötchen mit und ohne Rosinen unheimlich gerne gegessen und die gab es nun mal beim Beerdigungskaffee“, erklärt er mir, schiebt aber auch gleich noch eine Frage hinterher:
„Und weiß B. inzwischen, was ‚Weckmehl ist?“
„Ich habe ihr erklärt, dass es Semmelbrösel sind, was aber auch nur einen erstaunten Gesichtsausdruck bei ihr hinterließ.“
„Logisch!“, grinst mein Mann. „Aber mal ehrlich: Wie heißt das jetzt richtig?“
„Paniermehl!“, kläre ich ihn verwundert auf.
„Das hätte ich jetzt wieder nicht gewusst“, grinst er mich an und ich frage mich insgeheim, ob ich ihm das glauben soll. Aber so ist das eben mit dem Insiderwissen. Die einen haben es und die anderen eben nicht. Man muss es nur zugeben, wenn man etwas nicht versteht, dann wird man aufgeklärt und lernt dazu. 

 

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Chaotischer Umzug

Familienzuwachs

 

Ich beneide dich

„Hey, du da unten auf dem Dach,
schläfst du noch oder bist du schon wach?“
„Hey, du da oben am Himmelszelt,
betrachtest von oben unsere schöne Welt.

Gleitest lautlos majestätisch dahin,
mal dort, mal hier, so wie dir steht der Sinn.“
„Ja, mein Leben ist eine Reise,
die ich genieße auf meine ganz eigene Weise.“

„Gerne würd‘ ich mit dir kommen,
hab vom Herrgott leider keine Flügel bekommen.
Bin hier unten festgebunden,
drehe nur um mich selbst meine kleinen Runden.

Der Wind mir um den Schnabel weht,
die Sehnsucht nach Ferne mir im Herzen steht.
Voller Neid schau ich auf zu dir,
bewundere deinen Flug, der verwehrt ist mir.“

„Ach, du musst nicht beneiden mich,
mit deinen Farben bist du hübscher als ich.
Gerne wäre ich so bunt wie du,
doch dieser Wunsch bleibt ein Traum immerzu.

Du musst dich nicht ständig sorgen,
ob du kannst das notwendige Futter besorgen.
Musst nicht fragen: ‚Was bringt der Tag?‘
Du hast deinen Platz, was auch kommen mag.

Warum sollen wir einander beneiden?
Zufriedenheit mit dem Sein klingt bescheiden,
ist aber der Schlüssel zum Glück,
bringt uns allen Freude und Frieden Stück für Stück.“

 

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Nobody ist perfect?!

Karl Fridolin von Tap

 

 

Chilly

Bevor ich Euch heute meine neue Geschichte vorstelle, möchte ich Euch darüber informieren, dass ich mich um den Datenschutz und die neuen Datenschutzerklärung gekümmert und dahingehend Änderungen und Anpassungen auf meinem Blog vorgenommen habe. Ich möchte Euch noch darauf hinweisen, dass der Bezug des Newsletters durch einen Link (unten in der jeweiligen Mail) gekündigt werden kann.

Und nun zu meiner neuen Kurzgeschichte:

 

Ich bin schon ein bisschen in die Jahre gekommen und habe meine besten Zeiten hinter mir. Trotzdem bin ich noch nicht auf dem Abstellgleis gelandet. Gut, ich gebe es zu, dass mein Leben im Gegensatz zu früher inzwischen ruhiger geworden ist. 
Wenn ich mich erst einmal vorstellen darf: 
Mein Name ist Chilly. Nein, ich habe nichts mit diesem scharfen Gewürz zu tun, obwohl ich schon in meinen jungen Jahren recht scharf aussah. Aber Schönheit liegt sowieso im Auge des Betrachters und ändert sich mit den Jahren und auch mit der Mode. Chilly kommt von „chillen“, diesem neudeutschen Wort, das nichts anderes meint als „entspannen“. Wo ich bin, da entspannt man sich und ruht sich von den Strapazen des Alltags aus. Ich bringe Ruhe in das Leben und verführe gerne zum Träumen. Das ist sozusagen meine Profession, mein Beruf, meine Bestimmung und meine Lebensaufgabe und Erfüllung.
Ich strahle Fröhlichkeit aus, was an meiner Farbenfreudigkeit liegt. Gleichzeitig bewirkt meine mustergültige Regelmäßigkeit eine gewisse Ruhe. Diese beiden Eigenschaften kombiniert mit meiner Anschmiegsamkeit und Wärme bringen mir viel Dankbarkeit ein. 
Ich gebe es ja zu, dass ich mit den jungen Dingern von heutzutage nicht mehr so recht mithalten kann. Trotzdem habe ich noch meine Daseinsberechtigung und habe mir jetzt auch meine Ruhe auf dem Sofa verdient.
In der ersten Hälfte meines Lebens bin ich viel rumgekommen. Die Familie, in der ich auch heute noch meinen Platz habe, hat mich gut gepflegt und tut dies auch jetzt noch. Andere in meinem Alter hat man schon aussortiert und vergessen oder sie existieren gar nicht mehr.  
In der Familie, die mich vor vielen Jahren aufgenommen hatte, gab es damals ein kleines Mädchen mit Zöpfen und Schleifchen im Haar. Ihre Eltern riefen sie „Astrid“. Gerne habe ich sie bei ihren Unternehmungen begleitet. Ich war mit ihr im Schwimmbad, lag mit ihr gemeinsam auf der Wiese oder ging sogar mit auf Reisen. Ich kann mich erinnern, dass ich sie und ihre Eltern nach Bayern begleitet habe. Dort hatten wir unseren Spaß am Schliersee. Immer, wenn sie aus dem Wasser kam, schmiegte sie sich an mich und machte es sich mit mir gemütlich. Ist das nicht schön? Jedenfalls habe ich die Zeit mit ihr genossen.
Später nahm sie mich mit zum Zelten. Und stellt Euch vor, ich durfte sogar ihren Freund und späteren Mann kennenlernen. Die Beiden habe ich auf ihrer Hochzeitsreise nach Spanien begleitet und war dabei als sie eng umschlungen am Strand standen und auf das Meer hinaus blickten. Richtig romantisch.
Ich hätte es mir nie träumen lassen, dass ich einmal mein Leben im Internet erzählen darf und mich dadurch viele Menschen kennenlernen. Wenn ich Glück habe, dann kann sich sogar jemand an meine Geschwister erinnern, die mir angeblich ganz genau gleichen. Ansonsten gibt es überall auf der ganzen Welt eine Menge Artgenossen und jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte und sein eigenes Schicksal.
So und nun lege ich mich wieder hin. Mein Stammplatz bei der Mutter der kleinen Astrid von damals ist für mich immer noch frei. Dort warte ich auf meinen Einsatz oder genieße einfach nur meinen Lebensabend. Auf alle Fälle bin ich glücklich, dass meine Farben  und mein Muster mich noch so schön schmücken.  Ich bin stolz darauf eine Decke zu sein, die noch immer seine Daseinsberechtigung hat und nun in schon fortgeschrittenem Alter fein säuberlich gefaltet auf dem Sofa die Gelegenheit zum Chillen hat.

