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Festival der Farben (Teil1)

Momentan ist es alles andere als schön draußen. Es ist nasskalt und trüb. Das kann ganz schön auf das Gemüt drücken. Deshalb habe ich mir gedacht, ich zeige Euch wie schön bunt die Welt trotzdem noch ist. Man muss nur die Augen offen halten und die Farben auf sich wirken lassen.

Wenn wir uns trotz des trüben Wetters nach draußen wagen und einen Spaziergang machen, können wir viel entdecken.

Als ein Farbtupfer in der Landschaft steht einsam und verlassen das bunte Schaukeltier auf dem verwaisten Spielplatz .

Der blaue Eisenbahnwagon im fremden Garten ist beladen mit bunten Bienenstöcken,

das Brückengeländer hat einen farbigen Anstrich bekommen,

der blaue Zaun im Landschaftspark hebt sich vom Weiß des Schnees ab.

Jemand hat vergessen den kleinen lustigen roten Weihnachtsmann wegzuräumen und

das niedliche zartgrüne Windrädchen erinnert noch an den letzten Sommer und Herbst, als es sich lustig im Winde drehte.

Die bunten Luftballons sollten nicht nur Kinderherzen erfreuen.

Die untergehende Sonne verfärbt den Himmel.

Auch ins Innere unseres Hauses können wir uns die Farben und die Vorfreude auf den Frühling holen. Tulpen in der Vase sorgen für gute Laune und sind Farbtupfer, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Mit einem Tässchen Tee und dem Fotoalbum auf den Schoß, erfreuen wir uns an den vielen bunten Urlaubsfotos und ganz sicherlich wird unser Herz  durch die Erinnerung an die schönen Seiten des Lebens zu hüpfen beginnen. Aber auch die Vorfreude auf den nächsten Urlaub wird angefacht.

Sollte es uns dann angesichts des trüben und kalten Wetters immer noch frösteln, dann machen wir uns einfach ein Feuer im Kamin und schauen in die rote Glut oder die gelblich lodernden Flammen.

Um das das Gemüt aufzuhellen, nutzt es manchmal auch ein farbenfrohes Essen zu genießen.

Sollte das alles nichts geholfen haben, dann bleibt immer noch der Blick in die grünen Augen unserer Katze oder die Augen unserer Liebsten.

Sucht die Farben in Eurem Leben,

denn sie können Euch vieles geben.

Rot, grün, gelb und auch blau,

verscheuchen gewiss das Alltagsgrau.

Geben Freude, gute Laune und Lebensmut,

schenken Hoffnung, lassen Euch fühlen wohlgemut.

 

 

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Tränenreiche Liebe

Dein Äußeres ist recht unscheinbar,
doch dein Inneres einfach wunderbar.
Unsere Begegnungen sind von Kürze,
doch in ihnen liegt immer wieder Würze.

Sei dir gewiss, ich brauche dich,
doch du bringst zum Weinen mich.
Kann trotzdem nicht lassen von dir,
auch wenn ich mit Tränen steh vor dir.

Ich versuche mich zu schützen,
doch leider will alles nichts nützen.
Ich bin dir ausgeliefert völlig machtlos,
unsere Beziehung ist niemals problemlos.

Pelle ich dich aus deiner Haut,
dein Inneres mich unschuldig anschaut.
Nun kann ich machen, was ich will,
die Tränen fließen heimlich und still.

Ich dir energisch zu Leibe rücke
und mein Messer ich nun zücke.
Ich schniefe unweigerlich vor mich hin,
obwohl ich nichts Böses habe im Sinn.

In Würfeln, Streifen oder Scheiben,
man kann dich auch gerne zerreiben,
zu Salat, Soße, Fleisch, Suppe -ein Genuss,
niemals wirst du mir zum Überdruss.

Meine tränenreiche Liebe ist dir gewiss,
gibst den Gerichten den richtigen Biss.
Die Rezepte sind da sehr flexibel,
wenn es geht um dich,-liebe Zwiebel.

 

 

 

 

 

 

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Kuschelfaktor

Ich schaue aus dem Fenster und erblicke einen strahlend blauen Himmel. Toll! Ich bin begeistert, denn es mutet an, als wäre es schon bald Frühling. Ein Blick auf das Thermometer nimmt mir allerdings die Illusion. Es sind knapp -1 Grad. Brrr! Es ist echt kalt geworden und das nach den relativ warmen Tagen rund um Weihnachten und Silvester.

Aber hat die Kälte nicht auch ihre schönen Seiten? Man rückt sich näher, um sich gegenseitig zu wärmen. Dieser Kuschelfaktor ist aber nicht nur in der kühlen Jahreszeit wichtig. Nein, Mensch und Tier suchen immer die Nähe des anderen. Kuscheln und Nähe sind zu allen Jahreszeiten angesagt und bei allen Lebewesen. Was zählt, ist die Wärme, die von Herz zu Herz geht und Geborgenheit gibt.

Schaut her, ich habe Euch ein paar Beweisfotos mitgebracht:

Kuscheln ist Ausdruck von Liebe und Verbundenheit.

Es zeugt von Zusammengehörigkeit und Fürsorge.

Es bekundet gegenseitiges Vertrauen

und ist ein Ausdruck von gemeinsamer und geteilter Freude.

Es gibt Wärme und Behaglichkeit,

Zufriedenheit, Geborgenheit

und schenkt glückliche Momente.

Ganz ehrlich: Wer kuschelt nicht mal gerne auch mit einem Kuscheltier?

In diesem Sinne wünsche Euch allen eine kuschelige Zeit 🙂 .

Seid alle ganz herzlich gegrüßt.

Astrid

 

 

 

 

 

