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Aurelia und Albert (10)

Eule Aurelia, die alles von ihrem Aussichtspunkt aus beobachtet hat, breitet ihre Flügel aus und schwingt sich in die Lüfte. Sie fliegt über Berge und Täler über Flüsse und zugefrorene Seen.

Nein, sie fliegt nicht ziellos umher. Sie weiß genau, wohin sie will und als sie ihr Ziel erreicht hat, setzt sie sich auf den höchsten Baum. Sie beginnt ein lautes Geschrei. Immer und immer wiederholt sie ihr Rufen.

„Was ist denn hier für ein Tumult!“, wundert sich der Bewohner eines einsam stehenden Hauses mitten in einem tiefen und dunklen Wald. Er sieht ein bisschen wie Albert Einstein aus, doch der ist ja schon lange tot. Aber alle, die diesen alten Mann hier im Wald kennen, nennen ihn wegen seiner Ähnlichkeit, aber auch wegen seiner Weisheit nur Albert. Mit seinem richtigen Namen wird er niemals gerufen. Möglicherweise kennt diesen sogar keiner mehr.

„Ich sollte unbedingt einmal nachsehen. Es hört sich nach Aurelia, der klugen Eule an. Aber normalerweise ist sie ein eher stiller Vertreter ihrer Art“, denkt Albert und geht nach draußen.

„Weiser alter Mann! Albert, hörst Du mich?!“ schallt es ihm entgegen.

„Aurelia? Was ist denn los? Wieso bist Du so aufgeregt?“

„Bruno, der Teddybär, Hugo, der Waldmensch und Kurt, der Schneemann …“, Aurelia muss erst einmal Luft holen. Sie ist total außer Atem. „… sind auf dem Weg zu Dir!“

„Oh, wie schön, ich bekomme Besuch!“, freut sich Albert. „Da sollte ich meine Hütte aufräumen, es ist nämlich wieder einmal dringend nötig. Vor lauter Denken, Erfinden und Grübeln kommt man ja nicht zum Aufräumen…“

„Dazu bleibt keine Zeit!“, schreit die Eule verzweifelt. „Kurt, der Schneemann braucht Deine Hilfe, sonst stirbt er!“

Aurelia berichtet schnell alles, was Albert wissen muss. Dieser wirft vorsichtshalber einen kleinen Schlitten mit Rädern auf sein Gefährt, da er dieses schon für den Winterbetrieb mit Kufen ausgestattet hat.

„Man kann ja nie wissen, wozu er gut ist“, meint er und springt auf sein düsenangetriebenes Gefährt. Diesen Antrieb hat er sich selbst ausgedacht und gebaut. Er ist eben ein kluger Mann, der weiß, wie man schnell vorankommt. 

„Hoffentlich ist Dein Fahrzeug auch schnell genug, damit wir noch rechtzeitig ankommen und Du den Schneemann Kurt retten kannst!“, hofft Aurelia. Sie schwingt sich neben Albert auf den Beifahrersitz. Zum Glück kennt die Eule den Weg und kann dem weisen alten Mann somit ein bisschen helfen. Mit ganz viel Hoffnung im Gepäck düsen die Beiden los…

Fortsetzung folgt …

Unsere Weiterfahrt (2)

Und hier kommt die Auflösung. Jetzt ist es auch leichter zu erkennen, wo wir das schöne Vogelhäuschen erstanden haben: In Greifswald.

Weiter ging es dann am nächsten Tag auf eine Insel, die wir immer wieder gerne besuchen. Diesen Pier kennt wohl jeder. Wer noch nicht da war, kennt ihn sicherlich von einigen Szenen aus dem Loriotfilm „Papa ante Portas“. Diese wurden nämlich auf der Seebrücke in Ahlbeck aufgenommen.

Obwohl hier doch etliche Urlauber unterwegs waren, konnte man sich die Strandkörbe zu dieser Stunde aussuchen.

 

Schnell haben wir noch zwei Erinnerungsfotos gemacht, bevor wir wieder zurück nach Greifswald gefahren sind.

Dieser Kurztrip auf die Insel Usedom hat uns erst so richtig Lust auf weitere kleine Ausflüge gemacht. So stand am nächsten Tag eine Besichtigung des Fischerdorfes Wiek auf unserem Programm. Es gehört zu Greifswald, steht unter Denkmalschutz und gehört mit seinen ungefähr 800 Jahren zu den ältesten Fischerdörfern an der Küste der norddeutschen Ostsee.

Zu Fuß überquerten wir die Wieker Holzklappbrücke, die noch von Hand bedient wird. Lediglich mit Sondergenehmigung darf sie von Autos befahren werden. Leider haben wir nicht miterlebt, wie sie auf- und zugeklappt wird. Dieser Vorgang ist sicherlich sehenswert.

Nach einer leckeren Fischmahlzeit, machten wir einen Rundgang im Dorf, das sehr idyllisch wirkt. Leider habe ich hiervon keine Aufnahmen gemacht, sondern alles einfach nur auf mich wirken lassen.

 

Hier schauen die drei Weisen auf das gegenüberliegende Segelschulschiff „Greif“.

Dieses Foto zeigt die Bugenhagenkirche, auf deren Dach sich eine moderne Solaranlage befindet, welche die Heizung innerhalb der Kirche unterstützt.

Noch ein letzter Blick auf die Segelschiffe und dann geht unsere kleine Erkundungstour mit unserem Cabrio weiter. Wohin? Das erzähle ich Euch das nächste Mal.

 

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Unterwegs

Ich möchte mich mal mit ein paar Fotos melden, die ich dieses Jahr auf einer unserer Cabriofahrten gemacht habe. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, somit musste ich zum Handy greifen.

Unser Weg führte uns Richtung Ostsee,

was von uns aus ja nicht so weit ist. In wenigen Stunden ist man da. Hie und da legten wir einen Zwischenstopp ein, um wie hier die Schiffe im Hafen zu bestaunen. Bestimmt ahnt Ihr schon, wo ich diese Fotos aufgenommen habe. Ich bin gespannt, wer es errät.

Auch wenn sich Wolken am Himmel zeigten,

die Sonne lachte uns entgegen.

Wie hätte es auch anders sein sollen?! Wir hatten nämlich unsere Schönwettergarantie mit ins Cabrio gepackt und wie das nun mal so ist: Wenn man einen Schirm dabei hat, dann regnet es nicht…. manchmal 😉 Bei uns jedenfalls war es so. 🙂 Vielleicht lag es daran, dass wir gleich zwei Schirme im Kofferraum  liegen hatten. Sicher ist sicher und doppelt hält besser, wie man so schön sagt.  😉

Neben dem Hafen besuchten wir auch den Wochenmarkt. Nach dem leckeren Fischbrötchen machten wir eine Entdeckung: Dieses Vogelhäuschen.

Es hat uns auf Anhieb gefallen. Wahrscheinlich, weil es uns an unseren kleinen Gartenpavillion erinnert.

Wir haben uns vorgenommen, das Vogelhäuschen ebenfalls mit grüner und weißer Farbe anzustreichen und in der Nähe des Gartenpavillions anzubringen.

Aber nun zurück zu unserem Ausflug. Apropos Vögel…

In einem kleineren Ort, dessen Name mir entfallen ist, hatten wir eine Begegnung mit einer Schwanenfamilie.

Wohlweislich hielt ich mich beim Fotografieren an einen gewissen Abstand.

