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Frau Fröhlich und Herr Trüb

„Grüß Gott! Ich bin Frau Fröhlich und wohne ganz oben auf dem Berg im schönen Bayernland. Umgeben von Wiesen und Wäldern genieße ich die bayrische Natur und mein Leben.
Ich bin so, wie schon mein Name verrät, – eine richtige Frohnatur. Immerzu habe ich ein Lächeln auf den Lippen und am liebsten würde ich den ganzen Tag singen.
Gekleidet bin ich natürlich wie eine echte Bayerin. Am liebsten trage ich mein Dirndl und einen feschen Hut habe ich auch auf dem Kopf. Er schützt mich vor der Sonne, damit ich keinen Sonnenstich bekomme.
Mir geht es richtig gut, wäre da nicht mein Nachbar. Er ist ein echter Griesgram. Er scheint immer schlecht gelaunt zu sein, selbst die Sonne kann ihn nicht aus dem Haus locken.
Eigentlich sieht er in seinen kurzen Lederhosen recht adrett aus, zu denen er ein weißes Hemd, eine rote Krawatte und Kniestümpfe trägt. Mit seinem Hütchen wird er zum feschen Bayer. Wir könnten eigentlich ein nettes Pärchen abgeben, aber mit ihm kann man ja nicht einmal reden. Sobald ich nach draußen gehe, weil ich ein nettes Gespräch mit ihm suche und die Sonne vom Himmel lacht, verschwindet er wieder nach drinnen. Manchmal denke ich schon fast, ich hätte eine ansteckende Krankheit. So verhält er sich jedenfalls, wenn ich auch nur die Nasenspitze nach draußen stecke.
Wir müssen gezwungenermaßen miteinander auskommen. Das ist nicht immer leicht, wie ihr euch vorstellen könnt. Und oft ist es auch anstrengend. Doch wenn wir uns an gewisse Regeln halten, dann kann jeder sein Leben leben und wir haben keinen Streit.“

„Jetzt muss ich mich aber auch mal zu Wort melden. Ich bin Johann Trüb und der Nachbar der flotten jungen Dame von nebenan. Wir teilen uns ein Haus, sie wohnt links und ich rechts. Sie kommt immer lächelnd vor die Tür und ich würde sie gerne kennenlernen. Das ist aber gar nicht so einfach. Sie scheint mich nämlich für einen schlecht gelaunten Menschen zu halten, der ihre gute Laune gefährden könnte. So zieht sie es immer vor, drinnen zu bleiben, wenn ich draußen bin und mir die schöne Natur ansehe. Dabei würde ich doch so gerne ein kleines Schwätzchen mit ihr halten und sie davon überzeugen, dass ich gar kein so übler Kerl bin. Anscheinend will sie das aber nicht. Neulich erst habe ich mich ganz still in meiner Wohnung verhalten. Als ich ihre Schritte hörte, die in Richtung Tür gingen, wollte ich auch zur Tür eilen. Vor lauter Aufregung konnte ich mich aber plötzlich nicht mehr bewegen. Ein anderes Mal hörte ich gleichzeitig mit meinem Hinaustreten, dass sie sich wieder in ihre Wohnung zurückzog und sich die Tür schloss. Das macht mich schon ein bisschen traurig. Ich frage mich, warum sie mich so meidet. Ich habe mir noch nie etwas zu Schulden kommen lassen und bin eigentlich ein recht verträglicher Typ. Nur das weiß sie ja nicht, weil wir noch nie miteinander geredet haben.“

„Heute habe ich den Griesgram von nebenan beobachtet, als er draußen vor der Tür stand. Eigentlich sieht er gar nicht so unfreundlich aus. Ob ich ihm unrecht tue? Vielleicht ist er im Grunde genommen ganz nett. Aber er dreht sich nicht einmal um und vorgestellt hat er sich mir auch noch nie, obwohl wir schon so lange nebeneinander wohnen. So langsam werde ich neugierig und es würde mich schon interessieren, wie er tatsächlich so ist.“

„Fast jeden Tag sehe ich sie. Sie sieht wirklich nett aus. Es muss schön sein mit ihr befreundet zu sein. Wenn sie nur nicht so schüchtern wäre und immer versuchen würde ein Zusammentreffen zu vermeiden.“

„Ich frage mich, was passiert ist. Schon eine ganze Woche habe ich ihn nicht mehr gesehen. Hoffentlich ist ihm nichts passiert. Er wird doch nicht krank sein?! Ich mache mir Sorgen.“

„Oh, ist sie hübsch anzusehen. Ich könnte ihr stundenlang zusehen. Am liebsten würde ich zu ihr hinaus gehen, aber ich kann nicht. Irgendetwas hält mich hier drinnen.“

„Ob ich ihn morgen wiedersehen werde? Ich vermisse ihn.“

„Ob sie mich schon vermisst hat? Immerhin war ich jetzt schon eine ganze Weile nicht mehr vor der Tür. Morgen werde ich wieder hinausgehen. Vielleicht habe ich Glück und treffe sie doch einmal.“

„Oh, er ist wieder da! Ich freue mich. Ich habe richtig Herzklopfen, so freue ich mich ihn zu sehen. Was ist nur mit mir los? Er könnte mir doch vollkommen gleichgültig sein. Sollte ich mich in ihn verliebt haben? Das kann doch nicht sein. Er interessiert sich doch gar nicht für mich.“

„Ich könnte ohne sie nicht mehr leben. Sie ist inzwischen ein Teil meines Lebens geworden. Ich glaube, ich bin in sie verliebt. Aber sie ist unerreichbar für mich. Ich sehne mich mit jeder Faser meines Herzens nach ihr.“

„Ich bin mir sicher, eines Tages wird sich mein Wunsch erfüllen. Er und ich werden gemeinsam vor dem Haus stehen und uns unsere Liebe gestehen.“

„Könnte ich ihr nur mein Herz schenken. Ich würde alles dafür tun mit ihr vereint vor dem Haus zu stehen und ihr meine Liebe zu erklären…“

 

„Mama, Mama! Unser Wetterhäuschen ist kaputt. Die Sonnenfrau und der Regenmann stehen beide vor der Tür. Schau nur wie glücklich sie aussehen. Bestimmt sind sie froh endlich einmal gemeinsam draußen zu sein!“

 