 

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Der Lümmel aus der letzten Bank

 

Wenn zwei streiten…

Als wir dieses Jahr im Frühling wieder einmal auf Teneriffa waren, besuchten wir eine Flugshow im Dschungel Park. Hier war es auch, wo uns diese zwei Streitenden begegneten. Sie störten sich nicht daran, dass sie bei ihrer Auseinandersetzung viele Zuschauer hatten:

„Hey du, was machst du denn hier? Das ist meine Show.“

„Wieso soll das deine Show sein? Hör mir mal gut zu: Wir gehören alle dazu:“

„Ich sage es dir zum letzten Mal: Mach dich hier vom Acker!“

„Du willst wohl Streit! Den kannst du haben!“

„Jetzt zeig ich dir, wer hier das Sagen hat!“

„Bild dir nur nichts ein. Ich kann solange hier bleiben wie ich will. Verschwinde doch du, wenn dich was stört!“

„Das werden wir noch sehen, wer hier verschwindet!“

„Ach, das ist mir langsam zu dumm. Ich habe keine Lust auf dieses Theater. Ich geh einfach! Aber nicht, weil du es so willst, sondern weil ich es will.“

„Du Feigling, bleib hier! Ich bin noch nicht fertig mit dir! – Jetzt macht es mir auch keinen Spaß mehr hier. Ich verschwinde ebenfalls! Macht doch alle, was ihr wollt!“

 

 

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Die zwei Alten

Liebelei

Es stehen sittsam nebeneinander
die schöne Anneliese und der fesche Alexander.
Sie sind sich völlig unbekannt,
doch jeder findet den anderen überaus interessant.

Anneliese scheu die Augen senkt.
„Ob ich sie anspreche?“, Alexander sich denkt.
„Einen schönen Tag“, Alexander spricht,
„wünsche ich Ihnen – in jeder Hinsicht!“

Sie erwidert seinen Gruß erfreut
und damit sind alle Bedenken restlos zerstreut.
Anneliese und Alexander nicht zaudern,
sie fröhlich und lebhaft miteinander plaudern.

Groß ist die Anziehungskraft.
„Sie zu küssen“, Alexander hofft, „wäre fabelhaft!“
So kommen Stück für Stück
Alexander und Anneliese näher ihrem Glück.

Dann ein Happy End es gibt.
Die Beiden haben sich unendlich ineinander verliebt.
Zum Abschied einen innigen Kuss
und ein baldiges Wiedersehen ist ein unbedingtes Muss.

Es ist, wie es scheint,
Anneliese und Alexander sind für immer vereint.
Es ist einfach wunderbar,
sie sind und bleiben ein küssendes Liebespaar.