Mein Mann, der einen Schritt näher heranging, wurde schon unfreundlich begrüßt, nämlich mit Fauchen.

Also gingen wir nach diesen drei Fotos lieber weiter. Wohin uns unsere Cabriofahrt führte, zeige ich Euch in meinem nächsten Beitrag.

 

 

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Wie verhext

Inzwischen ist es Herbst geworden. Jedenfalls meteorologisch betrachtet. Vom kalendarischen Gesichtspunkt gesehen, steht uns der Herbstbeginn am 22. September noch bevor.

Während Kathi ein absoluter Sommerfan ist, mag ihre Freundin Marie den Herbst mit seinem Wechsel zwischen Sonne, Wolken und Regen. Sie findet ihn erfrischend und abwechslungsreich.

Heute lässt sich die Sonne blicken, jedenfalls am Vormittag und nur das zählt für Kathi. Sie öffnet das Dach ihres Cabrios, setzt die Sonnenbrille auf und hebt die kleine Reisetasche ins Innere des Autos.

„Komm doch endlich!“, ruft sie ihrer Freundin Marie zu. „Tina hat angerufen und wollte wissen, wann wir in Berlin eintreffen.“

„Ich bin doch schon da!“, antwortet Marie und schließt die Haustür ab.

Nachdenklich lässt sie sich in den Sitz fallen, während Kathi schon den Motor anlässt. Sie kann es gar nicht erwarten Tina wiederzusehen. Die Drei sind die besten Freundinnen und haben bis vor ungefähr sechs Wochen noch zusammen in der Kleinstadt gelebt. Tina hat dann allerdings ein sehr gutes Jobangebot bekommen und so ist sie nach Berlin gezogen, wo sie und ihr Freund eine kleine Dachgeschosswohnung angemietet haben. Dieses Wochenende wollen Kathi und Marie nun endlich einen Besuch abstatten. 

„Was ist eigentlich los mit dir? Du bist so schweigsam?“, erkundigt sich Kathi. „Hast du schlecht geschlafen und bist noch müde?“

„Nein, ich habe nur so das Gefühl, dass wir irgendetwas vergessen haben.“

„Das Gefühl hast du doch immer“, gibt die Freundin zurück. „Sag es gleich, jetzt kann ich noch schnell umkehren. Auf die zehn Minuten kommt es auch nicht mehr an.“

„Ich würde es dir ja sagen, wenn ich es selber wüsste.“

„Mmh, das ist allerdings schlecht. Naja, in Berlin gibt es alles zu kaufen. Das sollte dich beruhigen. Und nun lass uns die Cabriofahrt genießen.“

Kathi düst die Straße entlang und schaltet das Radio, aus dem Musik zu hören ist, lauter. Allerdings folgen schon nach dem zweiten Song die Nachrichten mit anschließendem Wetterbericht.

„Jetzt weiß ich es!“

„Was?“, will Kathi wissen.

„Ich hab meinen Regenschirm vergessen!“

„Den brauchen wir erstens nicht und zweitens liegt einer im Kofferraum.“ 

Damit ist für Kathi das Thema beendet und außerdem strahlt die Sonne vom Himmel, so dass selbst die eher skeptische und sonst immer für alle Eventualitäten gerüstete Marie sich beruhigt und entspannt im Beifahrersitz zurücklehnt.

Die beiden haben sich ein Hotelzimmer gebucht, weil sie der Freundin und deren Lebensgefährten keine Umstände bereiten wollen. Kaum sind sie in ihrer Unterkunft angekommen, hat Kathi schon neue Pläne. 

„Wir könnten doch einen kleinen Spaziergang machen. In einer Dreiviertelstunde sind wir bei Tina. Das Laufen wird uns nach der langen Fahrt guttun,“ schlägt sie vor. „Außerdem lockt mich die Sonne.“

„Das ist eine gute Idee! Und vielleicht kommen wir noch an einem Blumenladen vorbei, wo wir  für Tina einen hübschen Strauß aussuchen können.“

Mit ihren Handtaschen bewaffnet, laufen sie los und freuen sich auf das bevorstehende Wiedersehen. Doch leider währt diese Freude nicht lange. Bereits nach zwanzig Minuten bemerken sie die ersten Tropfen.

„Das war bestimmt nur eine Wolke“, meint Kathi hoffnungsvoll.

„Das glaube ich weniger“, wirft Marie ein. „Schau nur, dort drüben ist es ganz schwarz und genau in diese Richtung laufen wir. Wir sollten uns sputen. Du hast aber doch sicher den Schirm aus dem Auto geholt und in deiner Handtasche verstaut“, richtet sie sich hoffnungsvoll an die Freundin.

„Ich?! Nö, daran hab ich nicht gedacht.“

„Das heißt im Klartext: Wir haben keinen Schirm dabei, während der im Auto liegt und auf seinen Einsatz wartet!?“

„So könnte man es ausdrücken…“, gibt Kathi schulterzuckend mit einem Blick gen Himmel zu.

Die Tropfen werden immer dicker. Noch fallen sie vereinzelt, aber plötzlich beginnt es zu schütten. Der reinste Wolkenbruch überrascht die Beiden. Sie können sich gerade noch unter eine Markise vor einem Cafe retten. Kathi und Marie haben allerdings Glück im Unglück. Schon nach einem Latte Macchiatto ist alles vorbei und die Freundinnen können ihren Marsch fortsetzen. Die Wiedersehensfreude, der unterhaltsame Nachmittag und Abend lassen sie das Unwetter vergessen. 

Als sie kurz nach Mitternacht wieder im Hotel eintreffen und im Aufzug stehen, drückt Marie auf die Taste mit dem Vermerk ’Tiefgarage’.“

„Das ist falsch, wir müssen in die zweite Etage“, meint Kathi gähnend.

„Ich will nur was aus dem Auto holen“, antwortet Marie mit Nachdruck.

Achselzuckend reicht ihr die Freundin den Autoschlüssel, beobachtet wie diese den Kofferraum öffnet und sprachlos davor steht.

„Hast du nicht gesagt, dass du hier einen Regenschirm hast?“

„Liegt da keiner?“, fragt Kathi leicht ungläubig und tritt näher heran. Den Blick auf das Innere des Kofferraums gerichtet, bekommt sie plötzlich einen Lachanfall, in den auch Marie einstimmt.

„Da behaupte mal jemand ich sei nicht für ein Unwetter gerüstet“, bringt Kathi unter Lachen hervor. „Immerhin liegen hier… ein…, zwei…, drei…, vier…, fünf Regenschirme!!!!“

 

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Jetzt melde ich mich zu Wort

Hallöchen! Ich bin es, das liebe Lottchen.

Mein Frauchen meint, ich soll Euch ganz liebe Grüße ausrichten. Eigentlich wollte sie Euch heute einen neuen Post schicken, aber irgendwas klappt wohl gerade nicht mit dem Computer. Die Fotos, die sie gemacht hat, lassen sich nicht einstellen, mehr wollte sie mir aber auch nicht verraten. Und dann hat sie noch viel um die Ohren. Keine Ahnung, was sie damit meint, ihre Ohren sehen jedenfalls ganz normal aus.

Ich bin im Moment mal wieder nicht so oft zu Hause. Bei der großen Hitze übernachte ich gerne draußen. Manchmal schlafe ich heimlich auf der Terrasse und verschwinde dann bei Sonnenaufgang schon wieder oder ich übernachte sonst irgendwo in einem sicheren und kühlen Versteck. So kommt es, dass ich jetzt im Sommer manchmal tagelang Herrchen und Frauchen nicht sehe.