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Goldener Herbst

Endlich ist er da: Der goldene Herbst, so wie ich ihn liebe. Keine Kälte, keine Nässe und auch kein Nebel. Purer Sonnenschein. Ich weiß, er wird heute nur für wenige Stunden bleiben, denn wie gesagt, es ist ja schon Herbst. Ich kann nicht anders, ich muss diese Zeit nutzen und Sonne tanken. Außerdem ist es Sonntag und mir läuft die Arbeit sowieso nicht weg.
Also mache ich mir eine Tasse Tee, gehe hinaus in unseren Garten und setze mich auf einen der beiden Liegestühle, die genau für solche Gelegenheiten noch nicht im Gartenhaus verstaut sind. Ich richte ihn mir aus und recke mein Gesicht der Sonne entgegen, deren Strahlen mich sanft an der Nase kitzeln. Die Augen geschlossen, lausche ich der Stille, die eigentlich keine ist. Aus der Ferne klingen Kirchenglocken und aus unseren Bäumen dringt sogar noch ein zartes Vogelgezwitscher zu mir herüber.
„So kann es bleiben“, denke ich mir und blicke mich in unserem Garten um.
Mein Mann kommt mit einer Tasse Kaffee in der Hand zu mir und lässt sich auf dem zweiten Liegestuhl nieder.
„Unser Garten gefällt mir“, sagt er und ich nicke stumm als Bestätigung.
„Ich werde nachher die Tulpenzwiebeln einsetzen, die ich mir gestern besorgt habe“, überlege ich in Gedanken. Oder sollte ich es doch laut gesagt haben? Mein Mann meint nämlich: „Hie und da muss ich noch ein bisschen was wegschneiden und den einen oder anderen Busch wieder in Form bringen.“
„Womit wir beim Thema „Arbeit“ wären“, durchzuckt es meine Gedankengänge und ich erhebe mich, weil mir mein voller Mülleimer in der Küche eingefallen ist.
Als ich meinen Müll zur Tonne trage, sehe ich aus den Augenwinkeln, dass sich mein Mann die Gartenschere gegriffen hat.
„Hey!“, ruft es plötzlich. „Warum musst du ausgerechnet hier entlang gehen?“
„Igitt!“, rufe ich aus und versuche es abzustreifen. „Ich hasse das!“
„Ich auch!“, erklingt es von irgendwo her.
Ich drehe mich um, kann aber niemand sehen. Wieder versuche ich es abzustreifen und weil ich es so ekelig finde, schüttelt es mich.
„Ich habe mir so viel Mühe gegeben!“, höre ich. „Und dann kommst du daher!“
Inzwischen ärgere ich mich über mich selber, denn es ist nicht das erste Mal, dass es mir an dieser Stelle passiert ist. Somit sollte ich es doch mittlerweile wissen, – zumindest, dass die Gefahr besteht, dass …
„Weißt du überhaupt, wie lange es gedauert hat, bis ich damit fertig war. Immerhin war ich kurz vor der Vollendung.“
Ich kratze mich am Kopf und werfe meinen Müll in die Tonne. Bevor ich um die Ecke gehe, höre ich schon wieder diese Stimme:
„Zumindest entschuldigen könntest du dich bei mir!“
Jetzt platzt mir aber der Kragen und ich schreie heraus:
„Wer sich bei wem entschuldigen sollte, das ist noch die Frage! Du solltest es bei mir tun. Immerhin habe ich jetzt den Ärger.“
„Und was ist mit meinem Ärger? Ich muss jetzt wieder von vorne beginnen. Auf meine Entschuldigung kannst du lange warten! Dankbar solltest du mir sein!“
„Dankbar? Ich? Dir?“
Ich schnappe nach Luft, um meiner Empörung Ausdruck zu verleihen. Auf dieser Welt kann man sich nur noch wundern.
„So eine Unverschämtheit!“, murre ich.
„Aber sicher solltest du es tun. Früher hätten sich die jungen Mädchen gefreut, weil sie dann glaubten, dass ihnen eine baldige Hochzeit bevorsteht.“
„Ich freue mich aber nicht. Ein junges Mädchen bin ich nicht mehr und verheiratet bin ich außerdem auch schon!“, blaffe ich zurück.
„Mit wem redest du hier eigentlich?“, will mein Mann wissen, als er auf mich zukommt. Doch bevor ich antworten kann, zupft er mir lachend etwas aus dem Haar.
„Ja, ja, der Altweibersommer mit seinen Spinnweben im Haar! – Die arme Spinne ärgert sich bestimmt, dass du ihr Netz zerstört hast, das sie mit mühevoller Arbeit gewebt hat.“

 

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Herbstliche Kinderwelt

 

Mama, Mama, ich will nach draußen!
Ach Kind, dort ist nur Regen und Wind.
Bitte, lass uns mit dem Wind um die Ecken sausen.
Mama, komm doch bitte ganz geschwind!

Dann brauchen wir Stiefel und Regenjacken,
die uns gegen Kälte und Nässe schützen,
denn der Wind bläst tüchtig mit seinen dicken Backen.
So werden uns nützen auch Schal und Mützen.

Mama, Mama, ich will doch patschen
und froh in die großen Pfützen springen.
Wenn das Wasser dann spritzt, will ich klatschen,
hüpfen, lachen und ein Liedchen singen!

Mama, Mama, ich will mich bewegen,
aufwirbeln unter dem Baum das Laub,
in mein Körbchen all die bunten Blätter legen.
Bitte, bitte Mama es mir erlaub!

Mein Kind, ich freue mich sehr,
wenn leuchten deine Augen so froh!
Papa kommt mit einem Drachen noch hinterher.
Den lassen wir dann steigen sowieso!

Mama, Papa schaut am Himmelszelt,
mein Drachen ganz hoch oben fliegt!
Er sieht herab auf uns und meine Kinderwelt,
lustig er sich im Winde wiegt.

Mama, Papa, danke für diesen Tag!
Mein Herz schlägt wild vor lauter Glück,
weil ich fröhlich bin und euch so sehr mag
und ihr schenkt mir eure Liebe zurück.

 

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Auch das bin ich

Als ich neulich in einer Buchhandlung stöberte, entdeckte ich ein Buch, das mein Interesse weckte. Ich griff  danach, blätterte es durch und erstand es.  Inzwischen hat es einen Platz in meinem Arbeitszimmer. Es handelt sich um „Das Buch der fast vergessenen Wörter“ von Petra Cnyrim*. Sie erklärt und zeigt den Ursprung bestimmter Wörter auf. Manche davon sind ganz verschwunden, andere sind im Begriff vergessen zu werden.
Schon beim Durchblättern kamen Erinnerungen in mir hoch und eine Idee entstand: Ich möchte meinen Namen (Astrid Berg) auf solche Wörter und meine damit ganz persönlichen Erinnerungen durchforsten. Also lasst Euch überraschen, was dabei herausgekommen ist.

A

 

Als Kind trug ich im Winter einen Anorak und raste in einem Affenzahn auf meinem Schlitten den Hügel hinunter. Heute saust man vielleicht in einer mit Fell gefütterten Windjacke, in einer Skijacke oder in einer mit Daunen gepolsterten Kapuzenjacke… den Schneehang hinunter, aber keinesfalls in einem stinknormalen Anorak.
Da ich 1960 geboren bin, war es in meiner Generation üblich, dass man im Laufe seines Weges zum Erwachsenwerden mit der Aussteuer ausgestattet wurde. So bekam ich zum Beispiel von meinen beiden Patentanten zu Weihnachten, Ostern, Geburtstagen, Kommunion, Firmung und zu allen passenden Gelegenheiten Geschenke, die für meine Aussteuer bestimmt waren. Sie schenkten mir silberne Löffel, Gabeln, Messer, Bettwäsche, Handtücher, Geschirrtücher etc. . Damit sollte gewährleistet sein, dass ich bei der Hochzeit schon notwendige Utensilien zum gemeinsamen Hausstand beisteuern konnte.
Die Großtante meines Mannes setzte gewissermaßen diese Tradition fort. Sie schenkte mir vor unserer Hochzeit  ebenfalls Handtücher, Geschirrtücher und Gästehandtücher.
Mal ganz ehrlich, wir besitzen viele davon noch. Besonders von den Geschirrtüchern gibt es noch etliche. Ich musste mir bisher noch keine neuen anschaffen. Die Handtücher entsprechen weder unserem heutigen Geschmack, noch passen sie zu unseren Vorstellungen. Aber sie finden noch vielfältige Verwendung, zum Beispiel in der Garage.