 

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Ich hab so gedacht

Die Fliederbäumchen

Heute möchte ich Euch einen kleinen Fliedergruß schicken. Dieser ist kombiniert mit Erinnerungen an meine Kinderzeit. Als ich die schönen Blüten sah, musste ich einfach in unserem Fotoschrank stöbern, bis ich die entsprechende Aufnahme gefunden habe.
„Das ist aber ein hübsches Foto“, sagt meine Mutter, bei einem ihrer Besuche bei uns. Sie betrachtet gedankenversunken die Schwarzweißaufnahme, wendet sie und schaut auf die Rückseite. Ich weiß warum, denn ich habe vor ein paar Minuten dies ebenfalls getan. Beide hofften wir ein Datum auf der Rückseite zu finden. Leider steht noch nicht einmal das Jahr dort vermerkt. So rätseln wir, wann es gewesen sein könnte und kommen zu dem Schluss, dass ich vielleicht so acht oder neun Jahre alt war, als das Foto geschossen wurde.
Schnell springe ich nach oben und hole noch ein paar andere alte Aufnahmen, die ich gemeinsam mit meiner Mutter betrachte.
„Schau mal“, mache ich sie auf etwas aufmerksam. „Diese beiden Fliederbäume sind mit mir aufgewachsen und waren anscheinend mit mir gemeinsam immer ein beliebtes Fotomotiv.“
Ich zeige meiner Mutter ein Foto aus dem Jahre 1962, das mich an Pfingsten als Zweijährige beim Gießen der Wiese im Garten meines Opas zeigt. Dort stehen nämlich die beiden Fliederbäumchen, die zum damaligen Zeitpunkt kaum größer waren als ich. Doch dann haben sie wohl rasant das Wachstum beschleunigt, denn im Sommer 1964 überragen sie mich schon gewaltig. Ein paar Jahre später halte ich mich locker an den Zweigen fest, um als Fotomodell in die Kamera zu lächeln.
„Wie ein kleines Fräulein“, schmunzelt meine Mutter.
„Ja und die Sonnenbrille war mir anscheinend wichtig.“
„Ganz schön kess stehst du da.“
„Ja, das habe ich mir bei meiner Tante abgeguckt“, kläre ich meine Mutter auf.
Irgendwo hatte ich nämlich damals ein Foto von ihr als junge Frau gesehen und sie hatte sich darauf auch lässig an dem Fliederbaum festgehalten. Allerdings musste sie den Arm nicht so strecken wie ich, um einen der untersten Zweige zu erreichen.“
Leider kann ich das betreffende Foto nicht finden, denn wahrscheinlich liegt es zuhause bei meiner Mutter in dem berühmten Schuhkarton. Dort befinden sich nämlich alle nicht einsortierten Fotos und es macht immer wieder fast mehr Spaß in ihm zu stöbern, als das Fotoalbum durchzublättern.
„Und die Kniestrümpfe“, kichere ich. „Ich habe mich als Kind immer gefreut, wenn ich die lästigen Strumpfhosen nicht mehr anziehen musste und es endlich warm genug für Kniestrümpfe war.“
„Sieht doch chic aus“, meint meine Mutter.
„Naja“, erwidere ich. „Das hat man halt damals so getragen.“
Leider können wir uns beide nicht an die Farbe des Flieders erinnern und auch das Foto, welches alles ohnehin nur in Schwarzweißtönen zeigt, gibt uns keinen Aufschluss auf die Farbe.
„Vielleicht lila“, sinniere ich. „Möglicherweise aber auch weiß. Es könnte ja auch sein, dass von jeder Sorte ein Bäumchen in Opas Garten stand.“
Meine Mutter zuckt nur mit den Schultern. So ist das eben mit den Erinnerungen, sie sind manchmal einfach nicht vorhanden oder verschwunden.
„Wahrscheinlich war uns die Fliederfarbe nie so wichtig, dass wir sie in unserem Gedächtnis abgespeichert haben“, überlege ich.
„Ein hübsches Sommerkleidchen war das.“
„Das durfte ich immer nur sonntags tragen. Es war aus ganz zartem Stoff und hellblau, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern“, plaudere ich munter los. „In der Taille war es bestickt mit kleinen Blüten. Und natürlich hatte es einen Faltenrock, weil du Faltenröcke so sehr magst.“
„Du nicht?“
„Nein, die sind nicht so mein Fall“, gestehe ich meiner Mutter. „Trotzdem habe ich dieses Kleid irgendwie gemocht und gerne angezogen. Da es allerdings ein Sonntagskleid und nur für wirklich warme Tage war, hatte ich sicher nicht so viele Gelegenheiten dazu.“
„Man hat halt damals die Sachen geschont.“
„Ich hatte doch gar keine Schwester, der ich es hätte vererben können“, denke ich leise. „Ich hätte gerne eine gehabt, allerdings habe ich mir immer eine ältere Schwester gewünscht.“
Ich nicke und frage meine Mutter, ob sie noch weiß, dass wir dieses Sommerkleidchen nach meinem Herauswachsen verschenkt haben. Nachdem ich ihr ein paar Schlüsselreize zugeworfen habe, erinnert sie sich genau und weiß auch, was die Mutter des Mädchens damals zu ihr gesagt hat:
„So schöne Sachen hatte ich noch nie für meine Kinder!“
„Weitergeben macht doch Freude, besonders, wenn man merkt, dass es dankbar angenommen wird“, denke ich. „Und Freude haben uns jetzt auch diese kleinen Erinnerungen gemacht.“

 

 

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Dumm gelaufen

Auf die Idee mit der folgenden Geschichte kam ich neulich beim Kaffeetrinken. Ich hatte mich am Nachmittag mit befreundeten Frauen getroffen und eine von ihnen erzählte eine wahre Begebenheit aus ihrem Bekanntenkreis. Ich fand die geschilderte Situation so lustig, zumindest für Außenstehende, dass man sie meiner Meinung nach einfach festhalten muss. Der Betroffene, so nehme ich an, kann sicherlich inzwischen auch darüber lachen. Meine Geschichte, die Namen und Personen sind frei erfunden, aber es steckt ein wahrer Kern darin. Auch sind mir die tatsächlich in die Situation verwickelten Personen nicht bekannt. Lange Vorrede, aber jetzt geht es los:

Es ist der Morgen eines ganz gewöhnlichen Wochentages. Genauer gesagt, es ist Mittwochmorgen um 7:00 Uhr. Nils und Laura haben keine außergewöhnlichen Termine in ihrem Kalender stehen und auch die Töchter Anna und Hanna haben in der Schule keine Klassenarbeit zu befürchten. So geht alles seinen geregelten Gang, – fast. 
Zu erwähnen bleibt allerdings noch, dass die Familie in der Großstadt in einer modern ausgebauten Altbauwohnung im dritten Stock wohnt. Obwohl alles modernisiert und auf dem neuesten Stand gebracht wurde, befinden sich auf den Zwischenstockwerken noch jeweils kleine Kämmerchen. Hier waren und sind immer noch Toiletten untergebracht. Zwar haben die einzelnen Wohnungen neben einem geräumigen Badezimmer auch noch jeweils ein separates Gästebad, aber trotzdem hat man die ehemaligen Toiletten im Treppenhaus nicht nur erhalten, sondern auch noch mit neuen Sanitäranlagen ausgerüstet. 
„Nicht schlecht“, hatten sich Nils und Laura vor zehn Jahren gedacht, als die Töchter noch klein waren. „Dann gibt es wenigstens immer eine Ausweichmöglichkeit.“
Inzwischen sind die beiden Mädchen in, beziehungsweise gerade aus der Pubertät. Wie es nun mal in einer Familie mit überwiegend weiblichen Mitgliedern so ist, ist das Badezimmer immer besetzt. Das Gefühl hat jedenfalls Nils immer öfter. So hat er es sich zur Gewohnheit gemacht bei einem solchen Engpass das Zwischenstockwerk aufzusuchen.
So geht es ihm auch heute. Alle sind mit ihren Aufhübscharbeiten in den Badezimmern beschäftigt, aber er verspürt einen Drang unbedingt die Toilette aufzusuchen. Aus einem Badezimmer dringt das Geräusch von zwei Föns und aus dem anderen das Rauschen der Dusche. 
„Gut, dass wir das kleine Stübchen haben“, denkt er lächelnd und schnappt sich die Tageszeitung. So marschiert er lediglich mit der Boxershorts bekleidet in den Flur hinaus.
„Sie sind alle noch beschäftigt“, überlegt er und zieht die Wohnungstür hinter sich zu.
Da die Tageszeitung am heutigen Tag keine allzu interessanten Neuigkeiten zu berichten hat, nickt Nils auf seinem Thron für ein Weilchen ein. Als er die Augen wieder öffnet, hat er keine Ahnung wieviel Zeit inzwischen verstrichen ist, denn auch die Uhr hat er nicht dabei. 
„Ach, bestimmt war es nur ein kleiner Sekundenschlaf“, besänftigt er sich selbst, denn zu spät in die Arbeit möchte er auch nicht kommen. 
Voller Elan nimmt er die wenigen Stufen zur Wohnung und klopft an. Das macht er immer so, denn wer nimmt schon den Wohnungsschlüssel mit auf die Toilette. Niemand. Nils auch nicht.
„Nanu?! Sollten meine Damen noch immer mit dem Föhn beschäftigt sein?“
Auch auf sein zweites, etwas lauteres Klopfen reagiert niemand.
„Jetzt ist guter Rat teuer.“, sagt sich Nils, aber sogleich hellt sich seine Stimmung wieder auf. Ihm ist eingefallen, dass die Nachbarin einen Stock tiefer einen Ersatzschlüssel der Wohnung hat.
„Dann werde ich die ältere Dame mal aus dem Bett klingeln müssen“, beschließt er und stürmt nach unten. Hoffentlich bekommt sie keinen Schreck, wenn ich so halbnackt vor ihrer Tür stehe!“
Darüber hätte sich Nils gar keine Gedanken machen brauchen, denn hier wird sein Klopfen und Klingeln ebenso wenig erhört wie in seiner eigenen Wohnung. 
„Ach ja, wie konnte ich das vergessen, sie ist doch gestern für ein paar Tage zu ihrer Tochter nach Wien gefahren. Aber wozu wohnt man in einem Mehrfamilienhaus?“
Wieder läuft Nils noch eine Treppe weiter nach unten. Gerade als er die Hand  zur Klingel führen will, blitzt ein Gedanke durch seine Gehirnwindungen:
„Die Wohnung ist leer. Letzte Woche sind die Meiers doch ausgezogen, weil sie ihren wohlverdienten Lebensabend auf Teneriffa verbringen möchten.“
Nils kratzt sich am Kopf und überlegt.
„Ganz unten im Keller wohnt noch ein Student. Tut mir leid, aber der muss heute mal früher aus den Federn.“
Schon hechtet Nils in den Keller, wo auf sein Klopfen ebenfalls nicht reagiert wird. 
„Jetzt hat sich wohl die ganze Welt gegen mich verschworen. Stimmt, er hat mir gestern Abend von seiner Prüfung erzählt, die er in aller Herrgottsfrühe hat. Der ist also schon weg. Na gut“, überlegt Nils weiter. „Inzwischen sind meine Damen sicherlich im Bad schon fertig und erwarten mich.“
Also nimmt Nils die Beine in die Hände und springt die Stufen zum dritten Stock wieder nach oben, wo er allerdings soviel klopfen und klingeln kann wie er will, die Tür öffnet sich nicht. Auch dringt keinerlei Laut nach draußen zu ihm.
„Das kann ja wohl nicht sein! Sollten Anna und Hanna schon in der Schule und Laura in der Arbeit sein? Haben sie womöglich gedacht, er habe bereits das Haus verlassen?“
Als Nils die Kirchturmuhr achtmal schlagen hört, wird ihm klar, dass sein Sekundenschlaf auf der Toilette sich doch eher über Minuten erstreckt haben musste. Schlagartig wird ihm seine missliche Lage bewusst.
„Ich muss einen Passanten anhalten und ihn bitten meine Frau am Arbeitsplatz anzurufen. Sie muss kommen und mir die Wohnung aufschließen.“
Mit schlechter Laune, gesenktem Blick, in Boxershorts, nackten Beinen, bloßem Oberkörper und barfuß marschiert er durch das Treppenhaus nach unten. Er öffnet die seltsamerweise unverschlossene Haustür und wartet auf dem Bürgersteig auf Hilfe von jemand, der weder erschrocken reagiert noch ihn in seiner peinlichen Situation auslacht. 
„Solche Menschen soll es ja geben“, hofft er und wird auch bald darauf in seinem Glauben an das Gute im Menschen bestätigt.
Doch eine gute halbe Stunde muss er noch ausharren, bis seine Frau ihn erlöst. Grinsend entlassen die zufällig vorbeigekommenen Polizisten den fast unbekleideten Mann aus ihrem Auto und übergeben ihn in die Obhut seiner Frau. 