Das Glitzersternchen

Es war einmal ein kleines Glitzersternchen. Es lag mit vielen anderen Sternchen in einer Schachtel und diese stand in einem Schrank. Ganz hinten in der Ecke. Vor vielen Jahren hatte sie einst eine ältere Dame gekauft, dort abgestellt und vergessen. Niemand schenkte ihnen Beachtung. Manchmal wurden sie mitsamt der Schachtel ein bisschen nach links oder nach rechts verschoben. Kein Mensch hatte Interesse an ihnen, aber auch niemand entsorgte sie.
So verbrachten sie ihr ganzes Leben in Dunkelheit. Zwar waren sie alle beisammen, aber sie fühlten sich nutzlos. Sie waren dafür bestimmt gewesen Menschen durch ihre Anwesenheit Freude zu schenken. Sie wollten auf einem schön gedeckten Tisch erstrahlen, funkelnd auf Geschenken oder Karten kleben. Immer wenn sich die Schranktür öffnete, hatten sie die Hoffnung nun endlich ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt zu werden. Doch leider hatten sie die ältere Dame, die die Besitzerin des Schrankes zu sein schien, schon lange nicht mehr gesehen. Auch die Schranktür wurde seit geraumer Zeit nicht mehr geöffnet. Eines Tages jedoch leerten fremde Menschen den gesamten Schrankinhalt aus, doch die Packung mit den Sternchen hatten sie vergessen herauszunehmen.
Irgendwann begann der Schrank sich wie von Geisterhand zu bewegen und sie rutschten mitsamt der Packung im Inneren des Schrankes hin und her. Sie stießen aneinander und taten sich gegenseitig weh. Tumult brach unter ihnen aus, jeder beschimpfte den anderen, diese Schubserei mit Absicht zu machen. So zerstritten sich die Sternchen und waren alle sehr traurig. Und vor lauter Traurigkeit versanken sie in einen langen, tiefen, aber traumlosen Schlaf.
Eines Tages jedoch wurden sie durch eine Kinderstimme geweckt. Es war keine laute und schrille Stimme. Nein, sie klang fröhlich und freundlich. Sie gehörte einem etwa fünfjährigem Mädchen namens Lena. Nur so rief sie niemand. Jeder sagte einfach Lenchen zu ihr.
„Das ist aber ein hübscher Schrank, Mama.“
„Ja, ich bin froh, dass der freundliche Herr aus dem Haus gegenüber ihn uns geschenkt hat. Er wollte ihn schon morgen zum Sperrmüll stellen. Der Schrank hat seiner Mutter gehört, aber die ist nun leider gestorben. Weißt du, sie war schon sehr alt und krank.“
Lenchen nickt traurig, aber nach einer kleinen Weile sagt sie:
„Das war doch richtig nett von dem Mann, dass er uns den Schrank gegeben hat. Ja und geholfen hat er auch noch ihn in unsere Wohnung zu tragen. “
Lenchen ist total begeistert und hüpft aufgeregt um ihre Mutter herum.
„Lass uns den Schrank einräumen. Hilfst du mir dabei?“, fragte die Mutter.
Ja und so kam es, dass Lenchen plötzlich die Schachtel mit den Glitzersternchen entdeckte.
„Schau nur Mama, was ich gefunden habe. Darf ich die behalten?“
Und damit waren die Sternchen wieder aus ihrem tiefen Schlaf erwacht. Sie wurden aus der Schachtel geschüttet. Sie purzelten durcheinander und freuten sich endlich auf dem Holztisch zu liegen und ihn durch ihr Funkeln zu schmücken. Sie wussten, dass sie schon bald ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt werden würden und das machte sie froh. Doch ein einziges Sternchen wollte nicht aus der Schachtel heraus. Es hielt sich am Rand des Bodens fest. Erst als Lenchen es bemerkte, ließ es sich bereitwillig herausnehmen.
„Du bist aber ein besonders hübsches Sternchen“, meinte Lenchen und drehte den kleinen Stern behutsam zwischen ihren zarten Fingerchen. „Du glitzerst viel schöner als die anderen.“
Das Sternchen freute sich und gab sich alle Mühe besonders intensiv zu strahlen und zu funkeln. Lenchen legte es auf das Fensterbrett in ihrem Zimmer und immer wenn das Mondlicht oder ein Sonnenstrahl auf es fielen, dann glitzerte es so prächtig, wie es das Mädchen niemals zuvor gesehen hatte.
Lenchen beschloss dem Sternchen einen Ehrenplatz zu geben. Sie malte ein Bild, auf dem ein Mädchen, ein Mann, eine Frau und ein Hund zu sehen waren. Sie alle waren in einem Garten mit vielen bunten Blumen und Bäumen. Für Lena war dies der Inbegriff einer glücklichen Familie. Dem Hund schenkte sie den Glitzerstern für sein Halsband.
Das Bild hängte sie über ihr Bett an die Wand. Jeden Abend vor dem Schlafengehen betrachtete sie es stumm und schickte dem Herrgott die Bitte der Mutter einen guten Mann zu schenken. Denn dann wären sie wieder eine richtige Familie. So wie früher als Lenas Vater noch lebte.
Die Tage vergingen und das Jahr begann sich dem Ende zuzuneigen. Der Herrgott schien ihre Bitte nicht erhören zu wollen, denn immer noch gab es nur Mutter und Lenchen, die bescheiden in der kleinen Dachgeschosswohnung lebten. Die Mutter hatte es nicht leicht, sie musste alleine das Geld verdienen, das die Beiden zum Leben brauchten.
Am Silvesterabend brachte die Mutter eine Packung Wunderkerzen mit nach Hause. Feuerwerk, so wie es in vielen Familien üblich war, konnte und wollte sie sich nicht leisten. Die Raketen waren zu teuer und das Geld zu schade, um es einfach in den Himmel zu schießen. Doch Lenchen war ein genügsames und dankbares Kind. Sie freute sich als die Mutter sie kurz vor Mitternacht weckte, ihr die Wunderkerzen gab und mit ihr hinunter auf die Straße ging, wo sich die Menschen versammelten, um das neue Jahr mit einem großen Feuerwerk zu begrüßen.
„Schau nur Mama!“, rief sie begeistert aus. „Es schneit und gleich wird das Feuerwerk beginnen!“
Die Turmuhr schlug zur Mitternachtsstunde und noch bevor der letzte Glockenschlag verklungen war, stiegen die ersten Raketen in den Nachthimmel auf und erhellten ihn in den buntesten und prächtigsten Farben.
„Oh, ist das schön! Und dort drüber das ist noch viel schöner! Nein, das hier ist noch tausendmal schöner!“
Lenchen kam gar nicht aus dem Staunen heraus.
„Prosit Neujahr!“, rief sie mit den Menschen um die Wette, hüpfte und tanzte vor Freude im Schnee, der mittlerweile die gesamte Straße bedeckte.
„Hoppla, junge Dame! Nicht so wild, sonst fällst du noch hin!“, hörte sie plötzlich eine sympathische Männerstimme, die sie aufblicken ließ.
„Mama, das ist doch der nette Herr, der uns den wunderschönen Schrank geschenkt hat!“, rief Lenchen aus und sah, wie die Mutter und der Mann sich die Hände reichten und sich gegenseitig ein gutes neues Jahr wünschten. Das Mädchen bemerkte, wie dabei ein Strahlen über das Gesicht der Mutter huschte und sie fast ein wenig verlegen aussah. Und noch etwas bemerkte Lenchen: Der nette Herr hielt einen niedlichen Hund an der Leine, an dessen Halsband ein kleiner glitzernder Stern baumelte.
Da wusste Lenchen ganz sicher, dass das neue Jahr ein gutes Jahr werden würde.

 

Happy New Year!!!

Ich wünsche Euch allen ein gesundes neues Jahr!!!

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Ohje, das fängt ja gut an!

Jetzt geht’s erst richtig los

 

 

Herzliche Weihnachtsgrüße

An erster Stelle möchte ich mich entschuldigen, dass ich in der Adventszeit meine Besuche auf Euren Seiten etwas eingeschränkt habe. Ich war bis vor drei Tagen noch in Thailand, wo wir uns drei Wochen lang aufgehalten haben. Mein Mann hat in Bangkok auf mehreren Kongressen teilgenommen, Vorträge gehalten und war wie jedes Jahr an der King Mongkut’s University of Technology North Bangkok (KMUTNB) tätig, mit der er schon seit über einem Jahrzehnt eine Kooperation hat.