S

 

Jedes Jahr zum 30. Oktober, am Weltspartag, marschierte ich als Kind mit meiner Sparbüchse zur Bank und zahlte mein gespartes Geld ein.
Sonntags zog man mir mein Sonntagskeidchen an und meine Mutter machte den Sonntagsbraten. Da ich ein schlechter Esser war, nannte man mich auch manchmal einen Suppenkasper.
Später in der Schule machte ich einen Schreibmaschinenkurs, den übrigens auch noch unser Sohn als Vorbereitung auf die Computerarbeit in der 10. Klasse belegte. Meine beiden Examensarbeiten (1. und 2. Staatsexamen) schrieb ich damals auf einer Schreibmaschine. Allerdings nutzte ich hierfür eine elektrische Schreibmaschine, was schon ein enormer Fortschritt war und für mich einen gewissen Luxus bedeutete.

T

 

Stellt Euch vor, damals gab es  Telefonzellen und man führte seine Telefongespräche noch räumlich abgegrenzt von den anderen Menschen, die sich auf der Straße befanden. Das hatte den Vorteil, dass nicht alle Umstehenden lautstark mitbekamen, was man der Freundin, dem Freund oder anderen Gesprächsteilnehmern am Ende der Leitung mitteilte. Ich erinnere mich, dass der Anruf bei der Telefonauskunft kostenlos war und wir manchmal unsere Späße mit dem Fräulein am anderen Ende machten.
Zwar betankte ich mein Mofa und später mein Auto immer selbst, aber trotzdem lernte ich in meiner Kindheit und Jugend noch die Existenz eines Tankwartes kennen.
Aber warum sollten wir denn immerzu nur mit dem Auto fahren? Bewegung war angesagt. Dafür erfand man den Trimm-dich-Pfad. Und wenn man abends müde vor dem Fernseher eingeschlafen war, dann wachte man möglicherweise erst beim Testbild wieder auf. Ich habe dieses Testbild noch genau vor meinem geistigen Auge.

R

 

Mein Mann beschwert sich, wenn Studenten statt eines wissenschaftlichen Taschenrechners einfach den im Handy integrierten Taschenrechner benutzen. Wie sich doch die Zeiten ändern. Obwohl wir auch schon zu Schulzeiten mit dem Taschenrechner fleißig rechnen mussten, lernten wir noch den Gebrauch des Rechenschiebers kennen. Ich gebe zu, dass ich ganz schön aufgeschmissen wäre, wenn ich jetzt dieses Gerät bedienen müsste. Im Gegensatz zu der heutigen jungen Generation, die keinerlei Vorkenntnisse bezüglich eines Rechenschiebers hat, könnte ich mich sicherlich wieder einarbeiten und das einst Gelernte aus meinem Gedächtnis hervor kramen.

I

 

Wie viele Kinder hörte und las ich gerne Märchen. Im Studium belegte ich sogar ein Seminar zu diesem Thema und mein Erstes Staatsexamen schrieb ich dann auch über Märchen. Wie jeder weiß, begegnete Rotkäppchen dem bösen Wolf. Damals bezeichnete man ihn auch mit dem Namen „Isegrim“. Heute taucht diese Bezeichnung höchstens noch im Kreuzworträtsel auf, – wenn überhaupt.

D

 

In meiner Kindheit machte man noch Dauerlauf. Heute joggt man, geht walken oder läuft einen Marathon, nur Dauerlauf macht niemand mehr.
Wir bezahlten mit der DM (Deutschen Mark) und sprachen von einem Dutzend, wenn wir zum Beispiel zwölf Brötchen etc. meinten.

 

B

 

Mein Großvater mütterlicherseits war Frisörmeister, den man damals als Barbier bezeichnete. Ganz verschwunden scheint dieses Wort jedoch noch nicht zu sein, denn auch in unserer Stadt gibt es heute wieder einen Barbier.
Auch den Begriff „Butterberg“ lernte ich kennen und wusste, dass es einen Überschuss an Butter gab. Das erfuhr ich in den siebziger Jahren als Kind mal so nebenbei, als ich mit meiner Mutter freitags zum Wocheneinkauf ging.
Wenn sich zwei Bengel tüchtig stritten, so konnte es schon mal passieren, dass der eine vom anderen eine Backpfeife erhielt und dann beleidigt mit seinem Bonanzafahrrad davon fuhr. Mein Mann kaufte sich vor ein paar Jahren eine Art „Retro-Bonanzafahrrad, bei welchem der Reifen des Hinterrades ebenso wie beim amerikanischen Original einen größeren Durchmesser hat. So erinnert das Bonanzafahrrad an eine Harley Davidson.

E

 

Wir drückten damals unsere Überraschung oder Verwunderung ganz einfach mit einem einzigen Wort aus: „Eiderdaus!“ Wir sammelten beispielsweise emsig Autogrammkarten und hielten manche super genauen Menschen für Erbsenzähler. Auch das bargeldlose Bezahlen kannten wir schon, allerdings nutzten wir hierfür den Eurocheque. 

R

 

Ich kann mich noch genau an den roten Reisewecker erinnern, den meine Tante besaß. Er war sehr handlich und man konnte ihn sozusagen zusammenklappen.
Und mit Rollschuhen konnte ich ziemlich gut laufen. Wir trafen uns draußen auf der Straße in unserem Wohngebiet, auf der kaum Autos fuhren und dann liefen wir damit um die Wette. Ich weiß noch, dass eines Tages eine Schulfreundin hinfiel und sich den Arm brach. Und vor noch gar nicht allzu langer Zeit überlegte ich, ob ich es noch einmal versuchen sollte. Die Geschichte hierzu könnte Ihr gerne nachlesen: Wenn es dem Esel zu wohl ist…

G

 

Kennt ihr noch den Kaugummiautomaten, den wir nur mit einem Groschen füttern mussten, damit er uns eine Kaugummikugel herausgab? Überhaupt konnte man für einen Groschen in meiner Kindheit noch einige Dinge kaufen, zum Beispiel einen Lutscher oder Brausestangen zum Lecken.
Auch spielten wir in der Pause Gummitwist mit ausgedienten und aneinander geknoteten Gummis. Das machte riesigen Spaß.

Und ebenso viel Freude hat mir gerade die Erinnerung an fast oder ganz vergessene Dinge und Wörter gemacht, die in meiner Kindheit und Jugend noch total selbstverständlich waren.

Sie gehören zu mir, wie mein Name an der Tür.

 

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*Petra Cnyrim, Das Buch der fast vergessenen Wörter, riva Verlag München, 2. Auflage 2017

Herbstgedanken

Schon ist es wieder soweit,
angebrochen ist nun des Herbstes Zeit.

Schickt zum Himmel die Gedanken,
um uns für die reiche Ernte zu bedanken.

Herbst kommt mit goldenem Licht
oder versperrt mit Nebel uns die Sicht.

Sonne, Sturm, Nebel und Regen,
bunte Blätter auf Bäumen und Wegen.