 

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Mensch ärgere dich nicht!

Onkel Emil und der Pfeil des Amor

Jens und Jenny machen gemeinsam mit ihren Eltern einen Verwandtenbesuch bei Großtante Else und Großonkel Emil. Obwohl der Onkel sonst immer so ein lustiger Typ ist, treffen sie ihn an diesem Tag zunächst etwas mürrisch in seinem Lieblingssessel an. Er hat eine starke und schmerzhafte Muskelverspannung und erzählt den Kindern, dass er von einer Hexe mit einem Giftpfeil angeschossen wurde. Die Beiden sind etwas skeptisch, denn eigentlich wissen sie, dass es gar keine Hexen gibt. Nachdem Tante Else dieses kleine Missverständnis und die Herkunft dieses Begriffs aufgeklärt hat, meint ihr Mann:
„Ich sag es doch, ich habe einen Hexenschuss!“  Und fast schon ein wenig beleidigt fügt Onkel Emil hinzu: „Aber wenn ihr mir sowieso nicht glaubt, dann wollt ihr bestimmt auch nicht die Geschichte vom Pfeil des Amor hören, der mich mitten ins Herz traf, als ich Tante Else das erste Mal sah.“
Mit seinen Worten entfacht er natürlich die Neugier der Kinder, die ihn aber trotzdem etwas ungläubig anschauen.
„Willst du uns jetzt erzählen, dass dich ein Indianerhäuptling mit Pfeil und Bogen angeschossen hat? Also Onkel Emil, du flunkerst uns doch schon wieder etwas vor“, sagt Jens und macht dabei ein sehr ernstes Gesicht.
„Nein nein, das würde ich doch niemals tun“, beschwichtigt Onkel Emil den Jungen. „Ihr könnt mir glauben. Allerdings war es kein Indianer und ein Häuptling schon gar nicht. Es war ein halbwüchsiger Knabe mit Pfeil und Bogen und er traf mich auf einer Geburtstagsfeier mitten ins Herz.“
„Das glaube ich jetzt aber auch nicht“, meint Jenny, „und solche schrecklichen Geschichten mag ich sowieso nicht. Dann gehe ich lieber zu Tante Else in die Küche.“
„Na warte doch mal!“, ruft Onkel Emil das Mädchen zurück. „Es ist keine gruselige Geschichte und sie wird dir bestimmt gefallen.“
„Gut, aber wenn es brutal und gefährlich wird, gehe ich raus!“, erklärt Jenny.
Inzwischen haben sich die Kinder vor dem Sessel auf dem Teppich niedergelassen und schauen den Großonkel erwartungsvoll an.
„Es ist inzwischen schon fast fünfzig Jahre her. Ich war damals noch ein junger Bursche und verdiente gerade mein erstes Geld. In einer Möbelfabrik hatte ich gerade eine Ausbildung als Schreiner gemacht. Der Besitzer des Unternehmens war ein sehr reicher Mann. Er hatte auch zu Hause in seinem Privathaushalt viele Bedienstete, – einen Gärtner, eine Haushaltshilfe und sogar einen Chauffeur. Obwohl er reich war, bildete er sich darauf nichts ein. Er war sehr freundlich, auch zu uns Arbeitern. So bedankte er sich einmal im Jahr mit einer kleinen Betriebsfeier bei seinen Mitarbeitern. Auch in diesem besagten Jahr stand eine Feier an. Da wir aus sicherer Quelle erfahren hatten, dass er zwei Tage zuvor Geburtstag hatte, wollten wir Arbeiter ihn mit einer kleinen Darbietung überraschen. Es war eine Art Zirkusvorstellung, die wir eingeprobt hatten. Es wurde jongliert, auf einem Seil balanciert, auf einem Einrad umhergefahren und der Pudel eines Kollegen machte ein paar Kunststückchen, die er ihm beigebracht hatte.“
„Und wo waren die Indianer oder die Pfeilschützen? Und was hast du gemacht?“, will Jenny wissen.  
„Langsam, langsam. Das erfahrt ihr alles noch“, sagt Onkel Emil und plötzlich zieht ein Lächeln über sein Gesicht. „Mich bat man den Clown zu spielen, da alle meinten, ich hätte das Talent dafür.“ 
„Du musst unbedingt auf unserer nächsten Geburtstagsfeier auch als Clown kommen. Bitte, Onkel Emil!“, fleht Jenny den älteren Mann an.
„Psst!“, zischt Jens seiner Zwillingsschwester zu. „Lass ihn doch erzählen!“
Onkel Emil nickt und berichtet weiter.
„Natürlich wurde auch mit Pfeilen geworfen, aber die trafen mich nicht und schon gar nicht mitten in mein Herz.“
Onkel Emil räuspert sich durch die Erinnerungen sichtlich gerührt.