Doch jetzt sind wir wieder da. Obwohl Bangkok  an bestimmten Plätzen auch sehr weihnachtlich geschmückt war, empfanden wir bei 32-34 Grad keine echte Weihnachtsstimmung. Jetzt allerdings laufen unsere Weihnachtsvorbereitungen auf Hochtouren. Gemeinsam mit den beiden Müttern, unserem Sohn und dessen Freudin wollen wir das Weihnachtsfest feiern.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen meinen Lesern für die zahlreichen und treuen Besuche und Kommentare auf meiner Seite bedanken. Ich freue mich auf unsere gegenseitigen Besuche auch im Jahre 2018. Auch meinen stillen und unbekannten Lesern gilt mein herzliches Dankeschön.

Ich wünsche Euch allen und Euren Familien ein schönes und friedliches Weihnachtsfest mit Ruhe und Besinnlichkeit, Kinderlachen, Wärme und Liebe. Kommt gut in das Neue Jahr, das für uns alle nur Gutes und vor allen Dingen Gesundheit bereithalten möge.

 

Merry Christmas and a happy new Year!

Eure Astrid

 

 

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Das kleine Städtchen liegt ruhig und friedlich da, fast ein wenig verträumt. Der Kirchturm ragt in den Himmel, auf den Dächern, Bäumen und Wegen liegt Schnee. Dem Besucher dieses Ortes erscheint alles wie eine vorweihnachtliche Bilderbuchlandschaft.
Heute ist in dem kleinen Wäldchen am Stadtrand einiges los. Richtiger Trubel herrscht hier. Es ist der 3. Advent und in einer Woche ist Heiligabend. Die Leute, die es hierher geführt hat, möchten sich einen Weihnachtsbaum für das Fest aussuchen. Sie laufen kreuz und quer durch die Reihen und begutachten einen Baum nach dem anderen.
„Was ist denn hier los? Warum stören diese Menschen unsere himmlische Ruhe?“, will Tänny von seinem Großvater Tan wissen, der neben ihm steht.
„Ach weißt du, die Menschen suchen sich einen besonders schönen Baum aus und nehmen ihn dann mit nach Hause, um ihn für das Weihnachtsfest zu schmücken.“
„Warum bist du denn so traurig?“, will Tänny von seinem Großvater wissen, der schon etwas gebeugt ist und auch nicht mehr so frisch aussieht wie sein kleiner Enkel.
„Ich muss an deine Großmutter denken, die du ja nie kennengelernt hast“, antwortet Tan seinem Enkel. „Sie war sehr schön und prachtvoll. Alle hatten sie bestaunt und schließlich wurde sie von einem jungen Paar mitgenommen. Sie war sehr stolz ein Weihnachtsbaum werden zu dürfen, aber leider war das auch ihr Verderben.“
„Aber das ist doch eine Ehre, wenn man schön geschmückt mit den Menschen das Weihnachtsfest feiern darf“, meint Tänny und versteht nicht ganz warum der Großvater plötzlich alle seine Nadeln hängen lässt.
„Leider haben wir deine Großmutter nie wieder gesehen“, erzählt er weiter. „Man hat sie von ihren Wurzeln getrennt und ihr damit das Leben genommen. Sicher, sie konnte noch in ihrer vollen Pracht und Schönheit im Lichterglanz das Weihnachtsfest erhellen, doch dann …“ , der Großvater verstummt.
Tänny starrt seinen Opa mit großen fragenden Augen an, bevor er die ganze Tragweite verstanden hat.
„Aber ohne ihre Wurzeln musste sie doch sterben. Wir alle können doch nur durch unsere Wurzeln leben und wachsen.“
„Ja Tänny, so ist es und das alles nur um für die Menschen ein paar Tage lang glitzernd und leuchtend im Wohnzimmer zu stehen. Danach werden die einst so schönen Bäume alle auf einen großen Haufen geworfen und verbrannt. Ich selbst habe den Rauch in den Himmel empor steigen sehen, als deine Großmutter von uns gegangen ist.“
Schweigend stehen Großvater Tan und Klein-Tänny nebeneinander. Jeder in seine Gedanken versunken.
„Gerne wäre ich mit ihr zusammen gegangen, aber leider muss ich hier weiter verweilen. Mich hat nie jemand als Weihnachtsbaum gewollt, weil ich schon immer ein bisschen krumm gewachsen war. Für mich besteht keine Gefahr mehr, aber für Tänny schon. Er ist so ein hübscher und niedlicher Kerl. Hoffentlich darf er noch hier bleiben und ein bisschen wachsen und gedeihen“, denkt der Großvater.
Auch Tänny schwirren die Gedanken durch den Kopf:
„Ich glaube, ich mache mich ganz klein, damit mich niemand mitnimmt. Ich möchte gar kein Weihnachtsbaum werden. Hier ist es viel zu schön. Außerdem muss ich mich noch ein wenig um Großvater kümmern, damit er nicht mehr so traurig ist.“
Bis jetzt hat alles ganz gut geklappt und der Tag neigt sich schon fast dem Ende zu. Es sind nur noch wenige Menschen in dem kleinen Wäldchen. Im Schutze von Großvater Tan ist der kleine Kerl niemandem aufgefallen. Doch plötzlich kommt ein junges Pärchen auf den kleinen Tannenbaum zu.
„Schau doch mal, der ist ja zu niedlich!“, ruft die Frau aus.
„Ja, der würde mir auch gefallen!“, bestätigt der junge Mann. „Aber findest du ihn nicht zu winzig. Wir sollten ihn noch ein Jahr wachsen lassen und ihn vielleicht nächstes Jahr holen, wenn unser Baby auf der Welt ist. Komm lass uns nach einem anderen Baum Ausschau halten!“
„Nein, ich möchte ihn gleich mitnehmen. Er ist wunderschön, so schön wie unser ungeborenes Baby“, meint die junge Frau und streichelt sich zärtlich über ihren Bauch. „Vielleicht kommt es ja noch rechtzeitig vor dem Fest, dann kann es den strahlenden Weihnachtsbaum gleich sehen.“
„Nein, nein, ich will nicht!“, schreit Tänny so laut er nur kann, aber leider hört ihn niemand.
Großvater Tan versucht sich ächzend aufzurichten.
„Mich sollten sie mitnehmen, ich bin schon alt und habe mein Leben gelebt, aber lasst den armen kleinen Tänny noch wachsen und gedeihen. Er ist doch noch so jung.“
Niemand im Wald hört die Hilferufe und das Flehen der Beiden.
„Gut“, sagt der Mann. „Dann sage ich dem Aufseher dort vorne Bescheid, damit das kleine Bäumchen für uns gefällt wird.“
Tänny erschrickt, als der Mann sich zum Gehen abwenden will.
„Nein, warte!“, ruft die schwangere Frau plötzlich aus. „Ich will nicht, dass er gefällt wird. Ich möchte ihn mit den Wurzeln haben, dann muss er nicht sterben. Wir werden ihn für das Weihnachtsfest schmücken und im Frühling können wir für ihn in unserem Garten ein hübsches Plätzchen suchen. Dort pflanzen wir ihn ein. Dann kann er mit unserem Kind aufwachsen und zu einem großen prächtigen Baum heranwachsen.“
Der junge Mann nickt und umarmt seine Frau. Auch ihm gefällt dieser Gedanke.
„Jedes Jahr zu Weihnachten werden wir ihn im Lichterglanz erstrahlen lassen“, meint er lächelnd.
„Unser Kind wird fröhlich um ihn herum springen und wir werden uns an ihm und unserem Kind erfreuen“, strahlt die junge Frau.
„Ja und den hier nehmen wir auch noch mit“, beschließt der junge Mann und deutet auf Großvater Tan. „Ihn lassen wir ebenso mit den Wurzeln ausgraben. Bestimmt macht auch er sich in unserem Garten recht gut. Er ist zwar schon ein wenig gebeugt und sieht nicht mehr ganz so frisch aus, aber es muss nicht immer alles perfekt sein, um etwas ganz Besonderes zu sein.“

 

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Das Weihnachtskonzert

Herr Pinguin im Frack ganz graziös,
spaziert hin und her sichtlich nervös.
Heute nun steigt das große Event,
mit Orchester und Dirigent.