Vorbei ist des Sommers Schwüle,
alles Leben sich einstellt auf die Kühle.

Kürzer und dunkler die Tage,
der Schirm als Begleiter,-keine Frage.

Kinder in die Pfützen springen,
bunte Blätter, Kastanien nach Hause bringen.

Drachen am Himmel schweben
und Spinnen fleißig ihre Netze weben.

Kommt und genießt das Leben,
denn auch der Herbst kann viel geben.

Tauscht ein den Sonnenschein,
gegen besinnliche Ruhe bei Kerzenschein.

Sucht die gemütliche Geselligkeit,
stimmt Euch ein auf die vierte Jahreszeit.

 

 

 

Nebel

Ich stehe am Fenster und blicke hinaus. Nebelschwaden liegen sanft über der Wiese. Es ist Herbst, man kann es nicht mehr leugnen. Mit meiner Zeitung und einer Tasse Tee setze ich mich gemütlich an den Küchentisch. Automatisch greife ich nach meiner…
Und schon ist sie da, meine kleine Nebel-Erinnerungsgeschichte:
Es ist schon ziemlich lange her. Unser Sohn war noch ein kleiner Junge, vielleicht sogar noch ein Baby. Wir wohnten zur Miete in einem Zweifamilienhaus in Darmstadt. Die Vermieter hatten ihre Wohnung unten und wir die gleiche Dreizimmerwohnung oben.
Unser Sohn wurde von dem älteren Paar behandelt, als wäre er das Enkelkind. Er durfte alles. Seine Schaukel und später sein Basketballkorb hingen im Hof, sein Sandkasten und der Swimmingpool hatten ebenso ihren Platz im Garten und ein kleines Beet durfte er auch bearbeiten. Wir fühlten uns dort rundum wohl und hatten einen regen Kontakt zu unseren lieben Vermietern. So war es auch selbstverständlich, dass wir uns gegenseitig zu den Geburtstagsfeiern einluden.
Ich weiß nicht mehr, wer Geburtstag hatte, aber es war zumindest einer der Beiden. Alle Gäste, die ebenso wie die Vermieter schon in den Siebzigern waren, kannten uns und es war eine lustige Runde.
So saßen wir am Nachmittag bei Kaffee und Kuchen. Die Unterhaltung war angeregt und es wurde viel gelacht. Eine der älteren Damen sprach über ein allseits beliebtes Thema, – das Wetter. Dieser Gesprächsstoff kann mitunter sehr ergiebig sein.
„Schade, dass es heute kein so richtig schöner und sonniger Tag geworden ist“, meinte sie und machte sich einen Klecks Sahne auf ihren Kuchen.
„Wieso?“, fragte ein anderer Gast kopfschüttelnd. „Besser kann es doch schon fast nicht mehr sein.“
Die Gastgeberin bestätigte dies:
„Man sah schon heute Morgen, dass es wieder richtiges Sommerwetter werden würde und jetzt strahlt die Sonne vom blauen Himmel.“
„Naja“, entgegnete die ältere Dame etwas skeptisch. „Als ich heute Morgen mit meinem Fahrrad unterwegs zum Bäcker war und auch als ich vor einer halben Stunde hierher fuhr, sah es gar nicht so gut aus.“
Fragende Gesichter rund um den Kaffeetisch sahen sie an. Jetzt war unweigerlich Erklärungsbedarf notwendig und der Gastgeber forderte sie zum Weitererzählen auf:
„Das musst Du uns unbedingt näher erläutern!“
„Es war so trüb und dunstig draußen, dass ich nur ganz schlecht sehen konnte. Schaut doch nur“, wies sie die Anwesenden mit einem Blick zum Fenster hin. „Es ist sogar nebelig und auch hier im Zimmer ist es nicht richtig hell und klar. Man könnte meinen, es wäre schon Herbst.“
Wiederum erntete sie verwunderte Blicke, die ihr aber nicht aufzufallen schienen. Genüsslich aß sie ihren Kuchen weiter.
Plötzlich erhob sich mein Mann und ging freundlich lächelnd zu ihr hin. Da ich mit meiner Tischnachbarin in ein Gespräch vertieft war, konnte ich nicht verstehen, was er zu ihr sagte. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich allerdings, dass er kurz darauf das Zimmer verließ und erst nach ein paar Minuten wieder erschien. Abermals führte ihn sein Weg direkt zu der älteren Dame. Jetzt war nicht nur meine Aufmerksamkeit geweckt. Inzwischen waren alle Gäste verstummt und saßen mit offenen Ohren und aufgerissenen Augen da.
Mein Mann reichte der älteren Dame etwas, das ich zunächst nicht erkennen konnte, da er mit dem Rücken zu mir stand. Allerdings hörte ich seine Worte klar und deutlich:
„So, ich habe Ihre Brille geputzt und jetzt dürfte auch der Nebel verschwunden sein!“
Ein freudiges und zugleich überraschtes Strahlen breitete sich über ihrem Gesicht aus, als sie durch ihre glasklare Brille schaute.

 

 

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Mister Tremblehand

Ich stelle mir manchmal vor, dass es in einer Ecke meines Gehirns einen riesigen Schrank mit unzähligen Fächern und Schubladen gibt. Manchmal öffnet sich ganz unvermittelt sozusagen auf Knopfdruck eine dieser Laden. Hierin liegen wahre Schätze verborgen. Sie verweilen dort zum Teil schon seit mehreren Jahrzehnten. Es sind meine Erinnerungen.