Gestern haben sie mich dann aber entdeckt. Nachdem sie mich für vier Tage als verschollen geglaubt haben und schon vermuteten, dass mich ein Katzenfänger mitgenommen hat, gingen sie auf die große Suche nach mir. Dabei war ich gar nicht so weit weg. Herrchen hat nach mir gepfiffen mit diesem durch Mark und Bein gehendem Pfiff und Frauchen hat mich gerufen. Ich habe sie ja schon von weitem gehört und auch geantwortet, aber die Beiden haben anscheinend nicht so ein gutes Gehör wie ich.

Irgendwann standen sie dann vor der großen Wiese hinter dem gelben Haus, dort wo die hohen Gräser wachsen. Ich hatte richtig Mitleid mit Ihnen. Also habe ich geantwortet.

„Hier ist sie! Ich habe sie gehört!“, meinte Herrchen freudig, als ich durch das Gestrüpp schlich, um zu ihnen zu kommen.

„Ja!“, rief Frauchen fröhlich aus. „Schau nur, dort wackeln die Gräser. Sehen kann ich sie noch nicht, aber sie scheint auf dem Weg zu uns zu sein.“

Jetzt trennten mich nur noch ein paar Schritte von ihnen. Ich konnte sie schon sehen, aber durch meine „Tarnfarbe“ in dem hohen Gras konnten sie mich wohl erst erkennen, als ich kurz vor ihnen stand.

„Da ist sie!“

„Ja“, dachte ich. „Und da seid ihr.“

Naja, und dann sagten sie, ich solle mit nach Hause kommen. Das habe ich natürlich gemacht. Ich bin doch brav und treu. Zuhause haben sie mir alles Mögliche zum Fressen vor die Nase gestellt. Sogar ein Stückchen Lachs brachte Frauchen mir. Das war ja echt lieb gemeint, aber ich hatte gerade erst ein paar Käfer verspeist und keinen richtigen Hunger. Gut, Leckerlies gehen immer und den Gefallen habe ich ihnen dann auch getan.

Frauchen hat die Haustür sperrangelweit aufgemacht, in der Hoffnung, ich würde ins Haus gehen. Nein! Das habe ich nicht gemacht. Dann hätte ich vielleicht auch noch bleiben müssen. Das geht aber momentan ganz und gar nicht. Da draußen in meinem Versteck ist alles viel zu interessant, um nicht sofort wieder dorthin zu verschwinden. So habe ich mich dann auch wieder verabschiedet. Immerhin wissen sie jetzt, dass es mir gutgeht und wo sie mich finden können.

Also, seid alle ganz herzlich von mir und meinem Frauchen gegrüßt und kommt gut durch die große Hitze.

 

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Auf der Suche

 

Ja, Ordnung ist das halbe Leben,

für jedes Ding muss es einen Platz geben.

Doch manchmal ist das, was man braucht,

einfach wie untergetaucht.

 

Den Nagel hältst du in der Hand,

für das Bild an der Wohnzimmerwand,

doch ist der Hammer unauffindbar

oder nur unerreichbar.

 

Romantische Stunden zu zwein,

ein Gläschen Wein und Kerzenschein,

was man jetzt braucht für diesen Zweck

ist einfach weg.

 

Taschenlampe oder auch Batterie,

zum Schrauben, Binden, Klipsen irgendwie,

Verschließen, Schneiden oder Messen,

suchst du wie besessen.

 

Da hilft kein Jammern und Klagen,

man muss nur mal schnell Mutti fragen.

In ihrer Küche gibt es außer Marmelade,

eine besondere Schublade.

 

Hier ist für den Fall des Falles,

nach Wunsch und Bedarf einfach alles.

Drum sei bei der Suche voller Zuversicht,

die Lade Erfolg verspricht.

 

Gummiring oder Sektverschluss, 

Muttis Rumpelschublade ist ein Muss,

denn nur hier wirst du zum Entdecker

vom alten Kurzzeitwecker.

 

Hier gibt es Dies und Das,

ja und dann auch Sonstnochwas.

Was du niemals zu finden geglaubt,

ist hier zusammengeklaubt.

 

 

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Einkaufsfreuden

Opa Max und Oma Marianne haben an diesem Wochenende Besuch von Enkelsohn Alex und dessen Freundin Tina. Sie haben am Samstagmorgen gemütlich gefrühstückt oder sollte man besser den eingedeutschten Begriff „gebruncht“ verwenden?! Inzwischen ist der Vormittag schon vorbei und das Mittagessen wäre angesagt, würden nicht alle über das ausgeprägte Sättigungsgefühl sprechen.
„Also lassen wir das Mittagessen ausfallen und am Abend gibt es dann selbstgemachte Pizza“, schlägt Oma Marianne vor. Alle nicken und sind mit diesem Vorschlag einverstanden.
Doch da schaltet sich Opa Max ein:
„Und morgen wird gegrillt. Wir haben doch eine Dorade und Lachs gekauft, lasst uns den Fisch einfach auf den Grill legen.“
„Ohja Lachs“, begeistert sich Tina.
„Och nö!“, meint Enkel Alex, „ich mag eigentlich keinen Fisch. Kannst du nicht was Vegetarisches kochen?“
Oma Marianne macht einige Vorschläge, doch das passt ihrem Göttergatten nicht. 
„Immer diese gesunden Sachen. Ich habe mich so auf das Grillen gefreut und der Fisch muss schließlich auch gegessen werden.“
„Gut“, sagt die Oma, „das ist ein Argument, das ich gelten lasse. Und gesund ist Fisch ja auch.“
„Und ich?“, fragt Alex.
„Da lässt sich auch was in Richtung vegetarisch machen, abgesehen davon, dass du ja kein wirklicher Vegetarier bist“, grinst die ältere Dame. „Lass Oma mal machen, ich habe alles Nötige bereits eingekauft und Gemüse kann man auch grillen…“
Doch das hört eigentlich schon niemand mehr, denn die beiden Männer haben etwas vor. Sie wollen eine Probefahrt mit Alex‘ neuem Auto machen und sind schon auf dem Weg in die Garage. Denkt Oma Marianne zumindest. Eine Viertelstunde später wirft sie so nebenbei einen Blick aus dem Fenster. Wer steht da am nachbarlichen Gartenzaun und unterhält sich? Ihre beiden Männer.
Eine weitere Viertelstunde später, stecken die Beiden den Kopf zur Haustür herein und Opa Max verkündet:
„Wir fahren jetzt. Kann eine Weile dauern. Ach übrigens: Unsere Nachbarn, Stefan und Silke und ihre Zwillinge kommen morgen Abend zum Grillen vorbei.“
„Da muss ich aber schnell noch was besorgen, sonst reicht es nicht für so viele Personen“, ruft Oma und läuft zur Tür. 
Mittlerweile sitzen ihr Mann und ihr Enkelsohn schon im Auto. Während Alex das Beifahrerfenster öffnet, startet Opa Max den Motor.
„Schickt mir eine SMS, was noch eingekauft werden muss. Wir kümmern uns um alles.“
„Mach ich!“, antwortet seine Freundin Tina.
„Okay!“, stimmt auch Oma zu. „Denkt aber bitte daran, um 20 Uhr schließen die Geschäfte und morgen ist Sonntag!“
Das Beifahrerfenster schließt sich langsam, während Alex noch etwas antwortet. Oma versteht allerdings nur Bruchstücke.
„Kein Problem…. Stadt…. Mitternacht… einkau…“, dann ist die Scheibe oben und das Auto biegt um die nächste Straßenecke.
„Oh nein“, denkt sich die Großmutter insgeheim. „Die werden doch nicht auf den allerletzten Drücker einkaufen.“
Tina und die Großmutter überlegen schon mal, was ihnen noch fehlt. Lange ist die Liste nicht.