Frau Ziege im neuen rosa Kleid,
weiß über alles bestens Bescheid.
Sie spielt das Lied im Schlafe
auf den Saiten ihrer Harfe.

Familie Hirsch musikalisch sehr talentiert
ist obendrein außerordentlich motiviert.
Hat nicht nur singend großen Spaß,
sondern auch mit dem Kontrabass.

Sie alle sind die großen Musikanten,
spielen Instrumente aller Varianten.
Ob Tamburin oder Geige ganz virtuos,
sie musizieren überaus grandios.

Begleitet von Pauken und Trompeten,
ist Herr Eisbär am Flügel vertreten.
Das Publikum ist vollkommen entzückt,
und applaudiert wie verrückt.

Wenn der letzte Ton auch verklungen,
ist das Weihnachtskonzert gelungen.
Besucher und der Direktor des Zoo,
sind nun alle glücklich und froh.

Haben sie doch alle perfekt harmoniert,
im Zusammenspiel fantastisch musiziert.
Nicht nur Weihnachten möge es gelingen,
Zeit in Harmonie und Frieden zu verbringen.

 

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Gelungene Überraschung

Heute möchte ich Euch wieder eine Geschichte erzählen, wie sie nur das Leben schreiben kann. Es ist eine wunderschöne Begebenheit aus dem Leben meiner lieben Freundin Conny. Als sich dies ereignete, kannten wir uns noch nicht, aber es sollte nicht mehr lange dauern, bis uns der Zufall zusammenführen würde. Und darüber bin ich sehr froh, denn wir haben bisher mit ihr und ihrem Mann viele schöne gemeinsame und oftmals sehr lustige Stunden verlebt. Nur noch soviel vorneweg: Ihren Mann kannten wir schon von verschiedenen Saunabesuchen, doch verlor sich dieser eher lockere Kontakt, nachdem wir zu einer anderen Saunalandschaft überwechselten…

Conny sitzt mit ihrer erwachsenen Tochter in der Wohnung bei einem gemütlichen Adventsnachmittagskaffee. Ihre Blicke schweifen umher und in ihren Augen ist die Vorfreude deutlich zu erkennen:
„Ich freue mich schon riesig auf meine neuen Möbel“, sagt sie zu ihrer Tochter.
„Das dauert nun schon ziemlich lange, findest du nicht auch? Wann ist denn das Lieferdatum?“, fragt diese zurück.
„Tja, eigentlich müsste es bald soweit sein, doch der nette Verkäufer meinte, dass es wohl noch ein Weilchen dauern könnte“, erklärt Conny. „Ich gehe jedoch jede Woche ins Möbelhaus. Dann setze ich mich vor die Möbel, die dort ausgestellt sind und die ich bestellt habe. Ich schaue sie mir an und freue mich, dass ich solche schönen Möbelstücke bald hier in meiner Wohnung stehen habe. Es wäre toll, wenn sie noch vor Weihnachten geliefert werden würden, habe ich erst gestern zu dem netten und freundlichen Verkäufer gesagt.“
„Du Mama?! So langsam werde ich aber stutzig!“, lächelt die Tochter.
„Wieso? Was meinst du?“, fragt Conny ein bisschen scheinheilig, denn sie vermutet schon worauf diese Äußerung abzielen könnte.
„Du erzählst mir ständig von so einem netten Herrn aus dem Möbelgeschäft. Jetzt rück schon endlich mit der Sprache heraus! Gibt es da etwas, was ich noch nicht mitbekommen habe? Siehst du dir da wirklich nur die Möbel an?“
Connys Tochter ist nun richtig neugierig geworden und sie ist gespannt, was die Mutter ihr berichten wird.
„Naja“, druckst Conny etwas verlegen herum. „Er sieht schon ziemlich gut aus und ist immer sehr nett und zuvorkommend.“
„Ja und…? Weiter!“
„Ich hab mal bei seiner Kollegin ein bisschen nachgefragt.“
„Was hast du nachgefragt? Konntest du ihm die Frage nicht selbst stellen?“
„Nee! So was macht man doch nicht! Ich hab ja nur mal vorsichtig, so um ein paar Ecken herum angefragt, ob er schon vergeben ist. Ist doch gar nicht so abwegig, so wie er aussieht…“ , kommt Conny ins Schwärmen.
„Und ist er?“
„Ja und nein!“
„Was soll das denn nun schon wieder heißen? Jetzt rede nicht ständig um den heißen Brei herum und lass dir vor allen Dingen nicht so die Würmer aus der Nase herausziehen!“, fordert die Tochter zum Weitererzählen auf.
„Also:“, Conny holt tief Luft, um endlich mit der vollen Wahrheit herauszurücken: „Er ist ziemlich unglücklich in seiner Beziehung und möchte sich trennen. Im Grunde genommen ist er das schon – fast.“
„Aha!“
„Was heißt hier „Aha“?“
„Nachtigall, ich hör dich trapsen!“, erwidert die Tochter.
„Nichts trapst hier! Da ist nichts!“
„Was nicht ist, kann ja noch werden“, erklärt die Tochter. „Du hast ein bisschen Glück verdient, Mama, nach den schweren Zeiten durch die Trennung. Ich will dich wieder froh und glücklich sehen.“
„Das ist lieb, mein Kind. Ich möchte auch wieder unbeschwert lachen können. Und das kann ich mit ihm.“
„Wie jetzt? Hab ich da noch was verpasst?“, will die Tochter wissen.
„Wir haben uns mal nur so auf neutralem Boden getroffen“, berichtet Conny und wird immer euphorischer. „Stell dir vor, er geht in das selbe Fitnessstudio wie ich! Das haben wir rein zufällig festgestellt und da haben wir uns einfach mal dort verabredet.“
„Ach Mama, ist das schön!“ Trefft ihr euch wieder?“
Conny zuckt geheimnisvoll lächelnd mit den Schultern. Ihre Tochter steht auf, nimmt ihre Mutter liebevoll in den Arm und schlägt dann vor:
„Weißt du was?! Ich geh jetzt in die Wanne und ziehe dann meinen Pyjama an. Wir machen uns jetzt einen richtigen gemütlichen Abend. So mit Kerzenschein und so…“
Gesagt, getan. Eine Dreiviertelstunde später lümmeln sich die beiden Frauen in ihren Pyjamas auf die Couch.
„Hihi! Wir sehen aus wie zwei Weihnachtsmänner!“ kichert Conny. „Ich wusste gar nicht, dass du auch einen roten Pyjama hast.“
„Den habe ich mir auch gerade erst letzte Woche gekauft. Immerhin ist heute Nikolaus und da passt er doch ziemlich gut, oder?!“
Gerade will Conny ein Fotoalbum mit Kinderfotos ihrer zwei Mädels aus dem Regal holen, da klingelt es an der Haustür.
Die beiden Frauen schauen sich verwundert an, denn eigentlich erwarten sie keinen Besuch.
„Nanu?!“, fragt Conny überrascht. „Wer ist das denn?“
„Das wirst du wohl nie herausfinden, wenn du nicht aufmachst“, entgegnet die Tochter.
Conny geht zur Gegensprechanlage und fragt nach: „Ja bitte?! Wer ist da?“
„Der Weihnachtsmann!“, tönt es aus dem Hörer.
Conny dreht sich zu ihrer Tochter um, die sie fragend ansieht. Dann schlägt sie sich die beiden Hände vor den Mund und reißt die Augen weit auf.
„Ich… ich glaube…, das ist er!“
„Wer? Der Weihnachtsmann?“, fragt die Tochter zurück.
„Ja! Nein!“ Und als die Tochter sie immer noch mit fragendem Blick ansieht, fügt sie vollkommen verwirrt hinzu: „Na er, du weißt schon! Ich glaube, es ist seine Stimme!“
Die Tochter hat es nun verstanden und fordert die Mutter auf: „Na, dann lass ihn doch endlich herein, oder soll er draußen vor der Tür festfrieren?!“
„Aber, aber… Wir sind doch schon im Pyjama!“
„Die sind doch immerhin rot und aus Satin, ist doch chic und passt auch irgendwie zum Weihnachtsmann!“
Eine Minute später steht der Weihnachtsmann mit einem ziemlich leer wirkenden Sack vor der Wohnungstür und zwei kichernde Frauen stehen in ihren roten Weihnachtsschlafanzügen vor ihm.
„Ich war gerade auf Tour und habe das Kind eines Freundes beschert“, sagt der Weihnachtsmann. „Da dachte ich mir, ich schau mal hier vorbei und bringe was mit.“
Der Weihnachtsmann greift in seinen Sack, holt eine Schachtel „Mon cherie“ heraus und überreicht sie Conny mit einem strahlenden Lächeln.
„Komm herein!“, sagt Conny etwas verlegen, aber auch freudig überrascht und glückselig zugleich.
Sie ahnt noch nicht, dass dieser Weihnachtsmann eines Tages ihr geliebter Ehemann sein wird. Aber auch nicht, dass wir uns noch vor ihrer Hochzeit zufällig an Silvester auf einer Veranstaltung treffen und wir vier (Astrid und Conny, Peter und Peter) richtig gute Freunde werden und gerne gemeinsame Stunden miteinander verbringen. Ist das nicht schön?!!! So schön kann das Leben seine Fäden miteinander verweben!!!