Eine davon glaubte ich schon verloren zu haben, doch dann geschah etwas, das sie auf wundersame Weise wieder  zum Leben erweckte. Plötzlich stand diese Erinnerung wieder klar und deutlich vor meinem geistigen Auge. Es war als hätte man den passenden Schlüssel gefunden, das Fach öffnete sich und gab frei, was darin so lange verborgen war.
So geschah es auch neulich mitten in Potsdam.
Ich besuchte mit meinem Mann diese schöne Stadt und inzwischen waren wir mit einigen Tüten und Taschen bepackt. Als ich nur noch schnell einmal einen Blick in ein Schuhgeschäft werfen wollte, dachte mein Mann sich wohl, dass dies etwas länger dauern könnte und machte mir einen Vorschlag:
„Ich bringe schon einmal die Einkäufe ins Auto, dann kannst du in aller Ruhe das Schuhgeschäft durchforsten. Wir treffen uns gleich wieder hier.“
„In Ordnung“, meinte ich zufrieden, denn ich brauchte unbedingt noch ein Paar Schuhe, die ich meinen vielen anderen Exemplaren zu Hause hinzufügen konnte. „Es dauert bestimmt nicht lange.“
So ging jeder seines Weges. Unser Auto stand nur wenige Gehminuten entfernt und das Schuhgeschäft war relativ klein und überschaubar. Es würde also alles zeitlich hervorragend passen. So dachte ich es mir zumindest, doch es kommt im Leben meistens anders als man denkt.
Ich probierte mal diesen und mal jenen Schuh an und wurde schließlich auch fündig.
„Das klappt ja prima!“, überlegte ich als ich an der Kasse bezahlte. „Bestimmt steht Peter schon vor der Tür und wartet auf mich.“
Als ich an diesem unerwartet sonnigen Tag wieder auf die Straße hinaus trat, sah ich mich nach allen Richtungen um. Weder links noch rechts konnte ich meinen Mann erblicken.
„Ob er wohl selbst noch in einem Geschäft etwas besorgt?!“, stellte ich mir selbst die Frage.
Die Minuten vergingen und langsam wurde ich ein bisschen ärgerlich. Immerhin hatte ich mich vorhin im Schuhgeschäft ziemlich beeilt und jetzt stand ich hier herum und musste auf ihn warten. Je länger ich meinen Blick in die Richtung schweifen ließ, aus der er kommen müsste, umso unwohler wurde es mir. Mittlerweile war es mir schon ganz flau im Magen. Gerade als ich dachte: „Da stimmt etwas nicht!“, sah ich ihn um die Straßenecke biegen. Ein freudiges Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, das allerdings gleich in ein Stirnrunzeln überging.
„Warum läuft er denn im Schneckentempo? Er kommt ja gar nicht voran.“, fragte ich mich insgeheim.
Langsam und bedächtig kam er näher und ich konnte ihn auch besser erkennen. Sein Bewegungsapparat irritierte mich.
„Was ist denn mit seinem Bein los? Wieso läuft er so komisch?“
Mein Peter schleifte sein rechtes Bein irgendwie nach und setzte den Fuß sehr seltsam auf. Der Fuß war ziemlich schräg nach außen gerichtet.
„Da ist was passiert!“, durchfuhr es schlagartig meine Gehirnwindungen.
Beunruhigt ging ich ihm entgegen. Jetzt konnte ich auch sein schmerzverzerrtes Gesicht erkennen.
„Was ist denn mit dir los? Warum läufst du so seltsam?“, überschüttete ich ihn mit Fragen.
Er deutete allerdings nach unten auf seinen Fuß und meinte tapfer:
„Och, halb so wild. Ich hab mir nur den Fuß angestoßen.“
Als ich allerdings meinen Blick senkte, sah ich sofort das ganze Ausmaß. Aus seinen bequemen offenen Sommerschuhen, die er gern zu seinen kurzen Hosen trägt, ragte ein blutüberströmter großer Zeh hervor.
„Um Himmels Willen!“, entfuhr es mir. „Du musst sofort zum Arzt! Das muss bestimmt genäht werden!“
„Quatsch!“, erklärte mir mein Mann heldenhaft. „Ich brauch nur was zum Verbinden, sonst mach ich mir die ganzen Schuhe blutig. Wenn ich eine Art Druckverband mache, dann stillt sich die Blutung schon und das abstehende Stückchen Fußzeh wächst auch wieder an.“
Während ich meinen Mann die Straße entlang schleifte und nach einem Hinweisschild für einen Arzt oder zumindest nach einer Apotheke Ausschau hielt, erzählte er mir, was ihm in den wenigen Minuten, die ich nicht an seiner Seite geweilt hatte, passiert war.
„Ich lief zum Auto, das ja nur ungefähr drei Minuten von hier entfernt steht. Kurz bevor ich den Wagen erreichte, kollidierte meine große Fußzehe plötzlich mit einer riesigen quadratischen Betonplatte, die mitten auf dem Gehweg stand. Es war eine Betonplatte, in der normalerweise ein großer Sonnenschirm platziert wird. Da aber weder ein Sonnenschirm darin steckte, noch Tische oder Stühle darum herum standen, muss ich dieses Ding glatt übersehen haben. Die Kollision war derart heftig, dass ich stolperte und hinfiel. Passanten wollten mir sofort auf die Beine helfen, aber ich musste mich erst einmal mit dem Schmerz in meinem Zeh auseinandersetzen.“
„Warum stand dieses Monstrum denn mitten auf dem Bürgersteig?“, wollte ich genauer wissen.
„Da war vermutlich mal ein Café. Ich habe auch geklopft, aber es war niemand da. Es sah ziemlich leer und verlassen aus.“
Inzwischen hatten wir zwar keinen Arzt, aber eine Apotheke ausfindig gemacht, wo ich Verbandsmaterial kaufte, man mir Desinfektionsmittel zur Verfügung stellte und die Fußzeh meines Mannes einen schönen dicken Verband erhielt.
Als wir kurz danach den Zeh bewundernd wieder auf dem Gehweg standen, machte es plötzlich in meinem Kopf „Klick!“ und es öffnete sich einer dieser geheimnisvollen Schubladen in meinem Kopf. Vor dem geistigen Auge zeichnete sich sofort ein Bild aus einem ehemaligen Englischbuch aus meiner eigenen Schulzeit ab. Da wir unsere ersten Englischkenntnisse nur fünfzehn Kilometer voneinander entfernt, erlangt haben, benutzten wir auch die gleichen Bücher. Deshalb fragte ich meinen Mann, der mittlerweile mit seinem Verband wieder recht glücklich in die Welt blickte:
„Kennst Du noch „Mister Tremblehand“ aus unserem Englischunterricht? Zumindest sieht dein Fußzeh im Moment so aus, wie wohl seiner auch ausgesehen haben mag.“
Ich konnte deutlich erkennen, wie es im Gehirn meines Mannes zu rattern begann. Anscheinend suchte er gerade nach der richtigen Schublade, in der auch bei ihm das Bild von Mister Tremblehand versteckt lag.
Und stellt Euch vor: Er fand sie auch und konnte sie öffnen!
„Das war doch der ängstliche Mann, der immer eine Pistole unter seinem Kopfkissen liegen hatte“, begann er.
„Ja genau. Eines nachts wachte er auf und sah in der Dunkelheit etwas am Fußende des Bettes. Er dachte, es sei ein Einbrecher, zog die Pistole unter seinem Kopfkissen hervor und schoß mit zitternder Hand.“
„Er traf seinen Fußzeh!“, grinste jetzt auch mein Mann und warf einen fast stolzen Blick auf seine eigene dick eingewickelte Fußzeh.
Beide wissen wir nicht, was aus Mister Tremblehand und seinem dicken Onkel geworden ist, aber zumindest der Fußzeh meines Mannes sieht inzwischen fast wieder wie neu aus.

 