„Der Gärtner, der als Zauberer auftreten wollte, wurde leider krank. Er hatte sich so stark erkältet, dass er mit Fieber im Bett lag. Die Zeit reichte leider nicht mehr aus, dass ein anderer seine Kunststückchen einstudieren konnte. Aber seine Tochter, war gerade aus dem Internat gekommen und sie erklärte sich bereit eine Tanzdarbietung zu machen. Ich hatte sie noch nie zuvor gesehen. Wir waren uns alle nicht so sicher, was sie darbieten würde und ob es das Richtige war. Aber wir ließen uns darauf ein und wollten uns ebenso überraschen lassen wie unser Chef.“
„Und das war Tante Else!“, ruft Jenny begeistert aus und klatscht in die Hände.
„Jetzt sei doch endlich still!“, ermahnt Jens. „Wenn du nicht still zuhören kannst, dann kommst du nächstes Jahr auch nicht in die Schule!“
„Entschuldigung!“ Jenny hält sich erschrocken die Hand vor den Mund und nimmt sich vor, nun nicht mehr dazwischen zu reden.
„Die Tanzdarbietung sollte die erste Nummer unserer Vorführung sein. Doch die Tänzerin war noch nicht da. Wir waren schon alle sehr nervös und befürchteten, dass die Gärtnerstochter uns versetzen würde. Schon erklangen die ersten Töne des Liedes, zu dem sie tanzen wollte. Und da trat sie von der Seite her auf die Bühne. Mir stockte der Atem. Sie war in ihrem langen blau-weißen Kleid so schön wie eine Prinzessin. Ich konnte die Augen nicht mehr von ihr wenden, als sie mit leichten Schritten fast schwebend über die Bühne tänzelte. Ja, und da spürte ich plötzlich den Pfeil des Amor mitten in meinem Herz.“
„Ohje! Wo kam der denn so plötzlich her?“ Jenny ist entsetzt. „Du hättest sterben können!“
„Du bist doch ein kleines Dummerchen!“, ruft Jens seiner gleichaltrigen Schwester zu. „Du kommst ganz sicher nicht nächstes Jahr in die Schule!“
„Du bist gemein!“
„Nein, ich bin nur schlauer als du! Ich hab es nämlich kapiert.“
„Ich hab genau aufgepasst und Onkel Emil hat noch nichts von dem bösen Jungen mit dem Pfeil erzählt!“, gibt Jenny ihrem Bruder beleidigt zu verstehen.
„Jetzt streitet euch nicht, Kinder“, versucht der Großonkel zu schlichten. „Der Knabe kam ja auch ganz plötzlich und ich habe ihn weder gesehen, noch erwartet. Niemand hat ihn bisher gesehen, nur gespürt.“
„Ist er unsichtbar? Ach das ist schon wieder so eine erfundene Geschichte. Ich glaube jetzt gar nichts mehr!“
Jenny will schon aufstehen, da entdeckt sie die Mutter im Türrahmen.
„Bleib ruhig da, Jenny“, fordert diese ihre Tochter auf. „Diesen Knaben kann man tatsächlich nur spüren und dieser Pfeil ist nichts anderes, als die Liebe, die den Betreffenden mitten ins Herz trifft. Onkel Emil hat sich in das hübsche Mädchen, also in Eure Tante Else ganz plötzlich und unerwartet verliebt. Man sagt dann, dass Amor, der Liebesbote, ihn mit seinem Pfeil mitten ins Herz getroffen hat. Verletzt wird dabei niemand, aber das Herz beginnt ganz schnell und tüchtig zu schlagen, wenn man verliebt ist.“
„Ja genau so war es. Und dann macht man lauter verrückte Dinge. Ich zum Beispiel bin in meinem Clownkostüm zu ihr auf die Bühne gesprungen.“
„Und hast sie geküsst?!“, will nun auch Jens wissen.
„Nein, das hätte ich mich nicht getraut. Aber ich habe den Blumenstrauß ergriffen, der eigentlich für den Chef bestimmt war und habe ihn ihr überreicht. Sie hat mich angelächelt und schüchtern ihre Augen niedergeschlagen.“
„Und dann?“
„Dann habe ich ihr jedes Jahr bis zum heutigen Tag einen großen bunten Blumenstrauß geschenkt. Im dritten Jahr habe ich ihr beim Überreichen der Blumen eine Frage gestellt, die sie strahlend mit Ja beantwortet hat.“
„Was wolltest du denn von ihr wissen?“
„Ach Jenny, ahnst du das immer noch nicht?“ 
Der Zwillingsbruder ist sehr verwundert über seine gleichaltrige Schwester.
„Na, ob sie Onkel Emil heiraten will, das ist doch klar.“
„Das hab ich mir schon gedacht, du Schlaumeier!“, rügt Jenny ihren Bruder. „Ich wollte es nur von Onkel Emil hören.“
„Ja, ich habe ihr einen Heiratsantrag gemacht!“, bestätigt der Onkel die Vermutung und deutet mit der Hand in Richtung von Tante Else, die mittlerweile vor dem Wohnzimmertisch steht, auf dem sich ein großer bunter Blumenstrauß befindet.