 

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*Das Beitragsbild habe ich in Bangkok in einem Supermarkt von einem Verkaufsstand abfotografiert. Der Künstler ist mir unbekannt.

Da ich diese Geschichte bereits in 2016 geschrieben und eingestellt hatte, habe ich die damaligen Kommentare ebenfalls mit übernommen.

 

 

Lottchens Weihnachtsgedanken

Von draußen komme ich ins Zimmer
und denke, es ist alles wie immer.
Es ist hier warm, gemütlich und kuschelig,
Frauchen macht mich aber ganz wuschelig.

Ich frage mich, was will sie da machen?
Schleppt herbei tausend Sachen.
Möglicherweise will sie etwas ausprobieren
oder vielleicht sogar das Haus dekorieren?

Glöckchen, Figürchen, Kugeln, Kerzen,
ach, das geht richtig zu Herzen.
Zwischendurch ein Leckerlie absahnen
und langsam beginne ich es zu ahnen.

Auf dem Stuhl nimmt ein Bekannter Platz
und schwupp bin dort mit einem Satz.
Es ist der alt bekannte Weihnachtsmann,
der mir den nötigen Schutz geben kann.

Ich mache es mir dort ganz gemütlich
kann beobachten alles vorzüglich.
Neben dem Bärtigen, habe ich festgestellt,
sich jetzt noch ein Schneemann gesellt.

Mir scheint, es ist wieder soweit,
oh ja, es naht die Weihnachtszeit.
Im Kerzenschein, dem Glanz der Lichter,
werde auch ich nun zum Dichter.

Ich schnurre einen Gruß euch allen zu,
schlummere auch gleich ein im Nu.
Und träume von der Weihnachtszeit,
die Zauber und Freude hält bereit.

 

 

 

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Aufregung um zwei Schokoladenhäschen