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Es ist unser letzter Urlaubstag und wir haben gerade das Abendessen eingenommen. Da wir uns angewöhnt haben anschließend noch einen kleinen Verdauungsspaziergang zu machen, schlendern wir die Uferpromenade entlang. Wir plaudern über dies und das und schließlich stellt mein Mann mir eine Frage:
„Wirst Du zu ihr gehen, wenn wir wieder daheim sind?“
„Zu wem soll ich gehen?“, erkundige ich mich stirnrunzelnd.
„Na, Du weißt schon. Zu ihr gehst du doch immer gleich, wenn wir wieder zurück sind.“
„Nein!“, gebe ich ihm sehr deutlich zu verstehen.
„Sie wird dich vermissen!“, gibt er zu bedenken.
„Na und, ich aber sie nicht! Ich habe mir vorgenommen erst drei Tage abzuwarten und dann könnte ich es mir vielleicht noch überlegen, was ich tue.“
„Das nimmst Du Dir doch immer vor und außerdem ändert es an der ganzen Sache rein gar nichts.“
„Da bin ich zwar anderer Meinung“, gebe ich meinem Göttergatten zu verstehen. „Aber warten wir es mal ab. Lass uns den letzten Urlaubsabend noch genießen, alles andere kommt später dran.“
Unsere Unterhaltung diesbezüglich wird an dieser Stelle abgebrochen, weil wir soeben ein kleines Eiscafe entdecken. Es zieht uns magisch an und wir gönnen uns zum krönenden Abschluss unseres schönen und erholsamen Urlaubs jeder eine Kugel Eis. Während ich mich für eine Eiswaffel entscheide, nimmt mein Mann einen Becher. Das ist auch gut so, denn er hat ein helles Poloshirt an, das sonst bestimmt einen Fleck abbekommen würde. Obwohl, der Becher ist viel zu klein für diese Riesenkugel und schon tropft es am Becherrand entlang und dann nach unten. Dieses Mal hat Peter noch Glück gehabt, das geschmolzene Eis fällt auf seinen Schuh und lässt sich einfach mit der Papierserviette wegwischen.
Wie jeder weiß, vergehen die letzten Urlaubsstunden viel zu rasch und im Nu sitzt man im Flieger. Wir beschließen bei der Landung noch einen Tag in Berlin zu bleiben und am nächsten Tag dort die IGA zu besuchen. Ich mag diesen Verlängerungstag, denn er erleichtert irgendwie die Rückkehr. Man kann sich ganz langsam an das Gefühl gewöhnen wieder im Alltag angekommen zu sein. Es ist so eine Art Brückentag, der den Urlaub langsam ausklingen und den Alltag behutsam beginnen lässt. Bilde ich mir zumindest ein.
„Es ist wie eine kleine Galgenfrist“, gebe ich meinem Peter zu verstehen.
„So langsam glaube ich, Du willst Dich nur um den Besuch bei ihr herumdrücken“, teilt er mir seine Vermutung mit einem schelmischen Grinsen mit.
„Jetzt hör endlich auf!“, sage ich leicht erbost. „Warum besuchst Du sie eigentlich nicht ?!“
„Ganz einfach!“, folgt die Erklärung. „Weil ich dies seit Jahren aus gutem Grund schon nicht mehr tue. Und das werde ich auch jetzt nicht ändern. Basta!“
Nach diesem eindeutigen Statement nimmt mich mein Mann an der Hand und fordert mich auf: „Komm, lass uns dort drüben einen Kaffee trinken. Bestimmt haben sie auch ein Stückchen Kuchen für uns.“
Alles hat einmal ein Ende, so auch unser Verlängerungstag. Zu Hause angekommen, stellen wir die Koffer im Hauswirtschaftsraum ab und fallen müde ins Bett.
Am nächsten Morgen höre ich sie schon vor dem Aufstehen nach mir rufen. Ich versuche sie zu ignorieren. Aber ihr Rufen wird immer lauter:
„Astrid, wo bleibst Du denn? Komm her zu mir!“
„Nein, ich will nicht“, gebe ich ihr zu verstehen.
„Warum denn nicht, ich bin doch Dein Freund und Helfer!“, klingt es zu mir zurück.
„Pah! Du und mein Freund! Nein, Du weißt genau, dass Du mein Feind bist.“
„Das ist aber ungerecht. Und nur weil ich Dir immer die Wahrheit sage!“, gibt sie mir leicht geknickt zu verstehen.
Ich will das alles nicht hören, drehe mich noch einmal um und halte mir die Ohren zu.
Mein Mann ist jetzt auch wach. Verschlafen will er wissen, was mit mir los ist.
„Sie ruft doch schon wieder nach mir. Und das in voller Lautstärke. Hörst Du sie denn nicht?“
„Auf dem Ohr bin ich ziemlich taub, das weißt Du doch. Aber wenn Du sie zum Schweigen bringen willst, dann gib doch einfach nach und geh zu ihr hin. Soll ich mitgehen?“
„Nein!“, beschließe ich. „Ich gehe alleine in die Höhle des Löwen, das stehe ich schon durch.“
Zunächst bin ich noch etwas zögerlich, doch dann schwinge ich fest entschlossen die Beine aus dem Bett, begebe mich nach nebenan und lasse die Tür in die Klinge fallen.
„Ich bin ja schon da“, sage ich mürrisch. „Jetzt hör endlich auf nach mir zu rufen!“
Anscheinend versucht mein Mann zu lauschen, denn ich ich bemerke, wie sich hinter mir leicht die Tür wieder öffnet. Drei Sekunden später steht er hinter mir, möglicherweise um mir den Rücken zu stärken. Vielleicht aber auch nur aus Neugierde.
„Und? Was sagt sie?“, will er wissen.
„Nichts! Rein gar nichts!“
„Das kann ja wohl nicht sein!“, wundert sich Peter.
„Doch! Sie ist einfach nur sprachlos!“
„Na, da werde ich Dir heute Abend mal eine neue Batterie für Deine Waage mitbringen“, grinst mein Mann. „Soll ich auch noch eine Pizza mitbringen?“
Genau in diesem Moment fliegt ihm ein nasser Waschlappen entgegen.

 

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Strandschönheiten

Wir sind aus unserem Sommerurlaub wieder zurück und bei der Durchsicht meiner Fotos kam mir eine Idee. Ich möchte Euch ein paar Strandschönheiten vorstellen, denen wir begegnet sind. Bestimmt kennt Ihr solche Schönheiten auch. Ich erfreue mich jedesmal an ihrem Anblick.

Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass ich nicht die Schönheiten meine, die sich am Strand in der Sonne rekeln …

…, sondern etwas anderes im Sinne habe.

Vielleicht haben meine Finger auch nur schnell ein paar Buchstaben beim Antippen der Tasten hinzugeschummelt. Eigentlich sollte man besser von S(tr)and-…

… -schönheiten sprechen,

denn ich meine diese Kunstwerke, die am Strand aus Sand erschaffen werden.

Jedes Kind hat sich schon einmal daran versucht, denn früh übt sich, was ein Meister werden will. 

Auch mein Mann und unser Sohn waren da keine Ausnahmen. Ich habe ja schon in einer meiner Geschichten (Mit Schaufel und Eimer) davon berichtet. Dieses Foto entstand vor ungefähr 26 Jahren und ich darf verraten, dass meine beiden Männer meist mehr im Sand gebuddelt haben, als ein richtiges Kunstwerk zu erschaffen. Aber riesigen Spass hat es den Beiden gemacht und das ist wohl die Hauptsache. Aber vielleicht wollt ihr es ja noch einmal nachlesen, dann klickt Euch einfach mal rein ( Mit Schaufel und Eimer ).

Toll wäre es gewesen, wenn sie ein solches Bauwerk erschaffen hätten, aber leider stammt dieses Kunstwerk von einem mir unbekannten „Sandarchitekten“.

Ebenso wie diese bergige Landschaft.

Das tollste und detaillierteste Sandkunstwerk haben wir dieses Jahr an der Costa del Sol entdeckt.

Schaut Euch nur die vielen kleinen Details an. Ich habe mal zwei Ausschnitte vergrößert.

Hier kann man tatsächlich nur staunend stehen bleiben, das Kunstwerk bewundern und natürlich auch einen kleinen Obolus auf die grüne Matte werfen.Ein Schild gibt Aufschluss auf den Erbauer des Kunstwerkes*.