Tomaten, 

Baguette,

Salat,

2 Flaschen Rotwein.

Mehr ist es nicht, denn alles andere ist vorrätig. Also machen sie sich  auch keine weiteren Gedanken und freuen sich auf den Sonntag.
Kurz darauf erhalten sie eine SMS von den Nachbarn:
„Wir freuen uns und bringen morgen 5 Steaks und Grillkäse mit.“
Um unnötige Doppelkäufe zu vermeiden, leitet Tina diese SMS an Alex weiter, denn Opa Max ignoriert sein Handy meistens.
Kurz vor 20 Uhr sind die beiden Männer immer noch nicht zurück, aber gegen 20:30 trudeln sie endlich wieder ein und Oma Marianne kann kaum ihren Augen trauen. Die beiden Männer öffnen den Kofferraum und schleppen zwei große vollbepackte Kisten ins Haus.
„Was habt ihr denn alles gekauft? Das passt doch gar nicht mehr in meinen Kühlschrank.“
Händeringend beobachten Tina und die Großmutter wie sich die Kisten leeren.
„Wieso in aller Welt habt ihr sooo viel Tomaten gekauft. Das sind ja mindestens 2 Kilo!“, wundert sich Oma. „…und auch noch Grillkäse und 8 Steaks und 8 Würstchen.“
„Habt ihr denn nicht die SMS gelesen?“, fragt Tina. „Die Nachbarin bringt selbst schon 5 Steaks mit.“
„Wo ist das Baguette?“
„Haben wir keins mehr bekommen, aber Peperoni-Chiabatta haben wir zwei Stück und außerdem noch ein Körnerbrot“, mit diesen Worten packt Opa Max 2 Packungen Fertigsalat, einen kleinen Eimer Senfgurken, zwei Packungen Fleischsalat und ein Eimerchen Kartoffelsalat aus. Danach folgen etliche Bierflaschen, allerdings keine einzige Flasche Rotwein.
„Das stand doch gar nicht auf der Liste und außerdem schmeckt das Fertigzeug nicht!“, sagt Marianne entsetzt. „Das macht man selbst!“
„Quatsch, das will ich verfeinern!“, verteidigt sich ihr Gatte. „Warte nur mal ab.“
„Aha!“
„Und hier haben wir noch Chips!“, strahlt der Enkelsohn und hält drei Tüten Chips in die Luft.
Den beiden Frauen verschlägt es die Sprache, aber sie merken, dass ihre beiden Männer sichtlich stolz auf ihren Großeinkauf sind und wohl voller Euphorie und mit einem großen Hungergefühl den Supermarkt nach Essbarem durchforstet haben. Zumindest der stattliche Preis gleicht dem eines ausgiebigen Wocheneinkaufs.
Nach dem Abendessen, das schon fertig ist, sinkt Opa Max in den Wohnzimmersessel und streckt alle Viere von sich. In Sekundenschnelle ist er erschöpft vom Tagesgeschehen eingeschlafen. Die anderen suchen begleitet von Opas leichtem Schnarchen in der Mediathek nach einem schönen Film.  Plötzlich verstummen die Schnarchlaute und die Stimme des schlafenden Großvaters ist zu hören. Ihn scheint wohl der Einkauf nachhaltig beeindruckt zu haben, denn im Schlaf sagt er nun ganz ernst:
„1 Euro 75!“
Dann ertönen wieder die gleichmäßigen Schnarchlaute.

 

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Man lernt nie aus

* Das Beitragsbild habe ich in einem Auslandsurlaub von einem Plakat abfotografiert und anschließend leicht verändert. Leider weiß ich nicht mehr, wo es war und habe auch keine Kenntnis davon, wer der Künstler ist.