Oma Ina sitzt in ihrem Ohrensessel im Wohnzimmer und strickt an einem Schal für ihre Enkelin Nina. Die Kleine hockt im Schneidersitz auf dem Teppich und blättert in ihrem Bilderbuch. Plötzlich hält sie inne und schaut die Oma an.
„Du Oma, hast du dich als Kind auch immer auf Weihnachten gefreut?“, will sie wissen.
„Aber sicher! Ich wollte doch unbedingt den Weihnachtsmann sehen und außerdem gab es dann immer ein neues Kleidchen für meine Puppe oder ein neues Möbelstück für mein Puppenhaus.“
„Ich freue mich auch auf Weihnachten und den Weihnachtsmann möchte ich unbedingt sehen. Aber…“, die kleine Nina stockt, bevor sie dann hinzufügt: „Du kennst doch den Willi, den Nachbarsjungen.“
Oma nickt. „Der ist dieses Jahr schon in die Schule gekommen, oder?“
„Ja und der hat erzählt, dass es gar kein Christkind und auch keinen Weihnachtsmann gibt. Er hat über mich gelacht und gesagt, dass ich vom Baum der Dummheit gefallen wäre.“
„Da täuscht sich der kluge Willi aber!“, erhebt die Oma Einspruch. „Ich habe ihn nämlich als Kind ganz genau gesehen und sogar mit ihm gesprochen.“
Nina bekommt ganz große Augen und fordert die Großmutter auf:
„Bitte Oma Ina erzähl mir davon!“
„Du weißt doch, dass ich eine Zwillingsschwester habe, die Isa.“
Nina steht auf und rutscht auf Omas Schoß, damit ihr auch nichts von dem entgeht, was die Großmutter zu berichten weiß:
„Die Eltern einer Klassenkameradin hatten eine Schokoladenfabrik. Um sie herum wimmelte es nur so von Schokolade in den verschiedensten Formen und Geschmacksrichtungen.“
„Oh, ist das toll!“, ruft Nina begeistert aus. Ich würde mir den Bauch mit Schokolade vollstopfen, bis es nicht mehr ginge.“
„Ach, das kann ich mir nicht vorstellen!“, lacht Oma Ina. „Sicher, es wäre gelogen, wenn meine Klassenkameradin nicht gerne diese Köstlichkeit gegessen hätte. Aber das, was man ständig haben kann, ist auf einmal gar nicht mehr so begehrenswert. Das ist im Leben mit vielen Dingen so, auch mit Schokolade. Das kannst du mir wirklich glauben. Manchmal aß das Mädchen wochenlang kein einziges Stückchen und zog sogar eine Karotte oder einen Apfel dieser Leckerei vor.“
Nina schaut ihre Großmutter zwar etwas ungläubig an, aber sie möchte sie nicht unterbrechen.
„Die Eltern der Klassenkameradin luden regelmäßig Schulklassen zur Besichtigung in die Fabrik ein. Auch kurz vor Weihnachten war es wieder soweit.“
„Und da kam auch der Weihnachtsmann vorbei?“, will Nina wissen.
„Nein, den haben wir erst später persönlich getroffen“, berichtet die Großmutter. „Nachdem ich einen langen Brief an ihn geschrieben hatte.“
„Welchen Brief denn? Was stand da drin?“
„Na, lass mich erst einmal weiter berichten“; bittet Oma Ina. „Meine Zwillingsschwester Isa und ich standen bei der Besichtigung ein bisschen abseits von der Gruppe. Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns zwischen den Regalen umgesehen. Und da haben wir etwas ganz Seltsames erlebt. Es war uns so, als riefe jemand unsere Namen. Wir sahen allerdings niemand. Das Stimmchen war so zart gewesen, dass es nicht von einem Erwachsenen und auch nicht von einem anderen Kind stammen konnte.“
Nina rutscht inzwischen völlig aufgeregt auf dem Schoß der Großmutter herum.
„Als wir die Rufe nach uns wieder hörten, erkannten wir auch woher sie kamen. Im Regal links neben uns standen zwei kleine Skihasen. Als wir uns direkt vor sie stellten, flüsterten sie:
‚Bitte, bitte helft uns! Man will uns einschmelzen und zu Weihnachtsmännern umarbeiten. Bitte, bitte rettet uns!‘“
„Das ist ja schrecklich, – bestimmt habt ihr sie gerettet!?“
„Wir konnten nicht, denn genau in diesem Moment stand der Lehrer schimpfend vor uns und war tüchtig sauer, dass wir uns von der Klasse entfernt hatten.“
„Oh, die armen Skihäschen!“, sagt Nina sichtlich gerührt. „Dann sind sie doch eingeschmolzen worden!?“
„Wir haben uns zu Hause sofort beraten, was wir tun könnten, um die Schokoladenhäschen zu retten. Ja, und so habe ich dem Weihnachtsmann einen langen Brief geschrieben, dass er sich doch bitte um die Rettung der Beiden kümmern möge. Am nächsten Morgen war der Brief verschwunden. Wir glaubten fest daran, dass dieser von Engeln geholt und dem Weihnachtsmann überbracht wurde. Er hat uns allerdings nicht geantwortet.“
„Och!“
„Als dann der Weihnachtsabend kam, waren meine Schwester Isa und ich ganz traurig. Meine Eltern konnten gar nicht verstehen, warum wir uns nicht so recht auf die Bescherung freuten. Gerade als unser Vater die Lichter am Weihnachtsbaum anzündete, klopfte es lautstark an unserer Haustür.“
Nina hält sich erschrocken die Hand vor den geöffneten Mund, denn die Großmutter hatte von dem Kind unbemerkt beim Erzählen mit der Faust auf die Tischplatte geschlagen.
„So sind wir damals auch erschrocken. Wir konnten uns gar nicht mehr rühren und standen wie erstarrt mit dem Blick zur Tür da. Mein Vater ging dann zum Öffnen zur Haustür. Und da stand er. Der Weihnachtsmann höchstpersönlich. Uns hatte es zunächst auch noch die Sprache verschlagen, aber unsere Mutter forderte uns auf artig ein Gedicht aufzusagen, was wir dann auch ein wenig stotternd gemacht haben.“
„Und das war wirklich der echte Weihnachtsmann?“, will Nina wissen, denn ein bisschen zweifelt sie doch.
„Aber sicher!“ Großmutters Stimme klingt fast ein wenig empört.
„Er hat sich für das Gedicht bedankt und jedem von uns ein kleines Säckchen und einen Schokoladenweihnachtsmann überreicht. Isa hatte ihren ganzen Mut zusammen genommen und ihn gefragt, ob er unseren Brief erhalten hätte.“
„Und?“
„Nichts und! Er lachte nur laut sein ‚Hohoho!‘ und meinte er müsse schnell zu den anderen Kindern, die auch auf ihn warten würden.“
„Schade, dann sind sie wohl tatsächlich eingeschmolzen worden. Das ist aber eine traurige Geschichte, Oma. Also hat der Willi doch recht. Es gibt einfach keinen Weihnachtsmann.“
Nina springt von Oma Inas Schoss und will zu Mutter in die Küche gehen, aus der herrlicher Plätzchenduft kommt.
„Willst du den Schluss der Geschichte nicht hören?“
Nina ist erstaunt, denn sie hatte nicht gewusst, dass die Geschichte noch weiter geht.
„Isa und ich hatten keine rechte Freude an den Geschenken des Weihnachtsmannes und auch die beiden Säckchen hatten wir achtlos zur Seite gepackt. Erst als wir schon in unseren Betten kuschelten und Mutter uns Gute Nacht sagen wollte, legte sie uns die Säckchen auf die Bettdecke.
‚Ich denke, der Weihnachtsmann wäre sehr traurig, wenn er wüsste, dass ihr nicht einmal hineinschaut!‘, hatte sie gesagt.
So taten wir ihr den Gefallen. Isa zog einen Apfel, ein kleines Schaukelpferd und ein Puppenkleid heraus. Ich hatte eine Orange, eine kleine Lokomotive und auch ein Puppenkleidchen darin. Achtlos legten wir alles beiseite. Dann kam auch Vater ins Zimmer und meinte: ‚Draußen vor der Haustür habe ich etwas in der Ecke stehen sehen. Kommt doch einmal mit!‘ Wir sind dann extra noch einmal aufgestanden und tatsächlich stand in der Ecke der große Sack des Weihnachtsmannes.“
„Der richtige Weihnachtsmann hätte doch nie seinen Sack vergessen!“, empört sich Nina.
„Das kann man vermuten, aber in dem Sack waren die beiden Skihäschen, die uns glücklich anlächelten!“

 

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Eile mit Weile

Menschen eilen geschwind von Ort zu Ort,
haben für den Nächsten kaum ein Wort,
haben keine Zeit zum Verweilen,
denn sie müssen sich beeilen.

Morgens schnell zur Arbeit fahren,
Mittagessen unter Menschenscharen,
vom Einkauf bepackt mit Waren,
wie soll man da noch Ruhe bewahren.

In Straßen und Geschäften sich drängen
Menschen, die sich in alle Ecken zwängen.
Überall herrscht nur noch Trubel,
wo bleibt die Freude und der Jubel?