Auch Tiere ließen sich finden, wie zum Beispiel ein Nilpferd,aber auch ein Krokodil war dabei.

Im Laufe unserer Urlaube haben wir schon viele solcher Kunstwerke gesehen, doch ich habe nicht immer meine Kamera gezückt. Eigentlich ein bisschen schade.

 

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*Leider waren mir die anderen Erbauer der Sandkunstwerke nicht namentlich bekannt.

Ausgedient

Hey, altes Haus!
Wie schaust Du denn aus?
Warst einst ein Schatz,
hier mitten auf dem Platz.

Warst voller Leben
und Geschichten Dich umweben,
voller Glück und Schicksal.
Du hattest keine andere Wahl.

Gabst Schutz, Sicherheit
und vor allem Geborgenheit.
Warst mal schön anzuseh’n,
nun allerdings musst Du geh’n.

Wirst nicht gebraucht,
gehst mit Schall und Rauch.
Niemand Dich mehr pflegt,
noch Wert auf Dich legt.

Wirst bald ersetzt.
Schläge man Dir versetzt.
Schon bröckelt die Fassade.
Niemand findet es schade.

Du gibst auf,
nimmst den Untergang in Kauf.
Zerfällst Stein für Stein,
fragst nicht, was wird sein.

Sich wird erheben,
hier bald neues Leben.
Glanz, Prunk, neuer Schwung,
höher, weiter, besser und jung.

Hey, neues Haus!
Gut schaust Du aus!
Bist ein richtiger Schatz,
hier mitten auf dem Platz.

Was wird sein,
wenn verblasst der Schein?
Wird es Dir ergehen,
wie dem alten Haus geschehen?

 

 

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Schnulli

Ich hab so gedacht…

Nie gedacht…

 

Scherben

Mir ist gerade so zum Plaudern. Habt Ihr Lust und plaudert ein bisschen aus dem Nähkästchen?!

Ich denke, alle von uns haben schon einmal etwas entzwei gehen lassen. Man greift nicht richtig zu, stellt es nicht ordentlich hin, hält es ungenügend fest und schwuppdiwupp ist es passiert. Es rutscht aus der Hand, gerät ins Wanken oder Wackeln, kippt um, … Die Erdanziehungskraft sorgt dann nur noch dafür, dass der Gegenstand auf die Erde fällt. Schlägt er auf festem Untergrund auf, so kann man davon ausgehen, dass er in der einen oder anderen Weise kaputt geht.
Scherben, so sagt man, bringen Glück. Zumindest Porzellanscherben. Deshalb zerschmettert man Tassen, Teller, Vasen und dergleichen am Polterabend. Die Scherben sollen dem Brautpaar Glück bringen.
Doch ist man auch im täglichen Leben glücklich, wenn ein Teller oder eine Tasse vom „guten Geschirr“ kaputt geht? Das trifft doch eher weniger zu, oder?
Was ist dran an dem Spruch: “Scherben bringen Glück“ ?
Ist das eher ein Trost für uns, wenn etwas zu Bruch geht?
Ist es ein Aberglaube, der den Ärger besiegen soll?
Wenn in meiner Kindheit (in den sechziger Jahren) etwas zu Bruch ging, dann wurde nicht einfach so darüber hinweg gesehen. Auch wenn nicht geschimpft wurde, war der Ärger über das Missgeschick deutlich erkennbar. Immerhin kostete der Ersatz Geld und damals war sparen angesagt. Wenn man sich ein gutes Service kaufte, dann sollte es schon eine Anschaffung auf Dauer sein. Man war sich bewusst, dass es so schnell kein neues Service geben würde.
Auch heute ärgere ich mich noch, wenn ich etwas fallen lasse und es kaputt geht. Aber ich mache mir auch klar, dass es Schlimmeres gibt.

Geht man heute vielleicht doch leichter darüber hinweg, als man das in früheren Jahren oder auch Generationen tat?
Wie war und ist das bei Euch? Ärgert ihr Euch?
Kauft Ihr gleich Ersatz?
Klebt Ihr gewisse Teile wieder?
Mit dem Kleben habe ich so meine eigene Erfahrung. Im Haushalt meiner Großeltern wurde einmal eine Kaffeekanne am Henkel geklebt. Die Kanne wurde auch wieder benutzt, nur leider brach der Henkel ab, als die Kanne mit heißem Kaffee gefüllt war… Deshalb klebe ich nur Teile, von denen keine Gefahr ausgehen kann, wenn die Klebung nicht hält.
Was ich seltsam finde, ist folgende Tatsache: Dinge, die schon einen Riss haben, halten meist ewig. Dinge, die man häßlich findet, die man zwar nicht wegwirft, aber bei denen man auch nicht traurig wäre, wenn sie kaputt gingen, halten ebenfalls ewig. Aber Dinge, an denen man hängt, die man hegt und pflegt, entgleiten einem unversehens und zerbrechen.
Habt Ihr diese Erfahrung auch schon gemacht?
Hebt Ihr manchmal eine Scherbe als Andenken auf?

Ich bin gespannt, was Ihr zum Thema „Scherben“ zu berichten habt.

 

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Das Wiedersehen

Ted marschierte gerade von Bord eines großen Kreuzfahrtschiffes, um den Hafen und die fremde Stadt zu erkunden. Schön, war die Reise bisher gewesen. Noch nie zuvor war er so lange an Bord eines Schiffes gewesen und durch das Mittelmeer geschippert. Er war sich gar nicht so vorgekommen wie auf einem Schiff, eher wie in einer schwimmenden Stadt.