Seifenblasen

Marie-Luise sitzt alleine auf einer Bank. Um sie herum freuen sich Kinder und Spaziergänger flanieren die Strandpromenade entlang. Ein paar Meter von ihr entfernt, breitet ein junger Mann einige Utensilien aus und wenige Momente später fliegen riesige Seifenblasen an ihr vorbei, gefolgt von Kindern, die sie lachend zu fangen versuchen.
Marie-Luise lässt ihre Gedanken mit den Seifenblasen fliegen.
„Ja früher“, denkt sie gedankenverloren „waren die Seifenblasen kleiner, aber geliebt haben wir diese bunt schillernden und schwebenden Blasen auch schon in meiner Kindheit.“
Und später dann hat sie sie mit ihren Kindern ebenfalls gerne durch die Lüfte tanzen lassen.
„Meine Kinder“, denkt die nun schon über 70 Jahre alte Frau. „Eigene waren mir nicht vergönnt, aber alle meine Schüler waren meine Kinder.“
Ja und alle haben Marie-Luise geliebt, so wie auch sie ihnen ihr ganzes Herz geschenkt hatte. Sie ging voll und ganz in ihrem Beruf auf und hatte nichts vermisst. Von den meisten ihrer Schüler erhält sie noch heute Briefe, mit manchen telefoniert sie noch hin und wieder und ein paar besuchen sie regelmäßig.
„Ich hätte mir kein schöneres Leben vorstellen können.“ 
Gut, den Mann fürs Heiraten hatte sie nicht gefunden, obwohl  viele Verehrer um sie geworben hatten. Der eine oder andere wäre auch vielleicht in Frage gekommen, aber diese Liebeleien waren alle zerplatzt wie die Seifenblasen. Hans Uwe, ihr erster fester Freund, siedelte mit den Eltern nach Amerika um und schon bald war der Kontakt unterbrochen. Tobias war bereits verheiratet und das alleine bedeutete schon damals für sie ein „NO GO“. Dann gab es noch den jungen Albert, ein Kommilitone und Rüdiger ein Kollege, der allerdings versetzt wurde. 
„Es hat einfach nicht sollen sein“, sagt sich Marie Luise. „Und durch meine Kinder habe ich mich nie einsam gefühlt. Jetzt ja, nach meiner Pensionierung, da gibt es schon machmal so Momente, da wäre es schön jemand an meiner Seite zu haben. Klar, da gibt es auch noch Annabelle, meine beste und langjährige Freundin.“
Annabelle und Marie-Luise kennen sich schon seit dem Kindergarten und wissen alles von der anderen, teilen Geheimnisse, Freuden und Sorgen miteinander. Doch Annabelle muss sie noch mit deren Ehemann teilen. Aber einmal im Jahr, das ist schon eine Art Ritual, machen die beiden Freundinnen miteinander Urlaub. Diese Reise sollte ebenfalls eine gemeinsame sein. Doch leider ist Annabelles Mann überraschend ins Krankenhaus gekommen. Tja und so sitzt Marie-Luise jetzt alleine auf der Bank in einem südlichen Urlaubsland.
„Ich muss unbedingt mit Annabelle telefonieren und fragen, wie es ihrem Mann geht“, überlegt sie gerade und will ihr Handy aus der Tasche holen, als ein etwa fünfjähriges Mädchen vor ihr stehen bleibt.
„Bist du alleine hier? Darf ich mich zu dir setzen?“
„Oh“, sagt Marie-Luise, „das sind ja gleich zwei Fragen und beide kann ich mit ‚Ja‘ beantworten. Aber du bist doch sicherlich nicht alleine? Wo sind denn deine Eltern?“
„Hihi!“, kichert das Mädchen. Das waren auch zwei Fragen.“
Jetzt müssen beide lachen und die Kleine klatscht dabei vor Freude noch tüchtig in die Hände. Sie lässt sich mit einem Hopser auf der Bank neben der älteren Dame nieder.
„Soll ich jetzt wieder fragen? Wie heißt du?“, spielt sie munter das Spiel weiter.
„Nein und ich verrate dir erst meinen Namen, wenn du meine beiden letzten Fragen beantwortest hast.“
„Welche Fragen? Die hab ich vergessen,“ beginnt das Mädchen, „Opa, Opa, hier bin ich!“, ruft sie und springt einem älteren Herrn entgegen. Sie nimmt ihren Großvater an der Hand und zerrt ihn zur Bank, auf der Marie-Luise sitzt.
„Darf mein Opa auch hier sitzen? Das ist mein Opa, mit ihm bin ich hier im Urlaub. Papa und Mama sind zu Hause geblieben.“
„Entschuldigen Sie bitte, meine Enkelin Rosalie ist manchmal etwas vorlaut.“
„Sie ist ein entzückendes Mädchen, sehr freundlich und kontaktfreudig. Ich bin übrigens Marie-Luise Kirner.“
„Gestatten, Maximilian von Heller!“, sagt der ältere Herr und setzt sich neben Rosalie und der netten Dame auf die Bank. Doch nach zwei Minuten ist es der Kleinen zu langweilig, sie läuft flink den Seifenblasen hinterher.
„Ihr könnt euch ja ein bisschen unterhalten“, ruft sie den Beiden zu und versucht eine der großen Blasen zu fangen, die allerdings sogleich zerplatzt.
„Es war ein wirklich kurzweiliger Nachmittag“, erzählt Marie-Luise am Abend ihrer besten Freundin am Telefon, nachdem diese von ihrem bereits wieder genesenen Mann berichtet hat. „Irgendwie hat dieser Maximilian mich an jemand erinnert.“
„Darf ich raten?“, fragt Annabelle und weil am anderen Ende nur Schweigen herrscht, macht sie Vorschläge. „An Hans-Uwe oder an Tobias, oder vielleicht an Rüdiger oder doch eher an Albert?“
„Ja, genau“, kommt die Antwort und danach herrscht wieder Schweigen.
„Wie jetzt? An wen denn von den Vier?“
„Es kam mir so vor, als hätte er das Lächeln von Tobias!…“
„Aha!“
„…aber auch die Augen von Hans-Uwe…“
„Soso!“
„…die Mimik und Gestik waren allerdings eher so wie bei Rüdiger…“
„Ach ja?!“
„…die Stimme jedoch hat mich an Albert erinnert!“
„Perfekt!!!“, ruft Annabelle freudig aus. „Diese Mischung stimmt. Ihr habt euch doch wohl wieder für morgen verabredet, oder?!“
„Er fliegt morgen mit seiner Enkelin wieder nach Hause.“
„Och, schade!“, klingt es aus dem Telefon. „Und wo wohnt er?“
„Das weiß ich nicht,…“
„Och, Mensch Marie-Luise!“, die Freundin ist schon fast ein wenig entsetzt.
„Aber stell dir vor: Tochter, Schwiegersohn und Rosalie wohnen nur drei Straßenecken von mir entfernt…“
„Weiter?! Nun spuck es schon aus! Da ist doch noch etwas!“, fordert Annabelle ihre Freundin auf.
„Naja, nächste Woche gehen wir gemeinsam Eisessen in der kleinen Eisdiele an der Hauptstraße“, gesteht Marie-Luise.
Lachen und Klatschen schallt aus dem Telefon und anschließend Annabelles fröhliche Stimme:
„Nachtigall, ick hör dir trapsen!…“

 

 

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Alt und vergessen?

Ich weiß ja, dass man Dinge und leider auch Menschen vergessen kann, aber ich habe mir nie bewusst gemacht, dass auch mir so etwas passieren könnte. Mich jedenfalls hat man vergessen. Und das kam so:

Ich war der beste Freund von Florian. Er holte mich jeden Tag ab und dann ging es auf den Sportplatz. Dort traf er sich mit Alex, seinem Kumpel. Wir Drei waren ein Team und spielten Fußball. Was auch sonst? Gut, mit einem Ball kann man auch Handball spielen, aber ich heiße ja ausdrücklich „Fußball“, weil ich gekickt werden will. Ich brauche den Jubel, wenn ich ins Tor gehe. Das klingt für mich so, wie für andere Musik.
Wir waren glücklich miteinander,- bis zu jenem Tag.
„So, alter Kumpel“, sagte Florian neulich zu mir. „Heute gehen wir das letzte Mal gemeinsam zum Sportplatz hier im Dorf. Dann geht es in die Stadt.“
Wie ich aus den Gesprächen zwischen Florian und Alex heraushören konnte, wollte mein Freund mit seiner Familie umziehen. Während Alex das mit großem Bedauern aufgenommen hat, war es mir eigentlich egal. Ich dachte, dass Florian sicher in der neuen Heimat auch mit mir und einem anderen Freund zum Kicken gehen würde. 
Doch dann gab ihm Alex ein Abschiedsgeschenk.
„Hier, für dich. Immerhin ist dein alter Fußball schon ziemlich abgenutzt. Vergiss mich nicht und lass dich ab und zu mal wieder hier blicken.“
„Oh, super!“, jubelte Florian. „Ich werde immer an dich denken, wenn ich mit dem Neuen trainiere.“
Ja, was soll ich sagen? Sie legten mich an den Rand des Spielfeldes und kickten mit dem Neuen. Aber es kam noch schlimmer. Am Abend als sie sich verabschiedeten, vergass mich Florian mit nach Hause zu nehmen.
„Das war es dann also“, dachte ich so bei mir.“Ich habe ausgedient.“
Ich war traurig, einfach so abgelegt zu werden.
In der Nacht kam Wind auf, um nicht zu sagen, es stürmte. So rollte ich auf dem Fußballplatz hin und her. Das war ja eigentlich ganz nett, aber ich war allein. Außerdem begann es zu regnen. Gegen Morgen ließen Wind und Regen nach und als die Sonne aufging, kam ich in einer Pfütze zum Liegen. 
„Was wird mir wohl dieser Tag bescheren?“, fragte ich mich und jammerte still und leise vor mich hin.
Die Sonne trocknete die Pfütze, in der ich lag. Auch ich war inzwischen wieder trocken, als ich Stimmen hörte. Ein paar fremde Jungs kamen vorbei. 
„Hey, da liegt ein Fußball!“, rief einer von ihnen aus.
„Der sieht ja schon ganz schön ramponiert aus. Wurde wahrscheinlich viel benutzt“, meinte der andere und hob mich auf. „Aber Luft hat er noch und scheint auch so noch in Ordnung zu sein. Lass ihn uns mal ausprobieren!“
Ja, und nun wurde ich wieder hin und her gekickt. Das machte nicht nur mir, sondern auch den Jungs Spaß.
Aber das ist nicht alles, was an diesem Tag geschah. Plötzlich erschienen nacheinander noch zwei Jungs. Zuerst kam Florian. 
„Ha“, freute ich mich. „Er hat bemerkt, dass er mich vergessen hat und will mich nun holen.“
Und dann kam auch noch Alex. 
„Hey, kommt her und spielt mit!“, riefen ihnen die Jungs auf dem Spielfeld zu. Jetzt klopften sich Alex und Florian freundschaftlich gegenseitig auf die Schultern, sozusagen als Abschiedsgruß. Dann wandte sich Florian zum Gehen, doch ich konnte seine letzten Worte noch verstehen:
„Machs gut! Ich komme immer wieder mal zu Besuch. Halte unseren alten Fußball in Ehren. Und nun lauf schon und kicke mit den Jungs dort!“
„Mach ich!“, nickte Alex. „Bis bald!“
Kurz darauf spürte ich seinen Fuß, der mich auf direktem Weg ins Tor beförderte. Es war ein tolles Spiel und half Alex und mir die Traurigkeit über Florians Wegzug zu verarbeiten. Am Abend hob mich Alex auf und trug mich mit nach Hause.
„Bis morgen!“, riefen ihm die Jungs zu. „Gleicher Ort, gleiche Zeit! Und vergiss den alten guten Fußball nicht!“