Mensch, bleib stehen und halte inne,
das kann nicht sein in des Lebens Sinne.
Vieles wird nicht besser durchs Beeilen,
Gutes braucht Zeit,- auch zum Verweilen.

Auch ein Lächeln und ein liebes Wort,
schafft Vertrauen, Freundschaft hier und dort.
Zeit für Mensch, all das Tun und Streben,
gibt Kraft und den Sinn für das Leben.

 

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Auf großer Fahrt

Wir waren jetzt nicht gerade auf großer Fahrt, nur auf einer kleinen, bei der mir die große Fahrt einfiel. Klingt irgendwie kompliziert, oder? Ist es aber eigentlich gar nicht. Um Euch das zu erklären, fange ich am besten von vorne an. Nein, ich zäume das Pferd von hinten auf und somit fange ich bei unserer Fahrt am letzten Freitag nach Berlin an:
„Wir haben ganz vergessen etwas zum Trinken mitzunehmen“, meint mein Mann, während er den Blinker auch schon nach rechts setzt, um auf den Parkplatz abzubiegen. „Spring doch bitte mal rein und vielleicht haben sie auch noch von den leckeren belegten Baguette.“
So komme ich ein paar Minuten später wieder voll beladen heraus. Da ich keine Tasche dabei habe, balanciere ich alles auf meinen beiden vor dem Körper verschränkten Armen. Jetzt ist allerdings guter Rat teuer, denn ich habe keine Hand mehr frei, um die Autotür zu öffnen. Von meinem Göttergatten kann ich auch keine Hilfe erwarten, denn er bemerkt mein Kommen anscheinend gar nicht, da er in ein Telefongespräch vertieft ist. Mir bleibt nichts anderes übrig, als eine der Flaschen auf das Autodach zu stellen. Und genau in diesem Moment erwischt mich die Erinnerung. Sie hat mich vollkommen fest im Griff und lässt mich auch nach dem Einsteigen nicht mehr los. Ich will sie unbedingt loswerden, aber dazu muss ich sie jemand mitteilen. Nur gut, dass Peter sein Telefonat noch vor der Weiterfahrt beendet und mir damit die Gelegenheit für mein dringendes Mitteilungsbedürfnis bietet.
„Ich habe doch eben gerade die Flasche auf dem Autodach abgestellt. Das hast du doch sicher gesehen.“
„Nö! Wieso, was ist daran so interessant?“, fragt er mich und fährt auf die Autobahn auf.
„Das hat mich an meine Kindheit erinnert.“
„Upps! Und schon hast du wieder eine neue Geschichte.“
„Könnte sein“, grinse ich vor mich hin. „Willst du solange warten oder soll ich dir meine Erinnerung gleich erzählen?“, frage ich ihn hoffnungsvoll.
„Ich denke, es wird besser sein, wenn du mir alles jetzt und sofort erzählst, denn sonst platzt du noch. Das merke ich dir doch an!“
Mein Mann scheint mich gut zu kennen, denn er hat mit seiner Vermutung genau ins Schwarze getroffen.
„Also,“ hole ich tief Luft. „Meine Eltern und ich sind doch in meiner Kindheit jedes Jahr nach Rottach-Egern an den Tegernseer gefahren und haben dort die Großtante und die Oma meines Vaters besucht. Genauer gesagt: Tante Ritsch und meine Oma-Ur. Da wir die Strecke über Nürnberg gefahren sind und dies für uns so ziemlich die Hälfte der Fahrt bedeutete, machten wir immer auf dem Rastplatz Nürnberg-Feucht eine Pause. Und jedes Mal erzählte meine Mutter mir die selbe Geschichte.“
„Die du mir jetzt zum Besten gibst!“, erkennt mein Peter vollkommen richtig.
„Ich war ein kleines Mädchen mit langen Zöpfen, die ich noch nicht selbst flechten konnte. Wir waren mitten in der Nacht losgefahren und ich wurde sozusagen direkt aus dem Schlaf gerissen. Ich hatte also ungekämmt auf dem Rücksitz Platz genommen, wo ich vermutlich auch noch ein bisschen weiter geschlafen habe. Somit war ich sichtlich verwuschelt. Meine Mutter kämmte mir auf dem Rastplatz die langen Haare und machte mir wieder zwei schöne Zöpfe. Immerhin sollte ich chic und ordentlich vor unsere Verwandtschaft treten.“
„Ich verstehe aber noch nicht so ganz den Zusammenhang mit der Flasche von vorhin“, wundert sich Peter.
„Ganz einfach. Sie hat die Bürste auf das Autodach gelegt und sie komplett vergessen. Erst auf der Autobahn ist es ihr wieder eingefallen. Mein Vater hat zwar bei der nächsten Möglichkeit angehalten und nachgesehen, aber von der Bürste fehlt bis zum heutigen Tag jegliche Spur. Wahrscheinlich ist sie schon auf dem Rastplatz beim Ausparken von uns unbemerkt vom Dach gerutscht.“
„Wahrscheinlich!“, pflichtet mir mein Mann bei. „Aber ich kann deine Geschichte noch toppen.“
Da ich nicht weiß, worauf er hinaus will, entfacht er natürlich meine Neugierde.
„Du kennst doch P., meinen ehemaligen Arbeitskollegen.“
Da ich schweigend nicke, führt er gleich seine Erzählung weiter aus.
„Als wir an der Uni gemeinsam promoviert haben, kam er eines Tages mit einem total verbeulten Aktenordner zur Arbeit. Auf unsere Nachfrage hin, was er denn angestellt hätte, erklärte er uns, dass er in der Hektik des Gefechtes versehentlich seine Aktentasche überfahren hatte. Diese hatte er auch hinten auf das Auto gelegt, vergessen und als sie beim Rangieren und Rückwärtsfahren herunter rutschte, geriet sie unter die Räder.“
„Hihi, so schnell geht es!“, lache ich. „Und schon hat sie mich wieder geküsst!“, füge ich hinzu.
„Wer hat dich geküsst?“, will Peter nun leicht verwirrt wissen.
„Na, die Muse!“

 

Kopflos

Heute melde ich mich nur mal ganz kurz. Die Muse habe ich weggeschickt, denn für sie fehlt mir momentan einfach die Zeit. Sie ruht sich ein bisschen aus.  Ich habe ihr versprochen, dass sie sich schon sehr bald wieder austoben darf.

Bestimmt kennt Ihr das auch, wenn der Kopf mit anderen Dingen voll ist und man sich ein bisschen kopflos fühlt.

Es gibt so vieles zu erledigen und zu organisieren.

Das bedeutet, dass man sich voll und ganz den Dingen widmen und sich in sie versenken muss. Dann ist alles auch ruckizucki erledigt.

Danach schenke ich der Muse wieder meine Zeit.

Ich freue mich schon darauf, wenn sie mich küsst und ich für Euch eine neue Geschichte schreibe. Dann fühle ich mich auch nicht mehr kopflos.

Ich bin mir sicher, dass ich noch vor dem Wochenende die Muse wieder willkommen heißen kann.