So viele Menschen hatte er getroffen, nicht allen konnte man vertrauen. Den meisten musste man die eigene Existenz verheimlichen. So lebte er meist ein wenig abseits. Tagsüber hielt er sich gut versteckt, wie es sich für einen blinden Passagier gehörte und nachts machte er seine Streifgänge durch die Flure und durch die Vorratskammern, wo er sich Nacht für Nacht den Bauch vollschlug. Ein Leben in Saus und Braus, waren die vergangenen zwei Wochen gewesen. Obwohl er sich wie im Schlaraffenland gefühlt hatte, brauchte er für den heutigen Tag mal wieder richtigen und nicht wankenden Boden unter seinen Füßen.
So trippelte er die Gangway hinunter und schaffte gerade noch den Absprung, bevor diese wieder entfernt wurde. Er atmete tief die warme Sommerluft ein und schaute sich erst einmal in alle Richtungen um. Niemand nahm von ihm Notiz und das war auch gut so, denn er hasste es Aufmerksamkeit zu erregen. Männer sahen ihn meist grimmig an und Frauen reagierten eher hysterisch oder sogar panisch, wenn sie ihn erblickten. Dabei fand er, dass er gar nicht so schrecklich und furchteinlösend aussah. Gut es gab hübschere Exemplare, das mag wohl sein. Seine Gesichtszüge waren nicht besonders markant, aber auch nicht gerade fein geschnitten. Eine dicke Narbe zierte außerdem sein Gesicht, was ihn grimmiger wirken ließ, als er tatsächlich war. Diese Narbe war ein Andenken an einen heftigen Kampf, den er sich einst in einer Spelunke mit einem kleinen, aber bösartigen Halunken geliefert hatte. Und das nur, weil er der süßen Susi imponieren wollte, die sich jedoch weder für ihn noch für den anderen Anwärter interessierte.
„Sei es, wie es sei!“, dachte Ted gerade als er auf der gegenüberliegenden Seite der Promenade jemand zu erkennen glaubte.
„Hey!“, rief er hinüber. „Bist du es alter Kumpel?“
Tatsächlich, als dieser sich umdrehte, erkannte er seinen alten Freund Fred.
Schnell gesellten sich die Beiden zueinander und kamen miteinander ins Gespräch.
„Lange haben wir uns nicht gesehen. Das ist aber eine Freude, dich so unerwartet auf dieser Insel mitten im Mittelmeer zu treffen!“, rief Ted aus.
„Was machst du? Wie geht es Dir?“
„Hallo Ted“, freute sich auch Fred, doch an seiner kleinlauten Stimme war zu erkennen, dass es dem Kumpel gar nicht gut zu gehen schien.
„Was ist mit dir?“, erkundigte sich Ted auch sofort besorgt bei Fred.
„Ach, mich hat es der Liebe wegen hierher verschlagen. Ich habe eine süße Spanierin getroffen und habe mich hier niedergelassen. Aber bei der Geburt unseres Kindes ist sie gestorben. Und das Baby auch“, berichtete der alte Freund mit Tränen in den Augen. „Jetzt friste ich hier ganz alleine mein Dasein. Naja, der Jüngste bin ich nun auch nicht mehr und die paar Tage bekomme ich auch noch rum.“
„Du siehst sehr schlecht und auch abgemagert aus“, gab ihm Ted unumwunden zu verstehen. „Es scheint mir, als hättest du schon seit längerer Zeit keine vernünftige Mahlzeit mehr bekommen.“
„Ach ja, ich bin kein so gern gesehener Gast bei meinen angeheirateten Verwandten. Sie geben mir die Schuld an dem ganzen Unglück mit meiner Frau und dem Baby. Ab und zu bekomme ich mal ein kleines Almosen. Ich bin mittlerweile auch schon zu schwach, um mich selbst um meinen Lebensunterhalt zu kümmern.“
„Das tut mir aber unheimlich leid“, sagte Ted mit einem bekümmerten Gesichtsausdruck.
„Meine größte Freude wäre es wieder in die alte Heimat zurück zu können. Aber ich glaube, die weite Reise wäre doch zu anstrengend für mich. Außerdem frage ich mich, wovon ich auf dieser Reise leben sollte. Nur immer betteln. Nein, das möchte ich nicht. Dann bleibe ich doch lieber hier und warte auf mein sicheres Ende. Allzu lange wird es nicht mehr dauern.“
Fred senkte traurig den Kopf und in das betroffene Schweigen, das zwischen den beiden alten Kumpels eingetreten war, ertönte das laute Knurren von Freds leerem Bauch. Nach einer Weile, in der Ted hin und her überlegte, wie er seinem Kamerad helfen könnte, erhellte sich Teds Gesicht und er meinte:
„Wir besorgen uns jetzt hier noch schnell einen kleinen Happen und während des Essens erzähle ich dir meinen Plan!“
Den kleinen Happen mussten sich die beiden Freunde letztendlich aus einem Mülleimer stehlen, in dem sie ein altes angebissenes und weggeworfenes Sandwich entdeckten. Nun gut, es war vielleicht nicht die feinste Art zu speisen, aber immer noch besser als nichts.
„Ich nehme dich jetzt einfach mit!“, erklärte Ted. „Nimm all deinen Mut zusammen und komm mit mir auf das Schiff. In zwei Wochen wirst du im Land deiner Träume sein und in der Zwischenzeit zeige ich dir all die Köstlichkeiten, die man an Bord finden kann und du wirst keinen Hunger mehr leiden müssen. Das verspreche ich dir hiermit hoch und heilig. Wo ein blinder Passagier unterkommt, ist auch Platz für einen zweiten blinden Passagier.“
Obwohl Fred etwas skeptisch war und auch vor einer möglichen Seekrankheit Angst hatte, erkannte er, dass er keine andere Wahl hatte. Damals mit Susi war er noch jung gewesen und sie hatten ihre Reise hauptsächlich zu Fuß, per Anhalter und nur das letzte kleine Stückchen mit dem Schiff zurückgelegt.
„Soll ich auf meine alten Tage noch einmal ein solches Wagnis eingehen?“, fragte er sich insgeheim. Aber es war seine einzige Chance seine geliebte Heimat wiederzusehen und etwas Schlimmeres als den Tod konnte ihm auf dem Schiff auch nicht erwarten. Hier auf der Insel wären seine Tage auf alle Fälle gezählt, soviel war sicher.
„Okay, abgemacht, ich komme mit!“, entschied sich Fred. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, dachte er sich.
Was ihn jetzt erwartete, hatte er jedoch in seinen kühnsten Träumen nicht zu denken gewagt. Ted und Fred lebten wie die Maden im Speck und erfreuten sich ihres Lebens.
„Dass ich das noch erleben darf“, freute sich Fred und lief zwei Wochen später neben seinem alten Kumpel Ted die Gangway herunter.
„Mama! Schau mal!“, rief in diesem Moment ein kleines Mädchen aus, das mit ihrer Mutter an Land stand und auf die Ankunft der Großeltern wartete. „Dort kommen zwei dicke fette Mäuse vom Schiff!“

 

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Durch die Lüfte getragen

Mein Blick schweift umher
und in der Ferne erblicke ich dich.
Dein Anblick fesselt mich,
doch Du entfernst Dich immer mehr.

Schicke Dir meine Gedanken,
auch meine Träume mit auf die Reise.
Ganz still und leise,
getragen durch die Lüfte ohne Schranken.

Ich ahne es schon,
bald wirst du Dich in Nichts auflösen.
Ich muss meinen Blick von Dir lösen.
Es gibt keine andere Option.

Die nächste folgt Dir.
Immer mehr steigen auf und am Himmel,
ist das reinste Gewimmel.
Werden dort zur Freude und schönen Zier.

Wende den Blick herab,
von wo sie gekommen und entstanden sind.
Ein Kind fröhlich springt,
jubelnder Ruf aus seinem Mund erklingt.

Welche große Freude doch,
eine solche zarte Seifenblase kann sein
für Groß und Klein.
Schau dort oben fliegt eine noch!!!

 

 

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Liebeserklärung

Ohne Dich fühle ich mich leer,
wir sind für einander bestimmt,
das weiß ich ganz bestimmt.
Ich brauche Dich so sehr.

Ich weiß noch genau wie es begann.
Dein Zauber hat mich sanft berührt,
ich hab es deutlich gespürt.
Wir sind ein prima Gespann.

Wo ich bin, da bist auch Du,
das weiß jeder, der mich kennt.
Es gibt nichts, das uns trennt.
Wir bleiben beisammen immerzu.

Du bist mein Begleiter Tag für Tag.
Umhüllst mich mit Deinem Duft,
erfüllt ist von Dir die Luft.
Oh, wie sehr ich Dich mag.

Du bist zart, kein bisschen ungestüm.
Ich freue mich, dass es Dich gibt
und bin unendlich in Dich verliebt.
Du bist und bleibst: Mein Parfüm.

 

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