 

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Die Nacht ist zum Schlafen da

Es ist eine laue Sommernacht und ein ereignisreicher Tag liegt hinter uns. Man sollte meinen, dass man dann müde genug ist, um zu schlafen. 

Mein Mann tut dies auch. Seine Atemzüge sind ruhig und gleichmäßig. 
Ein bisschen neidisch bin ich schon. 
„Ich möchte auch schlafen“, wünsche ich mir, aber im Grunde genommen könnte ich aufstehen und irgendetwas tun. „Wach genug dazu bin ich. Eigentlich hätte ich es mir denken können“, schimpfe ich lautlos mit mir selbst.
Als wir heute Nachmittag mit der Familie in einem Cafe saßen, bestellte ich mir einen Latte Macchiato. Seit ich denken kann, bin ich ein Teetrinker. Ich liebe Tee, alle Sorten, außer Schwarztee. Aber alle Welt trinkt Kaffee. Immer will man ja nicht die Ausnahme sein. Also habe ich vor ungefähr einem Jahr begonnen spezielle Kaffeevarianten zu testen, allerdings erst einmal mit Schokolade. Chocochino, Schokomacchiato oder wie sie sich alle nennen. Jedes Cafe kreiert dafür ja einen anderen Namen.
Kurze Rede langer Sinn, inzwischen bleibt die Schokolade weg und mir schmeckt ein ganz normaler Latte Macchiato.
„Der war wirklich lecker und überhaupt nicht stark“, denke ich an den Nachmittag zurück. „Nur hätte ich es bei diesem einen Glas belassen sollen. Das Zweite war für meine Verhältnisse zuviel und ich hatte schon beim Trinken geahnt, dass ich nicht würde schlafen können.“
Ich weiß, alle Kaffeetrinker, besonders diejenigen, die ihren Kaffee schwarz genießen, lachen mich jetzt insgeheim aus, aber ich liege tatsächlich wach und wälze mich hin und her.
„Baldrian“, überlege ich. „Das wird mich beruhigen und in einer halben Stunde schlummere ich genauso selig, wie mein Göttergatte.“
Quatsch, jetzt habe ich ein neues Problem, das meinen Schlaf verhindert.
Es beginnt just in dem Moment, in dem ich die Leselampe ausknipse und mein Haupt auf das Kopfkissen lege. 
„Oh nein!“
Ich habe das Gefühl ein Hubschrauber setzt gerade zur Landung an. Noch befindet er sich genau über mir. Nein, das ist kein Hubschrauber und auch kein Tinnitus. Es ist viel, viel kleiner und umkreist mich. Ich fuchtele wild mit den Armen um mich. Ruhe!  Kaum habe ich mich wieder gemütlich eingekuschelt, geht der Angriff aufs Neue los. 
„Miststück!“, entfährt es mir.
Das scheint ins Bewusstsein meines Mannes gedrungen zu sein, denn er murmelt plötzlich: „Was ist los? Ich hab doch gar nichts gemacht!“
Noch bevor ich die Sache richtigstellen kann, hat er sich auf die Seite gedreht und schnarcht los.
„Na toll!“, denke ich und schalte wieder die Leselampe an. Mit den Augen suche ich das Zimmer ab. Nirgends kann ich dieses kleine Biest entdecken. 
„Es hilft alles nichts, ich brauche ein Gegenmittel!“, beschließe ich und schleiche mich aus dem Schlafzimmer. Im Bad besprühe ich mich mit Mückenspray.
„So, jetzt wirst du mich wohl in Frieden lassen. Es wird auch langsam Zeit!“
Inzwischen zeigt der Wecker nämlich schon drei Uhr nachts an.
„Ich habe noch kein bisschen geschlafen, bald bricht ja schon der Morgen an.“ Innerlich gerate ich langsam in Panik. „Aber mein Spray wird helfen!“
Zuversichtlich krieche ich wieder unter die Bettdecke und schließe ganz fest meine Augen. Leider nur die Augen, denn die Ohren lauschen auf jeden noch so kleinen Laut.
„Da ist sie ja schon wieder! So langsam reicht es!“
Außerdem juckt es mich mittlerweile am gesamten Körper. Sie scheint mich wohl an Armen und Beinen gestochen zu haben und das nicht nur einmal. Ich kratze. Noch ein Grund nicht einzuschlafen.
„Das ist ja eine tolle Kombination, um wach zu bleiben: Kaffee, das Schnarchen meines Mannes, die Mücke und die Juckattacken. Klasse!“
Mein Ärger muss dann wohl doch von der Sehnsucht nach Schlaf übertrumpft worden sein, denn gefühlt um 4 Uhr 30 schlafe ich endlich ein.
Als ich am Morgen auf dem Weg zum Badezimmer bin, frage ich mich: „Habe ich das alles nur geträumt?“, denn seltsamerweise bin ich kein bisschen müde. Im Bad angekommen, gibt mir mein Spiegelbild jedoch eine eindeutige Antwort.
„Oh, hab ich gut geschlafen,- tief und fest“, erklärt mir mein Mann, der nun ebenfalls hereinkommt. „Nur einmal bin ich kurz aufgewacht, weil du irgendwas zu mir gesagt hast. Worum ging es eigentlich?“
Ich bin sprachlos. Er hat von meinem nächtlichen Kampf nichts mitbekommen und kein einziger Stich lässt sich bei ihm entdecken. Ist das nicht unfair? Und dann auch noch sein Spruch, als ich meine Mückenstiche zähle: 
„Daran ist nur Noah mit seiner Arche schuld. Er wollte ja unbedingt von jedem Tier ein Paar mitnehmen und das ist dabei herausgekommen.“

 

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Erlebnis in Opas Garten

 

Wer in Opas Garten wollte gelangen,

den hast du empfangen.

Hast dich gut festgehalten am Torbogen,

bist durch das Beet gezogen. 

 

Als ich dich das erste Mal bewusst sah,

warst du mir sehr nah,

doch Opa warnte mich eindringlich vor dir,

du würdest wehtun mir.