 

 

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Besuch bei Tante Else und Onkel Emil

Die fünfjährigen Zwillinge Jens und Jenny freuen sich. Sie haben Ferien und wollen heute mit den Eltern einen Tagesausflug unternehmen und zwar zu dem hundert Kilometer entfernten großen See. Dort ist eine ausgiebige Wanderung  geplant. 
„Habt ihr schon die Rucksäcke gepackt?“, will die Mutter wissen. „Und vergesst auch nicht die Regenjacken, falls wir von einem Schauer überrascht werden sollten.“
„Na klar“, erwidert Jens fröhlich. „Papa verstaut alles gerade im Kofferraum.“
Wie auf Kommando ertönt auch schon dessen Stimme vom Flur:
„Alles fertig! Es kann losgehen!“
„Prima!“, begeistert sich auch die Mutter. „Die Sonne lacht vom Himmel, wir haben alles dabei, was wir brauchen und in ungefähr einer Stunde sind wir dort. Was wollen wir noch mehr?! Es wird sicherlich ein schöner Tag.“
Die Zwillinge schauen während der Fahrt vergnügt aus dem Fenster, Mutter stimmt ein Liedchen an und der Vater pfeift die Melodie dazu.
„Ich habe eine Überraschung für Euch“, erklärt der Vater kurz bevor sie den Stausee erreichen und macht damit die Zwillinge neugierig.
„Gestern Abend habe ich mit meinem Onkel und meiner Tante telefoniert. Ihr wisst schon Eure Großtante Else und Großonkel Emil.“
Die Zwillinge nicken und lauschen, was der Vater noch zu berichten hat.
„Sie wohnen nur 25 Kilometer vom Stausee entfernt und haben uns eingeladen bei ihnen zu übernachten.“
„Oh, toll“, ruft Jens begeistert aus. „Die Beiden sind immer so lustig. Onkel Emil hat mir das letzte Mal versprochen, dass er mit mir zum Angeln geht.“
„Und Tante Else wollte mit mir eine Torte backen, wenn wir sie besuchen kommen“, berichtet nun auch Jenny.
„Langsam, langsam“, beschwichtigt der Vater. „Die Beiden sind nicht mehr die Jüngsten und so etwas will gut vorbereitet sein. Wir wollten eigentlich morgen nach dem Frühstück wieder nach Hause fahren. Also geht es gelassen an. Irgendwann werden sie ihr Versprechen schon einlösen. Unser Besuch kommt vielleicht doch ein bisschen überraschend.“
Der Tag ist wunderschön, die frische Luft tut allen gut und so kommen sie mit guter Laune am Spätnachmittag müde und hungrig bei den Verwandten an.
„Hallo Ihr Vier! Herzlich willkommen in unserer bescheidenen Hütte!“, wird die Familie von Tante Else an der Haustür begrüßt. „Kommt gleich in die Küche, ich habe schon alles für das Abendbrot vorbereitet.“
„Wo ist denn Onkel Emil?“, will Jenny wissen.
„Ach,…“, sagt Tante Else und will eine Erklärung nachschieben, doch die Zwillinge hören gar nicht hin, sondern rennen schon in das Wohnzimmer, wo sie den Großonkel vermuten. Er sitzt auch tatsächlich in seinem gemütlichen Sessel.
„Hallo Onkel Emil!“, rufen die beiden Kinder aus und stürmen auf den älteren Mann zu. Doch als sie ihn überschwänglich umarmen, verzieht er so seltsam sein Gesicht.
„Was ist mit Dir, Onkel Emil?“, will Jens wissen.
„Freust du dich gar nicht, dass wir da sind?“, schiebt Jenny hinterher.
„Oh, doch ich freue mich“, bestätigt der Onkel. „Aber ich ärgere mich auch.“
„Wir haben dich verärgert?“, fragt Jenny und blickt den Onkel traurig an. „Aber wir haben doch gar nichts gemacht.“
„Nein, nein, ihr nicht!“
„Wer denn dann?“, fragen die Beiden wie aus einem Munde.
„Na, dieses alte Miststück!“, erklärt der Onkel und schaut nicht gerade freundlich dabei aus. „Ich weiß ja, dass keiner sie leiden kann, aber sie hat es immer wieder auf mich abgesehen.“
Die Zwillinge sind entsetzt. Noch niemals hat der Großonkel derartig geschimpft. Sonst ist er immer lustig und weiß schöne Geschichten zu erzählen. Heute allerdings ist von seiner Fröhlichkeit nichts zu spüren.
„Dieses Jahr hat sie mich schon zweimal tüchtig geärgert.“
„Was hat sie denn getan?“
„Sie überfällt mich schlagartig hinterrücks und ich kann mich nicht einmal zur Wehr setzen. Sozusagen von einer Sekunde auf die andere macht sie mich fertig.“
Mit offenen Mündern stehen die beiden Kinder da. Sie sind sprachlos.
„Heute Morgen kurz nach dem Aufstehen war es wieder einmal soweit. Eine richtige Hexe, ist sie!“
„Wie sprichst du denn von Tante Else?“, Jenny ist entsetzt. So hat der Onkel noch nie über seine Frau gesprochen.
„Sie ist doch total lieb!“, verteidigt nun auch Jens die Großtante.
„Ach, Tante Else doch nicht. Ich meine diese alte hässliche Hexe, die mich einfach nicht leiden kann und dafür sorgt, dass es mir schlecht geht.“
„Tut sie dir weh?“, fragt Jens.
„Ja, sie fügt mir einen stechenden Schmerz zu und dadurch kann ich mich nicht mehr bewegen“, sagt der ältere Herr gequält.
„Wie macht sie das denn?“
„Ganz heimtückisch und aus dem Hinterhalt. Sie schießt einfach einen Pfeil auf mich ab und schon ist es geschehen.“
„Sie hat mit ihrem Pfeil auf dich geschossen und jetzt kannst du dich nicht mehr bewegen?“
Jens und Jenny sind fassungslos und auch ein bisschen ratlos. Irgendetwas stimmt hier nicht, das merken sie ganz deutlich.
„So etwas gibt es doch gar nicht. Und überhaupt gibt es keine Hexen. Außer vielleicht „Bibi Bloxberg“ und „Die kleine Hexe“. Aber die sind ja auch nur eine Erfindung“, sagt Jens ganz entschieden.
„Und ob es diese Hexe gibt! Sie hat es dieses Jahr sogar schon zum zweiten Mal gemacht“, berichtet Onkel Emil, „und nun muss ich sehen, wie ich das Gift dieser Hexe wieder los werde.“
„Was erzählst du nur für Schauergeschichten?!“, fragt Tante Else und schüttelt den Kopf. Sie ist mit einem Heizkissen ins Wohnzimmer gekommen, das sie ihrem Mann nun in den Rücken schiebt.
„Die Wärme wird dir guttun. Und an Hexen glaubt man schon lange nicht mehr. Heute weiß man, dass das, was dich quält, einfach nur Muskelverspannungen sind. Sie sind durch falsche Bewegungen ausgelöst und nicht durch schießende Hexen. Im Mittelalter wusste man das jedoch nicht und schob es auf übernatürliche Kräfte, die man den Hexen angedacht hat“, klärt Tante Else das Missverständnis auf. „Das mit den Hexen ist nur Aberglaube, aber der Name dieser schlimmen Verspannung ist geblieben.“*
„Ich sag es doch, ich habe einen Hexenschuss!“ Und fast schon ein wenig beleidigt fügt Onkel Emil hinzu: „Aber wenn ihr mir sowieso nicht glaubt, dann wollt ihr bestimmt auch nicht die Geschichte vom Pfeil des Amors hören, der mich mitten ins Herz traf, als ich Tante Else das erste Mal sah.“