Bis dahin seid herzlich gegrüßt und vielleicht habt Ihr noch Lust ein paar andere Geschichten von mir zu lesen:

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Pit Struwwel und Franz Stroh

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Ungebetener Besuch

Heute bin ich einmal die Geschichtenerzählerin. Für alle die mich noch nicht kennen, darf ich mich kurz mit meinem Namen vorstellen: Lottchen.
Ich bin die einzige Katze hier im Hause und ohne eingebildet zu wirken, kann ich behaupten, dass ich allseits beliebt bin. Und das nicht nur bei meiner Menschenfamilie, sondern auch bei allen Nachbarn. Ich bin immer herzlich willkommen. Als Dankeschön lege ich dem einen oder anderen auch gerne mal ein kleines Geschenk vor die Tür. Ich bin mir allerdings nicht immer so sicher, ob sie sich wirklich darüber freuen und es zu schätzen wissen. Neulich zum Beispiel habe ich beobachtet, was der Nachbar mit meinem Geschenk gemacht hat.
„Schaut mal, was uns Lottchen gebracht hat. Wollt ihr es haben?“, rief er lachend über den Gartenzaun zu Frauchen und Herrchen rüber. Dann entsorgte er mein Geschenk in der Mülltonne.
Aber ich schweife vom Thema ab, denn ich wollte eigentlich von einem Gast in meinem Zuhause berichten, der immer wieder herein kommt. Mein Frauchen hat mal erzählt, dass sie einen Spruch über einen ungeliebten Besucher gehört hat. Wenn ich mich richtig entsinne, dann lautete er folgendermaßen:
„Wenn du ihn vorne zur Tür rausschmeißt, dann kommt er hinten wieder zur Tür rein.“
Fast genauso ist es mit Dreibein, von dem mein Frauchen ja auch schon mal berichtet hat. Nur verhält es sich mit Dreibein so, dass er zur Hintertür herein kommt und vorne zur Haustür wieder rausgeworfen wird. Ihr meint, das sei unhöflich?! Dann kennt ihr meinen Dreibein nicht.
Im Grunde genommen ist er ja auch manchmal mein Freund. Die Betonung liegt auf manchmal. Im Sommer kommt er oft und holt mich zu einem kleinen Streifzug ab. Hin und wieder lässt er sich auch einfach nur neben mir nieder und wir dösen ein bisschen in der Sonne.
Immer jedoch, wenn er vorbei kommt, frisst er aus meinem Napf. Meistens stört mich das gar nicht, aber der Kerl ist so verfressen, dass er sich den Bauch oft auch zu voll schlägt. Dann kotzt er es mir einfach wieder vor die Füße und verschwindet. Das hat er auch schon mal bei uns im Keller gemacht und ich bekam dann den Ärger. Das ist doch echt ein starkes Stück. Aber das Größte hat er sich neulich geleistet.
Ich lag wieder einmal so schön gemütlich auf meinem Sessel in der Diele. Ja genau, mein Sessel. Sonst sitzt dort nämlich niemand, nur manchmal das Herrchen und dann darf ich auf seinen Schoß.
Ich döste also so vor mich hin, da hörte ich ganz leise ein Tapsen. Ich blinzelte. Und was sah ich? Dreibein schlich sich gerade durch den Flur in Richtung Küche.
„Er weiß genau, dass dort immer ein Fressnapf für mich steht“, dachte ich. Das war mir aber jetzt so etwas von egal. Ich wollte nur weiter schlafen und träumen. Doch dann hörte ich Geräusche aus der Küche, die mich doch etwas verwunderten und mich dazu auch noch neugierig machten.
„Schau mal, wer da ist!“, meinte mein Herrchen zu Frauchen.
„Ach, hallo Dreibein! Bist du auch schon wieder da?!“, fragte mein Frauchen. „Du bist ein kleiner Nimmersatt. Pass auf, dass du dich nicht überfrisst!“
„Pah!“, dachte ich. „Der ist doch schon wieder an meinem Futter. Hoffentlich kotzt er nicht gleich.“
Und dann hörte ich ein Fauchen. Und ein mir fremdes Fauchen. Ich fragte mich, ob da noch eine Katze in der Küche war. Das machte mich jetzt aber mehr als nur neugierig. Also verließ ich leise meinen Ruheplatz und schlich mich auf Samtpfoten in die Küche. Ihr werdet es nicht glauben, denn auch ich traute meinen Augen nicht: Herrchen und Dreibein fauchten einander an.
„Wieso fauchst du ihn an?“, fragte Frauchen verwundert und sprach damit die Frage aus, die auch ich mir stellte.
„Ich blase ihn an und fauche ein bisschen, denn ich habe gelesen, dass man so zeigt, wer der Mächtige ist. Er hat zu kapieren, dass er mich gar nicht erst anfauchen soll. Ich bin der Mächtigere.“
„Du brauchst nicht zu fauchen, Herrchen“, sage ich. „Der ist sowieso feige und haut gleich wieder ab.“
Leider hörte mich Herrchen nicht und so fauchten die Beiden sich an.
Mir wurde es hier doch zu gefährlich und ich zog ab. Einer handfesten Auseinandersetzung wollte ich nicht beiwohnen und vielleicht dadurch auch noch zwischen die Flanken geraten. Nein, auf gar keinen Fall!
In der Diele, wo die alte Nähmaschine (In die Jahre gekommen) steht, ließ ich mich nieder. Hier war ich in Sicherheit und konnte das Geschehen trotzdem genau verfolgen.
„Lass mal!“, hörte ich Frauchen sagen. „Ich weiß schon, wie er wieder den Weg nach draußen findet.“
Sie stellte sich ganz dicht hinter Dreibein und dieser ging ein paar Schritte vor. Wieder stellte sie sich hinter ihn und er ging vorwärts. So marschierten die Zwei in Richtung Haustür, die Frauchen öffnete, Dreibein über die Schwelle humpelte, sich dann hinsetzte und sie aus großen Augen ansah.
„Dieser verfressene Kerl!“, überlegte ich. „Der will jetzt auch noch Leckerlies. – So geht das aber auch nicht. Immerhin bin ich hier die Katze im Haus und Frauchen und Herrchen sind meine Bediensteten. Also gehören mir die Leckerlies“, ließ ich ihn wissen.
Blitzschnell huschte ich aus meinem sicheren Versteck und tapste auch durch die Türöffnung nach draußen.
„Jetzt will ich doch mal sehen, wer hier was bekommt!“, fauchte ich ihm zu und schaute dann mein Frauchen mit großen bittenden Augen an.
Was soll ich sagen? Es funktionierte. Frauchen gab zuerst mir ein paar Krümelchen und dann legte sie auch für Dreibein etwas hin. Doch der schien inzwischen die Lust verloren zu haben.
Er fauchte kurz zu mir ein „Na warte, ich komme wieder!“ und schon war er verschwunden.
„Undankbarer Kerl! Kommt ungebeten hier herein, frisst mein Futter und verschmäht dann auch noch die Leckereien, die man ihm freundlicherweise anbietet“, dachte ich.
„Wo willst du jetzt hin?“, rief ich ihm noch nach.
„Drüben zu den Nachbarn, die haben auch immer ein paar Leckerbissen für mich!“
„Warte! Ich komme mit!“

 

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