 

So zog ich meine Hand schnell zurück

und das war mein Glück.

Ich wagte mich an dich heran mit Bedacht,

denn Neugier war erwacht.

 

Beugte langsam und sacht mich hinab,

dein Duft mich umgab.

Wie verzaubert atmete ich diesen tief ein, 

so lieblich und so rein.

 

Ich vergaß nun Vorsicht und Bedacht,

ein Wunsch war erwacht.

Ich wollte dich nur für mich ganz allein,

ja, so sollte es sein.

 

So streckte ich meine Hand entgegen dir,

wollte dich als Zier.

Schenkte allen Warnungen keinen Glauben,

wollte dich nun rauben.

 

Völlig unerwartet kam deine Gegenwehr,

schmerzte mich sehr.

„Rosen haben Dornen, mein liebes Kind“,

sagte Opa leise im Wind.

 

 

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Hermann

Einen schönen guten Tag, wünsche ich. Vermutlich kennt mich jedes Kind. Trotzdem möchte ich mich ganz offiziell bei Euch vorstellen:

Ich bin Hermann und meine Welt ist der Garten. Dort führe ich die Oberaufsicht. Alle meine Kollegen, die mir übrigens sehr ähneln, hören auf mein Kommando. Sie arbeiten mit Hacke, Schaufel, Spaten, Besen, Gießkanne und Schubkarre unter meiner Aufsicht im Garten. Bestimmt habt Ihr uns mit unseren roten Zipfelmützen und den langen weißen Bärten schon entdeckt. Nein, nein, wir sind keine Weihnachtsmänner! Wir sind das sehr fleißige Völkchen der Gartenzwerge, das die Natur mit all ihren Pflanzen und Tieren liebt.

Doch nun zurück zu mir und meinen Erlebnissen:
Am frühen Morgen, wenn die Sonne aufgeht und viele von Euch noch schlummern, dann gehe ich auf leisen Sohlen im Garten umher.  Es herrscht noch ein gewisser Ruhemodus, den ich mit tiefen Atemzügen genieße und in mich aufnehme. 
Irgendwie erscheint alles langsamer und friedlicher. Auch sind die lästigen Mücken noch nicht unterwegs, die nichts anderes im Sinn haben als uns mit ihren gemeinen Stichen zu ärgern und manchmal fast in den Wahnsinn treiben. 
Langsam erwacht das Leben. Die Vögel beginnen ihr Konzert und zwitschern aus allen Bäumen und Sträuchern. Die Käferchen krabbeln aus ihren Verstecken und die Blumen öffnen ihre Blütenblätter, um sie der Sonne entgegenzurecken. Es dauert nicht lange, dann wuselt es in allen Ecken.
Ja, so beginnt mein Tag. So war es immer, bis auf neulich:

Ich wunderte mich schon, als sie kamen. 
„Nanu?! Was ist denn jetzt los?“
Fremde, die ich noch nie gesehen hatte. Sie schleppten alle möglichen Werkzeuge an, brachten Bretter und Stangen am Haus an, stiegen auf das Dach und machten überall in meiner heilen Welt Unordnung. Sie rannten kreuz und quer und ehe ich mich in Sicherheit bringen konnte, wurde ich angerempelt. 
„Hoppla!“, sagte eine Männerstimme. „Was steht denn hier rum?!“
Ich geriet ins Schwanken und befürchtete schon mir alle Gliedmaßen zu brechen. Immerhin bin ich nicht mehr der Jüngste, da kann es ganz schnell zu einem Bruch kommen. 
„Mir ist ganz schwindelig und bestimmt bin ich einer Ohnmacht nahe“, dachte ich ängstlich. 
Plötzlich spürte ich, dass mich jemand unsanft ergriff und in die Höhe hob. 
„Halt! Hilfe!“, wollte ich schreien, doch ich brachte keinen Ton heraus. 
So verfrachtete man mich in das Gartenhaus, bevor ich mich beschweren oder um Hilfe rufen konnte. Dort fand ich mich in einem Regal an der obersten Stelle wieder. 
„Und das bei meiner ausgeprägten Höhenangst“, jammerte ich leise vor mich hin. 
Ich wagte mich nicht zu bewegen. Stocksteif stand ich da und schloss die Augen. Jetzt sah ich zwar nichts mehr, doch ich hörte fremde Stimmen und geschäftiges Treiben. Das machte mich neugierig. Diese Neugierde besiegte meine Höhenangst und so öffnete ich zuerst vorsichtig das eine Auge, dann auch noch das andere. 
„Schade“, dachte ich enttäuscht.
Unglücklicherweise hatte man mich so positioniert, dass ich nicht aus dem Fenster schauen konnte.  So konnte ich nicht feststellen, was da draußen vor sich ging. Es wurde gearbeitet, das war den Geräuschen und Stimmen zu entnehmen. 
Nach und nach erschienen alle meine Bekannten aus dem Garten und gesellten sich zu mir auf das Regal. Ich war nicht mehr allein und so gelang es mir in einen tiefen Schlaf zu fallen.
Ich erwachte erst, als mich jemand an meiner roten Zipfelmütze packte. Mir wurde ein nasser Lappen ins Gesicht gedrückt und auch über meine Kleidung wurde feucht gewischt.
„Hey!“, rief ich erschrocken aus. „Was soll das?“
Da hörte ich die Stimme der Hausherrin: 
„So, jetzt bist du wieder chic und nun suchen wir ein schönes Plätzchen für Dich, lieber Hermann.“
Damit war ich einverstanden. Sie stellte mich auf den Rasen, direkt vor ein Blumenbeet. Ich atmete die warme Sommerluft tief ein und mich überfiel ein unbeschreibliches Glücksgefühl. 
„Hier gehöre ich hin!“, hätte ich am liebsten aller Welt verkündet. „Hier fühle ich mich wohl! Hier bin ich Zuhause!“ 
So stehe ich nun wieder in meinem geliebten Garten und alles war wohl nur ein Alptraum. Schmetterlinge und Bienchen umringen mich, die Sonne kitzelt mich an meiner dicken Knollennase und der leichte Sommerwind pustet eine Ameise von meinem rechten Ohr. Von irgendwo trällert ein alter Schlager:
„Schön ist es auf der Welt zu sein!“ 

Oder ist das mein eigener Ohrwurm?

 

 

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Rückfahrt (Teil 2)

Unsere Rückfahrt von Lübeck führte uns nicht auf direktem Wege nach Hause. Da mein Mann und ich mit meinem Cabrio unterwegs waren, wollten wir den sonnigen Tag und die Gegend noch ein wenig genießen. So kamen wir auch in Ratzeburg vorbei. Und wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß, dann hätte ich dort mit einer netten Bloggerin einen Cappuccino getrunken. Aber was nicht ist, kann ja noch werden 😉 .

Ratzeburg ist eine Inselstadt, wie man auf dieser Informationstafel erkennen kann.

Sowohl die Stadt als auch der See haben uns gefallen.

 

Leider konnten wir uns nicht so viel Zeit lassen, sonst hätten wir uns erkundigt, ob man mit einem Schiff eine Seerundfahrt machen kann (falls dies zu Coronazeiten überhaupt möglich gewesen wäre).

Seht Ihr den riesigen Baum links auf dem Foto?! Blöde Frage,- man kann ihn ja gar nicht übersehen, so groß ist er. Es ist eine Eibe.