 

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*siehe auch: Wieso heißt ein Hexenschuss „Hexenschuss“?

 

Der Mensch hat einen Vogel

Es ist allseits bekannt und gar nicht selten,
dass sich der Mensch bewegt in den Vogelwelten.
So ist er beispielsweise eitel und stolz wie ein Pfau,
stellt sich hin und wieder sehr gern zur Schau.

Er stolziert daher wie ein Storch im Salat,
hat eine Meise unter dem Pony in der Tat.
Würde sich gerne fühlen wie ein Vogel so frei,
ohne Probleme und Ballast, einfach sorgenfrei.

Der Mensch, in der Stadt und auf dem Land,
liebt auf jeden Fall den Spatz in der Hand.
Dieser besser ist als auf dem Dach die Taube,
dort drüben auf des Nachbars alter Laube.

Plappert er nach dies und das und so Allerlei,
sagt man ihm: „Bitte sei doch kein Papagei.“
Erzählt er Uninteressantes dir, dann und wann,
kräht kein Hahn danach, – mannomann!

Gar mancher mit Adleraugen blickt nach vorn,
doch auch ein blindes Huhn findet ein Korn.
Hahn im Korb, dumme Pute, verrücktes Huhn,
sag mir, was hat das alles mit dem Mensch zu tun?

Ein bunter Vogel ist der Mensch gar manches Mal,
oder trällert wie ein lustiger Vogel ganz phänomenal.
Drum schaut er nachdenklich zum Tiere hin
und erkennt: „Ein seltsamer Kauz ich doch bin.“

 

 

 

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