Ist er nicht gigantisch? Mein Mann hat sich zum Größenvergleich mal unter den Baum gestellt.

Und das konnte man auf einer Informationstafel lesen:

 

Noch ein kleiner Rundgang im Städtchen

und dann müssen wir wieder fahren. Bevor es auf die Autobahn geht, genießen wir noch die Gegend im offenen Cabrio.

Viereinhalb Stunden Fahrt liegen vor uns.

 

 

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Ein fröhliches Hallo (Teil1)

Ich melde mich mit einem fröhlichen Hallo aus meiner Plauderecke. Da ich anlässlich meines Geburtstages mit meiner Familie ein paar Tage in Lübeck war, will ich Euch heute einige Fotos von diesem Kurztrip zeigen. Ich hatte zwar keine Kamera dabei, aber mein Handy war einsatzbereit.

Auf der Hinfahrt habe ich die vorbeiziehenden Wolken bewundert und versucht sie mit dem Handy einzufangen.

Das Holstentor gehört ebenso zu Lübeck

wie das leckere Marzipan.

So leer, wie es auf den Fotos aussieht,

 

 

 

war es keineswegs. Im Gegenteil es waren viele Leute unterwegs. Aber ab 22 Uhr war alles ruhig. Die Restaurants haben alle um diese Uhrzeit geschlossen. Auch im Außenbereich der Restaurants durfte dann niemand mehr sitzen. Darauf wurde sehr genau geachtet und so bekam man schon eine halbe Stunde vor Schließung höchstens noch ein Getränk. Jeder Gast musste sich in eine Liste mit Namen und Anschrift eintragen.

Im Hotel gab es die Wahl: Man konnte das Frühstück im Zimmer einnehmen oder man musste für ein Zeitfenster von einer Stunde einen Platz im Frühstücksraum buchen. Das hat aber alles problemlos geklappt. Das Personal war freundlich und zuvorkommend und alle haben sich an die Regeln gehalten.

 

 

 

 

 

Am Strand konnten die Menschen bedingt durch die Strandkörbe gut den Abstand wahren, aber auf der Promenade war es zum Teil schwierig. Besonders im Bereich der Geschäfte musste man schon sehr darauf achten und lieber mal kurzzeitig zur Seite treten, um die Abstandsregeln (einigermaßen) einhalten zu können.

Auf unserer Rückfahrt haben wir noch einen Abstecher am Ratzeburger See gemacht. Davon möchte ich Euch in meinem nächsten Beitrag einige Fotos zeigen.

Seid alle lieb gegrüßt und habt ein schönes Wochenende.

 

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Wer oder was bin ich?

Mia ist bei den Großeltern zu Besuch. Sie haben geplant heute eine Wanderung zu machen. Gerade als sie aufbrechen wollen, beginnt es zu regnen und auch Donner und Blitz lassen nicht lange auf sich warten.

„Bestimmt scheint in einer Stunde wieder die Sonne und wir können einen wunderschönen Regenbogen bewundern“, versucht Opa die Enkelin zu trösten.

„Was haltet Ihr davon, wenn wir in der Zwischenzeit ein kleines Spiel machen?“, fragt Oma. „Vielleicht eine Art Rätselraten?!“

„Ich weiß ein Rätsel, das hat mir mein Großvater immer gestellt“, grinst Opa. „Es hängt an der Wand, macht tick-tack und wenn es herunterfällt dann ist die…“

„Uhr kaputt!“, ruft Mia. „Opa, das hast du mir schon hundertmal erzählt, als ich noch ein ganz kleines Kind war. Inzwischen gehe ich schon in die Schule und kann lesen und schreiben.“

Fast ist Mia ein bisschen empört über Opas Rätsel. Sie ist doch nicht dumm und kann wirklich schon schwere Rätsel lösen.

„Ich habe mir gerade ein Rätsel überlegt“, mischt sich nun Oma ein. „Leicht ist es aber nicht. Ich denke jedoch, dass ihr es lösen könnt. Ihr dürft auch nach jedem Hinweis Fragen stellen.“

„Na dann mal los!“, ermuntert Opa seine Frau und Mia klatscht aufgeregt in die Hände.

„Also:“, Oma holt tief Luft. „Ich bin ja mal gespannt, ob ihr wisst, wer oder was hier und jetzt zu euch spricht: Eigentlich müsstet ihr mich kennen, denn mich kennt im Grunde genommen jedes Kind.“

„Ich auch?“, fragt Mia.

„Ja natürlich!“, nickt Oma ihrer Enkeltochter zu und fährt dann fort: „Möglicherweise liegt das an meiner großen Klappe, die übrigens auch alle meine Verwandten haben. Also, wenn Ihr mir persönlich vielleicht noch nicht begegnet seid, dann aber ganz bestimmt einem Mitglied meiner Familie. Wir sind nahezu überall vertreten.“

„Wirklich überall , – auf der ganzen Welt?!“, will nun Opa wissen.

„Gut, ein paar Ausnahmen gibt es schon. In der Sahara und im Busch halten wir uns nicht unbedingt auf, aber nichts ist unmöglich.“

„Das ist aber echt schwer, Oma. Du musst uns noch mehr erzählen!“, bittet Mia.

„Okay, okay! Was gibt es noch von mir zu berichten?“, überlegt die Großmmutter angestrengt, doch dann fällt ihr wieder etwas ein, das zur Lösung des Rätsels beitragen könnte:

„Einsam bin ich eigentlich nicht, denn ich bekomme jeden Tag Besuch, manchmal sogar mehrmals täglich. Gerne empfange ich meinen Besuch vor der Haustür, gegebenenfalls auch im Haus selbst.“

Jetzt hat Opa auch eine Frage, die er unbedingt loswerden muss: „Bringen die Besucher auch etwas mit?“

„Na aber sicher!“, betont Oma. „Diese Geschenke verwahre ich hinter Schloss und Riegel, denn sie sind mir wichtig und ich muss sie sicher aufgehoben wissen.“

Es entsteht eine Pause und alle denken angestrengt nach. Opa ist derjenige, der das Schweigen unterbricht:

„Bist du ein Mensch oder ein Ding?“

„Ein Ding!“, antwortet Oma kurz und knapp. Zwei Hinweise habe ich noch für euch: Ich kenne euren Geburtstag, weil ich euch die Glückwünsche überbringe.“

Opa kratzt sich nachdenklich am Kopf und Mia will wissen: 

„Kannst du sprechen? Weil du uns doch die Glückwünsche überbringst!?“

„Nein, das kann ich nicht! Aber denkt mal an meine große Klappe…!“

Wieder herrscht Stille und man könnte ein Blatt fallen hören. Plötzlich springt Mia auf: „Ich hab’s! Ich hab’s!“

„Psst! Ich komme schon noch drauf! Allerdings sollte mir jetzt Mia auch einen Hinweis geben. Anscheinend weiß sie ja, um was es sich handelt“, schlägt der Großvater vor.

„Ich sage nur…“, beginnt die Enkelin. „Mama hat am Samstag Geburtstag. Ich muss ihr unbedingt eine Glückwunschkarte schicken, weil ich da ja noch bei euch bin.“

Als hätte Opa plötzlich der Blitz getroffen oder besser gesagt, die Erleuchtung. Der Großvater schlägt sich vor die Stirn und ruft freudig aus:

Na klar! Es ist ein Br………“

 

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